12 Takt Blues Orientierung im Takt während des Solieren

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boscho
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Hallo Zusammen

Ich Spiele noch nicht all zu lange in einer Band. Nun gibt es 2-3 Stücke wo ich ein Improvisiertes Solo Spielen soll. Ich bekomme das mit der Pentatonik auch einigermassen hin. Auch Rythmisch. Ich habe aber das Problem dass ich mich oft Verliere und nicht mehr sicher bin ob ich nun z.B schon in Takt 3 oder 4 bin. Ich habe das Problem vor allem dann, wenn ich töne z.B mehrere schläge stehen lasse oder auch wenn ich pausen einlege. Wenn ich ohne Pausen, lange töne Spiele habe ich die Probleme nicht... aber es klingt für mich dann halt nicht mehr gut.

Habt ihr mir Tipps wie ich das in das "gefühl" bekomme?
 
So ist es. Du konzentrierst dich noch sehr aufs Solieren selbst anstatt auf das Ganze. Ein gewisses Loslassen gehört dazu. Kommt ganz automatisch.
 
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Habt ihr mir Tipps wie ich das in das "gefühl" bekomme?
Ich denke da z.B. oft in "Sätzen" und ich weiß wie lang ich den aktuellen Satz machen will. Im 12-Bar-Blues hast du ja 12 Takte: 4 mal die I, 2 mal die IV, wieder 2 mal die I etc. Wenn der erste Takt anfängt, steige ich z.B. in der Mitte ein und spiele einen Halben Satz: das macht Takt 1. Dann lasse ich einen Takt leer. Dann spiele ich einen ganzen Satz: das macht Takt 3. Dann noch einen ganzen: macht Takt 4. u.s.w. So muss ich nicht die Takte zählen, sondern "plane" eher was ich zu "sagen" habe. Und letztendlich sind nur die 4 ersten Takte ein Thema, weil das derselbe Akkord ist. Danach wechseln die Akkorde so oft, dass man es einfach ganz gut hört: da verliert man sich nicht mehr.
 
Disclamer > Ich bin bin gwohnt das englische "B" und Bb zu nutzen, H und B verwirren mich 😅.

Bei "The Thrill is Gone" in Bm spiele ich in Takt 5/6 die E-Moll Pentatonik, in der selben "Form" wie die Bm Pentatonik. Wenn ich aber in der Selben Position bleiben möchte, muss ich mich so darauf Konzentrieren Em da zu Spielen, dass ich mich dann so Fokusieren muss dass ich wieder verpeil auf Bm zurück zu wechseln in Takt 7.

(Spiele die Bm Penta ab 7-10 Bund (Das 1. was man halt lernt).

Wie übt ihr sowas?
 
Wie schon andere geschrieben haben, das kommt mit der Zeit. Was Du aber mal bewusst „üben“ kannst ist ein Gespür dafür zu entwickeln was 4 Takte sind. Die meiste Musik baut auf 2 oder 4 taktigen Schemen auf, wenn man dafür ein Gefühl entwickelt bewegt man sich fast immer sicher innerhalb der Songform. Und 4 Takte sind jetzt nicht so lang dass man sich mit etwas Übung noch drin verlieren sollte. Alles andere zählt man sich dann von dieser 4-Takt-Form zusammen (z.B. ein Solo über 8, 12 oder 16 Takte).
Achte da mal bewusst drauf (also nicht nur beim Spielen sondern z.B. auch beim Musik hören). Meist passiert in einem Song nach 4 Takten auch irgendwas spezielles was als Erkennungsmerkmal dienen kann, z.B. ein Akkordwechsel oder ein kurzer Break vom Drummer…
 
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Habt ihr mir Tipps wie ich das in das "gefühl" bekomme?
Als Schlagzeuglehrer (und nebenbei tätiger Gitarrist) kann ich dir nur raten (am Anfang des Lernens) die Taktschläge mit zumindest einem Fuß mit zu zählen oder quasi im Rhythmus/Beat/Puls-nenn es wie du willst- der Taktschläge mit beiden Füßen auf der Stelle zu "laufen".
Dazu zählst du dann wenigstens die 1 jedes Taktes bis hin zum 12.Takt.

