Tipps für Großmembran-Studio/Gesangsmikro - geringes Eigenrauschen + höhenreich

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Tach Gemeinde!

Ich bin grade auf der Suche nach einem (neuen) Großmembranmikro, um damit gentlemanhaften Gutturalgesang für Black Metal aufzunehmen
Ich hab eigentlich nur eine wichtige Anforderung:

- Ich brauche einen hohen Rauschabstand bzw. ein Mikro mit maximal niedrigem Eigenrauschen. Hinterher kommt nämlich dick der Camel Crusher (Distortion) drauf. Eigentlich könnte die Frage gleich lauten: Welcher Großmembraner hat das geringste Eigenrauschen?
-
gerne unter 350€.

Weil hinterher dick Verzerrung drauf kommt, sind Standardaspekte wie „klingt warm" eigentlich völlig egal. Harsch und Unanhörlich wird es sowieso. Wenn es aber:
- relativ höhenreich, und
- gut mit Nahbesprechungseffekt

umgehen kann, nehm ich das gerne mit.

Ich hab mich deswegen eigentlich schon ziemlich auf das Lewitt LCT 440 Pure eingeschossen. Ich würde aber gerne nochmal nachfragen, ob es auch andere Mikros gibt, die ich in Erwägung ziehen sollte.

Das Mikro ist rein für Gesang. Irgendwelche Low Cuts oder Boost-Anhebungen brauche ich nicht. Eine feste Niereneinstellung reicht mir.

Ich hatte zum Austesten mal ein Rode NT2-A und ein Slate Digital ML-1 probiert. Das NT2 geht schon in die Richtung die ich mir vorstelle, hat aber zuviel Schnickschnack, den ich nicht brauche.

Also: Zu was würdet ihr mir raten?

Vielen Dank und Grüße!
 
Soweit mir bislang in den Datenblättern begegnet, ist das Rode NT-1A mit nur 5dBA ganz ganz vorne mt dabei. Mir wäre keins bekannt, welches ein geringeres Eigenrauschen hat.
 
Ich hab keine Produktempfehlung frage mich aber warum unbedingt Großmembran wenn höhenreich gefordert ist und sowieso Zerre draufkommt - da tut es jedes vernünftige Kleinmembraner oder Kondenser allemal.
 
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Soweit mir bislang in den Datenblättern begegnet,
Datenblätter sind mit Vorsicht zu geniessen... nach solchen hat der Mic-Kanal eines iConnectAudio ein um 10dB „besseres“ Nebengeräusch-Verhalten als ein Audient ID22.
In der Realität (gemessen mit SM57) liefert das ID22 um 20(!) dB bessere Werte als das iCA4+ :eek: :D
 
ist das Rode NT-1A mit nur 5dBA ganz ganz vorne mt dabei
Ach stimmt. Das habe ich ja ganz unter den Tisch gekehrt. Danke für´s Erinnern. :D
frage mich aber warum unbedingt Großmembran wenn höhenreich gefordert ist und sowieso Zerre draufkommt
Das hat jetzt keinen speziellen Grund. Ich nahm einfach an, dass Großmembran auch dafür passen wird. Ich bin mit Mikrofontechnik aber auch nicht so firm.
 
Gerade im Metal Bereich werden im Studio, wenn es passt, auch gerne Kondensator oder Dynamische Gesangsmikrofone eingesetzt. Es gibt da keine Vorschrift was wofür zu verwenden ist.
Erlaubt ist immer das was am besten funktioniert für die entsprechende Anwendung.
 
Das Sennheiser MK4 hat einen Ersatzgeräuschpegel von 10 dB(A). Solides Mikrofon.
 
Das NT-1 (ohne "a"!) legt gegenüber dem Nt-1a noch was drauf: 4dB Eigenrauschen statt 5dB, also nochmal 1 dB weniger.
Ob das hier - oder überhaupt - von Relevanz ist, kann ich nicht beurteilen. Da ich das NT-1 (ohne "a") aber besitze, kann ich seine wirklich außerordentliche Rauschfreiheit voll und ganz bestätigen.
 
