1. "ruhigeres" Lied

X-Shot
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So nachdem wir nun mit unserer Band eher im punkigen, schnellen gewesen waren. Hab ich jetz auch mal n ruhigeres geschrieben. Ich setz es mal rein und hoffe auf Kritik von euch.

Strophe 1: Du wischst mir die Tränen aus dem Gesicht
du bist zärtlich und glaub ich merk es nicht
das unsere liebe längst gestorben ist
ich hau jetzt ab und vergesse dich

Nun ist bald schon ein Jahr vergang
seit ich dich verlassen hab
du bist immer noch in meinem Kopf
du hast mich verletzt aber ich lieb dich noch

Chorus: Frühling der ist längst pasee
der boden ist bedeckt mit schnee
es wird langsam wieder warm
doch es tut mir noch so weh
mach das es vorrüber geht
gedanken die sich im kopf drehn
ich hoffe so das es aufhört
denn sonst ist es bald zu spät

Strophe 2: drei jahre sind jetz schon verstrichen
alle alten rechnungen beglichen
du machst dir schon lange ncihts mehr draus
doch mich frissst es von innen auf

du hast sicher schon geheiratet
liegst neben deinem mann im ehebett
während ich in meiner wohnung sitz
und hoffe noch du denkst an mich

Chorus

Strophe 3: ich geh mal wieder durhc die stadt
nichts was ich nich verloren hab
ich will grad um die ecke gehen
seh dich dort mit deinen kindern stehn

nach einem letztem traurigen blick zu dir
lauf ich weg und stelle mich ins meer
spür an meiner schläfe das kalte metall
schließe die augen und warte auf den knall
Chorus
 
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Ich finds ganz nett - ein paar nette Zeilen - hübscher moderner Poptext ala Ben oder so.

Allerdings finde ich einen kleinen Fehler mir großer Wirkung: Zu Beginn - in der ersten Strophe - sagst Du:

das unsere liebe längst gestorben ist
ich hau jetzt ab und vergesse dich

und

Nun ist bald schon ein Jahr vergang
seit ich dich verlassen hab
du bist immer noch in meinem Kopf
du hast mich verletzt aber ich lieb dich noch

Es bleibt zu undeutlich, womit sie Dich verletzt hat. Was sie Dir getan hat. Nachdem, was ich da lese, nämlich gar nichts. Die Liebe war vorüber und Du bist angehauen. Was gibts also zu beklagen.

Unsere heißt nicht "ihre". Liebe vergeht halt. Das passiert den Besten und das hast Du erkannt.

Ansonsten: "Dass" und "das" noch mal ansehen.

Das "vergang" ist hoffentlich "lautschriftlich" gemeint
 
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Erstmal Danke fürs durchlesen,

antipasti schrieb:
Ansonsten: "Dass" und "das" noch mal ansehen.

Das "vergang" ist hoffentlich "lautschriftlich" gemeint
Hab den nicht mehr großartig nochmal nachgeschaut , also keine Garantie auf einwandfreie Rechtschreibung:D

Ansonsten schau ich mal ob ich wegen dem Bezug vom ersten und zweiten Absatz noch was machen kann.
 
antipasti
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X-Shot schrieb:
Ansonsten schau ich mal ob ich wegen dem Bezug vom ersten und zweiten Absatz noch was machen kann.

Das Wörtchen "Deine" hätte schon große Wirkung. "Das Deine Liebe längst gestorben ist", würde heißen, dass es ein einseitiger Verlust ist, dass Du sie noch liebst und alles wär okay.

Ein bißchen "seltsam" ist noch die zeitliche Perspektive. Es spielt sich immer der Gegenwart ab, obwohl drei Jahre vergehen. Am Anfang hat es mich verwirrt, erst zu lesen "Nun ist bald schon ein Jahr vergang" und kurz darauf "drei jahre sind jetz schon verstrichen".

Sieht man das Ganze aber als chronologische Abfolge einzelner Momente, die im Moment der Erzählung gegenwärtig sind - ähnlich wie bei einem Film - also ohne zeitliche Erzählperspektive - ist das wohl OK und gar nicht uninteressant.
 
