Anfängerfrage: Wo liegt der Unterschied bzgl. Signalweg/-verstärkung zwischen Preamp (Vorverstärker) und Effektgerät?

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Hi Leute,
wie viele aus dem Titel schon vermuten können, bin ich Anfänger und hab da eine Frage, deren Lösung ich aus den FAQ's hier so leider nicht rauslesen konnte.

Wo genau liegt der Unterschied im Signalausgang beim E-Bass mit einem Preamp (Vorverstärker) / Mischpult und einem z.B. Multieffektgerät für E-Bass?

Klar, das Multieffektgerät legt auf das Basssignal noch mehr oder weniger gute Effekte. Aber am Ende kommt auch das Signal raus, welches dann in die Endstufe und weiter zur Box ODER (via DI-Out) direkt zum FoH in die PA geht. Stimmt das so oder bin ich da auf dem Holzweg?

Gibt es bei den Preamps auch so große Unterschiede, wie es bei den Gitarreros gerne zelebriert wird?

Nach vorne raus (FoH oder Recording) ist es für den Toni doch eigentlich hauptsächlich von Interesse, dass ein sauberes DI-Out-Signal bei ihm anliegt. EQ etc. wird dort eh nochmal angepasst. Oder gehts hier eher drum einen "fertigen Sound" ans Pult zu senden (also quasi DI auf "Post" gestellt)?

Ich bin da gerade mal durch die Fülle an Angeboten gegangen und das ist schon sehr verwirrend, was es da alles gibt. Ich versuche da gerade durchzusteigen, was Sinn macht und was vielleicht doch eher Spielerei ist. Bestimmt ist es in einigen Genres gut den Bass anzuzerren, mit Wah zu spielen oder andere Effekte draufzupacken. Für mich wäre etwas Kompressor und leichtes EQing ausreichend, sowie Aux-in (zum Üben zu Songs) und Ausgänge für Endstufe, Kopfhörer und später Live/Recording-Ausgang (also DI). Integriertes Stimmgerät ist natürlich auch angenehm.

Gefühlt 100 Effekte, Looper, Touchscreen, Stompbox, Boxensimulation, USB Editiererei usw. würden mich eher vom Üben abhalten, und Letzteres kann man ja nie genug ;)
 
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Wo genau liegt der Unterschied im Signalausgang beim E-Bass mit einem Preamp (Vorverstärker) / Mischpult und einem z.B. Multieffektgerät für E-Bass?
Ich nehme an, es geht um einen Boden-Preamp, nicht um den Preamp, der in einem aktiven Bass steckt, richtig?

Ein Preamp (Vorverstärker) hebt das Signal in der Stärke an, und zwar in diesem Fall vom Instrumenten-Pegel (wenige 100 Millivolt) auf Line-Pegel (ca. 1 Volt), so dass direkt in ein Recording-Interface oder Mischpult mit Line-Eingang gespielt werden kann. Außerdem kann er weitere Funktionen enthalten (EQ, Overdrive, Kompressor, symmetrischer Ausgang), aber in der Regel sind das eher die einfachen Sachen ohne digitale Signalverarbeitung. Die Bedienung besteht meist aus wenigen Drehknöpfen und Fußschaltern. Viele Preamps laufen mit einer 9-Volt-Batterie, zumindest für ein paar Stunden.

Ein Multieffekt ist spezialisiert auf Effekte und Signalbearbeitung und ist in der Regel digital. Die Bedienung (über Menüs) kann kompliziert sein. Oft gibt es auch eine digitale Fernsteuerung über USB und/oder MIDI. Der Stromverbrauch ist meist so hoch, dass Batteriebetrieb überhaupt keinen Sinn macht.
 
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Gibt es bei den Preamps auch so große Unterschiede, wie es bei den Gitarreros gerne zelebriert wird?

Nach vorne raus (FoH oder Recording) ist es für den Toni doch eigentlich hauptsächlich von Interesse, dass ein sauberes DI-Out-Signal bei ihm anliegt. EQ etc. wird dort eh nochmal angepasst. Oder gehts hier eher drum einen "fertigen Sound" ans Pult zu senden (also quasi DI auf "Post" gestellt)?
Es gibt sowohl das eine, wie das andere...
Ein Bass-Signal stellt aber von Natur aus hohe Anforderungen an die Vorstufe (tiefe Frequenz, steiler Impuls-Anstieg) und an den AD Wandler (bei digitalen Effekte bzw Pult Eingängen).
Dadurch fallen (ggf unerwünschte) Oberwellen in gut hörbare Bereiche.

