Acus Cremona vs Fishman sa303x

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Samo

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Hallo zusammen
Vielleicht nutzt hier jemand den acus Cremona oder den Fishman sa303x? Ich habe mir aktuelle den acus Cremona geleistet, sehr tief dafür in die Tasche gegriffen. Im Laden beim Probespielen war ich absolut überzeugt.
Beim Spielen jetzt in größeren Räumlichkeiten fand ich die Höhen extrem hart. Ich hatte leider vorher nicht den Fisman getestet, dafür war ich zu begeistert vom Cremona.
Ich spiele eine silent Violin von Yamaha falls die Frage entstehen sollte.
Mich würde ein Austausch interessieren. Kann jemand mit etwas mehr Erfahrung als ich (habe den erst am Freitag gekauft und seitdem ziemlich viel gespielt ;-)) was zum Cremona bei e-Geige sagen oder eben zum Fishman?
Vielen Dank
 
Primut

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Hallo @Samo ,
willkommen im Musikerboard.

Nun, der Acus Cremona ist schon ein sehr guter Amp, vielleicht wäre es ja erstmal angebracht, die Ursache für dein Problem zu analysieren statt einfach dem Amp zu tauschen?

Jede Räumlichkeit hat seine eigene Akustik! D.h. für einen optimalen Sound bist du also eigentlich immer gezwungen, eine Soundanpassung an die Akustik des Raumes durch die Klangregelung bzw. und durch den Aufstellungsort des Verstärkes vorzunehmen.
Und der Cremona bietet mit einer 4-fach Klangregelung und einem zusätzlichen HFS-Filter (der scheinbar für genau diese Problematik ausgelegt ist) eine recht umfangreiche Möglichkeit der Klangregelung.
Ich denke, genau damit lässt sich dein Problem ganz entspannt lösen.....

Möglicherweise hat sich ja auch beim Transport des Verstärkers auch nur ein Klangregelpoti verstellt, so dass es nun härter und spitzer klang......, lässt sich jedenfalls alles korrigieren.
 
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Hallo @Primut, danke Dir. Für das Willkommen und Deine Antwort :)
Ich hab natürlich schon recht ausführlich versucht die Einstellungen anzupassen. Aber sicherlich muss ich mich da erst mal reinfinden, da hast Du völlig recht.
 
Stollenfiddler

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Ein harter oder harrscher Klang in den Höhen ist für uns Streicher ein häufiges Problem. Es geht dabei um den Frequenzbereich zwischen 3kHz und 4kHz, kommt es dort zu Überhöhungen (egal ob bedingt durch den Raum oder die E-Kette von Pickup bis Lautsprecher), dann haben wir einen übel unangenehmen Klang. Bei Sängern ist das genau die Ecke, die die Sprachverständlichkeit erhöht, bei der Geige sind das die "tragenden" Frequenzen einer Solistengeige. Übertrieben wird das dann aber der Klang einer Kreissäge.

Wenn diese Härte raus soll aus dem Signal, dann hilft es nicht, die Höhen herunterzuregeln, denn damit gehen auch die Obertöne und damit das Lebendige des Geigenklangs verloren. Ein Equalizer mit parametrischen Mitten ist hier die Lösung. Gibt es z.B. von Fishman (Platinum / Plantinum Pro), allerdings kann ich nicht sagen, ob die Dinger mit dem vorverstärkten Signal der Yammi klar kommen. Optimiert sind die Schmuckstücke für den direkten Kontakt zum Piezo. Wäre aber einen Versuch wert.

Die Amps sind beide toll!
 
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Primut

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Es geht dabei um den Frequenzbereich zwischen 3kHz und 4kHz, kommt es dort zu Überhöhungen.... dann haben wir einen übel unangenehmen Klang.
Ist dieser kritische Bereich bei klass. Geige und bei E-Geige identisch?

Hab mir natürlich das Manual des Cremona durchgelesen und war dann doch etwas enttäuscht, dass nicht die entsprechenden Frequenzen der Frequenzregler aufgeführt sind.
Der HFS-Filter scheint in die passende Richting zu gehen (hier lässt sich die Filter-Frequenz veschieben), also einfach den Filter mal mit dem Knopf einschalten und dann das Poti von links nach recht zu regeln und hören, in welcher Poti-Stellung (bzw. bei welcher Frequenz) es am besten passt.

Ja, letztlich hat jeder Verstärker auch in der Klangregelung einen ganz eigenen Charakter, und dem muss man sich schrittweise durch ausprobieren annähern, bis man es verstanden bzw. verinnerlicht hat und es aus dem Bauch geht... ;)
 
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Ist dieser kritische Bereich bei klass. Geige und bei E-Geige identisch?