Als konkretes Beispiel der 4/4 Takt, wie er ja häufig im Blues gespielt wird:
Hier zählst du die 1,(2,3,4) usw. bis zur 12, wobei du ab Takt 2 dann einfach die 2,3,4, also die 3 Viertel nach der 1 beim Zählen weglässt und dich ausschließlich auf die erste Zählzeit jedes Taktes konzentrierst.

Will sagen:
Du zählst ab dem 2. Takt sozusagen als Orientierung und Taktanzahlangabe für den zweiten Takt-
2,(2,3,4,) dann folgend 3,(2,3,4), 4,(2,3,4), 5,(2,3,4), 6 (2,3,4) usw. bis max. zur 12(2,3,4), wobei du jeweils die 2,3,4 im Kopf nicht mehr mitzählst, sondern dich nur auf deinen Fuß verlässt und danach die Taktzahl an der jeweiligen 1.Zählzeit des Taktes festmachst.
Zur weiteren Orientierung im Bandgefüge ist das natürlich auch hilfreich:
Wie schon andere geschrieben haben, das kommt mit der Zeit. Was Du aber mal bewusst „üben“ kannst ist ein Gespür dafür zu entwickeln was 4 Takte sind.

Meist passiert in einem Song nach 4 Takten auch irgendwas spezielles was als Erkennungsmerkmal dienen kann, z.B. ein Akkordwechsel oder ein kurzer Break vom Drummer…

Puh, ich hoffe, ich konnte das jedenfalls irgendwie verständlich machen...soviel Text für etwas, dass ich dir in 10 Minuten vor Ort zeigen könnte... ;).

Ach ja, noch ein letzter Rat: halte Augenkontakt mit dem Drummer, der kann dir ja auch signalisieren, wenn 4 Takte (oder ein besonderer Part) vorbei sind und der nächste Part ansteht.

LG und viel Erfolg!
 
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Den Drummer um ein Break bitten- so habe ich das immer gemacht…
Bei einem von unseren Liedern wusste der Sänger nie wann er nach meinem Solo einsetzen sollte.
Er hat dann immer auf meinen Fuß geachtet, wann ich den Tubescreamer wieder ausgeschaltet habe.
Bei einem anderen Lied hat er in das Solo am Ende hinein gesungen, was ein toller Effekt war- nur so als Möglichkeit…
Ansonsten aufeinander schauen Augenkontakt und kommunizieren während des Spiels..
 
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Ich Spiele noch nicht all zu lange in einer Band. Nun gibt es 2-3 Stücke wo ich ein Improvisiertes Solo Spielen soll.

Warum läßt Du dir denn von deinen Mitmusikern vorschreiben, dass die Soli improvisiert sein müssen?

Ich würde mir zu Hause im stillen Kämmerlein für diese Stücke jeweils ein festes Solo überlegen bzw. erarbeiten und das dann auswendig spielen. Einem Publikum ist es ohnehin wurscht, ob das improvisiert ist oder nicht - in der Regel hört dein Publikum das Solo ein mal und interessiert sich gar nicht dafür, ob du das jetzt gerade improvisiert oder schon 20 Mal genauso bei der Probe gespielt hast.

Nicht falsch verstehen: Wenn jemand richtig gut improvisieren kann, dann ist das toll! Aber wenn man an dem Punkt ist wie du (also dass man im Forum fragen muss, wie man richtig improvisiert), dann ist es für Zuhörer oft angenehmer, wenn etwas ausgetüftelt und einstudiert wird.

Ich beziehe mich jetzt mal auf den Bereich "Rockmusik". Im Jazz z.B. gehen die Uhren dann noch mal wieder anders...
 
