Kopfhörer: Frequenzgang ausgleichen

  • Ersteller lightsrout
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Ahhh alles klar! Danke für die Hilfe! :)


@zulu: Das Problem ist das ich seit einem Jahr mit den Kopfhörern hör. Da hab ich mich auf die unlinearität schon gewöhnt. Das Plugin von Sonar funktioniert dafür aber super.
 
Das der Gehörgang den Frequenzgang etc. des Schallereignisses verbiegt sollte klar sein. Aber diesen Einfluß habe ich auch wenn ich z.B. auf einer Nahfeldabhöre arbeite. Mir stellt sich die Frage, ob der Hörkanaleinfluß (und Ohrmuschel etc.) der gleiche bei Kopfhörer wie Nahfeldschallquelle ist. Falls das bejaht würde, könnte man doch ähnlich der Messung eines Nahfeldmonitors auch einen Kopfhörer entsprechend messen und relativ korrigieren.

Grob übervereinfacht gesagt: wenn ich einen Nahfeldmonitor linearisieren kann, dann kann ich auch einen Kopfhörerlautsprecher linearisieren. Und dabei dann der gleiche Höreindruck herauskommen (bzgl. Frequenzgang), wenn denn die Proximität und Einfallswinkel des Schalls keine übermäßige Rolle spielt.

Andersherum wäre es interessant eine Methode zu finden, eine möglichst gute Korrekturfunktion bzgl. Höreindruck Nahfeld vs. Kopfhörer zu finden - was ja durchaus eine individuelle Geschichte sein kann. Damit könnte dann die Korrektur zweigeteilt werden: Hersteller sorgt für entsprechende Abstimmung auf gewünschten Frequenzgang, und man selbst sorgt für die indivuell vom eigenen Körper abhängige Korrektur Nahfeld vs. KH.

Macht das für Leute die sich damit auskennen irgendeinen Sinn? Wenn nein, würde ich mich über eine Erklärung freuen warum das nicht gehen kann.
 
@lightsrout:

Der DT880 ist weitgehend (Diffusfeld) linear. Die Unlinearität beruht in erster Linie auf der Kupplermessung.
 
@zulu: Das Problem ist das ich seit einem Jahr mit den Kopfhörern hör. Da hab ich mich auf die unlinearität schon gewöhnt. Das Plugin von Sonar funktioniert dafür aber super.
Ja gut, die Frage war (zumindest ursprünglich mal) über den Ausgleich des Frequenzgangs. Darauf war meine Antwort ausgelegt.

Das der Gehörgang den Frequenzgang etc. des Schallereignisses verbiegt sollte klar sein. Aber diesen Einfluß habe ich auch wenn ich z.B. auf einer Nahfeldabhöre arbeite. Mir stellt sich die Frage, ob der Hörkanaleinfluß (und Ohrmuschel etc.) der gleiche bei Kopfhörer wie Nahfeldschallquelle ist.
Nein, leider oder zum Glück ist hier ein grundsätzlicher Unterschied.
Im Bass- und Mittenbereich arbeiten die KH aufgrund des kleinen eingeschlossenen Luftvolumens quasi durch Druckübertragung, während sich im Raum mit LS (bis auf tiefste Frequenzen) Druckwellen ausbreiten inkl. Reflexionen, Auslöschung etc. Hier haben KH also klar einen Vorteil, besonders auch im Bereich von niedrigem Klirr selbst bei hohen Pegeln.
Bei hohen Frequenzen haben wir mit KH aber das Problem mit Resonanzen der Gehörmuschel und des Ohrkanals. Die fallen bei jedem anders auch und verändern sich auch durch Positionierung des KH bzw. KH-Treibers.

Deswegen auch der Tipp man sollte einfach mal einen Sweep durch die KH jagen und lauschen. ;)
 
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Der DT880 ist weitgehend (Diffusfeld) linear. Die Unlinearität beruht in erster Linie auf der Kupplermessung.
DF-Entzerrung ist nicht gleich DF-Entzerrung. Der Hersteller kann viel versprechen, aber der mechanischen Entzerrung sind nunmal Grenzen gesetzt. Filter verbaut kaum jemand und richtiges DSP ist meist den Noise-Cancellern vorbehalten.

Der DT880 weicht an einigen Stellen um +/-5 dB von DF ab. Das ist aber nicht weiter tragisch, da DF bei einem KH ohnehin sehr bescheiden klingen würde.
 
