Repertoirepflege

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Hai,

Eine Frage an die fortgeschrittenen Spieler hier: Wie pflegt ihr eure Repertoire oder wie haltet Ihr es aktuell? Ich baue mir gerade peu à peu mein Repertoire auf und stelle fest wenn ich ein Stück 2 - 3 Monate nicht gespielt habe - dann ist ziemlich viel weg. Es ist dann auch schnell wieder aktuell, aber dauert dann doch wieder ein paar Tage...

Gruß
 
Eigenschaft
 
...von manchen klassischen Pianisten weiß man, daß sie sich in recht jungem Alter ein bestimmtes Repertoire aufbauen und das dann die nächsten 50 Jahre ständig repetieren - so wie ein normaler Mensch 8 Stunden zur Arbeit geht, spielen die Tag ein Tag aus ihren Fundus immer wieder von AA nach ZZ...
 
Das ist alles gaaanz normal.
Wie bei den chinesischen Tellerjongleuren: Wenn sie den letzten Teller in der Reihe auf dem Stöckchen wieder ans Drehen gebracht haben, fallen die vorne schon langsam wieder von der Stange.
:)
 
geht mir auch so! Beim ersten Mal eines Stückes, das man lange nicht mehr gespielt hat, klappt es noch ganz gut - das liegt daran, dass man es meist LANGSAMER spielt. Dann denkt man: läuft doch noch super?! und spielt es im richtigen Tempo ... und ist dann frustiert ... alles vergessen, die gleichen Fehler immer noch ...!
 
Ich spiele alles was mir einfällt. Natürlich habe ich einige Lieblingsstücke. Daneben improvisiere ich gerne in Moll, Tangos oder Walzer. Auch die Volksmusik oder alte Schlager dürfen nicht fehlen. Eine bunte Mischung. Und ich lasse mich gerne inspirieren durch Leute, die was summen oder Radio/TV usw.
Wenn ich einem Kollegen zum Geburtstag was spielen gehe so spiele ich auch einfach was mir in den Sinn kommt oder was gewünscht wird.
 
Bei mir ist es so, das die Musik dort beginnt, wo das Spiel auf dem Instrument zur Nebensache wird. Alles ist dann nur noch Ausdruck ! Dazu muß das Stück aber so verinnerlicht sein, das einen das Musikalische-Handwerk als solches, nicht behindert.

Gruß Murti
 
Bei mir ist es so, das die Musik dort beginnt, wo das Spiel auf dem Instrument zur Nebensache wird. Alles ist dann nur noch Ausdruck ! Dazu muß das Stück aber so verinnerlicht sein, das einen das Musikalische-Handwerk als solches, nicht behindert.

Gruß Murti

Hallo Murti,
ist alles sehr interessant. Aber aus meiner Sicht bist du leicht am Thema vorbeigeschlittert!

@ Scheufele > Ich muss die Stücke ständig wiederholen, sonst sind sie nicht mehr darzubieten. :p Ständige Rhythmusschwankungen und Patzer halt.
Die Wiederholung ist ein Teil meiner "Aufwärmphase" > die dann oft 1,5 Stunden dauert!!! So wiederhole ich mein Repertoire regelmässig und bleibe "am Ball".

Gruß Heiko
 
Die Wiederholung ist ein Teil meiner "Aufwärmphase" > die dann oft 1,5 Stunden dauert!!! So wiederhole ich mein Repertoire regelmässig und bleibe "am Ball".

Ich hab's befürchtet. Meine Hoffung galt einem ultraguten Geheimtip aber den gibt's wohl nicht.
 
Ich hab's befürchtet. Meine Hoffung galt einem ultraguten Geheimtip aber den gibt's wohl nicht.


DOCH! Auswendigspielen, und zwar nicht mit dem "Fingergedächntnis" sondern mit dem "Melodiegedächnis", das Stück wissen so das man es z.b. singen oder pfeiffen kann. Heber schreibt "verinnerlicht" das trifft es recht gut.:great:

Ein auswendig gelerntes Stück (verinnerlicht) hält ein Leben lang und gerade das Akkordeon mit Standard-Bass IST zum Auswendigspiel geschaffen. (Bei MIII möglicherweise eher mit Noten)

Was man schnell wieder vergisst sind Stücke die man zwar schnell einübt, "sich aneignet" aber musikalisch gar nicht richtig aufgenommen hat, dann muss man sich erst im musikalischen Denken (Rhytmik, Harmonik, Phrasierung) weiterentwickeln was wiederum durch auswendiglernen durch nachspielen sehr gut geht. Das verstärkt sich dann gegenseitig.

