Anygig Traveler-Gitarre Nylon: Erfahrungen? Alternativen? Budget max. 700 €

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Sambolino
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Hallo,

da ich erst nach 22 Uhr dazu komme, Konzertgitarre zu üben, bin ich im Moment auf der Suche nach einer Silent-Gitarre.

Da ich Linkshänder bin, kommt die Yamaha Silent Guitar erst mal nicht in die engere Auswahl.

Ich hatte jetzt gesehen, dass es eine Traveler-Gitarre von der Firma Anygig gibt (Modell AGN-MB), die auch mit Nylonsaiten angeboten wird, sogar in der Linkshänderausführung.

Meine Frage: Hat jemand eine solche Anygig Nylon und falls ja, wie nahe kommt sie dem Spielgefühl einer echten Konzergitarre (von den Saiten und Hals her, Korpus hat sie ja nicht wirklich)? Könnt ihr sie weitermpfehlen?

Alternativ könnte ich auch eine Yamaha Silent Guitar mit Nylonsaiten kaufen, allerdings gibt es die nur in der Rechtshänderversion. D.h. es wären hier wahrscheinlich viele Umbauarbeiten nötig, neue Stegeinlage, neuer Sattel, etc. Außerdem ist sie leider nicht wirklich symmetrisch aufgebaut. Hat hier eventuell Erfahrung mit dem auf links umspannen einer Konzertgitarre?


Viele Grüße,

Sambolino
 
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Hallo Sambolino,

ich habe eine Silent Guitar mit Nylon Saiten als Rechtshänderversion. Ich bin Linkshänder, spiele aber seit 35 Jahren rechts. Damals wurden wir ja noch "umerzogen"...:rolleyes:

Ich habe die gerade mal testweise verkehrt rum in die Hand genommen. Liegt erstaunlich gut und stabil auf dem Oberschenkel!

Sie sieht optisch nicht so symmetrisch aus, aber ich glaube, dass die Kontur auf beiden Seiten ziemlich gleich ist, so dass man die Gitarre bequem auch anders rum spielen könnte. Wie das aussieht, ist halt eine andere Sache...

Die Regler und der Kopfhöreranschluss liegen dann halt an der Unterseite, die hat man nicht mehr im Blick.

Und ja, Steg und Sattel müssen getauscht bzw. angepasst werden.

Ein neuer Sattel wäre kein großes Problem, aber die Stegeinlage ist natürlich etwas schräg eingelegt. Da müsste man wahrscheinlich den Schlitz für die jetzige Stegeinlage verschließen und dann neu fräsen. Ein Fall für einen Gitarrenbauprofi, würde ich sagen. Zumal da ja auch noch der Piezo-Streifen des Pickups drunter liegt.

Ob sich das für Dich lohnt? Keine Ahnung, hängt wahrscheinlich von der Anzahl der Alternativen ab, da ist man als Lefty ja echt gekniffen!

Grundsätzlich ist die Yamaha SLG aber ne coole Gitarre, ich hab die jetzt fast 15 Jahre, glaube ich, und als die Kinder kleiner waren war das immer die mit Abstand am meisten benutzte Gitarre im Fuhrpark!
 
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Danke für deine Antwort, Classic-Fan, das hat mich schon mal ein ganzes Stück weitergebracht.

Ich habe eben auch noch mal im Forum recherchiert und Beiträge gefunden, bei denen erwähnt wird, dass man eine Rechtshänder-Konzertgitarre recht einfach auf links umspannen kann, da

1) Die Stegeinlage oft nicht schief gestellt ist (wichtig für die Okatvreinheit)
2) Nylonsaiten alle eine ähnliche Dicke haben, weswegen auch der Sattel gar nicht bis minimal nachgefeilt werden muss

Kann das jemand bestätigen, der das schon ausprobiert hat?

Von da her käme eine rechtshändige Yamaha Silent Gitarre schon in Frage, man kann ja bei Bedarf im umgedrehten Zustand den unteren Korpusbogen einfach weglassen, so dass man ja auch in die höheren Lagen käme.
 
So sieht dss bei mir aus. Wenn ich keinen Knick in der Optik habe, ist die Stegeinlage etwas schräg montiert...

