Alternate Picking - wie und wo Hand ablegen

  • Ersteller Scheibenwischer
  • Erstellt am
S
Scheibenwischer
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.09.22
Registriert
15.05.18
Beiträge
199
Kekse
50
Hallo Leute,

unterscheidet sich die Handhaltung beim alternate Picking zwischen E-Gitarre und Akustik?
Mehr Kontrolle ist ja da, wenn die Hand irgendwo abgelegt wird. Dann will man auch bei der Akustik wenn man Richtung hoher Saiten wandert auch zeitgleich
die tiefen am besten mit dem Ballen abdämpfen also liegt dieser dann auf den tiefen Saiten auf.
Was ist aber wenn man die Basssaiten spielt? Wenn ich die Hand auf der Decke ablegen wollte zum ankern, dann habe ich einen unangenehmen Knick
im Handgelenk. Im Moment habe ich dann nur einen Anker mit dem kleinen Finger an der E Diskantseite und halte mich da quasi fest bis ich zur D-Saite käme, dann
lege ich den Ballen auf die Basssaiten auf.
Die Frage ist ob dies einem schnellen Spiel irgendwann entgegen steht. Es geht hier nicht ums Crosspicking sondern um Läufe.

Bernd Kiltz erklärt das mit Handballenablage:



Anders sieht es hier aus:


Wie macht ihr das?
 
Chris@guitar
Chris@guitar
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.09.22
Registriert
06.05.21
Beiträge
187
Kekse
1.589
Ort
Düren
Hi @Scheibenwischer,

Ich Ankere mit dem Ballen nur, wenn ich auch Abdämpfen will (Stichwort: Palm Mute). Wenn ich Anschlage ohne Abzudämpfen ist meine Hand frei in der Luft. Wenn ich dann einzelne Noten anspielen will ankere ich mit dem kleinen Finger (dabei ist mir in dem Video von dir aufgefallen, dass der eine Gitarrist den kleine Finger zur hohen E Saite bringt, das mache ich nicht, damit ich sie nicht abdämpfe. Aber werde das mal ausprobieren, könnte ne gute Sache sein, wenn ich nicht die hohe Saite hören will).
 
Blues-Opa
Blues-Opa
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
25.09.22
Registriert
01.12.14
Beiträge
1.598
Kekse
6.216
Ort
Fränkische Pampa
Ich habe von Anfang an frei gespielt, also ohne die Hand irgendwo aufzulegen. So bin ich viel flexibler, die Finger treffen nach einiger Übung die Saiten blind. Der Ballen oder die Kante wird nur zum Dämpfen aufgelegt, wo und wie stark flexibel variiert je nach Bedarf. Auch das läuft nach einiger Übung ganz automatisch.
 
Disgracer
Disgracer
A-Gitarren-Mod
Moderator
Zuletzt hier
25.09.22
Registriert
18.10.06
Beiträge
5.484
Kekse
60.160
Ort
Bochum
Bernd Kiltz erklärt das mit Handballenablage:

Anders sieht es hier aus:

Hier werden sehr verschiedene Techniken gezeigt, die für verschiedene Stile und Spielarten geeignet sind.
Bernd Kiltz ist primär E-Gitarrist, der viele wirklich vernünftige Videos mit sauberer Technik umsonst bereit stellt und mMn sehr ausführliche Erklärungen liefert warum er was tut und was das Ziel sein soll.
Er denkt aber eben oft aus "E-Gitarristischer-Sicht", auch wenn er auf der akustischen Gitarre spielt.
Und manche Dinge sind hier eben ein bisschen anders:
Bei der E-Gitarre, gerade, wenn Verzerrung ins Spiel kommt, möchte man viele Obertöne vermeiden. Man dämpft viele Töne ab, weil durch den Verstärker Töne extrem lange klingen und sich im Extremfall zum Feedback aufschaukeln. Dabei werden zum Dämpfen beide Hände benutzt: Die linke Hand kann einzelne Saiten (oder auch mehrere) abdämpfen und die rechte Hand kann durch Auflage eben auch bestimme Teile der Saiten wegnehmen.
Das führt dazu, dass Töne sehr sauber und klar gespielt werden können.
Bei der akustischen Gitarre wollen wir oft Töne länger klingen lassen. Man denke an zerlegte Akkorde, wo man die Töne ineinander klingen lässt oder generell Saiten offen lässt, damit eben die Obertöne angeregt werden, weil so ein guter Teil des Sounds der akustischen Gitarre entsteht.
Was Carl Miner hier beim ersten Bluegrass Stück in dem Video macht, ist, dass er oft quasi mehrere "Stimmen" gleichzeitig spielt: Da klingt z.B. die tiefe E-Saite als Basston über den ganzen Takt. Oder er reißt die hohen Saiten an und legt über seine Melodie eine Art "Akkordschimmer". Die Hauptmelodie findet mehr oder minder nur auf den Saiten dazwischen statt.
Wenn er nun so abdämpfen würde wie Bernd Kiltz das macht, wäre das ein sehr langweiliges Stück, das obendrein recht flach klingen würde.
Das Ziel bedingt hier also die Technik, wo er quasi keine Saiten abdämpft. (Ich bin mir fast sicher, wenn man ihn fragen würde, dass er am liebsten den Finger an der hohen E-Saite auch vermeiden würde. Das scheint mir mehr so eine Art unbewusste "Führung" zu sein)

Ich halte alle gezeigten Techniken für valide und sinnvoll, je nach Kontext eben.

Es geht hier nicht ums Crosspicking sondern um Läufe.
Wenn du nicht willst, dass die anderen Saiten mitklingen, musst du schauen, dass du entweder links oder rechts dämpfst. Das bedingt dann ggfs, dass du den Handballen mit auflegst.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben