Aging a Les Paul (Gitarre patinieren)

Ich habe mit meiner Strat mal angefangen. Leichte Macken/Kratzer reingehauen, dort wo sie logisch hingehören würden. Ich mache das aber nur vielleicht 10 Minuten am Tag, da ich Angst habe zu übermutig zu werden und Schwachsinn zu meisseln.

Eigentlich wünsche ich mir ja ein Aging meiner 59er FGN. Gerade weil sie aussehen soll wie RocknRoll, ich aber viel zu gutmütig damit umgehe, um normale Gebrauchsspuren in sagen wir ein paar Jahren zu erzeugen.

Bei http://www.realguitars.de/htm/repairshop.htm habe ich schon was ganz adäquates gefunden, würde ca. 400 kosten. Schon ein niedriger Preis, für solch eine Arbeit. Muss mich da aber auch nochmal schlau-fragen.
 
Hi EARO

meinste die von der Bridge?! Wenn ja, richtig, an der Stelle hätte ich schon gerne die Verbindung der 1950er-Jahre zwischen Bridge und Korpus. Aber das traue ich mir beim besten Willen zu nicht!
keine Sorge, das ist ganz simpel ... -> klick

Schau auch mal hier rein -> klick

Gruß,
Dietmar
 
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Das sieht ja in der Tat simpel aus, ist da auch eine "Bedingungsanleitung" bei, wie´s gemacht wird und für was die Schraube und das Installationstool ist? Auf der anderen Seite kann ich mir schon fast denken, wie´s funzt: mit der Schraube zieht man die alte Buchse heraus und das Installationstool dient dazu, die neue Buchse einzuklopen! Richtige Denke?? Ja, richtige, steht ja auch in Deinem Installationsthread! :D

Besten Dank für den Tipp, sind schon bestellt!
 
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Das Aging der Hardware

Nun geht es nicht mehr mit brachialer Gewalt weiter, wie im Videolink des Agen einer PRS Gitarre. Auch hier unterscheiden wir zwischen mechanischen Abnutzungen und jenen, welche durch Oxidation herbeigeführt werden. Ich habe mit diesen beiden Arten gearbeitet. Verwendet habe ich um eine Oxidation herbeizuführen, Salzsäure, normales Leitungswasser, oder aber Erde. Mit Eisenchlorid habe ich bis jetzt noch keine Erfahrungen sammeln können, werde dies dann an verschiedenen Parts ausprobieren.

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Das Material, welches gebraucht wird.
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Von Wolfe geagde Nickel Kappen. Sehr schön oder?

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So sieht es vor dem Agen aus ^^

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Mir gefällt mein erstes Resultat meines Agingversuches sehr.

Zuerst begann ich Teile im Garten zu vergraben und etwa einen Monat da liegenzulassen. Diese recht natürliche Methode eignet sich, wenn man den Parts etwas vom Glanz nehmen will. In der heutigen Zeit aber, muss alles schneller gehen. Wer von uns will schon seine Gitarre über 4 Monate in Einzelteilen im Garten vergraben haben? Deshalb eignet sich diese Methode nur dann, wenn man Reserveparts hat, bei denen es nicht darauf ankommt, ob diese im Keller sind oder gut aufgehoben, zwischen den Rosen und den Kriechtieren. Die Erde ist ja auch leicht sauer, dies bewirkt dann eben in etwa das gleiche, wie wenn wir die Teile in Salzsäuredampf einlegen. Dazu füllen wir etwas Salzsäure in ein Kunststoffbehälter, welcher gut verschliessbar ist. Wie lange diese Teile dann den Dämpfen ausgesetzt sind, kommt auch auf die Konzentration der Salzsäure an. In 10% Salzsäure braucht es doch eine längere Zeit, bis eine schöne Oxidation erreicht wird. Damit es etwas schneller geht, habe ich einzelne Teile zuerst mit ganz feinem Schmirgeltuch (300-600er) mechanisch vorbearbeitet. Gut abwischen und danach auf einen Kunststoffdeckel setzen, diesen dann schwimmend in die Salzsäure legen und das Ganze gut verschliessen. Denkt daran: Nur in gut belüfteten Räumen arbeiten. Noch besser, draussen auf dem Balkon oder im Garten. Wenn man durchsichtige Behälter nimmt, kann von aussen besser überblickt werden, wie weit das Ganze schon ist. Trotzdem muss auch der Behälter geöffnet werden, um genau zu schauen. Diese Methode eignet sich auch für die Tuner. Die Kunststoffparts wurden dadurch nicht angegriffen. Es lohnt sich aber, diese vor dem Agen mit Kaliumpermanganat mit dem Dampfbad zu behandeln.