DF-Entzerrung ist nicht gleich DF-Entzerrung. Der Hersteller kann viel versprechen, aber der mechanischen Entzerrung sind nunmal Grenzen gesetzt. Filter verbaut kaum jemand und richtiges DSP ist meist den Noise-Cancellern vorbehalten.

Der DT880 weicht an einigen Stellen um +/-5 dB von DF ab. Das ist aber nicht weiter tragisch, da DF bei einem KH ohnehin sehr bescheiden klingen würde.

+/- 5dB sind es nicht - Messung entsprechend der Norm vorausgesetzt. Bei Kupplermessung kann der Wert herauskommen.

Der DT880 Monitor hatte ein akustisches Entzerrglied (Filter) eingebaut und es gab zusätzlich einen kleinen Zwischenstecker zu kaufen mit dem dann die letzte kleine Abweichung zur idealen DF Entzerrung beseitigt wurde.
 
+/- 5dB sind es nicht - Messung entsprechend der Norm vorausgesetzt. Bei Kupplermessung kann der Wert herauskommen.
...wenn nicht sogar mehr. Zumindest komme ich zu dem Ergebnis beim Vergleich einer Messung mittels Kunstkopf inkl. Pinna mit der entsprechenden Entzerrkurve für dieses System.
 
Zur Diffusfeldentzerrung gehört eine (genormte) Meßmethode. Nach der sind die Unterschiede sehr gering. Andere Meßmethoden, besonder Kuppler oder Kunstkopf ergeben erheblich abeichende Ergebnisse.

Die Diffusfeld Meßmethode (Sondenmessung im Ohr) ist leider sehr aufwendig. Der Aufwand ist aber vertretbar weil er nur bei der Produktentwicklung betrieben werden muß. Danach kann mittels Kupplermessung sichergestellt werden daß die Kopfhörer immer noch der Messung entsprechen.

Ich bin mir nicht mal sicher ob bei beyerdynamic noch das Meßequipment vorhanden ist um die Diffusfeldmessung durchzuführen.
 
Zur Diffusfeldentzerrung gehört eine (genormte) Meßmethode. Nach der sind die Unterschiede sehr gering.
Soweit ich weiß betrifft das nur die Bedingungen um Diffusfeld-Bedingungen herzustellen (zB ISO 3741). Also verstehe ich nicht wie du zu dem Schluss kommst.

Andere Meßmethoden, besonder Kuppler oder Kunstkopf ergeben erheblich abeichende Ergebnisse.

Die Diffusfeld Meßmethode (Sondenmessung im Ohr) ist leider sehr aufwendig. Der Aufwand ist aber vertretbar weil er nur bei der Produktentwicklung betrieben werden muß. Danach kann mittels Kupplermessung sichergestellt werden daß die Kopfhörer immer noch der Messung entsprechen.

Ich bin mir nicht mal sicher ob bei beyerdynamic noch das Meßequipment vorhanden ist um die Diffusfeldmessung durchzuführen.
Beyerdynamic scheint genauso zu messen, und auch das Equipment dazu zu haben: http://support.beyerdynamic.com/hc/...eld-equalisation-and-free-field-equalisation-

Bei einem Kunstkopf mit Pinna sollte es eigentlich keine solchen gravierenden Unterschiede geben, denn diese werden ja unter Diffusfeld-Bedingungen kalibriert. Vielleicht hat der Dummy von Beyerdynamic keine Ohren? xD
 
Also verstehe ich nicht wie du zu dem Schluss kommst.

Vielleicht weil ich daran beteiligt war.

Im Hifi-forum habe ich folgenden Beitrag von 2003 gefunden: http://www.hifi-forum.de/viewthread-42-24.html