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Das eine ist, das Blues Schema zu verinnerlichen. Das ergibt oft schon automatisch, wenn man a. viel Blues hört und b. das häufig begleitet. (Das führt dann schließlich sogar dazu, dass alles was vom typischen 12-Taktschema abweicht, zum Problem werden kann, weil man sich dann wirklich konzentrieren muss, etwas anderes zu spielen. z.B. Quickchange oder der Refrain von Route 66…).
Irgendwann muss man da dann nicht mehr zählen, sondern man „weiß“ einfach, wo die Wechsel kommen. Das braucht nur Zeit.
Eine andere Übung, die mir geholfen hat ist, den eigenen Fokus zu verlagern: Mehr Zuhören, statt spielen. Anfangs nur zuhören und sich bewusst machen, auf welchem Akkord man sich gerade befindet. Dann ruhig ohne viel Anspruch, aus der Pentatonik Töne dazuspielen, aber immer klar im Kopf haben/hören, wo man gerade ist und vielleicht sogar, was als nächstes kommt.
Mit der Zeit lernt man so auch zu hören, wo man ist, was einem auch die ganze Welt der Akkord-Umspielung eröffnet, was IMO wiederum ein Schlüssel zu „gezielten“ und in sich „stimmigen“ Soli (und weg von Radom-Dedudel) ist.
Wobei Akkord Umspielung ein weiterer Weg ist, in der Form zu bleiben: Statt die entsprechenden Akkorde als Begleitung zu spielen, gezielt aus/mit den jeweiligen Akkordtöne ein Solo aufbauen. Zu Anfang können das ruhig sich wiederholende Arpreggien sein ( 4 x ein 4-taktige Lick in A; 2x eins in D;…). Auch das gibt „Gefühl“ für die Länge der Zählzeiten und was wohin besonders gut passt.
Das alles sind aber immer noch nur Teilaspekte, auf dem Weg zum „guten“ Blues Solo, der eh nie endet…
 
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In der Band hast du doch einen Bassisten … wenn der dir mit den Grundtönen anzeigen kann in welchem Akkord du bist, dann wird das Akkordschema sicher in Fleisch und Blut übergehen.

Im Zweifel selbst erst mal etwas leiser spielen, um ihn zu hören.

Gruß
Martin
 
Ich würde für die 3 Stücke zunächst Soli komponieren.
Wenn du nicht auf die Improvisations-Komponente verzichten willst, baue ein paar charakteristische Melodien ein, die dir als Anker dienen und die Läufe dazwischen sind dann halt improvisiert
 
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In Zusammenfassung des bisher geposteten:

1) Es ist keine Schande, sich Soli auch konkret aufzuschreiben und dann 1:1 exakt so zu spielen. Das ist mindestens so gut wie improvisiert, bzw. bei 95% der Gitarristen sicherlich besser.
2) Es ist keine Schande, sich von den Bandkollegen helfen zu lassen. Die aufgerissenen Augen des Bassisten, wenn er nach 4 Takten wechselt. Der kleine Drum-Break, wenn es an den Turnaround geht. Ein eingesungenes "uh huh" zwischendrin, wenn Takt 8 beginnt. Oder so.
3) Es ist deine Pflicht, dich da reinzuhören und das zu lernen. Muss zu Beginn nicht perfekt sein, aber wenn du mit (1) ein Gerüst hast und (2) dich in eine dich supportende Band "reinsetzen" kannst, dann ist schon viel gekonnt. Muss man halt wirklich üben...
 
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wie Griff Hamlin (von http://bluesguitarunleashed.com/ ) nicht müde wird zu sagen: "Counting fixes everything" :opa:
Die Sache mit dem Zählen hatte @edrumssuck oben ja bereits ausführlich beschrieben.

Mitzählen erfordert aber auch Übung! Mir fällt das immer noch schwer. Manchmal zähle ich nur an schwierigen Stellen mit, gerade bei längeren Pausen hilft es, den richtigen Einsatz zu erwischen. Nur die Pausen (oder schwierige Passagen) mitzuzählen setzt allerdings voraus, dass man ansonsten weiß, wo man sich (zeitlich) befindet. Beispiel: letzter Ton eines Licks liegt auf der Zählzeit '3 &' und ich zähle ab da die Pause ' 4 & 1 & 2 & ', weil es bei der nächsten 3 weitergeht.
Bei freier Improvisation klappt das so vermutlich nicht.
 
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Am Anfang hilft da nur im Kopf Mitzählen. Die beste Methode ist aber wenn du es einfach weißt wo du bist, ohne darüber nachzudenken.
Du musst einfach ganz viel Musik bewusst hören.
Wenn du Blues spielen willst, höre Blues.
 

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