Der Multimode des Miniak ist ja auch so'n Knaller. Der Micron war ja nur vierfach multitimbral. Im Miniak steckt ein noch leistungsstärkerer DSP als damals im Ion. Effektiv ist er achtfach multitimbral, aber nur deshalb, weil er nur acht Stimmen hat, mit denen dann auch nur acht Parts gleichzeitig gespielt werden können. In einem Multi kann man sich aber trotzdem an Programs und Rhythms dumm und dusselig stapeln, jeweils mindestens 26 (keine Ahnung, was nach Part Z kommt). Wenn man's so will, kann man den Miniak auch als ReBirth in Hardware mißbrauchen, zumal er eine TB-303-Dreipolfilter-Kopie an Bord hat: Einfach lauter Rhythms und Sequenzen jeweils nur auf eine Taste packen, und ab geht der Acid-Spaß.
Spätestens ab Part Q kann der Miniak im Mehrkanalbetrieb allerdings nur noch am Gerät gespielt werden, weil MIDI nur 16 Kanäle hat und der Miniak die im Multi durchzählt (Kanal von Part B = Kanal von Part A + 1, Kanal von Part C = Kanal von Part A + 2 usw.). Natürlich kann man ein Multi auch im Einkanalmodus bauen und dann mehr als 16 Parts spielen, aber dann splittet man sich 'n Wolf. Nur zu empfehlen, wenn der Miniak als Drumsynthesizer für ein E-Drumkit oder ein MPD herhalten darf.
Hat jemand schon ne passende Tragetasche dafür gefunden?
Ja, das wär mal interessant. Hab schon die JustIn-Tasche getestet, die ich mit meinem MicroKorg gekauft hatte. Tiefe scheint zu passen, aber das dumme Ding ist 2 cm zu schmal. Wahrscheinlich hätte ein Micron gepaßt... und bei einem Synth, der nicht mal 12 Monate produziert worden ist, lohnt sich wohl die Anfertigung passender Taschen nicht...
Welche Software verwende ich am besten um neue patches draufzuspielen bzw. sie zu organisiere?
Auch so'n Thema: Software für den Miniak. Es gibt inzwischen einiges an Software für Micron und Miniak, die aber fast durchweg Payware ist und zumeist nur eine erweiterte Program-Klangschrauberei-Oberfläche für Softsynthverwöhnte darstellen. Was man nicht erwarten kann: Möglichkeiten zum Archivieren von Programs, Bearbeitung von Multis (besonders ab 5 Parts), Bearbeiten von Sequenzen oder Rhythms.
- Von Bïzune gibt's Microzune für den Micron und Minizune für den Miniak. Kostenpunkt: $33 für den Editor und $50 für die ganze Suite mit Groove-Mod zwecks Sequenzen- und Rhythm-Programmierung. Ob es als Archivprogramm tauglich ist, darüber schweigen sie sich auf ihrer Flash-BlingBling-Seite aus.
- midiCTRL, offiziell nur für den Micron, könnte aber auch mit dem Miniak funktionieren. Kann auch Setups (a.k.a. Multis), aber wohl nur vier Parts, weil der Micron nur vier Parts hat und man damals noch nicht ahnen konnte, daß der Miniak mal praktisch unbegrenzt sein wird. Keine Archiv-/Organisations-Möglichkeiten genannt. Kostet trotzdem 19,99 .
- micronAU ist Freeware (okay, Donationware), aber eine Audio Unit und läuft somit nur auf'm Mac. Pech gehabt. Wieder keine Angaben über Archiv-/Organisationsfunktionen.
- Hypersynth Miniak Editor. Auch hier gibt's einen auf den Miniak angepaßten Editor, aber latürnich nur für Programs. Ach ja, kostet $38.
- Ion/Micron program editor von Ralph Gonzalez. Noch 'ne Schrauberoberfläche, dieses Mal kostenlos und cross-platform, also theoretisch auch für Windows geeignet. Definitiv kein Bibliothekprogramm. Erfordert außerdem Perl, und als reines Perl-Programm hat es keine hübsch geshadete Klickibunti-Oberfläche wie etwa Minizune. Vielleicht sollte ich das mal unter Ubuntu testen, da hab ich Perl...
- Es soll wohl auch ein mutmaßlich kostenloses Bibliothekprogramm geben (Link siehe einen Punkt weiter oben), aber das gibt's nur in einer Yahoo! Group, in der man erst Mitglied sein muß, was wiederum einen Yahoo!-Account erfordert...
Kurzum: Es gibt zum Organisieren von Miniak-Sounds keine Windows-Freeware. Zum Editieren gibt's für lau nur ein Perl-Programm, das seit Jahren in einem als instabil deklarierten Beta-Stadium ist. Und deutsche Software gibt's gar nicht.
Martman