1x12 Box innen mit Schaumstoff oder besser ohne

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jojob38
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Hi zusammen,

Ich habe eine gebrauchte 1x12 mit einem Kemper Kone für meinen Kemper gekauft. Jetzt habe ich sie mal geöffnet und gesehen, dass die Box an so gut wie allen freien Stellen dick mit Schaumstoff ausgefüllt ist. Das habe ich noch nie so gesehen. Alle meinen anderen Boxen haben das nicht.
Warum wurde das vom Vorbesitzer so gemacht? Hat das irgendwelche vor- oder Nachteile gegenüber einer Box ohne Schaumstoff? Welche klanglichen Veränderungen gibt es ohne den Schaumstoff?

Bevor ich das entferne wollte ich mal eure Meinung hören.
Der Schaumstoff ist nämlich geklebt und nicht einfach so zu entfernen.

Danke euch schon mal
 
Bholenath
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Ich würde davon ausgehen das sowas den Holzklang des Boxenkörpers "entfernt".
Wenn das also Sperrholz ist klingt es danach wie "kein Sperrholz" und mehr nur nach dem Speaker.
Im Kontext mit einem Kemper könnte das gut sein.
Ob man das bei anderen Verstärkern so will oder nicht ist sicher Geschmacksssache.
 
DarkStar679
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ich habe meine 4x12 von marshall innen mit einer noppenschaumschicht versehen. meiner meinung nach, klingen sie nun satter und dröhnen weniger.
 
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Schaumstoff, oder anderes Material zum dämmen, soll ungewollte Resonanzen verhindern (DarkStar679). Eine Box ist ein Instrument, wenn sie so klingt, wie du es magst, lass das Material einfach drin.
Combo-Gitarrenamps haben keine Dämmung, klingen aber trotzdem gut. Vertraue deinem Gehör, ob die Box, so wie sie ist, den Sound rüberbringt. Wenn du glaubst, es klingt leblos, kann das die Dämmung sein.
Vllt kommen noch andere Erfahrungsberichte.
 
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Der Sinn einer Box ist eigentlich, die nach hinten abgestrahlten Schallwellen eines Lautsprechers, von denen, die nach vorne abgegeben werden, strickt abzutrennen, weil die gegenphasig sind und sich auslöschen würden (akustischer Kurzschluss). Das ist am ehesten bei den langwelligen Bassfrequenzen ein Problem. Bei Gitarrenlautsprechern ist das alles nicht so das Ding, weil die hart aufgehängt (…besonders impulsfest für den hohen Dynamikumfang eines Musikinstrument) und im Bass schon von Haus aus beschnitten sind. So kann man im Gitarrenbereich auch ganz gut mit nach hinten offenen Boxen leben.
Nichtsdestotrotz klingen geschossene Boxen idR bassiger.
Jetzt kann man den „Dämmeffekt“ der Umschließungen noch erhöhen, in dem man die Box mit Dämmmaterial füllt. Gleichzeitig reduziert man Reflexionen in der Box, die zu Resonanzen führen. Nachteil der Umschließungen und Befüllung mit Dämmaterial ist, dass die Speaker Rückseite „gegen“ ein immer kleineres Luftvolumen arbeiten müssen und so der Speaker schwerer „atmen“/reagieren kann.
Das alles ist natürlich sehr Lautstärke abhängig und gerade Resonanzen treten idR erst bei sehr hohen Lautstärken merkbar auf. Daher ist es in Summe bei Gitarrenboxen eher unüblich (überflüssig) Dämmmaterial in eine Box zu packen. Bei Fullrangemonitoren, wo auch Bass und Kickdrum übertragen werden sollen ist das eine andere Sache. Bei einem FRFR-Monitor für einen Gitarrenamp-Modeler wird/sollte der Bassbereich aber irgendwo bei 70-100 Hz weggeschnitten sein - > auch hier ist Dämmmaterial IMO nicht notwendig bzw. von viel Nutzen.
 