Ein guter Link zum Auswendiglernen von einer sehr sehr guten keyboarderin:


workshop.jpg


http://heidruns-musikerseiten.de/workshops/auswendig.html

Ist am Anfang schwer, aber wenn Du erst mal ein paar bewusst einfache Stücke drauf hast wird der Geist ganz süchtig danach mehr zu können. Ich mache es etwas anders als in dem link oben beschrieben, es gibt bestimmt mehrere Methoden für das lernen des Auswendigspielen.

zudem ist die Wirkung eines auswendig gespielten Stückes beim Puplikum IMHO um ein vielfaches größer als mit Noten. Selbst einfache Stücke wirken auswendig dargeboten tadellos. Ich traue mich auswendig auch einfache Sachen zu spielen für die ich mich mit Noten wirklich schämen würde. Klingt komisch ist aber so. ;)

viel Freude beim Auswendigspielen

Balgseele
 
@ Balgseele
Die von mir beschriebene "Aufwärmphase" durch Spielen des Repertoires zum Beispeil, läuft ausschließlich aus dem Gedächtnis heraus und wenn ich so recht nachdenke, auch ein wenig aus dem Melodie-Gedächtnis. Also "kein" Abspielen vom Blatt! Bleibe ich da nicht am Ball oder "vergesse" über einige Wochen Stücke zu spielen, gehen die von mir beschriebenen Probleme los. Vielleicht vergesse ich auch einen Teil der Melodie!? :confused: Ich weis es nicht genau. Aber auf jeden Fall: Immer ohne auf die Tasten zu schauen und ohne lästige Noten dabei, mit einer Ausnahme > WEIHNACHTSLIEDER!!!! ;)
Ganz witzig ist, dass ich viel im Badezimmer spiele. Ausser der Decke ist da alles gefliest. Ein Klang ist das > "super". :great: So kann es schon einmal vorkommen, dass mein Töchterchen bei Musik .... :D

Gruß Heber
 
... Ganz witzig ist, dass ich viel im Badezimmer spiele. Ausser der Decke ist da alles gefliest. Ein Klang ist das > "super" ...
Das ist nichts außergewöhnliches.
Ein Freund von mir macht das schon 20 Jahre so und 2-3 weiteren Akkordeonisten haben das auch so berichtet.
 
Ich habe ein Repertoire von ca. 60 Stücken, übe diese ca. einmal im Monat drei tage lang (blöd ausgedrückt:) ) vor den Auftritten und dann passt das irgendwie wieder. Verinnerlichen ist gut, auch auswendig spielen aber man kann ja nicht z.B. 60 Stücke auswendig spielen. Einfach mal pro Tag nur wenige Stücken vornehmen, die ein paar mal durchspielen und dann passt das normalerweise schon wieder. Am besten ist es sich pro Tag nur für eine Stilrichtung zu entscheiden( Musette, Klassik, Folklore,...) Und wenns mal gar net klappt, dass Stück auch nicht x-mal versuchen- einfach am nächsten Tag nochmal probieren...
gruß t-tris
 
Super, vielen Dank für die Tips. Einige bringen mich bestimmt weiter.
 
Mann ey, bin richtig dankbar für diesen Thread. Ich dachte schon, daß ich nur so vergeßlich oder untalentiert bin...ich habe mir auch eine Mappe von Liedern erstellt, die ich jut find und regelmäßig übe. Aber durch das Lernen und wiederholte Lernen werde ich aber auch nachlässig. Ich überlege mir schon, ob ich mir nicht doch noch mal einen Lehrer "konsultieren" sollte...na ja, einfach mal schauen...
darccord
 
So! Hab jetzt ein bisschen mehr Zeit. Ich will mich nochmal bedanken für die vielen Tips. Allerdings glaube ich, das ich für unterschiedliche Lieder unterschiedliche Verfahren anwenden werde. Eine Tango mit 8 Takten 32tel kann ich schlecht Nachsingen :confused: Manche Sachen müssen einfach stur auswendig gelernt werden und immer wieder gespielt werden. Sonst isses halt wech....
 
