Ein gutes Klavier, einen guten Flügel oder ein gutes (akustisches) Akkordeon hat man praktisch sein Leben lang.
Digitale Instrumente hingegen "simulieren" ja nur ein Original-Instrument und alleine der technische Fortschritt bedingt, dass man die "digitalen Krücken" sehr regelmäßig austauschen muss.
Nach 50 Jahren mit seinem Klavier relativieren sich die Anschaffungskosten, wenn man in dieser Zeit mindestens 10 Digitalpianos verschlissen hat.
Ich glaube nicht, dass Du hier für das Klaiver mal nachgerechnet hast.
Ich habe mein Roland RD-600 vor über 10 Jahren gebraucht gekauft. Außer ein paar Tuben Zweikomponentenkleber und einem Verstärker hat mich das seither nichts gekostet.
Ich konnte damit mehrmals problemlos umziehen, ich konnte es auf Muggen und Parties mitnehmen.
Rechne mal das Klavier dagegen. Das hat mich den fünffachen Preis in der Anschaffung gekostet (obwohl nicht mal ein teures Klavier) plus 200 Transport, der Klavierstimmer soll jährlich sein Geld bekommen, ein Umzug wäre nochmal ähnlich. Irgendwann stehen auch mal Reparaturen an.
Wenn ich nachts üben wöllte bräuchte ich eines mit Silent-Funktion oder eine Übekabine.
Also bei mir stehen in 10 Jahren ca. 800 Euro gegen ca. 5000. Und das wird auch in 50 Jahren mit 10 Digitalpianos nicht anders sein.
Ich möchte beide Instrumente nicht missen. Nur wenn ich die Qual der Wahl hätte, aus Geld- oder Platzgründen, wäre die klar.
Beim Akkordeon seh ich die Preise eher gleichwertig. Aber da ist der Markt auch viel kleiner.
Anderes Beispiel, ich habe versucht, Schlagzeug zu spielen, es klingt dann laut, unbeholfen und obwohl ich gute Koordination und Rhythmus habe, ist es unsauber und grob.
Auf dem Akkordeon kriege ich ganz passable Drumsolos hin.
Na klar, wenn es nur um die Erzeugung einer Aufnahme geht, braucht man sich mit dem Spielen eines Instruments nicht aufhalten. Geht mir genauso.
Trotzdem macht Schlagzeug spielen ganz anders Laune als wenn man es mit dem Akkordeon macht. Für den Spieler sowieso, für das Publikum auch.
Reale Instrumente und ihre Spieler werden nicht aussterben. Einmal weil die Tätigkeit an sich Freude macht - und das unterscheidet es von Karte und Kompass, wo es nur um den Zweck der Orientierung geht - und weil "live" einfach was rüberkommt, was eine Aufnahme nicht bringt.
Und ich sehe ehrlich nicht ein, warum ich mich nun jahrelang mit Schlagzeug üben beschäftigen soll.
Nur weil es Spaß macht. Einen anderen Grund gibt es nicht.
Warum beschäftigen sich Leute mit Fußballspielen? mit Stricken? Sicher nicht hauptsächlich wegen des Endergebnisses.
Als Studiomusiker wird es aber sicher schwerer sein in Zukunft. Oder als Korrepetitor, wenn die KI den Sänger oder Instrumentalisten locker fluffig begleiten kann.
Andererseits kann man dann vielleicht mit einem virtuellen Miles Davis, Django Reinhard und Astor Piazolla zusammenspielen. Sogar in einer "Band"

Oder statt eine Mahler-Sinfonie nur zu hören, kann man mal selbst dirigieren. Das wäre schon was