Mit dem Lewitt kommst Du schon klar.
 
..nicht zuletzt verstärkt der (wirklich prima!) Camel Crusher auch alles, was das Mikrofon rundherum so mithört. Wäre also praktisch, wenn das Signal vor dem Mikrofon ausreichend laut ist. Obendrein gebe ich zu bedenken, daß der Camel Crusher nicht soo flexibel auf dynamische Signale reagiert, d.h. ab einem bestimmten Punkt tritt bei sich änderndem Pegel keine Änderung des Signals mehr auf. Ich für meinen Teil würde also die Schwelle, ab der es zerrt nicht tiefer als die leiseren Gesangsteile einstellen, da das keinen Gewinn an Klang mehr bringt. Ab da hebt man nur noch Nebengeräusche an.
Vielleicht mal ähnlich wie mit Gitarren probieren: beim Mix Noise Gate oder Expander in den Kanal, evtl. auch mit Automation. Bei Bedarf Atemgeräusche und derlei editieren oder per Automation runterdimmen, wahlweise die Zerre auch parallel fahren (der Camel Crusher hat je nen Mixknopf wet/dry) aber noch sinnvollere Kontrolle hast du, wenn du auf einem anderen Track die selbe Gesangsaufnahme mit starkem Lowcut fährst, so daß bloß noch die Frequenzen für Stimmverständlichkeit übrigbleiben (Kompressor drauf).. und das leicht zu deinem Kanal mit Zerre dazufährst. Dann wird das nicht alles von der Brechstange verundeutlicht.
In größeren Studios wird das gern so aufgenommen, daß der Ausgang vom Mikrofon gesplittet wird, das eine geht in nen cleanen Preamp, das andere in einen, der schön dynamisch zerren kann (Röhrenpreamp oder Germanium). Hardware hat da gern die Nase vorn, was das dynamische Erzeugen von Obertönen angeht. (ne ordentliche Ampsim hilft da auch, aber je nach Umgebung nervt die Latenz beim singen, während die Hardware das unverzögert weitergibt, so daß man beim singen schon den angezerrten Sound hören kann, was sich besser anfühlt. Und bei Bedarf kann das vorgebratene Signal gern im Rechner weiter angezerrt werden, der Vorsprung bei den Obertönen aus der Hardware hilft, die Dosen-Zerre musikalischer zu halten.
 
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NT2 geht schon in die Richtung die ich mir vorstelle,

an sich muss man den Schnickschnack nicht nutzen. das NT2-A nutzt meine Sängerin ebenfalls für Vorabaufnahmen in der Vocalbooth.

das NT2-A mach aus meiner sicht einen Ordentlichen Job, ist aber mit seinen 10 Jahren oder so auch schon ne spur Älter, damals gabs das Lewitt glaub ich noch gar nicht.

bei der Albumaufnahme wurde zwar ein Micro vom Studio genutzt, aber mal so um den Stimmcharakter abzuschätzen (link geht direkt in die Gesangslinie):

View: https://youtu.be/9XUP37-YxWw?si=GhkBbjzvQu4nPehO&t=736

Das Mikro ist rein für Gesang.
machst du Gesang auch auf Probe/Live?
wenn ja kannst du dir überlegen für beides nur ein Mikro zu nehmen, meine Sängerin hat für Live ein Neumann KMS104, das kann man an sich auch für Studiozwecke nehmen.