"Von der Firma Bayerdynamic wurde mir zum DT990 PRO die folgende Auskunft erteilt:
Der beyerdynamic DT 990 PRO besitzt eine passive Diffusfeldentzerrung, der akustische Frequenzgang ist im Hörersystem bereits konstruktiv linearisiert. Dazu wurden intensive Versuche mit mehreren Personen durchgeführt, die jeweils ein spezielles Messmikrofon im Hörkanal trugen, um auch die verschiedenen Gehörformen in die Linearisierung mit einbeziehen zu können. Die Beschallung der Testpersonen erfolgte in einem Hallraum mit diffuser Schallverteilung, daher die Bezeichnung "Diffusfeldentzerrung". Der DT 990 PRO wurde dementsprechend optimiert, so dass der gemittelte Frequenzgang aller Versuchspersonen möglichst nahe um den Idealverlauf liegt.
Das Verfahren der Diffusfeldmessung wurde vom Institut für Rundfunktechnik (IRT), München in Zusammenarbeit mit beyerdynamic)))) (*) entwickelt.
1.gif
http://www.irt.de/IRT/FuE/as/index.htm (link funktioniert nicht mehr)
Die Messung von Kennwerten ist in der Norm IEC 268-7 festgeschrieben."

(*)
Das ist etwas viel Eigenlob! An der Entwicklung der Norm waren neben beyerdynamic auch Sennheiser, AKG und andere beteiligt.




Damals gab es das Meßequipment also noch. Es bestand aus dem Neutrik Schreiber, einem speziellen selbstgebauten Modul für die Diffusfeldmessung und wurde zusammen mit dem damals vorhandenen B&K Meßequipment betrieben.
Der DT990 wurde aber lange vor 2003 entwickelt.


Das was heute unter http://support.beyerdynamic.com/hc/...-Diffusfeldentzerrung-und-Freifeldentzerrung-
beschrieben ist ist eine Messung mit Kunstkopf (also Kuppler): "Dazu wird beispielsweise ein Kunstkopf mit Mikrofonen in den Ohren verwendet. Wenn man diesen Kunstkopf beschallt, kann man mit den Mikrofonen messen, wie wir diesen Schall anstelle des Kunstkopfes wahrnehmen würden."
 
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Ich verstehe, du hast nicht von Diffusfeld-Bedingungen gesprochen um dann zB mit einem Durchschnitts-Kunstkopf zu messen sondern von etwas wie zB Rec. ITU-R BS.708 wo mit Probanden im Ohr gemessen wird.

Mag ja sein, dass ein älteres Modell des DT990 näher an so einer (individuellen?) Zielkurve dran war. Ich dachte jedenfalls, dass der DT990 auch früher schon den Ruf einer Badewannenabstimmung hatte.
Die Frage ob DF die richtige Entzerrung ist bleibt aber und von dem was die Hersteller bauen, die Leute als "high-end" empfinden sowie auch den Ergebnissen der Forschung auf dem Gebiet wie von zB Sean Olive zufolge ist die Antwort ein klares NEIN. In anderen Worten, DF klingt nicht natürlich.
 
Die ITU-R BS.708 kenne ich nicht, kann also nichts dazu sagen. Ich kenne die 268-7 in der das Meßverfahren beschrieben ist. Ein Kopfhörer der nach dieser Meßmethode einen linearen Frequenzgang hat, ist diffusfeldentzerrt. Nach anderen Meßverfahren wird der gleiche Kopfhörer einen anderen Frequenzgang haben. Wer allerdings von Diffusfeldentzerrung spricht sollte auch die dazu gehörigen Meßmethode anwenden.
Du kannst den Kopfhörer natürlich auch nach der Freifeld Lautheitsmehthode messen und dann bemängeln daß der Kopfhörer keinen linearen Freuqnzgang hat.

Der DT990 ist weitgehend diffusfeldentzerrt. Am Frequenzgang hat sich in den letzten Jahren nicht allzuviel verändert, wie auch. Es wird immer noch der gleiche Wandler verwendet wie vor 15 Jahren. Das mit der "Badewannenentzerrung" halte ich für ein Gerücht.

Ob die Diffusfeldentzerrung das einzig wahre ist, kann und will ich nicht beurteilen. Auch Lautsprecherhersteller von High End Boxen weichen meist vom linearen Frequenzgang ab um den richtigen "high-end" Klang zu erzeugen.
 
Der DT990 ist weitgehend diffusfeldentzerrt. Am Frequenzgang hat sich in den letzten Jahren nicht allzuviel verändert, wie auch. Es wird immer noch der gleiche Wandler verwendet wie vor 15 Jahren. Das mit der "Badewannenentzerrung" halte ich für ein Gerücht.
Jeder, den ich kenne und der den DT990 gehört hat sagt, dass dieser eine Badewannen-Abstimmung hat. Jedenfalls produziert der aktuelle >5-10 dB zu viel Hochton rund um ~9 Khz und hat eine breite Bassanhebung.
Ich kann mir aber vorstellen, dass das gut zum leise Hören ist (wobei die Bassanhebung dann etwas tiefer sein könnte).