Hallo,

was mir dazu noch so einfällt zum Verinnerlichen von Stücken:

Bei mir ist das so, dass ich oft einen Favoriten habe, der auch ein wenig technische Herausforderung darstellt. Aufgrund dessen bin ich ja gezwungen, die verschiedenen Stellen und auch das Stück als ganzes recht intensiv erstmal einzustudieren.

Um aber das ganze richtig in Routine zu bringen, gehe ich hin und habe das Instrument auch mal zwischendrin auf und spiele das ganze Stück sehr unbefangen vor mich hin, ohne mir nen Kopp zui machen, ob es nun "perfekt" gespielt ist. Nur so rein aus Spaß und wie nebenbei (manchmal schau ich sogar fern dabei :O )

Der Effekt ist aber der, dass die Stücke dann scheinbar besser ins Unterbewusste gehen, als wenn man ausschließlich hochkonzentriert "arbeitet" (was aber auch sein muss!)

Auf diese Art stellen sich dann sowohl das (Wieder-) erinnern als auch die technischen Feinheiten nach und nach wie von selbst ein.

Stücke, die ich auf diese Art behandelt habe, habe ich bisher mein Lebtag nicht vergessen, kann man sagen, egal wie lange das her ist. (Ich hatte schon öfter absolute Spielpausen von 5-8 Jahren . (Die Technik lässt manchmal ein wenig nach, wenn sie lange nicht mehr gespielt werden, ODER man stellt sogar fest, dass sie besser wird, weil man insgesamt einfach ein anderes level erreicht hat)

Grüße, Malineck
 
Hallo,

was mir dazu noch so einfällt zum Verinnerlichen von Stücken:

Bei mir ist das so, dass ich oft einen Favoriten habe, der auch ein wenig technische Herausforderung darstellt. Aufgrund dessen bin ich ja gezwungen, die verschiedenen Stellen und auch das Stück als ganzes recht intensiv erstmal einzustudieren.

Um aber das ganze richtig in Routine zu bringen, gehe ich hin und habe das Instrument auch mal zwischendrin auf und spiele das ganze Stück sehr unbefangen vor mich hin, ohne mir nen Kopp zui machen, ob es nun "perfekt" gespielt ist. Nur so rein aus Spaß und wie nebenbei (manchmal schau ich sogar fern dabei :O )

Der Effekt ist aber der, dass die Stücke dann scheinbar besser ins Unterbewusste gehen, als wenn man ausschließlich hochkonzentriert "arbeitet" (was aber auch sein muss!)

Auf diese Art stellen sich dann sowohl das (Wieder-) erinnern als auch die technischen Feinheiten nach und nach wie von selbst ein.

Stücke, die ich auf diese Art behandelt habe, habe ich bisher mein Lebtag nicht vergessen, kann man sagen, egal wie lange das her ist. (Ich hatte schon öfter absolute Spielpausen von 5-8 Jahren . (Die Technik lässt manchmal ein wenig nach, wenn sie lange nicht mehr gespielt werden, ODER man stellt sogar fest, dass sie besser wird, weil man insgesamt einfach ein anderes level erreicht hat)

Grüße, Malineck

da muss ich dir voll zustimmen.....hab ich heute wieder bemerkt als ich meine stücke vom 2. semster wieder ausgesucht hab. konnte sie alle vom blatt spielen. zwar nicht 100 % fehlerfrei aber immernoch gut genug. hat mich sehr verblüfft und gibt ein gutes gefühl:):great:
 
O.K. > Aber ich liege dabei in der Badewanne! :D

Du spielst in der Badewanne Akkordeon???!!! Ernstlich - oder hab ich den Gag nicht mitgekriegt? Hast Du ein wasserdichtes Instrument? Oder vielleicht kein Wasser in der Wanne?

Vielleicht gibt's ja auch einen besonders tollen Sound, wenn Wasser durch die Ventile gurgelt...

Grüße
Inge
 

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