Ja, den Frequenzen ist egal wo sie herkommen, dem Ohr auch.

"HFS-Filter" ist keine sonderlich gängige Bezeichnung, ich vermute dahinter eine "Presence" Regelung, die auf die Obertöne abzielt, akustische Gitarren mit Piezo können da sehr zickig sein.

Deine Yammi ist mehr so ein "leise-üb" Instrument, das macht die super. Auf Bühnen finden sich die Yammis nicht so häufig, die sind einfach für eine andere Situation optimiert. Schieb mal ein wenig am Steg, stell den mal schräg und schau, ob du so einen anderen Druck auf den Piezo bekommst. Hab da schon kleine Wunder erlebt, die kein EQ der Welt so hinbekommen hätte.
 
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Primut

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....den Frequenzen ist egal wo sie herkommen, dem Ohr auch.
Schon klar,
aber ich wollte als" Nicht-Streicher" ja nur wissen, ob sich denn E-Geigen und klass. Geigen trotz des ganz anderen Aufbaues bzw. Resonanzverhaltens (eine E-Geige hat ja nun gerade keinen Resoananzköper, der sich frequenzbestimmend auswirken könnte) in dem von dir benannten kritischen Frequenzbereich identisch verhalten bzw. inwieweit es da Unterschiede gibt.
Aber vermutlich hast du ja nur den Piezo-Effekt gemeint, oder? Also mein Fehler, da ich eher klassische Geigen und nicht die Tonabnahme durch Piezos im Blick hatte...

Klar, wenn sich der Piezo-Klang noch direkt am Instrument etwas verbessern lässt, ist das natürlich immer die erste Wahl.

"HFS-Filter" ist keine sonderlich gängige Bezeichnung, ich vermute dahinter eine "Presence" Regelung,....

Na ja, die Bezeichnung ist tatsächlich nicht so üblich für Akustik-Verstärker, ich würd es wohl als High Frequency Shelving Filter übersetzen. D.h. dass dann ein größerer Frequenzbereich, halt der höheren Frequenzen, abgesenkt wird.
Eine Presence-Regelung ist es gerade nicht. Presence-Regelungen sind letztlich nur eine zusätzliche Höhenregelung mit fester Frequenz, wird zwar herstellerabhängig unterschiedlich umgesetzt, ist aber meist eine höhere Frequenz als die normale Höhenregelung und mitunter auch schmalbandiger.

Cremona-Manual schrieb:
Durch drücken der Taste wird der HFS Filter aktiviert. Dieser beschneidet je nach Stellung hohe
bis mittlere Frequenzen um die optimale Anpassung von Violine- bzw. Gitarrenmikrofonen zu
ermöglichen. Drehen sie den Regler von der Position 0 nach Links. Es werden zuerst die Höhen
und dann auch mittlere Frequenzen beschnitten. Position 10 bedeutet die maximale Dämpfung
des Oberen bis mittleren Frequenzbereiches.

Die Beschreibung könnte sicher ausführlicher sein, aber ein Test (wie schon empfohlen) wird die Sache wohl klären.... ;)
 
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Ein harter oder harrscher Klang in den Höhen ist für uns Streicher ein häufiges Problem. Es geht dabei um den Frequenzbereich zwischen 3kHz und 4kHz, kommt es dort zu Überhöhungen (egal ob bedingt durch den Raum oder die E-Kette von Pickup bis Lautsprecher), dann haben wir einen übel unangenehmen Klang. Bei Sängern ist das genau die Ecke, die die Sprachverständlichkeit erhöht, bei der Geige sind das die "tragenden" Frequenzen einer Solistengeige. Übertrieben wird das dann aber der Klang einer Kreissäge.

Wenn diese Härte raus soll aus dem Signal, dann hilft es nicht, die Höhen herunterzuregeln, denn damit gehen auch die Obertöne und damit das Lebendige des Geigenklangs verloren. Ein Equalizer mit parametrischen Mitten ist hier die Lösung. Gibt es z.B. von Fishman (Platinum / Plantinum Pro), allerdings kann ich nicht sagen, ob die Dinger mit dem vorverstärkten Signal der Yammi klar kommen. Optimiert sind die Schmuckstücke für den direkten Kontakt zum Piezo. Wäre aber einen Versuch wert.

Die Amps sind beide toll!

Vielen Dank @Stollenfiddler, das ist ein interessanter Tipp. Schau und vor allen Dingen hör ich mir an den Equalizer.
 
