Anfänger-Guide für A-Schlagzeug

von Sascha975, 06.08.16.

  1. Sascha975

    Sascha975 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.16   #1
    Ich wollte nur mal ein kleinen Guide erstellen der sich vor allem an die Anfänger am Schlagzeug und die, die es werden wollen richtet.

    Das ist alles meine eigene Meinung, falls jemand noch mehr Tipps hat kann diese gerne hier posten. Würde mich freuen, wenn wir einen ausführlichen "Anfänger"-Guide zusammenschustern können.

    Hier gehe ich mal davon aus dass euch bewusst ist, dass das kein Billiges Hobby ist und das es mit "Einmal kaufen, dann nie wieder Geld ausgeben" nicht getan ist.
    Denn im laufe der Zeit werdet ihr so einiges Ersetzen müssen.

    Bevor ihr in den nächsten Musikladen lauft und euch ein Schlagzeug kauft, gibt es ein paar Dinge die ihr euch vorher überlegen solltet.

    1.Was für ein Genre Hört bzw. wollt ihr spielen?

    Danach richtet sich der Kauf am meisten. Denn wofür wollt ihr ein Riesen Schlagzeug mit zig Sachen holen, wenn ihr eher der bequeme Jazz Liebhaber seid?
    Egal für welches Genre euer Herz schlägt, ihr solltet euch eher auf das Beschränken was ihr wirklich braucht. Am Anfang fängt jeder klein an. Euer Set könnt ihr später immer noch Erweitern.
    2. Wie viel Geld wollt ihr ausgeben?
    Gute einsteiger Sets liegen bei etwa 300-500€, nach oben ist alles offen. Das kann bei Coustom-Sets teilweise weit über 10.000€ gehen.
    Um ein paar Marken zu nennen: Perl, Sonor, Mapex, Drum Workshop (DW).​

    3. Körpergröße:
    Das bezieht vor allem auf die Bassdrum, da diese sich auf die höhe der Tom-Tom(s) auswirkt. (Hauptsächlich wenn die Tom(s) an der Bassdrum montiert wird/werden.)
    Denn bei einem Durchmesser standardmäßig zwischen 18"-24" ändert sich die minimal einstellbare tiefe der Tom(s).
    Diesem Problem könnt ihr aber sehr leicht entkommen wenn die Tom(s) Off-Set, also nicht Über sondern neben der Bassdrum befindet.
    Nachteil hierbei ist, dass ihr die Tom(s) wahlweise an den Beckenständern, einem Tomständer oder einem Drumrack montiert werden müssen. Die Sets kommen immer, sofern Tom-Toms mitgeliefert werden, mit einer der 4 Montage Möglichkeiten.

    Ihr solltet euch genügend zeit lassen, denn das Schlagzeug wird euch eine Lange zeit begleiten.


    Das wichtigste neben dem Schlagzeug sind Drumsticks. Die Wahl der Richtigen Sticks ist eine Wissenschaft für sich, am besten geht ihr bei Stickabteilung mal vorbei und Probiert einige aus. Die Standardgrößen sind 5A bzw 5B. Es gibt allerlei Größen, diese reichen von 7A bis zu 2B, wobei 7A das dünnste ist.
    Hier müsst ihr selbst sehen welcher der richtige für euch ist. Nehmt die Sticks in die Hand und spielt ein bisschen auf einem Pad rum.

    Nun da ihr alles zusammen habt kann es losgehen. Als nächstes müsst ihr euer Schlagzeug aufbauen. Sucht dafür einfach bei YouTube, ihr werdet da sicher fündig.

    Ein kleiner Tipp: Baut euer Schlagzeug auf einem Teppich auf. Somit rutscht euch nichts weg. Besonders die Bassdrum macht das, auf glattem Boden, gerne mal.

    Ihr solltet euer Schlagzeug so aufbauen dass ihr bequem sitzt und alles entspannt, ohne euch groß zu strecken, erreichen könnt.