Live ist das allerdings oft (aus diversen Gründen) wenig relevant...
Der bekannte Sound des Ampeg SVT an 8x10“ Box („Kühlschrank“) ist quasi eine Summe aus Fehlern: die Haupt-Verzerrung stammt aus 2 clipping Dioden der Vorstufe, die Speaker sind eigentlich unterdimensioniert.
Dazwischen sitzen ein Mittenfilter auf Spulenbasis und ein Röhrenamp. Funktioniert. :D

Gerade beim Bass sind die Speaker (samt Gehäusekonstruktion) extrem wichtig.
Dh wenn dort gespart wurde, ist der Rest eh für die Katz... ;)
 
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Das Wichtigste wurde, denke ich, schon genannt, nur noch ein paar persönliche Ergänzungen:

Im Vergleich zu den Dünnsaiterspielern sind beim Basser andere Frequenzen wichtiger. Daher gibt es auch einige spezielle Bass-Effekte. Bei Preamps z.B. ist da ggf. ein EQ mit anderen Frequenzen drauf als beim Pedant für E-Gitarre. Früher war es oft üblich, dass es die größeren Amps auch in einer Preamp-Version (meist 19") gab. Heute eher unüblich, was vielleicht auch zeigt, dass die Preamp-Frage bei Bassisten nicht soooo sehr ins Gewicht fällt. Kommt natürlich immer auf die Musikrichtung und die eigenen Vorlieben an, aber in aller Regel wird das Signal vom Bass nicht so sehr verbogen, ähhh, bearbeitet, wie es oft bei der E-Gitarre der Fall ist. Soll keine Wertung sein, ist meine Erfahrung. Klar, es gibt auch extremeren Einsatz von Effekten beim Bass (z.B. heftige Zerre im Metal), aber im Vergleich zur Gitte doch deutlich weniger.

Zum Multieffekt: ein Multieffekt ist eigentlich nichts anderes als ein Pedalboard in einem einzigen Gehäuse mit integrierter Stromzufuhr. Ob die Menge an Effekten für eine*n Sinn macht, muss jede*r für sich entscheiden. Als ich als Wiedereinsteiger am Bass in eine Coverband gegangen bin, war ein Multieffekt die logische Entscheidung. Klar kostet die Sounderstellung etwas Einarbeitungszeit, aber verschiedenste Sounds auf Knopfdruck abrufbereit zu haben, ist in so einer Situation absolut das Richtige. Beim Üben verzichte ich meist auf den Multi, es sei denn, es geht um die Erarbeitung eines Songs, der einen speziellen Sound erfordert. Bei meinem Hauptbass ist ein aktiver EQ drin, da gehen gewisse Soundanpassungen mit einem kleinen Dreh am Bass selber. Kompressor zum Üben nein, in der (Rock-)Band always on - es gibt einfach ein gleichmäßigeres Klangbild und somit ein besseres Fundament für die anderen Musiker, so zumindest meine Erfahrung. Und wenn man dann mal zusammenrechnet, was ein Effektboard mit Einzeleffekten kostet, kommt man schon ans Überlegen, ob so ein Multi nicht doch eine gute Idee ist. Ach ja, und Verkabelung ist auch einfacher ...

Und Bass-Effektboards können auch ganz schön umfangreich werden, siehe den Thread Eure Effektboards.

Bässte Grüße

MrC
 
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Erstmal Danke für die fachlichen und für mich sehr hilfreichen Antworten

Ich nehme an, es geht um einen Boden-Preamp, nicht um den Preamp, der in einem aktiven Bass steckt, richtig?
...
Genau das meinte ich. Die "Dinger" mit den ca. 2 bis 6 Drehreglern auf dem Boden, welche oft mit Batterie sind und Anschlüsse wie eine DI-Box haben (manchmal noch etwas mehr).