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Das ist interessant. Mein Marshall MX112 mit Celestion Copperback neigt massiv zum Dröhnen und flattert manchmal durch die Reflexöffnungen. Ich versuche es wohl mal mit Schaumstoff. (y)
 
the flix
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Nachteil der Umschließungen und Befüllung mit Dämmaterial ist, dass die Speaker Rückseite „gegen“ ein immer kleineres Luftvolumen arbeiten müssen und so der Speaker schwerer „atmen“/reagieren kann.
Das Gegenteil ist der Fall. Das Volumen wird virtuell vergrößert, weil die Schallgeschwindigkeit durch das Material herabgesetzt wird. Dazu muss aber das Volumen quasi vollständig gefüllt sein. Bei den üblichen Gitarrenchassis und Gehäusevolumina, die auf Grund der Parameter der Chassis eigentlich zu gering sind (schwache Antriebe, hohe Güte) hat man es oft mit einer Schalldrucküberhöhung im Bereich der Resonanzfrequenz zu tun. Wird das Volumen vergrößert, fällt diese Überhöhung geringer als, was als weniger Bass empfunden werden kann, obwohl die eigentliche Wiedergabegrenze nach unten erweitert wurde.

Resonanzen mit Dämpfungsmaterial zu verringern funktioniert übrigens auch eher schlecht im tieffrequenten Bereich. Dazu muss man sich nur einmal die Größenordnung der Wellenlängen und der Gehäuseinnenmaße vor Augen halten. Weiter oben kann da aber durchaus was passieren, weshalb die Mehrheit der Lautsprecher zur Klangreproduktion solche Techniken einsetzt.

Die Auswirkungen lassen sich mit einer recht simplen Impedanzmessung übrigens schnell zeigen. Das folgende Beispiel zeigt einen 12"-Sub ohne (gelb) und mit (grün) Dämpfungsmaterial. Die Bassreflexabstimmung ist etwas nach unten gewandert, die Impedanzmaxima sind weniger ausgeprägt. Die Resonanz bei 350 Hz ist weg, die bei 200 Hz nicht.

Impedanz_mit_ohne_Dämmwolle.png


Mein Marshall MX112 mit Celestion Copperback neigt massiv zum Dröhnen und flattert manchmal durch die Reflexöffnungen. Ich versuche es wohl mal mit Schaumstoff.
Zunächst einmal ist Schaumstoff nicht gleich Schaumstoff. Materialen wie Bondum, Basotect oder als solches ausgeschriebenes Dämpfungsmaterial für Lautsprecher sollte es für die gewünschte Wirkung schon sein. Bei einer Bassreflexbox ist das Dämpfen aber ungleich komplizierter, weil man dabei schnell auch den eigentlich gewünschten Resonator (die Bassreflexöffnung) seiner Funktion beraubt. Die Faustregel lautet, hinter der Bassreflexöffnung kein Material anzubringen.
Davor ist aber erst einmal zu analysieren, warum das Problem (Dröhnen, Flattern) überhaupt auftritt. Meine Vermutung ist, dass die Bassreflexabstimmung nicht zum Chassis passt bzw. dessen Parameter nicht zu Abstimmung. Leider veröffentlich Celestion keine TSP, mit denen man das schnell plausibilisieren könnte. Flattern kann es auch geben, wenn der Querschnitt der Öffnung zu gering ist bzw. dessen Kanten nicht strömungstechnisch optimiert sind. Das betrifft in der Regel eher Systeme, die tatsächlich Tiefton wiedergeben sollen, weshalb beispielsweise PA-Subwoofer in der Regel mit Öffnungen zwischen 1/4 bis 1/2 der Membranfläche konstruiert werden und im oberen Segment zusätzlich strömungstechnisch optimiert werden.
Als ganz einfachen Test kannst du die Öffnungen auch mit Socken oder ähnlichem verschließen.
 
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Das Gegenteil ist der Fall. Das Volumen wird virtuell vergrößert, weil die Schallgeschwindigkeit durch das Material herabgesetzt wird.
Ich meine hier schlicht die notwendige Kompression der Luft in einer (meist peinlich akkurat abgedichteten) geschlossenen Box, was die Membranbewegung einschränkt.
 
killnoizer
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Bei dem üblichen Hub eines hart aufgehängten Breitbandspeakers ist das leicht komprimierbare Luftpolster ein unwichtiger Faktor und begrenzt den Hub allerhöchstens bei Maximalbelastung. Bei kleineren Gehäusen und weich aufgehängten Basschassis sieht das anders aus, allerdings baut heute kaum noch jemand geschlossene Hifiboxen .
Mein nächstes Projekt ist allerdings ein geschlossenes Monitorgehäuse .
 

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