Alternative Rock - Feedback zu Recording und Mix

von Teppei, 10.09.19.

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  1. Teppei

    Teppei Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.09.19   #1
    Hallo zusammen,


    mit meiner Band habe ich mal wieder die Möglichkeit gehabt, einen neuen Song aufzunehmen.
    Mich würde Feedback zum Sound, Mix und auch gerne zum Song interessieren.

    Grundsätzlich bin ich selbst recht zufrieden, mit ein paar Stellen bin ich aber noch nicht ganz so glücklich (ich nehme mal nichts vorweg).
    Das geht mir allerdings bei den meisten Aufnahmen so :(
    Drums und Vocals haben wir im kleinen Studio des hiesigen Jugendzentrums aufnehmen können. Gitarre und Bass sind über ein Line6 Helix aufgenommen.

    https://soundcloud.com/burnsideyard/the-veil

    Viele Grüße
     
  2. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.09.19   #2
    Stimme wird zu wenig nach vorn gebracht. Entweder alles außer Vox um 2-3dB absenken oder Vocals mehr komprimieren und lauter. Erste Variante würde ich bevorzugen. Schöne Stimme für das Genre, übrigens. Erinnert mich sehr an die frühen 70er (Nektar). Der Mix ist m.E. in Ordnung, jedoch sind die Gitarren etwas schrill, wenn sie in Breitband-Stereo in die Ohren gedrückt werden. Sonst sehr schön. :great:
     
  3. Charvelniklas

    Charvelniklas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.09.19   #3
    Ich finde, das geht schon in die richtige Richtung! :) Ein paar Sachen könnte man ändern, muss man aber nicht - das wäre im Bereich des Geschmacks. Gerade das Schlagzeug klingt sehr nach "kleinem Raum" und verbindet sich deswegen nicht mit den Gitarren. Vocals klingen nach dem gleichen Raum (vielleicht wurde sie ja auch im gleichen Raum aufgenommen?). Ich würde den Drums insgesamt einen subtilen Raumhall mit vielleicht so 2 Sekunden Ausklangzeit verpassen, der sie nicht ganz so trocken klingen lässt. Wenn das aber eher nach 70er klingen soll, ist es aber genau richtig, wie du es jetzt hast, denke ich. Die Schlagzeugaufnahme an sich gefällt mir sehr gut. Trotzdem finde ich, dass die Snare etwas mehr gefühlte Lautstärke vertragen kann. Du kannst das durch mehr Attack und Höhen erreichen (mal zwischen 4 und 8 kHz suchen, wo sie vielleicht noch was Schönes hergibt). Oder auch mit Hall, denn laute Klangquellen bringen von Natur aus mehr Raumklang mit sich. Aber wie gesagt, das ist eine stilistische Frage und nichts davon ist für meine Begriffe wirklich "nötig". Sind nur Sachen, die ich persönlich gut fände.

    Ansonsten gibt es zwei Dinge, die dich trauen solltest, stäker einzusetzen.

    Das erste ist Kompression. Jetzt gerade schwimmen mal hier, mal da unterschiedliche Instrumente in den Vordergrund und wieder zurück und die Aufmerksamkeit des Zuhörers ist so ein bisschen dem Zufall überlassen. Das ist nicht gut. Zum Beispiel bei 1:38 hast du die Arpeggios auf der Gitarre und den rhythmischen Bass, die beide um Aufmerksamkei kämpfen. Die kannst du beide stark komprimieren, ohne dass es zu unnatürlich wird. Ich denke an bis zu 10 dB Gain Reduction. Ich glaube, gerade der Gitarre würde das sehr gut tun, damit sie gleichmäßiger zu hören ist. Die Dynamik vom Bass finde ich ab 3:23 problematisch. Ich würde den Kompressor so einstellen, dass er zumindest in diesem Teil die Anschläge etwas zähmt, sodas sie einen weniger "anspringen", nur um den Bass dann wieder in den Hintergrund treten zu lassen. Auch die Stimme (die mich übrigens auch durch die Melodie SEHR an Toby Morell von Emery erinnert und das mag ich!!! :)) kämpft so ein bisschen darum, gehört zu werden. Ich würde das nicht nur über reine Lautstärke lösen. In dem Teil, der bei 1:38 anfängt, klingt sie recht bedeckt und und die leiseren Silben verschwinden etwas. Das kriegst du durch mehr Kompression in den Griff. Achte dabei darauf, die Attackzeiten nicht allzu kurz zu halten. 15 ms ist schon kurz. Zwischen 20 und 30 ms finde ich bei Gesang meistens ganz gut.
    Bei 2:18 ist die Stimme dann auf einmal zu sehr im Vordergrund, weil sie höher geht und sich gleichzeitig die Instrumentierung ändert. Du kannst die Stimme für diesen Teil einfach um 1-2 dB leiser machen.

    Das zweite ist Panning. Ich schätze, dass du kaum was mehr als 60% gepannt hast. In allen Teilen, wo nur zwei Gitarren spielen, spricht nichts dagegen, sie hart zu pannen (oder ca. 90%). In den Teilen, wo mehr Gitarrenspuren im Spiel sind, solltest du dazu noch auf ein wenig Tiefenstaffelung achten. Welche Spuren sind dir wichtig, welche haben eher eine unterstützende Rolle? Die, die weniger vordergründig sein sollen, kannst du mit Stereohall in den Hintergrund ziehen. Zumindest ist das eine Möglichkeit.

    Noch eine Sache zum Gitarrensolo: Da solltest du dich noch konsequenter entscheiden, welche Rolle es im Arrangement spielen soll. An der Stelle, wo der Gesang wieder einsetzt, scheint es so, dass es gleichwertig mit den Leadvocals sein soll, aber das geht für mich nicht so richtig auf. Der Wetanteil auf dem Sound ist ja glaub ich recht hoch. Mit einem Stereohall statt mono wärst du meiner Meinung nach besser beraten, weil durch den hohen Wetanteil das Signal zu beiden Seiten gezogen und breit gemacht wird, sodass in der Mitte immer noch Platz für die Stimme ist. Oder du schiebst das Solo etwas zu einer Seite (wenigstens so 20%). Oder du drehst die Rollen um (was ich hier besser fände), doppelst die Vocals/nimmst eine Zweitstimme auf und pannst die zu den Seiten, sodass die Sologitarre im Mittelpunkt bleibt. Das fände ich hier die schönste Lösung.

    Dann ein Bisschen zum EQing. Den Tiefmittenbereich könntest du noch etwas aufräumen. Bei Gitarren in höheren Lagen brauchst du nicht so viel in den Tiefmitten, wie wahrscheinlich aktuell da ist. Auch die Stimme bei 4:45 beharkt sich mit den Gitarren. Versuch mal, die linke Gitarre zu verfremden und die Frequenzbereiche konsequent rauszunemen, wo sie sich mit der Stimme stört.
     
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