Es gibt sowohl das eine, wie das andere...
Ein Bass-Signal stellt aber von Natur aus hohe Anforderungen an die Vorstufe (tiefe Frequenz, steiler Impuls-Anstieg) und an den AD Wandler (bei digitalen Effekte bzw Pult Eingängen).
Theoretisch könnte man dann doch auch ein 30-Band EQ für diese Anwendung nehmen, oder? Technisch gesehen hebt er auch den Pegel an und mit den 30 Bändern sollte das wichtigste an Signalanhebung/-dämpfung damit in den Griff zu bekommen sein. Allerdings habe ich sowas live noch nie gesehen. Vielleicht habe ich ja auch einen Denkfehler.

Ich hab zum Üben daheim ein kleines Mischpult für die Preampproblematik. Klangreglung und (eingebauter) Kompressor nutze ich allerdings nicht (nur als 'Spielerei' zwischendrin vielleicht).

Irgendwann wollte ich mir mal einen schönen Combo leisten, den mal auch mal live nehmen kann. Die angesprochene 8x10er Lösung nehme ich gerne, wenn ich Roadies habe. Meinen Bandscheiben wollte ich das nicht zumuten ;)
 
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Preamps dienen beim Bass in erster Linie zur Klangformung. das Signal wird in der Regel dadurch nicht wesentlich angehoben. Sonst könnte man damit ja nicht so ohne weiteres in einen normales Verstärker gehen, der ja auch nochmal seinen eigenen Preamp mit eigener Klangregelung hat.
Ein Preamp enthält zwar meist auch einen EQ, wenn auch meist keinen 30-Band, aber der macht noch mehr. Was genau hängt vom Preamp ab und ob man das braucht von einem persönlich.

Viele Bassisten gehen mit dem Bass in eine DI Box und der FOH bekommt dann das Direktsignal. Für mich wäre das ein No-Go.
 
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Theoretisch könnte man dann doch auch ein 30-Band EQ für diese Anwendung nehmen, oder?
Theoretisch ja. In der Praxis ist ein Vielband-EQ aber umständlich zu bedienen, sperrig und teuer.
Ich hab zum Üben daheim ein kleines Mischpult für die Preampproblematik.
Vermutlich funktioniert das, aber eigentlich ist die Vorverstärkung und Klangformung einer Bassgitarre nicht das erste Anwendungsgebiet für ein Mischpult. Soll heißen, es wird nichts kaputtgehen, und du wirst was hören, aber mit einem "richtigen" Bass-Preamp, bei dem EQ und Kompressor auf den Frequenzbereich des Basses zugeschnitten sind, werden die Ergebnisse wahrscheinlich besser sein.
 
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... aber mit einem "richtigen" Bass-Preamp, bei dem EQ und Kompressor auf den Frequenzbereich des Basses zugeschnitten sind, werden die Ergebnisse wahrscheinlich besser sein.
Holz, Saiten, Spielweise, Pickups, Preamp, mögliche FX's, Amp, Speaker, Elektrik, Gehäuseaufbau, Mikro, Pult, PA und das alles noch in Abstimmung zu einer Band zzgl. Umgebung - ganz schön viele Komponenten bis zum Ohr des Zuhörers. Da eine "Falschauswahl" zu treffen ist nicht schwer ;).

... Für mich wäre das ein No-Go.

Meint Ihr nicht, dass man ab einem gewissen Punkt eh das Heft aus der Hand gibt bzw. geben sollte was den Sound angeht? Was nützt mir die durchdachteste und kostspieligste Lösung, wenn z.B. ab dem Punkt "Mikro" kein Einfluss von meiner Seite aus mehr genommen werden kann?

Klar, ich muss mit meinem persönlichen Sound zufrieden sein. Aber wie weit lohnt es sich da zu investieren, wenn z.B. der gemietete Toni ab 1KHz vielleicht alles abschneidet?
Und, wie kann ICH Entscheidungen bzw. eine Komponentenauswahl in dieser Hinsicht treffen, wenn auch nur ein Glied der Kette (z.B. im Musikgeschäft) anders ist, als das was ich normalerweise nutze? Für eine Box müsste ich ja dann alles vor dem Punkt "Speaker" dort hinkarren und hoffen, dass alles nach dem Punkt "Gehäuseaufbau" so ungefähr ist, wie in meinem Proberaum.

