[Amp] Orange TH30 - Klangvitamine aus der Obstkiste

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Orange TH30

Vorwort
Nachdem ich nahezu Zeit meines Gitarristen-Lebens bekennender Marshall-User bin, wurde es wohl einfach einmal Zeit die klangliche Farbpalette etwas zu erweitern.
Schon als ich mit dem Gitarre-Spielen anfing, haben mich die kleinen und großen orange-farbenen Kisten fasziniert.
Das erste Mal in Natura habe ich sie meine ich um das Jahr 2005 auf der Musikmesse in Frankfurt gesehen. Davor sind mir die Verstärker vorwiegend aus Musikvideos wie z.B. Black Sabbath`s Paranoid in Erinnerung. Leider waren die Orangenkisten immer recht teuer.
Damals gefiel mir besonders der Orange Rocker 30 in der Topteilvariante wirklich gut. Leider wird dieses Modell schon einige Jahre nicht mehr gebaut und ist auch auf dem Gebrauchtmarkt nicht allzu oft anzutreffen.

Der Orange TH30
Da ich vergangenes Jahr mehr oder weniger aus der Not heraus einen gebrauchten Orange Tiny Terror zum Touren verwendet habe und von dem kleinen Teil und dem was es klanglich kann einfach begeistert war, kam mir dann vor einer Weile ein Orange TH30 Topteil ins Haus. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil die Klangregelung des Dirty Channels lediglich mittels Tone (bzw. „Shape“)-Regler und nicht via 3-Band EQ bewerkstelligt wird. Allerdings kannte ich das ja bereits vom Tiny Terror und da funktioniert das auch einwandfrei.
Der Amp ist mit seinen 30 Watt Leistung (umschaltbar auf 15W bzw. 7W) und den zwei Kanälen mit insgesamt gerade einmal 6 Reglern (davon 2x Volume - einer pro Kanal) wirklich flexibel.
Auch wenn er mit seinen erstaunlichen Gain-Reserven vermutlich eher die Schwermetaller ansprechen dürfte, nutze ich den Amp hauptsächlich für hardrockige Gefilde mit Ausflügen in Stonerrock und Blues und auch das beherrscht der TH30 mit Bravour.
Der Cleankanal kann ebenfalls flexibel genutzt werden. Er bietet mit einem Treble- und einem Bass-Regler ausreichend Möglichkeiten den Klang zu formen. Sofern man nicht auf die Lautstärke achten muss, kann man den Kanal durch aufdrehen des Volumes durchaus in die Verzerrung fahren und ihn schön mittels Lautstärke- und Tone-Regler an der Gitarre „fernsteuern“ - old-school funktioniert also auch. Die beiden Kanäle sind zudem optional Fußschaltbar.

MuBo_Reviews_Orange TH30.jpg


Technische Daten
  • zwei Kanäle
  • Leistung: 30 W RMS
  • 4 x EL84 Endstufen-Röhren
  • 4 x ECC83 Preamp Röhren
  • 1 x ECC81 Röhre für den Effect Loop
  • Dirty Channel mit Volume / Shape / Gain
  • Clean Channel mit Treble / Bass / Volume
  • umschaltbar auf 15 W und 7 W
  • mit FX Loop (Send/Return)
  • Anschluss für optionalen Fußschalter
  • Lautsprecher-Anschlüsse für 1 x 16 Ohm- oder bis zu 2 x 8 Ohm-Boxen
  • Abmessungen (H x B x T): 27 x 55 x 24 cm
  • Gewicht: 15.5 kg

Klang
Der Verstärker reagiert sehr dynamisch auf die Spielweise und der Klang lässt sich trotz oder vielleicht gerade wegen der wenigen Regler sehr leicht und effektiv beeinflussen.
Beides sind für mich persönlich enorme Pluspunkte, da ich nahezu immer die Gitarre direkt in den Amp spiele.
Betrieben wird der TH30 bei mir allerdings nicht standesgemäß über eine Orange PPC412 sondern nach wie vor über meine geliebten Marshall-Cabs.
Ich bin schlicht kein allzu großer Fan von Vintage 30 Speakern und die Greenbacks in meiner 4x12“ harmonieren einfach klasse mit dem Amp.
Auch an einer Open-Back 1x12“ mit Celestion Creamback klingt er spitze.
Im Vergleich mit meinen Marshalls hat der Orange einen etwas dunkleren Grundcharakter. Die Zerre klingt sehr dreckig und geht fast schon etwas ins fuzzige und er klingt insgesamt etwas fetter.
Mir persönlich gefällt das wirklich gut. Ich bin einfach ein Fan von 70`s angehauchten Sounds. Klanglich ist er also durch und durch ein Brite.