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@Primut der Frequenzbereich ist für akustische und elektrische Geigen gleichermaßen wichtig. Fehlt da was, geht die Durchsetzungsfähigkeit verloren, ist dort zu viel, tuts in den Ohren weh. Akustisch lässt sich mit Saiten und Stimmstab (Geigenbauer) arbeiten, elektrisch geht mit Piezo und EQ. In diesem Frequenzband sind unsere Ohren besonders fein auflösend, aber auch besonders empfindlich.

Gemäß dem Cremona Manual gehen dann mit dem HFS-Filter Obertöne verloren, bevor der kritische Bereich erreicht ist. Auch das spricht dann für die parametrische Regelung der Hochmitten.

Damit das Einpegeln dieses Bereichs gut gelingt @Samo diesen Bereich schmalbandig (OK, der Fishman hat keinen Q-Faktor, einige andere parametrische EQ können das aber) maximal anheben. Die Störfrequenz durch Regeln der Frequenz ermitteln (ja, das tut weh), dann herunterregeln, falls Q-Faktor vorhanden, minimal verbreitern.

Viel Spaß mit der Yammi und dem Cremona Amp!
 
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Vielen Dank für die vielen Anregungen, ich habe daraufhin beide Verstärker inzwischen stundenlang getestet. Und was soll ich sagen, ich finde beide doch recht unterschiedlich, aber jeder hat seine Vorteile. Am liebsten hätte ich beide :-D. Der Klang ist für mein Ohr schon sehr unterschiedlich. Aber bei keinem schlechter... nur eben anders und jeder besticht in seinen Vorteilen.
 
Primut

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Vileen Dank für deinen kurzen Bericht, geht das vielleicht noch etwas konkreter: Was hast du bei den beiden Verstärkern jeweils als Vorteil wahrgenommen?

Auch wenn ich den Fishman nicht kenne, so steht hinter diesem Verstärker schon ein ganz anderes Konzept: Ein “Modified Line Array” d.h. die Schallverteilung im Raum erfolgt etwas anders als beim Acus.
Dass beide Amps letztlich etwas anders klingen verwundert mich nicht wirklich.
Hast du beide im gleichen Raum parallel testen können? Standest du auch mal weiter weg vom Verstärker und hast probiert, wie das Publikum ihn wahrnehmen würde?

Wie hat sich nun das ursprüngliche Problem mit den "harten" Höhen im Vergleich bei beiden Verstärkern dargestellt?
Letztendlich hängt es ja auch ein wenig davon ab, in welchen Kontexten du den Verstärker einsetzen willst (z.B. wie groß werden die Veranstaltungen sein, mit welchen Instrumenten spielst du zusammen etc.) und welcher dafür besser geeignet wäre. Wie oft spielst du live und welcher Verstärker hat das bessere Handling / Optik? etc....
 
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Ich habe beide Verstärker in dem selben Raum testen dürfen. Und stand in allen Bereichen des Raumes. Der Fishman hat eine wunderbare Raumpräsenz, die Schallverteilung hat für mein Empfinden den Cremona um Längen geschlagen. Der Ton ist in den Höhen aber härter als beim Cremona (für mein Ohr zumindest) aber insgesamt sehr „echt“ und in der vollen Bandbreite ausgewogen. Den Cremona hab ich dann höher gestellt, am Boden fand ich die Schallverteilung wenig gut. Die Höhen sind nach Regulierung deutlich weniger hart und breit im Klang als beim Fishman und verlieren trotzdem nicht das „geigenspezifische“. Es hört sich singender an, weniger nüchtern als beim Fishman. Interessant wäre, wie sich der Cremona bei akustischen Streichinstrumenten verhält. Ich vermute für Viola, Cello u.ä. legt er klangtechnisch noch einiges drauf. Das Handling ist beim Fishman besser finde ich.
Tja, so bleibt zu überlegen worauf am meisten Wert gelegt wird. Ich spiele in weniger großen Räumen, „bastele“ eher und mag klassische Elemente. Unsere Band ist klein, eher schlecht aber motiviert . Vermutlich bleibe ich beim Cremona, aber die Entscheidung ist nicht leicht.
 
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@Samo Ich kann ja verstehen, dass du einen tollen Klang für die Geige haben möchtest. Das wollen wir alle.
Bevor ich mich finanziell dermaßen aus dem Fenster lehne, würde ich der Band lieber eine kleine, feine PA gönnen.
Zum Beispiel 2 aktive RCF und einen analogen Mixer mit Effekteinheit.
Kein Mensch erwartet von dir, dass du jederzeit einen raumfüllenden Instrumentalsound lieferst.
 

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