Fühle mich gerade etwas überfordert o_O
 
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Meint Ihr nicht, dass man ab einem gewissen Punkt eh das Heft aus der Hand gibt bzw. geben sollte was den Sound angeht? Was nützt mir die durchdachteste und kostspieligste Lösung, wenn z.B. ab dem Punkt "Mikro" kein Einfluss von meiner Seite aus mehr genommen werden kann?

Klar, ich muss mit meinem persönlichen Sound zufrieden sein. Aber wie weit lohnt es sich da zu investieren, wenn z.B. der gemietete Toni ab 1KHz vielleicht alles abschneidet?
Und, wie kann ICH Entscheidungen bzw. eine Komponentenauswahl in dieser Hinsicht treffen, wenn auch nur ein Glied der Kette (z.B. im Musikgeschäft) anders ist, als das was ich normalerweise nutze? Für eine Box müsste ich ja dann alles vor dem Punkt "Speaker" dort hinkarren und hoffen, dass alles nach dem Punkt "Gehäuseaufbau" so ungefähr ist, wie in meinem Proberaum.
Natürlich muss man ab einem gewissen Punkt dem Mischer vertrauen, aber ich muss ihm ja meinen Sound geben. Wenn ich aus der Fraktion "der Sound kommt aus den Fingern" wäre, ist ein DI Signal direkt vom Bass, pur und unverfälscht, wahrscheinlich genau das Richtige. Bin ich aber nicht, ich möchte einen dreckigen Amp-Sound. Es ist beides richtig, hängt halt vom Spieler ab.

Auch der gemietete Toni muss ja zumindest von mir das Signal bekommen das ich gerne hätte, sonst wird es schwierig. Ich leiste mir aber auch einen eigenen Mischer, der weiß was ich will und macht das gut.

Naja, bezüglich der Komponentenauswahl... willkommen im Business! ;-)
Mit etwas mehr Erfahrung, wenn man genauer weiß was man will, wird es übersichtlicher. Aber selbst die erfahrenen Spieler kaufen sich noch Sachen und denken ein halbes Jahr später, dass es doch nicht das Richtige ist. Oder der Geschmack hat sich einfach geändert. Ich würde sagen, das Richtige Gear zu finden, ist eine immerwährende Reise. Mir macht das auch Spaß. Es gibt aber auch Bassisten, die spielen ihr Leben lang einen Bass und einen Amp und mehr nicht und sind super.
 
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Ist nicht so schwer... wenn du Prioritäten setzt. Natürlich deine eigenen ;)

Bei mir sieht das (beispielhaft) so aus:
An erster Stelle steht der trockene Sound (also die Kombination aus Holz, PU, Saiten).
Zum Testen von Instrumenten nehme ich deshalb ein Pandora PX4B, ein Kabel und meine Kopfhörer mit in den Laden.
Das hat einen sehr guten DI Sound, wenn es auf Bypass (AmpSim aus) gestellt ist.

Auch zum Üben nutze ich eine Vorstufe mit Kopfhörer-Verstärker (geht hier nicht anders).
Konkret einen V357 Impedanzwandler aus einem Rundfunk Mischpult, vergleichbar wäre eine Avalon U5.
Neben dem Abhören liefert der V357 auch ein top DI Signal für Aufnahmen, das auch ohne jegliche Effekte „trägt“ bzw (in meinen Ohren) funktioniert.

Der Verstärker ist mir relativ egal („meinen“ Sound habe ich bereits mit Bass und Saiten).
Bei der Box wird es dann schwierig... bzw teuer, aber da ich nicht live unterwegs bin ist es momentan kein Thema. Favorit ist die Genz Benz Neox T112.

Falls ich Amp Simulation brauche, hänge ich einfach ein iPad+Interface zwischen V357 und Endstufe.