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Stimmt, ist ein kompensierender Steg. Schade, ich hatte gehofft, dass man die Saiten eventuell hätte umspannen können.

Vielleicht dann doch eher die Anygig-Gitarre? Die gibt es ja in einer speziellen Linkshänder-Ausführung:

https://www.anygigguitar.com/model/agnse-nylon/anygig-agn-se-mb-lh.html

Da scheint der Steg auch hier kompensiert zu sein.

Falls jemand so ein Anygig-Modell spielt, ein Erfahrungsbericht wäre super. :)
 

Servus,

nachdem du kein Budget angegeben hast, postet ich die Godin mal. So etwas ähnliches gibt es beim T auch von der Hausmarke, leider nicht als LH. Bin auch einer davon, spiele meine Instrumente aber als RH. Bei allem anderen kenne ich dein Problem.

Gruß hermanson
 
Ja, die Godin-Gitarren passen natürlich in mein Beuteschema, wenn es ums leise Spielen geht, sind aber doch etwas über dem von mir angedachten Budget.

Ich sage mal, so bis zu einem Preis von 600 - 700 Euro, die auch eine Yamaha Silent Guitar kosten würde, ist das für mich okay.

Wenn es die Yamaha auch in der Linkshänderversion gäbe, wäre sie sicherlich meine erste Wahl, hatte die Rechtshänderversion schon mal in der Hand und habe ein bisschen auf ihr verkehrt herum gespielt, war echt begeistert davon! :great:

Als Linkshänder muss man halt ein bisschen länger suchen und kann auch nicht alles vor Ort ausprobieren, vieles gibt's halt auch einfach nicht, das ist aber okay, bin echt froh, dass es mittlerweile so viele gute Gitarren auch für Lefties gibt.

Habe selbst eine ganz ansehnliche Sammlung an Lefty-E-Gitarren, PRS SE, Hagstrom, Fender, Gretsch, da sind sind schon echt tolle Sachen dabei.
 

Hast du schon mal einen Versuch mit einem dieser Feedback Buster gemacht? Ein bisschen was bewirken sie und vielleicht reicht die Lautstärkereduzierung für dich ja schon aus. Die 5 € wären mir einen Versuch wert. Es gibt sie natürlich auch von anderen Herstellern.
 
Das bringt nicht viel, auch ein Ausstopfen bringt nicht viel. Wenn, dann muss man die Decke am Schwingen hindern.
 
Das bringt nicht viel, auch ein Ausstopfen bringt nicht viel. Wenn, dann muss man die Decke am Schwingen hindern.
Sehe ich auch so - nur dachte ich immer, dass genau das mit dem Ausstopfen bezweckt wird?!?
 
Vielen Dank noch mal für die vielen tollen Ideen, habe jetzt einiges an Anregungen genutzt, um zu schauen, ob ich meine Gitarre auch so leiser bekomme.

Bezüglich der Lösung mit Bauschaum hatte ich ein YouTube-Video gefunden. Der Schaum quillt weit aus dem Schallloch raus und als Ergebnis klingt die Gitarre nicht wirklich leise.

Meine Lösung, die wirklich echt gut funktioniert, ist nach einigem Experimentieren folgende:
  • Handelsübliche, neue Unterhemden in den Korpus durchs Schallloch stopfen, man muss sie wieder heraus bekommen können und sie müssen die Decke dämpfen
  • Plastikverschluss einer Erdnuss-Dose mit Klebeband aufs Schallloch kleben
  • Klebeband am Steg einen Millimeter über und unter die Saiten kleben
  • Brücke mit Teilen eines dünnen Schwamms mit Klebeband bekleben zum Dämpfen
  • Ein hauchdünnes Stück vom Schwamm am Steg unter die Saiten setzen und mit Klebeband festkleben
Das Ergebnis ist hervorragend!

Genau so leise, dass man abends oder nachts nicht die Nachbarn weckt oder auf die Palme bringt. Aber nicht so stark dämpfend, dass die Saiten perkussiv klingen.

Meine Gitarre ist übrigens eine Stagg Thinline, die ich bei ebay als Messe-Instrument für 65,- Euro ersteigert habe. Spielt sich aber wirklich gut.