    Schlagzeug stimmen:
    Ein gut gestimmtes Schlagzeug ist die halbe miete. Ihr solltet euer Schlagzeug hin und wieder stimmen. Denn in einem Raum in dem es mal kälter, mal wärmer ist verstimmen sich die Felle, da sich Materialien je nach Raumtemperatur ausdehnen oder zusammenziehen. Auch durch das Spielen verstimmen die Felle.​

    Folgekosten:
    Euch muss bewusst sein dass Sticks, Felle und Becken im laufe der Zeit, je nach Spielweise früher oder später, Kaput gehen. Am schnellsten gehen dabei die Sticks zu Bruch, bei meiner eher groben Spielweise so alle 2-4 Monate. Gute Felle halten da schon deutlich Länger, das gleich gilt, sofern ihr nicht die aller dünnsten und billigsten nehmt, auch für Becken.
    Felle solltet ihr, nach meiner Erfahrung, spätestens nach 8-12 Monaten wechseln. Da diese sich irgendwann nicht mehr wirklich gut stimmen lassen.

    Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen helfen und einige Dinge auf den Weg zum Schlagzeuger mitgeben.

    Falls noch fragen sind könnt ihr diese gerne stellen. Ich versuche so viel zu beantworten wie ich kann.

    MFG,
    Sascha975
     
  2. der dührssen

    der dührssen Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.08.16   #2
    Hallo, willkommen und danke für die Mühe! :)

    Allerdings bist Du nicht der erste mit einem Anfänger-Guide. User @hrawth hat bereits vor einiger Zeit einen ausführlichen Rundumschlag gepostet.

    Etwas unübersichtlicher, aber umso ausführlicher sind so ziemlich alle gesammelten Threads mit Fragen rund um Drums hier zusammengetragen worden.
     
  3. hrawth

    hrawth Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.16   #3
    --- Beiträge zusammengefasst, 08.08.16 ---
    Richtig - gestern habe ich eine überarbeitete Fassung eingereicht, da sich der Einsteiger-Markt in den letzten fünf Jahren doch sehr verändert hat. Gut finde ich, @Sascha975, dass du die Relation zwischen Körper- und Bassdrumgröße aufgreifst und dass du die Stilrichtung mit der Anzahl von Gerätschaften (und nicht mit Marken oder Serien) assoziierst!
     
  4. schmatzi80

    schmatzi80 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.16   #4
    Hallo Sascha,
    willkommen im Forum... Und danke für deine Tipps. Ich bin jedoch in einigen Dingen ein wenig anderer Ansicht. Der Thread von hrawth ist schon wirklich gut und zeigt sehr ausführlich auf, auf was zu achten ist und wo die Fallstricke sind.
    Einige Aussagen von dir sind in meinen Augen auch nicht zielführend für einen Anfänger. Zunächst ist es nicht wichtig für den Anfänger, welches Genre er spielen will. Technik in jeder Hinsicht erlernt man nicht genre-spezifisch. Singles, doubles, paradiddles, die für den Anfang nun mal unerlässlich brauchen meist nur eine Snare. Rythmik ist auch genre unabhängig und Unabhängigkeit auch. Ich kann verstehen, dass der junge Trommler einfach nur wie seine Idole trommeln will, aber auch die haben zumeist klassisch angefangen und verweisen auch gerne drauf... (Unsauberes Zitat vom Herrn McGehirn: "...learn and practice your rudiments... bal bla"/ Quelle: rythmen des beasts). Genres sind für mich gerade am Anfang nur hinderlich, da sie einschränken... Oft sind Figuren, Fills und Rythmen allgemeingültig und so auch als Basis für ein solides drummen zu sehen... Ob 8 Toms, oder 2 ist da Nebensache, der Ablauf bzw. die Figur ist entscheidend. Mir wird immer ganz anders wenn ich höre: "...Tama ist doch für Metal und Gretsch für Jazz." (auch hier unsauber zitiert von einer unbekannten Person!). DER DRUMMER MACHT DEN SOUND!
    Auch dein Budget von 300-500€ ist für ein "gutes Einsteiger-Set" ist nur mit Glück bei einem Gebraucht-Schnapper zu erreichen. Da ist der oben erwähnte Thread schon sehr realistisch.
    Drumsticks sind auch eine Wissenschaft für sich, haben einen gewissen Wohlfühlfaktor, aber da wird viel Wind drum gemacht. Wer spielen kann, kann das auch mit (fast) jedem Stick!
    Wer sich um solche Randbedingungen große Sorgen macht hat leider den Kern des ganzen nicht erkannt.... RUMKLOPFEN MIT WAS AUCH IMMER WORAUF AUCH IMMER...! Denn das bringt einen voran.
    Ich wollte mich kurz fassen, klappt nicht immer ;)... Ich bin nur oft verwundert auf was für Dinge der Fokus gelegt wird. Es ist eigentlich kurz und prägnant erklärt, was am Anfang alles schief laufen kann... Oder anders herum, wenn man an einem Set sitzen kann, alle Pedale erreicht und alle trommeln hauen kann, kann man loslegen... Es wird oft die Nadel im Heuhaufen, die eigentlich nebensächlich sind, z. B. ... Sticks, Genres, Felle, Trommelgrößen, Becken, etc.

