Alles Leise und undifferenziert... wie sieht eine sinnvolle Abfolge aus?

  • Ersteller Ersteller Mr. Pickles
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  • #41
Was eine Lautstärke-Balance ausmacht hat @omnimusicus eindrucksvoll demonstriert.

Ich hab mir die Spuren auch mal runtergeladen um reinzuhören, und hab dann aber radikal in die Frequenzen und Dynamiken eingegriffen.
Eins mal vorneweg: Der Mix ist ne ziemliche Herausforderung. Zufrieden bin ich nicht wirklich mit meinem Resultat, daher macht es wenig Sinn genau zu nennen was ich genau gemacht hab. Ich nehm den Track jedoch gerne ein zweites mal unter die Lupe, ich denk schon, dass das besser geht.

Was ich aber schonmal nennen kann, sind die Eindrücke der Rohspuren.
-Die Gitarren haben mMn zu viel Verzerrung, Eine einzelne Gitarre mag gut klingen, jedoch addieren sich die Verzerrungen der 4 Gitarren. Daher meine Faustregel: Je öfter gedoppelt wird, desto weniger Verzerrung.
-Zu viel Verzerrung trägt auch dazu bei, dass die Gitarren nicht "breit" klingen im Stereopanorama. Das Stereopanorama klingt breit, wenn die Unterschiede zwischen Links und Rechts sehr gross sind. Da die Einstellungen L/R vermutlich symmerisch sind, und noch dazu zu viel Verzerrung, verschmelzen die beiden Gitarren R/L in der Panoramamitte zu einem undefinierten Brei. (Ich hab in meinem Mix mal ein radikales Experiment gemacht: Gitarren 1 Stereospur hart nach links gepannt Beide gedoppelten Gitarren befinden sich jetzt links im Panorama, Die Oktavierte Gitarrenspur nach hart rechts gepannt. Das ist ganz grobes "gebastel" meinerseits, und dem Arangement nicht unbedingt dienlich, da die Gitarren jetzt alles andere als symmetrisch klingen. Es sollte nur aufzeigen, wie sich grosse Unterschiede zwischen L/R auf die Stereobreite und die Klarheit der Gitarren auswirken. Auch wie die Panoramamitte weitgehend von Gitarren frei bleibt, und Kick, Snare, Bass und allfälligem Gesang freiraum verschafft.)
-Bei den Drums vermisse ich die Toms. Die sind mMn viel zu leise.
-Das jetzt keine Kritik an der Drumspur, da sie ja noch unbearbeitet ist: Sie braucht mMn noch viel Raum, Transienten und Schmutz.

Beim "aufräumen" der Frequenzen ist mir aufgefallen: Da ist zwischen Kick und Bass kaum Spielraum. Sehr schwer die beiden so zu trennen sodass sich beide entfalten können. Was für mich meistens gut funktioniert: Kick ist um die 50Hz domintant, und Bass um die 100Hz. Hier in diesem Mix funktioniert diese Faustregel überhaupt nicht:D
Ich hab das Ganze kurzerhand mal umgekehrt. Kick ist jetzt um die 100Hz dominant, und Bass so 80Hz abwärts. Bass schiebt also unterhalb der Kick. Das Funktioniert in meinen Ohren besser, aber wie gesagt, stellt mich das noch nicht zufrieden, seh jedoch Vorteile: Denn auch die Gitarren bekommen "unterrum" mehr Spielraum und klingen etwas fetter. (Das hab ich so noch selten gehört, dass der Bassunterhalb der Kick dominiert. zB erstes Rammstein Album Herzeleid, später folgten sie auch dem "Standard" wie die meisten Anderen.)

An den Gitarren hab ich übrigens auch kaum eingeriffen. Bei 300 Hz ein klein wenig Mulm rausgenommen, und nur bei der oktavierten Gitarre, 150Hz angehoben um sie anzudicken, und 8Khz um sie etwas aufzufrischen.

Lange Rede, kurzer Sinn, hier mein Mix. (Wie gesagt, der müsste nochmal überarbeitet werden, bin nicht zufrieden. Nur um mal paar Eindrücke zu vermitteln, damit man besser nachvollziehen kann, worüber ich oben geschieben hab.)
 
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  • #42
@Zelo01
Danke für den Input, ich komm leider erst heute abend an meinen rechner, dann höre ich sofort rein.

Bei den Drums vermisse ich die Toms. Die sind mMn viel zu leise
Das liegt an den Programmierten Drumms die sind quasi nur Grundgerüst, die sind in jedem Fall kritikwürdig 😀
die finalen Audiospuren hab ich mir damals nicht geben lassen, war halt dumm von mir 🥳
 
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  • #43
Bei solchem Presslufthammer-Schlagzeug funktionieren die normalen Mix-Ansätze nicht.
Kann man sich auch rechnerisch klar machen:
50 Hz bedeutet eine einzelne Schwingungslänge von 20 Millisekunden. Wenn ich einer tiefen Kick auch nur 5 Schwingungen zugestehen wollte (was nicht viel ist), läge ich zusammen schon bei 100 Millisekunden - und bei diesem Tempo kommt da ja schon die nächste Kick ;). Es geht da nur mit schlankem "Schreibmaschinengeklacker", sonst ist ja Dauermulm.
Beim Bass ist es nicht groß anders.