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Mal einige Anmerkungen:

X-Shot schrieb:
Strophe 1: Du wischst mir die Tränen aus dem Gesicht
du bist zärtlich und glaubst, ich merk es nicht
dass unsere liebe längst gestorben ist unsere? Ihre?
ich hau jetzt ab und vergesse dich

Nun ist bald schon ein Jahr vergangen oder wenn sich´s eh nicht reimen muß: vorbei
seit ich dich verlassen hab Ich glaube Dir (also dem lyrischen Ich) nicht, dass er sie verlassen hat. Nach allem, was im Text steht, hat sie ihn verlassen (im Sinne von Trennung), nicht umgekehrt. Deshalb leidet er, während sie ihr Leben weiter führt. Alles andere wäre erläuterungspflichtig: Dass er sie verläßt und später merkt, dass es ein Fehler war, aber es kein Zurück gibt.
du bist immer noch in meinem Kopf
du hast mich verletzt aber ich lieb dich noch

Chorus: Frühling der ist längst pass`e
der boden ist bedeckt mit schnee
es wird langsam wieder warm Ein bißchen wird es übertrieben mit den schnellen Zeitwechseln, finde ich: in den Strophen wird es klar: Trennung, 1 Jahr, 3 Jahre. Aber im Chorus in der ersten Zeile Vergangenheit (Frühling ist vorbei), 2. Zeile Winter (der Boden ist bedeckt mit Schnee), 3. Zeile nahender Frühling (in naher Zukunft kommt der Frühling). Da könntest Du es dem Publikum etwas einfacher machen: der Sommer ging mit ihrer Liebe, es brach der Winter ein, Du spürst das Tauwetter und den Neubeginn, irgendwie sowas.
doch es tut mir noch so weh
mach dass es vorrüber geht Wer soll das machen? Sie? Scheint ziemlich unwahrscheinlich. Vielleicht: Laß die Schmerzen vorüber gehn. Dass kann dann ein allgemeiner Wunsch sein, sich aber auch auf sie beziehen.
gedanken, die sich im kopf drehn gedanken, die im Kopf sich drehn
ich hoffe so dass es aufhört
denn sonst ist es bald zu spät
Im Übrigen: auch der Chorus ist zweigeteilt: in der ersten Hälfte wird ausgesagt, dass das lyrische Ich langsam aus dem Loch kommt, in der zweiten Hälfte wird ausgesagt, dass es bald zu spät sein könnte.
Ein lyrisches Ich kann durchaus wiederstreitig und gespalten sein in seinen Hoffnungen, Stimmungen und Befindungen. Aber ein bißchen Gnade mit dem Publikum könnte schon vorhanden sein, damit es diese Widersprüchlichkeiten als Widersprüchlichkeiten des lyrischen Ich versteht und nicht als Unausgegorenheit des Textes.

Strophe 2: drei jahre sind jetzt schon verstrichen
alle alten rechnungen beglichen
du machst dir schon lange nichts mehr draus
doch mich frissst es von innen auf Das passt - mit Verlaub - nicht: wenn alle alten Rechnungen beglichen sind, dann seid Ihr beide im Lot. Aber sie lebt weiter und Du leidest weiter: da ist nichts beglichen. Du müßtest also klarer machen, von welchen beglichenen Rechnungen Du redest und wie es dann (trotzdem) dazu kommt, dass sie klar ist und er trauert.


du hast sicher schon geheiratet
liegst neben deinem mann im ehebett
während ich in meiner wohnung sitz
und hoffe noch du denkst an mich

Chorus Stimmt der Chorus noch? Immer noch die Abfolge: Frühling, Winter, nahender Frühling?

Strophe 3: ich geh mal wieder durch die stadt
nichts, was ich nicht verloren hab
ich will grad um die ecke gehen
seh dich dort mit deinen kindern stehn

nach einem letztem traurigen blick zu dir
lauf ich weg und stelle mich ins meer
spür an meiner schläfe das kalte metall
schließe die augen und warte auf den knall
Chorus

Wenn man´s dreimal gelesen hat, wird es langsam klar:
Trennung, 1 Jahr, 3 Jahre
das lyrische Ich kommt nicht drüber weg, sie schon
er bringt sich um, sie lebt weiter

Aber denke Dir mal, dass das Publikum eine Chance haben muß, den Text auch ohne ein Zweitstudium zu verstehen:
halte die Zeitebenen besser auseinander, arbeite am Chorus in Bezug auf die Strophen, halte besser auseinander, dass er einerseits leidet, andererseits hofft und drittens mitbekommt, wie sie lebt, während er die Zeit verstreichen läßt.

In einer Ecke meines Herzens unterstütze ich auch Antipasti: man erfährt eigentlich gar nichts über sie und ihn.
Mit sehr viel Verlaub: so wie der Text zur Zeit ist, wird uns ein Mensch präsentiert, der unfähig ist, die Realität zu erkennen. Also auf gut Deutsch gesagt: ein Träumer oder ein Weichei oder beides. Daran ist nichts zu mäkeln, außer Du möchtest, dass irgendwem diese Person nahe geht. Dazu müßte man aber mehr von ihm verstehen, dazu müßte mehr gesagt werden als jetzt der Text hergibt.

"It´s the same old blues, it´s the same old news again".

Wenn´s nicht mehr ist als das reichen diese beiden Zeilen.

Andererseits finde ich den Text nicht schlecht sondern eher gut. Im Sinne von lohnend, daran weiter zu machen.

Herzliche Grüße,

x-Riff
 

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