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3 verschiedene Stufen ^^

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So sieht ein Stoptail aus (oben), welches in der Salzsäure gelegen ist.

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Erster Versuch (rechts). Aber das Dampfbad war zu wenig lange. Deshalb musste es nochmals behandelt werden.

Es bringt absolut nichts, die Parts in die Salzsäure direkt zu legen. Hat das Teil irgendwo eine Beschädigung in der Vernickelung dann frisst sich die Salzsäure durch das Stoptailpiece. So ist es mir ergangen, als ich mein erstes Teil, ein Stoptailpiece der Historic Collection, an dem ich die Braue auf der Unterseite schön abgeschliffen habe, zuerst ins Salzsäurebad legte. An der Vernickelung geschah nichts, aber das Stoptailpiece wurde innen aufgefressen. Ich s ah es zum Glück genug früh, so dass das Teil immer noch verwendet werden kann. Interessant, dass es jetzt klangmässig recht speziell tönt und sich gut auf einer Paula macht. Es bekam einen sehr schrillen Grundton, um einiges höher, als ein Faber oder das Originale Gibson Alu Stoptailpiece. Geeignet für Gitarren, welche ein sattes Pfund aus dem Amp bringen. Beispielsweise meine Custom tönte recht gut damit. Weil auf ihr aber nur ein goldenes Teil in Frage kommt, wird sie nächstens ein Montreux Stoptailpiece geaged mit den langen Schrauben erhalten. Nicht ganz billig der Spass, aber lohnend.

Zum Schluss noch ein Youtube Link, welche meine Methode noch etwas besser darstellt.

http://www.youtube.com/watch?v=AoA0O6kSBqk

Danke für das Interesse, ein schönes Wochenende.

Grüsse von Peter
 
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Joa sieht doch ok aus. Ich muss aber sagen dass das STP auf meiner Red Lady auch so aussieht wie bei deinen dampfgebadeten, aber nur vom Schweiß und das nach kurzer Zeit. Als ich sie bekommen hatte damals, hatte ich es nochmal glänzend poliert und jetzt sieht es eben auch so verkniestert aus.

Deine PU Kappen gefallen mir aber auch gut. wenn man keine sichtbaren Schmodderspuren haben will passt das. Wie es bei mir aussieht weist du ja. :D
 
So, auf Grund der Anleitungen hier habe ich mich auch mal als Murphy Jr. versucht, wobei das Ergebnis natürlich nicht mit denen von Pekri & Mastermind mithalten kann. Allerdings bin ich bis dato doch recht zufrieden und werde es weiter optimieren. Doch seht selbst:

Gibson Les Paul Standard AG008.jpgGibson Les Paul Standard AG011.jpg

Leider sieht man nicht all zu viel bei einer schwarzen Gitarre, allerdings sind Haarrisse ja auch nicht so offentlichtlich! ;)
 
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Sieht gut aus. Super, dass du dich gewagt hast. Ich hoffe, dass du uns weitere Bilder zeigst und auch über Erfahrungen berichtest, welche uns alle auch weiterbringen. :great:
 
Ich habe, glaube ich, mal eine ganz doofe Frage...