In diesem Genre ist eine gewisse "klangliche Kälte" auch oft durchaus erwünscht. Das paßt meist zur Message :cool:
Es ist tatsächlich nicht leicht zu mischen. Eine Funk-Band mit drei Bläsern ist für mich einfacher.
 
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  • #44
Beim Bass ist es nicht groß anders.
den hab ich tatsächlich überwiegend auf 8tel, einerseits weil ich auch irgendwann festgestellt hab, dass man bereits bei 16tel auf 175 schnell einen Mulm zusammenbekommt (zumindest wenn ich spiele, andere können das sicher deutlich besser) und damit dann auch den Segel aus den Songs nimmt.

@Zelo01
hab auch nochmal reingehört, ich bin ehrlich gesagt immer baff dass ihr an den Gitarren kaum was machen musstet.
Der Ganze input bringt mich in jedem Fall schonmal einen Schwung nach vorne denke ich zumindest.

ich hab jetzt auf jeden Fall für mich mitgenommen, dass ich irgendwie komplett falsch vorgegangen bin und mehr Fokus am Anfang setzen muss.

nachdem ich jetzt Nail the Mix Abonniert habe probier ich damit erstmal einen gewissen Grundstock zu erarbeiten, wahrscheinlich werde ich am meisten durch regelmäßiges üben Profitieren, das wäre mit Nail the Mix Abo wohl dann gegeben.

auf jeden Fall vielen Dank euch allen für den Input :heartbeat:
 
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  • #45
Viel Erfolg!
Ich finde es extrem spannend, wie unterschiedlich deine Aufnahmen durch die verschiedenen Mixes klingen.
Es würde mich interessieren wie du Nail the Mix findest. Falls du in ein paar Monaten mal ein kurzes Zwischenfazit geben kannst, wäre das super. (y)
 
  • #46
@Mr. Pickles
Zur Gitarre hätte ich noch einen guten Tipp, gerade wenn du Probleme mit dem Mix hast.
Von Bogren gibt es hervorragende Ampsims, die so gestaltet wurden, dass sie ohne User-Einstellungen ein praktisch perfektes Ergebnis für den Mix ergeben. Gibt es ab 49€. Hör dir einfach mal die Demo Videos an.

 
  • Ersteller
  • #47
@OtisX
danke für den Tip, die one Knob teile kenne ich allerdings schon. Nachdem ich schon von Neural DSP bereits Plini, Gojira und Darkglass habe, ebenso Tonex und NAM werde ich wohl erstmal nichts mehr kaufen.
Der Gitarrensound ist auch nicht das Hauptproblem, sondern meine nicht vorhandenen Skills beim mischen (... und gitarre spielen :ROFLMAO: )

ich denke das durcharbeiten vom Nail the Mix material bringt mich vorerst weiter als neue Plugins. 😉
Beitrag automatisch zusammengefügt:



Falls du in ein paar Monaten mal ein kurzes Zwischenfazit geben kannst, wäre das super.
werde ich machen 😉
 
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  • #48
Falls du in ein paar Monaten mal ein kurzes Zwischenfazit geben kannst

generell ist ja im Review von exoslime schon ziemlich viel gesagt, hier nochmal kurzer abriss aus dem ersten schnuppern

1. Monatlich kommt ein neues Projekt zum mixen. das Projekt ist im Grunde ein Ordner mit Spuren und vorgefertigten Projekten in den gängigen DAWs: Cubase, Logic, Protools, Reaper, Studio one. d.H. wenn man eine dieser DAWs nutzt Doppelklick und gleich loslegen.
2. ich konnte als Abostarter auch mehr als nur ein Projekt abrufen, das ist schonmal ziemlich cool, habe mir The Haunted, at the Gates, Devin Townsend und Opeth gezogen. die Qualität des Rohmaterials ist etwas unterschiedlich, die stems von the Haunted sind z.B. so gut abgestimmt, das könnte man auch ohne Mix rendern, aber unterm strich ist jegliches Rohmaterial das für die Mixe zur verfügung gestellt wird so gut, dass es direkt gerendert werden könnte.
3. der Monatliche Mix wird dann in einem livestream von einem Studiotechniker gemixt, Februar ist es z.B. Jens Bogren. Die Livestreams sind nach Ausstrahlung dauerhaft jederzeit abrufbar sind aber harter Tobak, z.B. der von Opeth ist knapp 8 Stunden lang, der von the Haunted um die 4 Stunden. Für mich ist das hart schwierig da alles auf Englisch ist, das muss ich halt als Herausforderung sehen.
In den livesessions machen die Studiotechniker auch bearbeitungen die meine Ohren oder Abhöre (Eris XT Speaker, bzw. Beyerdynamic DT880 Pro Headphones) gar nicht abbilden, d.H. manchmal wird da am EQ gestellt, gelabert und ich hör einfach keinen Unterschied.