Mein Schwerpunkt ist also eindeutig „recording“.
Wenn das live mit PA suboptimal umgesetzt würde, wäre es mir egal... weil ausserhalb des eigenen Einflusses.
Dem Publikum ginge es vermutlich auch nicht anders, idR wollen die Leute Spass haben und sind keine Sound-Gourmets :D

Dein Plan kann völlig anders aussehen - aber achte auf Punkte, die dir so wichtig sind, dass du bei ihnen keine Kompromisse eingehen willst. Kostet halt uU mehr Geld...
 
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Preamps dienen beim Bass in erster Linie zur Klangformung. das Signal wird in der Regel dadurch nicht wesentlich angehoben.
Doch, eigentlich schon, deshalb heißt es ja Pre-Amplifier. Sinn des Ganzen ist, einen Line-Eingang (z.B. an einem Mischpult) voll auszusteuern. Der Ausgangspegel des Basses reicht dafür bei weitem nicht.
Sonst könnte man damit ja nicht so ohne weiteres in einen normales Verstärker gehen, der ja auch nochmal seinen eigenen Preamp mit eigener Klangregelung hat.
Erstens kann man das durchaus, indem man am vorderen Preamp den Ausgangspegel so weit senkt, dass der hintere noch sauber arbeitet.
Zweitens kann man sich fragen, wie sinnvoll das ist, mehrere Komponenten hintereinander zu schalten, die das gleiche tun. Je komplizierter die Kette, desto zerbrechlicher wird das Ganze.
 
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Erstens kann man das durchaus, indem man am vorderen Preamp den Ausgangspegel so weit senkt, dass der hintere noch sauber arbeitet.
Damit widersprichst Du Dir doch schon selbst. Der erste Preamp so weit heruntergefahren, dass der zweite noch sauber arbeitet, das heißt also, keine oder wenig Verstärkung.
Mein Preamp ist z.B. so eingestellt, dass der Pegel im ein- und ausgeschaltetem Zustand etwa gleich ist. Der Master steht da aber schon auf ca. 66%.

Keine Ahnung, was Du für fragile Amps spielst, aber ja, das ist sinnvoll - zur Klangformung. Bei den meisten Bassverstärkern kann man den internen Preamp ja auch gar nicht umgehen und die sind nunmal mitnichten dafür gebaut, nur die Line Ins am Mischpult anzusteuern. Aber selbst die kämen mit dem Pegel eines Basses bestens zurecht, wird am laufenden Band gemacht. Die DI Boxen auf der Bühne sind nämlich keine Verstärker und die gehen schließlich direkt ins Pult.
 
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Wo genau liegt der Unterschied im Signalausgang beim E-Bass mit einem Preamp (Vorverstärker) / Mischpult und einem z.B. Multieffektgerät für E-Bass?
Die Signalkette schaut so aus: Bass - > 1 bis n Effekte - > Vorverstärker (Pre Amp) - > Endstufe - > Box

Effekte modulieren oder verzerren das Signal, der Vorverstärker verstärkt dieses Signal und die Endstufe bringt es auf ausreichende Lautstärke an die Box.

Vorverstärker verstärken nicht nur sondern färben auch den Klang. Endstufen färben deutlich weniger.

Darum werden die Vorverstärker der legendären Amps seit Erfindung der Digital Technik modelliert und man kann die digital nachgebauten Vorverstärker in einem Modeller auswählen.

Beim Multi Effekt Gerät hat man unterschiedliche Einzeleffekte in einem Kasten.

Beim Modeller hat man unterschiedliche Effekte und gleichzeitig unterschiedliche, digital nachgebaut Vorverstärker in einem Kasten.

Gibt es bei den Preamps auch so große Unterschiede, wie es bei den Gitarreros gerne zelebriert wird?
Einerseits stellst du Grundsatzfragen, andererseits bist du im Detail sehr bewandert. Was ist denn Deine Einschätzung: klingen alle Bassverstärker gleich?
 
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Keine Ahnung, was Du für fragile Amps spielst,
Bist du auf Streit aus? Vergiss es, keine Lust.
... die Line Ins am Mischpult ... Aber selbst die kämen mit dem Pegel eines Basses bestens zurecht, wird am laufenden Band gemacht. Die DI Boxen auf der Bühne sind nämlich keine Verstärker und die gehen schließlich direkt ins Pult.
Aber nicht in einen Line-In, sondern in einen Mikrofon-In, und natürlich kommt ein Mikrofon-In mit einem DI-Signal von einem Bass klar.