Für Live-Nutzung ist nur folgendes wichtig:
- deine Stimme muss halbwegs pegel haben, da es schon leichter koppelt als ein SM58
- es braucht Phantomspeisung, aber das muss das FOH sowieso liefern können, bzw. fürn notfall geht das auch hervorragend über z.B. millenium Phantomspeiseadapter (hatten wir vor unserem Umstieg auf IEM immer dabei... und nie gebraucht :ROFLMAO: )
- das Mikro ist schon in früheren Projekten von uns in Nutzung gewesen, wir sind damit sogar auch minibühnen und mit normalen Bühenmonitoren (also kein IEM) zurechtgekommen.

hier nochmal das KMS104 live:

View: https://youtu.be/lKsf9b1aj3k?si=YVc9hx3wjv5JuhdI&t=87
 
Das Lewitt 440 Pure hat 7dB Eigenrauschen.
Niedrigstes Eigenrauschen hat Rode NT1 (nicht das NT-1a!) mit 4,5dB!

Beides höhenreiche Mikros.

7dB ist jetzt aber auch sehr gut, und Lewitt 440 Pure würde ich klanglich etwas besser einschätzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
na wenn dir das NT2-A getaugt hat, dann versuch das ggf. mal gegen das Lewitt zu testen, evtl einfach beide bestellen und den "Verlierer" zurückschicken.

ich mein im Grunde kannst du die schalter einmal auf Niere/Flat/no pad schalten und das so lassen, die schalter sind ja recht wertig und bleiben daher auch in Position, d.H. dass die dran sind würde ich jetzt nicht als Nachteil sehen 😉
 
Meine Empfehlung wäre das Neumann TLM103 - das gibt es sogar in schwarz.

Neumann hat mal damit geworben (oder wirbt immer noch), dass das TLM 103 das Mikro mit dem geringsten Eigenrauschen auf dem Markt ist.
Ich kann zumindest bestätigen, dass es wirklich sehr wenig rauscht und für ein Neumann ist es auch bezahlbar. Es hat auch den von dir gewünschten Frequenzgang.

Mein "Problem" mit dem Mikro ist, dass es durch die Höhenanhebung etwas hart klingt. Für die Sprachverständlichkeit sehr gut, aber für Gesang nicht immer das Mittel der Wahl.

Ich habe auch das Rode NT2-A. Finde ich auch sehr gut für den Preis. Aber vor allem deshalb, weil es durch die umschaltbaren Charakteristiken sehr Flexibel ist. Ich benutze es aber hauptsächlich unter der Snare oder für den Raum oder experimentell. Von der Signalqualität kommt es aber nicht an das TLM103 ran. Das klingt deutlich sauberer und hat auch weniger Rauschen.
 
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Stimmt. Den Preis habe ich überlesen.
 
Kein Problem ;)

Es ist nun btw. das Lewitt geworden. Mal schauen, wie es sich bei mir schlägt.
 
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So, seit gestern kann ich mir die Frage als neuer Besitzer eines Lewitt 440 selbst beantworten. Ich bin überrascht, dass es im Vergleich zum Rode doch ein deutliches Upgrade ist, was das Höhenspektrum und den Nahbesprechungseffekt angeht. Unter meinen Bedingungen klingt es eine merkbare Ecke klarer und verständlicher als das Rode. Und mehr Output als das Rode, sodass man den Preamp weniger hochfahren muss, hat es auch. Scheint mir am ersten Testtag schonmal keine Fehlentscheidung gewesen zu sein.
 
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Herzlichen Glückwunsch!

Finde ich auch nicht schlecht und habe es auf dem Schirm als günstige Alternative zum AKG C414 - allerdings die Lewitt 441 Variante mit den umschaltbaren Richtcharakteristiken.
Keine Ahnung, ob das wirklich mit dem C414 vergleichbar ist, aber von denen habe ich grundsätzlich zu wenig, möchte aber nicht unbedingt nochmal über 2000 € für ein Stereopaar ausgeben. Deswegen ist das 441 eine mögliche Alternative.

Das Rode NT2-A finde ich auch immer leicht dreckig, aber durchaus brauchbar. Das benutze ich immer als 8 unter der Snare, klingt da hervorragend!
 

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