    Zum Abschluss...Ein wenig Off-topic, aber wirklich erwähnenswert! Hier im Forum wird eigentlich auf jeden eingegangen und im Rahmen seines Budgets auch wirklich gut beraten... Das ist wirklich top.
     
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  5. Haensi

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    Erstellt: 09.08.16   #5
    Beim Drummen ist es so wie bei allen Tätigkeiten: zuerst lernt man die Basics, dann kommt die Spezialisierung.

    Für die Basics gilt: je vielseitiger und mehr, desto besser.

    Bei uns am Land spielen sich die ersten musikalischen Gehversuche meist in Blaskapellen oder Musikvereinen ab. Polkas und Märsche sind sicher nicht mein Metier, aber es war nicht die schlechteste Schule für Koordination und Spieltechnik.

    Was ich auch gemacht habe und von einigen Profis auch empfohlen wird: zu Songs mitspielen. Da lernt man sehr viel, z. B. schon das richtige Zuhören (was ist die Essenz des Songs).
    Und da ist auch wieder die Devise: alles anhören, was nicht bei drei auf dem Baum ist. So viele Genres und Stile, wie man erwischen kann.

    Auf was man spielt, ist so was von egal und interessiert die Zuhörer nicht die Bohne. Die interessiert WIE (gut) man spielt.
    Da ist jemand, der auf drei Farbeimer und zwei Topfdeckel einen Beat zaubert, der dir die Kinnlade runterfallen lässt, tausendmal besser, als jemand, mit einem 5000€-Set, der nicht spielen kann.

    Es gibt auch keine genrespezifischen Drumsets. Ok, einige erweisen sich für bestimmte Stile als sinnvoller als andere, aber man kann auch auf einer "Ballerburg" Jazz spielen und auf einem "Jazz-Set" Metal - wenn man es denn kann.

    Mit einem Set bestehend aus Bassdrum, Snare, Hihat, einer Tom und einem (Crash-)Ride lassen sich bestimmt 90% aller modernen Musikstile bedienen.

    Die Größe der Bassdrum sollte man schon berücksichtigen, eine zu große ist aber auch kein Hinderungsgrund. Nick D'Virgilio spielte als 6-jähriger auf einem normalen Ludwig-Set. Irgendwie hat er es auch geschafft, ein Meister-Drummer zu werden. ;)

    Und da schließt sich der Kreis und @schmatzi80 Aussage stimmt 100%ig: es ist vor allem der Drummer und es kommt vor allem auf Fleiß und Willen an.
     
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  6. Quantentunnel

    Quantentunnel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.16   #6
    Guides sind immer gut nur sollte man gerade bei so etwas doch ein wenig Wert auf die Rechtschreibung legen finde ich. So ein Guide ist ja meist für längere Verweildauer gedacht und eine korrekte Orthographie erleichtert das Lesen ungemein :cool:. Die Marke schreibt sich übrigens Pearl und nicht Perl. Das aber nur am Rande. Ergänzend könnte man ggf. noch Tama und Yamaha aufführen.
     
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