Was Line-Pegel ist, ist genau festgelegt. Da ist ein unverstärkter Bass ein großes Stück von weg.
 
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Sorry, aber Du stellst hier völlig normale Anwendungsfälle als irgendwie "zerbrechlich" dar. Da musst Du Dich nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn ich mich frage, was Du für Amps spielst. Normaler Anwendungsfall vor allem für die Bodentreter und Du hast Dich ja selber darüber versichert, dass es genau darum geht. Dass man damit in den Line Eingang am Mischpult geht, ist eher selten der Fall und ist mir, in meiner Erinnerung, noch nie untergekommen und ich habe in meinem Leben ein paar hundert Konzerte gespielt.

Ich kann Dir anbieten vorbei zu kommen, ich habe drei Amps wo man direkt in die Endstufe gehen kann. Dann schließen wir da direkt einen Bass an und Du wirst feststellen, dass das alleine schon recht laut ist. So laut, dass der Preamp das Signal oft sogar LEISER macht.

Ich habe auch ein Recording Interface, auch da können wir gerne direkt in die Line Ins reingehen. Überhaupt kein Problem, auch ohne Vorstufe. Ich habe auch mehrere Bassvorstufen, eine davon ist 19", in mein Recording Rack eingebaut und fest mit dem Interface verkabelt. Warum wenn ich den Pegel nicht brauche? Weil es besser klingt.
Der DI Out an meinem Trace Elliot hat einen Schalter um zu wählen, ob er vor oder nach der Vorstufe abgegriffen werden soll. Der Pegel ändert sich nicht groß, aber der Sound.

Der Preamp auf meinem Pedal Board hat einen -20 dB Schalter. Warum, wenn der dazu da ist das Signal laut zu machen? Wie erwähnt, ist der auch so ausgepegelt, dass der nicht lauter macht. Der Master ist trotzdem im oberen Drittel, so viel kommt da nicht mehr. Wenn das aber die vorrangige Aufgabe ist, sollte da mehr Luft sein.

Vielleicht muss ich noch etwas relativieren. In vielen Zusammenhängen, braucht man Preamps tatsächlich um auf einen brauchbaren Pegel zu kommen, z.B. Mikrofone. Aber natürlich auch beim Bass. Wenn man kleine Amps spielt, muss man halt die Vorstufe dann stärker ausfahren (dann aber wohl eher die interne) und hat dann tatsächlich eine Anhebung. Aber In eben so vielen Fällen hat man da halt auch eine Absenkung. Deswegen würde ich bei der Aussagen bleiben, es geht weniger um die Verstärkung als um die Klangregelung - und da kann man gerne auch die Lautstärke mitzählen. Vor allem, wenn wir im Kontext der Bodentreter sind.
 
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Mister Spock
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Lars, es geht um deine Aussage, dass ein Preamp das Signal nicht wesentlich lauter macht (#6), und das stimmt einfach nicht. Der, den ich hier habe (Bass-DI von Harley Benton), macht gehörig lauter, und ich gehe davon aus, dass andere Modelle das ähnlich tun. Den Verwendungszweck dafür habe ich skizziert.

Natürlich kann man den Preamp am Ausgang auch so weit zudrehen, dass er eben nicht lauter macht, sondern nur den Klang verbiegt. Wenn man das für seine Anwendung so braucht. Aber dann braucht man eigentlich keinen Vorverstärker, sondern einen Equalizer oder Kompressor oder was immer man an Klangverbiegung erreichen will.

Indem man sich klarmacht, was man eigentlich braucht und was nicht, vermeidet man, sein Geld für die falschen Sachen auszugeben. Das ist jetzt nicht für dich, sondern für die, die mitlesen.
Der Preamp auf meinem Pedal Board hat einen -20 dB Schalter. Warum, wenn der dazu da ist das Signal laut zu machen?
Vermutlich um das Eingangssignal abzuschwächen, falls es zu stark ist. Jede elektronische Schaltung hat einen Pegelbereich, in dem sie regulär arbeiten kann. Signale, die stärker sind, übersteuern sie und müssen zuerst abgeschwächt werden. Das ist aber eine ziemliche Binsenweisheit.