Fazit
Ich mag den Orange TH 30 wirklich sehr gerne und spiele ihn seit einer Weile fast ausschließlich. Auch das Gewicht des Topteiles ist mit seinen 15,5kg im Vergleich mit z.B. einem 100 Watter noch sehr transportfreundlich und verhältnismäßig Rücken schonend.
Er ist nicht nur etwas für Fans der musikalisch härteren Gangarten, sondern weiß auch mit weniger Zerre oder sogar Clean sehr von sich zu überzeugen - vorausgesetzt man mag den Orange-Sound ;-)
Der Grundcharakter ist wie die Optik des Verstärkers einfach etwas ganz Eigenes.
 
Grund: Bild eingebunden für Datenbank
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Marschjus
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Schöner Kurzbericht...ich schleiche ja auch immer wieder gedanklich um den TH30 evtl. sogar als Combo. Schade nur das der Reverb fehlt.
Den Tiny Terror durfte ich mal testen und den Sound fand ich echt klasse....aber nur 1 Kanal nützt mir nix.
Weiterhin viel Spass mit der Apfelsine :D
 
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Vom eingebauten Reverb würde ich es nicht abhängig machen - dafür gibt es genug schöne Tretminen ;)
 
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Der Titel

Klangvitamine aus der Obstkiste​

hat mich direkt abgeholt. Thx!
 
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Danke für das Review!
Könntest Du ein bis drei Sätze für einen Vergleich mit dem Tiny Terror anfügen?
Bei mir wäre der Einsatz der Proberaum und so grob mal Rock - für clean hätte ich den 5-Watt Peavy Kombo, der mir dafür reichen würde. Mit dem Tiny Terror hätte ich zwei Ein-Kanäler, die beide ganz gut auf das Gitarrespiel (und die Gitarre) reagieren würden, aber einen unterschiedlichen Grundsound hätten - so meine Überlegung.

Liege ich da falsch?
Könnte mir eine 1 oder 2x 12er-Box vorstellen, wenn's mal mehr Wumms haben sollte für den TT und den Peavy.

x-Riff
 
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Danke für das Review!
Könntest Du ein bis drei Sätze für einen Vergleich mit dem Tiny Terror anfügen?
Bei mir wäre der Einsatz der Proberaum und so grob mal Rock....

x-Riff
Hi x-Riff,
klar doch, gerne: der Orange Tiny Terror geht schon in eine ähnliche Richtung wie der Dirty Channel des Orange TH 30. Allerdings hat der TH 30 doch eine ganze Schippe mehr Gain-Reserven.
Für (Hard-) Rock+ reicht der Tiny Terror mit seinem schönen, dreckigen Grundsound allemal aus. Er ist einfach eher der Purist, der allerdings von vorneherein Kerngesund klingt. Lediglich laut Clean spielen ist nicht so seins.
Ich drehe dazu immer das Volume des Halspickups zurück und erhalte damit ein immer noch gut brauchbares "dirty-Clean".
Der TH 30 ist natürlich mit dem zusätzlichen Cleankanal und bis zu 30 Watt Leistung etwas flexibler. Ob man das braucht hängt von der jeweiligen Einsatzart ab.
Ich hatte den TT auch eine ganze Weile im Proberaum - der Vorteil ist, dass bei den 15 Watt die Endstufe etwas härter arbeiten muss, was natürlich der gewünschten Endstufensättigung positiv in die Karten spielt.
Beides sind tolle Amps - verkehrt macht man denke ich mit keinem der beiden etwas :great:
 
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Danke - hilft mir sehr weiter!

x-Riff
 
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Danke für das Review!
Könntest Du ein bis drei Sätze für einen Vergleich mit dem Tiny Terror anfügen?
Bei mir wäre der Einsatz der Proberaum und so grob mal Rock - für clean hätte ich den 5-Watt Peavy Kombo, der mir dafür reichen würde. Mit dem Tiny Terror hätte ich zwei Ein-Kanäler, die beide ganz gut auf das Gitarrespiel (und die Gitarre) reagieren würden, aber einen unterschiedlichen Grundsound hätten - so meine Überlegung.

Liege ich da falsch?
Könnte mir eine 1 oder 2x 12er-Box vorstellen, wenn's mal mehr Wumms haben sollte für den TT und den Peavy.

x-Riff
Für diesen Anwendungsfall:
- Orange Dirt
- 15w ausreichend
- 1 Kanal
Würde ich an deiner Stelle mal den OR15 anschauen…
Hammer Amp… Effektloop, 3Band EQ.
Oder etwas flexibler, da 2Kanal, der Rocker 15
 
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