Lieber Jens,
man muß 2 Arten eines Line-Out unterscheiden:
Meine Vor-Antworter (schönes Wort, gell?) gehen von Line-Out mit Speaker-Simulation aus.
Gut, so ein Signal ist in der Regel erstmal zur direkten Abnahme brauchbar. Hier ist es oft Geschmacksache oder man hat Sachzwänge (kein Mic-In mehr frei dafür aber nach 2 Line-In). Meistens gefällt jedoch das mikrofonierte Signal besser. Geschmacksache eben.
Es gibt jedoch auch Line-Out OHNE Speaker-Simulation. Diese kann man nehmen, wenn man beispielsweise nur clean spielt (Jazz oder so) oder den artifitiellen Kreissäge-Sound/Moskito im Joghurtbecher-Fuzz-Klang gut findet, der da ungefiltert mit über 20kHz Bandbreite rauskommt.
Es gibt einige Produktionen, wo so ein Sound (aber auch noch heftig nachgefiltert) als Grundlage genommen wurde: Ich denke hier an "The Loner" (Gary Moore) oder "Murder on the Dancefloor" von "weiß nicht mehr". Als Effekt mal ganz nett, aber als Dauersound???
So ein Line-Out ist eher gedacht, als Abgriff um Effekte anzusteuern und deren Output dann über Endstufen und Gitarrenboxen wiederzugeben oder um bei grossen Bühnen das Signal gleichmässig auf Endstufen und Boxen zu verteilen.
LG Jörg