Ihr geht, wenn ihr die Haarrisse in den Lack macht nach "historischen Vorbildern", oder? Also Bildern von alten, natürlich gealterten Gitarren? Sehe ich das richtig, dass die Risse da mehr oder weniger waagerecht verlaufen? Also wie bei EAROSonics Beispiel auf dem Bild waagerecht von rechts nach links...

Bei meiner laufen die Risse, die sich natürlich gebildet haben, aber nur senkrecht, also in einer Linie bzw. parallel zum Halsverlauf.

Weiß jemand warum die Risse so oder so verlaufen? Eine Frage der Holzdehnung? Also dadurch beeinflusst wie die "Holzfasern" verlaufen?
 
Bei den alten Vorbildern sind sie meistens Quer. Aber eben, es gibt dann auch Spannungsrisse, wie du sie beschreibst. Beim Betrachten von alten Vorbildern ist mir auch aufgefallen, dass die Risse in etwa der Riegelung verlaufen, also auf der Decke quer. Die Gründe können da wirklich verschieden sein. Aber was meiner Meinung nach absolut richtig ist, wenn bei deiner Gitarre die Risse senkrecht verlaufen, so ist dies dann absolut korrekt und nicht künstlich gealtert.
Be der Halsrückseite habe ich schon auch länglich verlaufene Risse gesehen, aber auch viele Gitarren, welche quer verlaufene Risse haben. Als gutes Beispiel dient mir meine ES-335 aus dem Jahr 1970 mit einer originalen Nitrolackiereung.


Hier siehst du eine originale 1960er Les Paul, welche ich doch schon einige Male persönlich in den Händen hielt und auf ihr spielte:

DSC03417.jpg


Da die Rückseite meiner 1970er ES-335:

DSC_0725.jpg


Und hoer noch eine Detailaufnahme der Vorderseite:

DSC_1534-1.jpg
 
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Ich habe auch schon ein paar originale Goldtops gesehen wo die Risse Waagerecht und Senkrecht verlaufen. Beides geht also auch.
 
Danke euch beiden...

Ich bin zwar nicht der Erstbesitzer meiner LP, aber ich vermute recht stark, dass da niemand "künstlich" Hand angelegt hat... Fotos davon bekomme ich hier vermutlich nicht hin, mit meinen Mitteln... Schwarze Risse auf schwarzem Grund... ;)
 
Wird schon ok sein. Ich würde mich auch über ein paar Risse in meiner Red Lady freuen, aber sie hat dafür wenigstens massen an Dings, Dongs und Lackabplatzer. Auch wenn sie von 2004 merkt man, das der Lack doch noch ziemlich weis ist. Hört man öfter bei Gibson, auch wenn die Gitarren schon älter sind. Viel Spannung kann da wohl nicht auftreten, wird noch zu elastisch sein. :D
 
Da noch ein Bild meiner ES-335 von hinten. da sieht man die Haarrisse am Hals gut:

DSC01575.jpg


Bei einer Les Paul verhält es sich dann ziemlich gleich mit den Haarrissen.
 
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Bei meiner 93er Standard (die auf den Fotos) hätte ich wohl ewig auf Lackrisse warten müssen. Laut Bassart verwendet Gibson mittlerweile Lacke, die nur noch entfernt an die der 1950ern erinnern, sie bleiben lange elastisch, um eben Lackrisse zu verhindern. Die Meisten empfinden dies wohl eher als Mangel und dem will Gibson natürlich vorbeugen. Vielleicht habt Ihr noch die Fotos vom Bavarian Tuning von Florian Jäger vor Augen, auf denen man den abgeschabten Lack sieht. Schaut fast wie ein Latexkleidchen aus... :D

Meine Lackrisse entspringen meiner Phantasie. Ich hab auch schon einige dieser Gitarren gesehen, so dass ich mir diesbezüglich vor meinem inneren Auge ein Bild davon machen konnte, wie ich vorgehe. Aber Pekri sprach es bereits an, es ist viel gewonnen, sich diesen Arbeiten in mehreren Schritten zu nähern. Wenn man zuviel darüber nachgrübeln muss, wird einen das Ergebnis nicht überzeugen. Ich hörte sofort auf und machte später weiter. So ein Schnitt kann man schwierige wieder rauspolieren!

