Tipps für Umsteiger von Klavier zu Akkordeon

  • Ersteller Unixlover
  • Erstellt am
Unixlover
Unixlover
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
11.09.14
Registriert
08.11.05
Beiträge
265
Kekse
113
Hallo liebe Akkordeonisten,

hab vor ein paar Tagen ein kleines Akkordeon geschenkt bekommen und bin total begeistert. Ich komme vom Klavier, mit der Diskantseite hab ich daher keine größeren Schwierigkeiten, bei meinen Übungen konzentriere ich mich daher auf Artikulation und die linke Hand. Da ich zur Zeit hochmotiviert bin und viel Zeit investiere, habe ich ein wenig Angst, dass ich mir falsche Sachen beibringe. Ich wollte daher fragen, vor welchen verbreiteten Fehlern man sich hüten sollte.

Beim Bassfingersatz spiele ich meistens den Grundton mit dem Ringfinger, die Akkorde je nachdem wie's am besten passt mit Mittel- und Zeigefinger. Wenn "Sprünge" anstehen, suche ich einen Fingersatz, der den Sprung vereinfacht. Pragmatismus war für mich beim Klavierfingersatz immer eine sehr erfolgsversprechende Strategie.

Mit der Artikulation tu' ich mir zur Zeit noch recht schwer, ich hoff halt, das gibt sich von selbst.

Gibts Sachen, die man unbedingt beachten sollte, wenn man Akkordeon übt?
 
Eigenschaft
 
Hallo Unixlover

schön, dass es Dich erwischt hat! Ich kam auch vom Klavier. Das Schöne am Akkordeon ist, dass es so nahe am Körper liegt. Die Artikulation erhält dadurch einen ganz anderen Charakter, allerdings nie so differenziert wie beim Klavier wegen der fehlenden Anschlagsdynamik. Aber ich finde, man kann expressiver spielen.


Die grösste Herausforderung ist sicher die Bassseite, hier gibts Infos:

https://www.musiker-board.de/akkordeon-forum-sonst/295801-akkordeon-lernen-fuer-pianisten.html

https://www.musiker-board.de/akkordeon-forum-sonst/383399-fingersaetze-bass.html

Und der grösste Fehler, den man machen kann, ist die Begeisterung verlieren ;)

Grüsse accordion

PS: unix find ich auch doll.
 
Die Artikulation erhält dadurch einen ganz anderen Charakter, allerdings nie so differenziert wie beim Klavier wegen der fehlenden Anschlagsdynamik. Aber ich finde, man kann expressiver spielen.
Da widersprichst du dir selbst ein wenig.
Richtig ist natürlich, dass beim Akkordeon die Art des Anschlags für die Artikulation kaum eine Rolle spielt. Und das ist genau der Punkt, bei dem man als Klavierspieler aufpassen muss, dass man seine Spielgewohnheiten nicht 1:1 auf das Akkordeon überträgt.
Andererseits bietet das Akkordeon durch die Art der Tonerzeugung im Gegensatz zum Klavier eigentlich wesentlich mehr Möglichkeiten den Ton zu formen (artikulieren), vor allem auch nach dem Anschlag!
 
Ich wollte daher fragen, vor welchen verbreiteten Fehlern man sich hüten sollte.
Mit der Artikulation tu' ich mir zur Zeit noch recht schwer, ich hoff halt, das gibt sich von selbst.

Gibts Sachen, die man unbedingt beachten sollte, wenn man Akkordeon übt?

Der Balg und die Balgführung wird in der Regel unterschätzt.
Die Artikulation findet zum größten Teil hier statt und das ist schwer!
Stichwort Balgstop.
Hier wird ein Ton gespielt und du lässt den Finger auf der Taste gedrückt und es soll dann auf "jetzt" der Balg gestoppt werden und kein Ton mehr zu hören sein.
Der Effekt ist, dass der Ton verklingt und nicht abruppt mit dem Entfernen des Fingers von der Taste endet.
Versuch es mal,.... es ist nicht einfach. Aber wenn man es beherrscht ist es genial, besonders wenn es ein ganzes Orchester auf Dirigat hinbekommt.

Dann lasse die Töne leben.
Das soll heißen, wenn du einen langen Ton spielst, dann nicht nur einfach drücken bis vier zählen (oder so) fertig.... weiter,.... ne ne .... den Ton innerhalb seiner Zählzeit anschwellen und abklingen lassen. Doch das geht.....
Richtige Tönchen drücken kann jeder, aber ihnen Leben einhauchen, dass ist die Kunst. Das meiste davon wird mit dem Balg gemacht.

Übrigens... das zu spielen ist schon schwer, aber es in Worte zufassen, was man sein Leben lang fast automatisch macht, ist noch schwerer......

Und so gibt es einige Sachen die man mit dem Balg machen kann. Aber wie soll man sfz erklären?
Gönne dir doch ein paar Unterrichtsstunden, dann bist du auf der sicheren Seite und musst nicht falsch eingeübtes wieder ausbügeln.

Viel Spaß
 
@waldgyst

Danke.

Perfekt.
 
Bei Melodika funktioniert die Artikulation über die Atmung, dadurch kann man noch einfacher und authentischer expressiv spielen! Sehr zu empfehlen!
Allerdings is die Melodika natürlich keine Band-In-A-Box wie das Akkordeon, sondern nur für Solos und Melodielinien zu gebrauchen.
 
Ich glaube, dass der Akkordeonist, der vom Piano kommt und das Akkordeonspiel objektiv betrachtet und betreibt, eine tolle Bereicherung seiner musikalischen Betätigung erlebt. Der sehr gute Pianist hat natürlich optimale Möglichkeiten, Musik darzustellen. Der Musik Ausdruck zu verleihen, wird ihm am Akkordeon aber besser gelingen.
Meint akkotue
 
Das Akkordeon ist halt nicht nur ein Tasten-, sondern auch ein Blasinstrument.

Ich spiele ein wenig Klavier und Klarinette und irgendwie empinde ich - was Spielgefühl und Expressivität angeht - zwischen Klarinette und Akkordeon eine größere Nähe, als zwischen Klavier und Akkordeon. Die Balgbewegung ist wie der Atemstrom und mit ihm formst du die Töne.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben