Altern der Stimme (Menopause)

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Gast220218
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Ich bin jetzt Mitte fünfzig, und ich hatte früher jahrelang klassischen Gesangsunterricht und habe viel gesungen. Ich hatte eine sehr umfangreiche Stimme, ich konnte tiefen Alt singen, Mezzo (Carmen) aber auch hinauf bis Sopran (Turandot). Nun habe ich nach Beginn der Menopause meine Stimme erst vollkommen verloren, dann kam ein Teil davon nach ziemlich langer Zeit zurück, aber nur ein ganz kleiner Bereich in der Mitte, die Tiefe und die Höhe sind weg. Kennt hier irgendjemand jemanden, der spezielle Gesangsübungen dafür hat, noch ein paar Töne in der Höhe und Tiefe hinzuzugewinnen? Gibt es dafür spezielle Lehrer?

Danke für alle Antworten!
 
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Wirklich gescheit was raten kann ich dir leider nicht. Nur eine Frage: hast du bis in die Menopause hinein regelmässig gesungen?

Weil, ich habe schon gehört, die beste Prophylaxe gegen die Negativerscheinungen der Menopause ist der regelmässige Gebrauch, das regelmässige Training der Singstimme (natürlich alles mit möglichst guter Technik).

Wenn man andererseits einen längeren Singunterbruch hat und dann noch die Menopause dazu kommt, kann ich mir schon vorstellen, dass man recht starke Probleme bekommen kann.

Ich bin bis jetzt aber davon ausgegangen, dass die Stimme der Frau in der Menopause v.a. insgesamt etwas sinken kann, dass du also auch in der Tiefe Umfang verloren, resp. die Stimme gleich ganz verloren hast, finde ich dann schon etwas ungewöhnlich. Hast du mal abklären lassen, ob mit deinem Stimmapparat sonst alle i.O. ist?

Jedenfalls, ich an deiner Stelle würde vermutlich wieder etwas GU nehmen. Am besten bei einer älteren GL, die diese Phase auch schon durchgemacht hat und deshalb ev. ganz konkret Hilfestellung leisten kann. Und dann halt die Stimme, ausgehend von der noch vorhandenen Mittellage, langsam und vorsichtig wieder so gut wie möglich aufbauen.
 
Leider habe ich gerade zu dem Zeitpunkt sehr wenig bis gar nicht gesungen, weil ich beruflich so eingespannt war und auch noch andere gesundheitliche Probleme (Arthritis) hatte. Habe ich natürlich immer noch, aber da gibt es zumindest Medikamente, bei der Stimme nicht. Ich habe da so ein PDF gefunden, in dem eine Alterung der Stimme beschrieben wird.
"Die Zeit der Wechseljahre ist oft zugleich eine Zeit der Stimmkrisen, von denen sich die Sängerinnen nur schwer erholen und die auch das Ende einer sängerischen Laufbahn einleiten können."
Als Medikation wird mehr Östrogen empfohlen, also so eine Art Hormonersatztherapie. Die aber, wie mittlerweile bekannt, eher nicht zu empfehlen ist wegen der Nebenwirkungen.
Grundsätzlich sollte man alles tun, um die Schleimhäute möglichst feucht zu halten. Viel mehr gibt es wohl nicht.
Eine Gesangslehrerin gibt es hier, wo ich lebe, nicht, also muss ich selbst eine Lösung finden.
 
Dass Stimmkrisen und Wechseljahre miteinander gekoppelt sein können, ist sicher recht oft der Fall. Aber ich könnte mir vorstellen, dass da auch eine starke psychische Komponente mitspielt. V.a. bei Berufssängerinnen: mit den Wecheljahren wird einem das Älterwerden so richtig bewusst, man ist schon allein aufgrund des Äusseren nicht mehr so gefragt, jüngere Kolleginnen werden vorgezogen - wenn dann aufgrund der hormonellen Umstellung auch die Stimme noch zu zicken beginnt, kanns schon sehr schwer werden, den Mut nicht zu verlieren.

Andererseits gibts auch Beispiele, die zeigen, dass es anders gehen kann:

Edita Gruberova (Jahrgang 46!) hat immer noch Auftritte und zwar mit Erfolg und singt immer noch spielend in den höchsten Höhen.

Und ein Beispiel aus dem Hobbysängerbereich: eine Chorkollegin von mir ist Mitte 70 und hat in der Höhe nach wie vor einen sehr schönen runden und weichen Klang sowie ein angenehmes Vibrato, nichts von kratzen, zittern, brüchiger Stimme, Tremolo oder dergleichen und auch in der Tiefe ist sie gut (jedenfalls besser als ich :redface:), sie hatte frühere viele Jahre GU, aber halt auch nachher durchgehend immer gesungen
und auch sonst kenne ich diverse Chorsoprane (ohne GU), die trotz fortgeschrittenem Alter und sicher längst jenseits der Wechseljahre ;), noch immer eine recht gute Höhe haben, d.h. so gut wie sie halt bei nichtausgebildeten Stimmen sein kann, aber sicher nicht deutlich schlechter als bei jüngeren Chorsängerinnen, auch diese Sängerinnen hatten allerdings meines Wissens nie einen Singstopp gemacht


Die aber, wie mittlerweile bekannt, eher nicht zu empfehlen ist wegen der Nebenwirkungen.

Und nicht nur deswegen! Es gibt mittlerweile auch Hinweise, dass ein Hormonersatz auf die Stimme nicht unbedingt die erhoffte Positivwirkung hat. Habe von einer Arbeit dazu gehört, leider weiss ich nicht von wem sie ist und wo zu finden, wäre aber sicher noch interessant!
 
Asterixa, hast du mal deine Schilddrüsenwerte checken lassen ? In den Wechseljahren kommt es manchmal zu einer Unterfunktion oder auch Überfunktion der Schilddrüse, und beides kann sich massiv auf die Stimme auswirken.
Ich bin *hüstel*mit dem Thema Menopause durch und habe immer noch den selben Stimmumfang wie früher. Seit der Geburt meiner Tochter ist die Stimme insgesamt etwas dunkler geworden, so kommt es mir jedenfalls vor, aber mir gefällt das besser und meine hohen Töne sind nach wie vor da.
 
Dieser fehlende Stimmumfang in Höhe UND Tiefe klingt bringt mich ehrlich gesagt ins grübeln. Kann es sein, dass sich durch die Menopause deine Körperspannung (insbesondere) im Unterbauch und Beckenbereich verändert hat? Oder bist du allgemein oft stark ver- oder unterspannt?

Das stark wechselnde Spannungsverhältnisse im Körper negative Auswirkungen auf den Stimmklang haben können, hab ich an mir selbst schon merken dürfen, auch ohne Menopause.

Falls ich damit richtig liegen sollte, kannst dir mit Wellness und Körpertherapie gut geholfen werden.
 

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