Die Ränder muss ich noch bearbeiten. Beim Einfärben will ich Kaliumpermanganat verwenden. Jedoch muss man hier sehr wahrscheinlich wegen dem Binding sehr vorsichtig sein?! An Stellen, an denen ich es mit den Schnitten etwas übertrieben hatte, platzte mir ein wenig Lack ab. Nach dem es mit KP eingefärbt war, gefielen mir diese Stellen richtig gut. Bestimmt deswegen, weil die dunkel eingefärbten Stellen gut zum übrigen schwarzen Lack passen!
 
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Ja klar ist sowas für die meisten Käufer ein Mangel. Ich denke auch das Relic immer noch eher einen kleinen markt hat. Es gibt ja genug Leute die ein schon sehr altes Instrument haben, und es trotz häufigem spielen immer noch wie neu aussieht.

Damals haben sich ja auch viele Leute darüber beschwert das die Lacke so schnell ausbleichen und sich schnell Risse bildeten. Man stelle sich heute mal vor die Gitarren werden im kalten Flugzeug über die Ozeane geflogen und nach dem verladen reißen die Lacke durch die Temperaturschwankungen. Die könnte man heute ja sofort wieder zurückschicken. Mir gefällt das ganze auch nicht bei jeder Gitarre. Meine Gibson Explorer wurde über die Jahre selber so runtergerockt und meine red Lady auch. Honey würde ich nicht altern, sie sieht so gut aus wie sie ist und das ist neuwertig. Wenn eine Macke rein kommt, dann ist das halt so. Ich ärgere mich darüber nicht mehr wirklich, weil das bei Gitarren, wo ich mir sicher bin das ich sie lange behalten werde, eh irgendwann passieren wird.
 
Hey Pekri,
das was du da machst ist echt super. Nur eine Frage tut sich gerade auf: Hast du bei all den Dingen, die du in KP gelegt hast, das Schlagbrett ausgelassen?
Denn das sieht auf den Bildern noch blütenweiß aus. Oder kommt das einfach noch und ich bin zu ungeduldig? ;)
 
Das Pickgard ist eben ein altes, welches ich gekauft habe für seeehr vieeeelll Geld. Meistens ist dieses nicht ganz so gelblich. Aber ich habe schon auch Sachen mit KP behandelt, an einer Strat allerdings.

DSC05151.jpg

Strat mit geagden Plasticteilen.


Beim Aging der Parts orientiere ich mich vor allem am Buch "The beauty of the Burst"

Da noch vergleiche von Originaler Pickuprahmen ungeaged (montiert) und geagden Parts:

DSC_1531.jpg
 
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Das Pickgard ist eben ein altes, welches ich gekauft habe für seeehr vieeeelll Geld. Meistens ist dieses nicht ganz so gelblich.

Dann will ich nichts gesagt haben. Mit fiel nur der farbliche Unterschied zu der 1960er Paula auf.
 
Dann will ich nichts gesagt haben. Mit fiel nur der farbliche Unterschied zu der 1960er Paula auf.

Weisst du, normalerweise mache ich auch bessere Fotos der Gitarren, aber ehrlich gesagt, hatte ich schon etwas weiche Knie, als ich diese Gitarre das erste mal in den Händen hielt.:hail:

Auch haben die Bilder einen leichten Gelbstich. Auf Guitarmaniacs sind noch mehr Bilder und der Beschrieb des Erlebnisses:

Da der Link zu meinem Review auf Guitarmaniacs.

http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=4118#anchor
 

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