Akustik Gitarre aufnehmen - Über Mic oder Tonabnehmer?

von RiCO, 07.09.03.

  1. RiCO

    RiCO Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.03   #1
    Hallo zusammen,

    Also ich hab zZ noch keine Gitarre mit integriertem Tonabnehmer und nehm Sie darum bisher immer über ein Mikrofon auf.
    Aber ich wollte mal fragen welche Variante sich besser eignet bzw ob es da unterschiede vom Sound gibt?

    Und wie wird die Gitarre dann am Mischpult angeschlossen? Über einen Mic-Preamp oder direkt als Line In? Und verträgt sich die dann auch mit der PhantomSpannung, falls es in einen Mikrofon-Eingang kommt..?

    Hab mir gedacht mann kann ja evtl auch 2 Spuren gleichzeitig aufnehmen, also über Tonabnehmer und Mikrofon (ich persönlich finds bei manchen Songs ziemlich geil, wenn man den Anschlag der Saiten hören kann... Was ja über den Tonabnehmer gar nicht zu hören ist, oder???)

    Würd mich freuen, wenn da jemand mehr zu weiß :)

    RiCO
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.03   #2
    Also,

    1) Ja, es gibt Unterschiede im Sound. Pickups klingen druckvoller und direkter, teilweise recht höhenlastig und scharf (das kann man aber hinbiegen und ist auch z.T. so gewollt). Das bietet sich (außer für Livesachen, wegen der Beweglichkeit) für z.B. Akustikgitarre in Rocknummern an.
    Mit dem Mikro dagegen fängst du bei geschickter Aufstellung a) mehr "Räumlichkeit" mit ein und b) kommt der Eigenklang der Gitarre besser zur Geltung. Lohnt sich hauptsächlich bei hochwertigen Gitarren, Jazz- oder Klassiksachen, Blues auch gerne oder bei Balladen, bei denen die Gitarre im Vordergrund steht.

    2) Eine (Akustik-)Gitarre mit Pickup ist i.d.R. aktiv, sprich mit eingebautem Vorverstärker versehen und liefert daher Linepegel. Also keine Probleme mit Phantomspeisung.

    3) Je nach Song kann sich das durchaus lohnen, beides aufzunehmen. Allerdings: gerade bei Pickups kriegst du in der Regel sehr viel Attack (manchmal mehr als einem lieb ist). Da (abgesehen von der Anschaffung der Gitarre ;)) der Mehraufwand im Vergleich zu bisher nur in einem zusätzlichen Klinkenkabel liegt, würde ich das auf jeden Fall machen. Spuren verwerfen kann man immer noch 8)

    Jens
     
  3. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 07.09.03   #3
    Hallo,

    also das mit der Abnahme der akkustischen Gitarre ist Geschmackssache aber auch eine Frage des technischen Aufwands und der Spielveranlagung.

    Klassische Konzertgitarre würde ich grundsätzlich immer über Kleinmembrankondensatoren abnehmen. Erstmal weil die keine Abnehmer intus haben und zweites weil der Klang von mikrofonierten Saiten (da ja auch Nylon) einfach ganz anders ist, wenn mans richtig macht. Und in einem klassischen Konzert oder auch spanische Konzerte kommen IMHO einfach besser über Mikrofonierung.

    Bei Pop-Musik würde ich die Gitarren grundsätzlich über den meist eingebauten Abnehmer abnehmen, weil da die Arbeit mit der Einrichtung des Mikrofons entfällt und es auf den Klang bei einer Rhythmus Gitarre im Mix nicht ganz so ankommt wie bei einem klassischen Konzert. Außerdem kann der Gitarrist am eingebauten meist 4-Band-EQ den Klang auch schon etwas beeinflussen - wenn er dies für nötig empfindet.

    Außerdem sieht das mit auf der Bühne ja auch meist so aus, dass die Gitarristen bei Pop stehen und auch mit zur Bühnenshow beitragen, daher würde ich das auch spieltechnischen und optischen Gründen auch immer mit eingebautem Abnehmer verstärken.
    So spanische Nylon Interluden würde ich wieder mit Mikro abnehmen. Und bei bewusst auf "unplucked" ausgelegte Bühnensetting würde ich auch mit Mikros arbeiten, weil auch besser aussieht und dann auch die meisten Gitarristen wieder sitzen.

    Mit Mikroabnahme musst du natürlich in den Mikropreamp von Mischpult oder in den externen Pre-Amp und dann ins Mischpult.
    Beim Pick-Up-Verfahren kannst du gewöhnlich auch ohne PreAmp in den Line-Kanal, da die meisten Abnehmer eine ausreichenden Output haben. Allerdings ist es hier sinnvoll auf der Bühne und bei allen anderen langen Kabelwegen eine DI-Box zubenutzen, die das unsymmetrische Gitarren-Kabel-Signal in ein symmertisches und störungs-unempfindliches verwandelt.

    Du siehst also, da spielt vieles in die Antwort mit hinein, aber ich hoffe dir troztdem etwas geholfen haben zu können.
     
  4. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 07.09.03   #4
    Da fällt mir noch als Nachtrag ein:
    Du kannst auch einen Schallloch-Pickup nehmen um eine Gitarre die keinen eingebauten Tonabnehmer hat auf diese Weise ohne Mikro zu verstärken. Die gibts für Stahl und auch für Nylon-Seiten.
    Oder ein Kleb-An-den-Korpus-Abnehmer, den du ebenfalls nachrüsten kannst, der bei Nylon-Geschichten auch gerne benutzt wird.

    Ansonsten übrigens auch Zustimmung zu Jens!!
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.03   #5
    Naja, es war ja auch mal wieder unser typisches "Zwei Dumme, ein Gedanke"-Spielchen... Schön, wenn man sich immer so einig ist :D

    Jens
     
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