Es muss also nicht teuer sein.

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Wenn man den Korpus ausgestopft und das Schallloch verschlossen hat, hört man, dass der Klang vor allem vom Steg zu kommen scheint, da hier ja die Schwingungsenergie direkt von den Saiten auf den Korpus übertragen wird.

Daher macht es nach dieser Maßnahme Sinn, den Steg zu dämpfen. Erreicht habe ich das durch Bekleben der Brücke mit Teilen eines Putzschwamms.

Aber die Saiten müssen leider auch noch ein wenig abgedämpft werden. Einfach 1 - 2 mm der Saiten mit Klebeband von oben und unten am Steg bekleben.

Ein dünnes Stück Schwamm unter die Saiten am Steg bringt noch etwas an Dämpfung, aber man muss das ganze recht dünn halten, ansonsten klingen die Saiten nur noch perkussiv.

Daher nützt eine Socke oder ein aufgerolltes Stück Küchenpapier auch nicht viel, da es zu viel von der Saite abdämpft.

Falls jemand noch ein Review zur Anygig-Nylon Travel-Gitarre hat, wäre ich immer noch interessiert, da man so ein Gerät zwecks Üben überall mit hinnehmen kann. Man kann nicht zu viel üben... :)
 
Ich hatte mal den Schwamm unter den Saiten ausprobiert, weil ich dann leise über den bei mir verbauten Pickup einen Travler Kopfhörerverstärker nutzen wollte. Aber da von den Saiten, je nachdem wie fest der Schwamm geklemmt wird, nur noch ein sofort sterbendes Plingplong erzeugt wird, klingt das auch über Kopfhörer bescheiden. Wie du s schreibst, ist „hauchdünn“ am besten.
Die Idee, alles um den Steg zu dämpfen, ist sicher der beste weg.
Mit Gelkühlpacks (für Verstauchungen etc) hatte ich es mal versucht, der Kontakt zum Korpus war aber zu schlecht.... Für Schlagzeuge gibts klebrige Gelkissen um zb die Snare zu dämpfen aber das wird teuer.

Edit: ich meine solche Pads. Die sind scheinbar zum Dämpfen von Obertönen aber genug davon machen bestimmt leise :D

https://www.thomann.de/de/sound_control_daempfer.html
 
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Die Pads sehen sehr gut aus, könnte funktionieren. Schlagzeuger kennen sich mit dämpfenden Materialien eh gut aus.

Ich hatte verwendet, was ich gerade im Haushalt hatte. Vielleicht sind die Pads noch eine ganze Ecke besser.

Es wäre interessant, wenn ein Hersteller mal was in der Richtung rausbrächte, was man schnell an- und abmontieren kann. Praktisch ein Dämpfer für Gitarre.

Ich denke, viele wollen auf ihrem eigentlichen Instrument auch mal leise üben, damit man sich später nicht bei einer Aufführung wieder umstellen muss, weil man eigentlich auf einem anderen Instrument geübt hat.
 
Schön, dass du eine befriedigende Lösung gefunden hast. Hab' ich zumindest so rausgelesen?

Trotzdem noch ein paar Überlegungen:
Zur Dämmung einer "normalen" Konzertgitarre: Du hast ja viele, im Endeffekt auch wirksame Methoden verwirklicht. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Schwammausschnitte rund um die Brücke irgendetwas bewirken (ausser natürlich im Kontakt mit den Saiten). Die werden nicht dämpfen. Sie sind leicht und werden die Decke nicht am Schwingen hindern. Die Schallabstrahlung dürfte auch nicht merklich geringer werden (?). Selbst etwas schwerere und fester mit der Decke verklebte Pads dürften nicht allzuviel ausrichten.

Eine wirkungsvollere Vorrichtung wäre IMHO eine Art möglichst stabile Klammer um die Gitarre (auf der Gitarre?), die auf die Decke und vor allen Dingen auf den Steg drückt, um diese am Schwingen zu hindern. Eventuell mit doppelseitigem Klebeband mit Brücke/Decke verklebt. Zu klobig/schwer sollte das natürlich auch nicht werden, um das Spielen nicht zu behindern.
 
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