Ob die Diffusfeldentzerrung das einzig wahre ist, kann und will ich nicht beurteilen. Auch Lautsprecherhersteller von High End Boxen weichen meist vom linearen Frequenzgang ab um den richtigen "high-end" Klang zu erzeugen.
Das ist das echte high-end. :D Ich sprach von dem "high-end" das nicht vor DSP, Kalibrierung, unauffälligem und ordentlichem Design zurückschreckt. Die angesprochene Forschung hat zB auch "flach" kalibrierte (die am besten bewerteten) LS zum Vergleich verwendet.
 
...Jedenfalls produziert der aktuelle >5-10 dB zu viel Hochton rund um ~9 Khz und hat eine breite Bassanhebung.
Ich kann mir aber vorstellen, dass das gut zum leise Hören ist (wobei die Bassanhebung dann etwas tiefer sein könnte).

...

Kurze Antwort: Blödsinn!!!

Wenn dir der Klang vom DT990 nicht gefällt kannst du ja auch den Sennheiser HD700 kaufen, ebenfalls diffusfeldentzerrt.

Aber auch den HD700 wirst du mit irgendwelchen ungenormten oder ungeeigneten Meßverfahren messen können und dann feststellen daß der auch nicht linear ist.
 
Kurze Antwort: Blödsinn!!!
Wenn dir der Klang vom DT990 nicht gefällt kannst du ja auch den Sennheiser HD700 kaufen, ebenfalls diffusfeldentzerrt.
Aber auch den HD700 wirst du mit irgendwelchen ungenormten oder ungeeigneten Meßverfahren messen können und dann feststellen daß der auch nicht linear ist.
Nö, das ist kein Blödsinn. Ich kenne jedenfalls keinen Menschen, der einen DT990 als akkurat oder nicht verfärbend bezeichnen würde. Nicht ohne Grund wird er in verschiedenen Foren als "Spaß" KH bezeichnet.
Das beste standardisierte Messverfahren hilft dir nicht, wenn dabei eine sehr fragwürdige KH-Entzerrung und irgendwelche Probanden statt einem Durchschnittskopf verwendet werden.
 
Naa wenn du meinst!

Ich klinke mich hier aus, ich habe besseres zu tun als auf ziemlich unqualifizierte Argumente zu antworten.
 
Schwach...

Ich zitiere mal Dr. Sean Olive von seinem Blog:
Yes, I think the DF EQ is generally too bright when listening to stereo recordings intended for loudspeakers. Headphones need to simulate what is heard through a good loudspeaker in a good room -- and that doesn't quite resemble what the DF target curve looks like.
(DF = diffuse field)

Auf diese Frage:
The response curve obtained with a good loudspeaker in a good room measured with a standard ear simulator (IEC 711) with a standard pinna (Type 3.3) on a standard manikin (Kemar; P.58 HATS) is substantially different than the DF target curve.
antwortete er:
Yes that is true.



IEC60268-7 beschreibt ein standardisiertes Messverfahren mit einem Kunstkopf wie zB KEMAR.
Außerdem heißt es da:
No known objective method produces a flat frequency response characteristic from an earphone which is subjectively judged to produce wide band uncolored reproduction.
Damit ist vor allem gemeint, dass zB DF-Entzerrung den Klang verfärbt.



Tyll Hertsens von Innerfidelity schreibt:
For a long time after this [DF] response was identified it was touted as the best target response curve for headphones; some models even had "Diffuse Field Equalized" printed on the headphone.
The problem is, it just doesn't work.



Wen es interessiert, ein Video von Audio Precision über Standards und Messverfahren (mit Demo) von KH:
Head-related Transfer Function (HRTF) and Headphone Testing



Ich bleibe also bei den Fakten. Wenn diese kalibrierten Messmethoden irgendwo 5 dB zu viel und an anderen Stellen 5 dB zu wenig anzeigen (und die Leute dies bei subjektiven Tests sogar anmerken!), dann kann man sich da nicht mit "Blödsinn, ich hab' vor zig Jahren da gearbeitet" rausreden.
 
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