neben dem Hauptprogramm gibts dann noch Workshops in form von kurzen Videos, das wird dann Mixlab genannt, themen sind vielfältig EQing, Recording, aber auch wie man die DI am Sinnvollsten einpegeln sollte und was auch immer, ich bin noch am durcharbeiten und

Riffhard, das sind quasi Gitarrentutorials per video, passend dazu dann auch Notation als Guitar Pro Dateien, bzw. wer kein Guitar Pro hat kann die Noten auch als PDF laden. wie effektiv die Gitarrenübungen sind muss sich noch zeigen.

am ende bleibt zu sagen:
Man lernt eher an Material das grundsätzlich schon überragend ist, vor allem Olas Grundmaterial zu the Haunted ist krass, Profi halt. meine Bewertungsgrundlage dazu sind aber nur ein paar wenige songs.
man weiß danach halt auch wie das zeug klingen sollte bevor man überhaupt anfängt es weiter zu verarbeiten, das ist auch der erste große Hebelpunkt wo ich ansetzen muss.
ich werde auch weiter Ausschau halten, habe z.B. auch schon bei Chernobyl Audio einen Kurs gesehen, der darauf abzielt aus schlechten Grundmaterial noch was rauszuholen, ist aber erstmal nur auf der Merkliste, durch möglichst viel kaufen lernt man bekanntlich nichts, also erst das eine abarbeiten und dann mal weiter schauen.


Und es gibt auch schon Positives, ich komme mittlerweile durch reines setzen von EQs auf deutlich bessere Soundbilder, Grundmaterial muss ich aber generell nochmal besser machen. Motivation ist gerade reichlich da, mal schauen was sich so die nächsten Jahre tut.
 
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  • #49
so nochmal ein update:
Ich habe Nail the Mix wieder abbestellt. an sich liegts aber nicht daran, dass ich unzufrieden wäre, sondern, dass allgemein mein eigenes Grundmaterial nicht das hergibt was Nail the mix als Basis nutzt.
d.H. ich muss realistisch gesehen ein paar schritte weiter vorne in der Kette einsteigen.

waren jetzt die 23,99$ (21,28€) rausgeworfenes Geld? ganz klar nein!

- an sich habe ich jetzt für 11 Lieder die Projekt Stems und den Resultierenden Endmix, das ist schonmal überragend als vergleichsmaterial um mein zeug auf Qualität des Grundmaterials querzuchecken
- ich habe trotz nur kurzer Einblicke recht schnell "basic" handgriffe betreffend EQ gelernt, das wirft mich auch nach vorne
- ich habe gesehen, dass ich überall mit fehlerhaften Kompressor und Falschem EQ alles kaputtgemacht habe, allgemein habe ich jetzt begriffen wie wichtig ein EQ abseits von der Grundsoundgestaltung sein kann.
- ich habe festgestellt, dass ich meine Projekte an sich komplet übersichtlicher gestalten kann und muss (z.B. nicht nur Gruppen, sondern auch Busse.)

keinen Plan was sonst so alles, bin aktuell auf vielen Kanälen unterwegs, gerade verliere ich mcih evtl auch in der Informationsflut :biggrinB:

Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass ich zeitweise immer wieder mal Abos bei Nail the mix abschließe.

für Gitarristen ist auch noch interessant: Riffhard ist ja inbegriffen, man kann also auch noch ne Runde Übungsfiles für Gitarren in Form von Guitar pro mitnehmen, die Tutorial Videos sind natürlcih nach abokündigung nicht mehr aufrufbar.


allgemein noch ein Punkt bei wiedereintritt in ein abo bekommt man laut Anbieter auch wieder Zugriff auf alles was man vorher schon hatte, also in meinem fall hätte ich bei wiedereintritt in meinetwegen einem Jahr z.B. auf die Haunted Session auch wieder zugriff.

Grüße
 
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  • #50
Wenn du halbwegs brauchbare Beispiele suchst, die dir zweigen sollen, wie so die Ausgangslage für einen Mix sein sollen, dann schau doch auch mal bei https://www.cambridge-mt.com/ms3/mtk/ oder https://www.telefunken-elektroakustik.com/multitracks/ vorbei. Da ist zwar nicht alles High End aber schon eine gute Basis um auch mal selbst das Mixing zu trainieren. Ich verwende da hin und wieder was um mich auf einem Mischpult einzuarbeiten oder auch um mich mit für mich neueren Instrumentierungen im Mix zu beschäftigen.
 
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