Welcher Preamp ist denn das? Und was ist noch auf dem Pedalboard, davor und dahinter?
 
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... Einerseits stellst du Grundsatzfragen, andererseits bist du im Detail sehr bewandert. Was ist denn Deine Einschätzung: klingen alle Bassverstärker gleich?
Ja und Ja :)

Ja, weil ich meinen Bass jetzt erst gut eine Woche habe - ich bin da totaler Anfänger mit fast allem. Aber hier bekommt man - wie nicht in allen Foren selbstverständlich - gut und auch wertschätzend geholfen.

Ja, ich spiele seit 37 Jahren Schlagzeug, davon 35 in Bands, habe hunderte von Auftritten gemacht und mich um die Technik und das Recording teilweise gekümmert. Man bekommt von den anderen Musikern einiges mit.

Die Basser, die mit mir Musik gemacht haben und wirklich gut waren, hatten meistens einen (Haupt-)Bass, einen Combo mit DI-Out oder einen Fullstack (4x10 + 1x15 oder 8x10) mit Topteil und ggf. DI-Box oder entsprechendem Ausgang. Wenige hatten Effektgeräte und fast keine (soweit ich mich erinnern kann) einen echten Preamp. Der Sound, mit dem sie auf der Bühne gespielt haben (FoH konnte ich nie hören, war ja am Schlagzeug in der Zeit) war gut. Sprich rund, voll, dezentes Anschlaggeräusch, in meinen Ohren absolut ausgewogen. Wenn mal einer einen Effekt hatte, dann nur mal für zum reinswitchen und nichts dauerhaftes.

Bei den Gitarristen war das wieder eine ganz andere Sache. Da wurden bei manchen so viele Bodentreter verbaut, dass von Außenstehenden der Spruch kam "...aha, je mehr Bodentreter, desto weniger gut spielen kann er..." - stimmte leider auch oft.

Da wurden in den großen Musikgeschäften fremde Gitarren an fremden Boxen getestet und gesagt "Der Pickup klingt in dem Holz viel zu kratzig" o_Oo_Oo_O - also für mich wurden da Vergleiche gemacht, die fern jedweglicher Logik für den häuslichen Gebrauch waren. Vielleicht ist das auch meine Sorge, wenn hier die Fachleute von Halbleitermaterialien schreiben und ich nicht im entferntesten was mit anfangen kann, weil ich selbst noch zu unbedarft und beschäftigt bin, das hohe C auf dem Bass suchen muss. Bitte nicht böse sein deswegen!

Ich lese aus den Vorgängerthreads für mich heraus, dass es keine Sache von einem Tag ist seinen persönlichen Sound mit dem am Markt befindlichen Material zusammen zustellen. Es scheint ein langer (vielleicht endloser?) Weg der sukzessiven approximation zu sein.

Meine Entscheidung deshalb: Erstmal so wie bisher weiter üben (mein Setup habe ich ja kurz beschrieben) und wenn ich auf der Seite etwas weiter bin schaue ich mal nach einem schönen Combo für Bühne und Proberaum. Alles weitere wird sich dann nach und nach finden.

Aber ich weiß jetzt wenigstens was ein Preamp ist, was er tut und dass er für viele soundtechnisch unverzichtbar ist. Danke dafür erstmal!!!
 
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Meine Entscheidung deshalb: Erstmal so wie bisher weiter üben (mein Setup habe ich ja kurz beschrieben) und wenn ich auf der Seite etwas weiter bin schaue ich mal nach einem schönen Combo für Bühne und Proberaum. Alles weitere wird sich dann nach und nach finden.
Das klingt für mich nach einem guten Weg. Da wünsch ich Dir viel Spass und Motivation auf Deinem Weg. :great:
Bei den Gitarristen war das wieder eine ganz andere Sache. Da wurden bei manchen so viele Bodentreter verbaut, dass von Außenstehenden der Spruch kam "...aha, je mehr Bodentreter, desto weniger gut spielen kann er..." - stimmte leider auch oft.
Du könntest diesen Sager mal hier im Sub-Forum für Gitarreneffekte bringen und schauen, wie so die Resonanz darauf ist: Zeigt her eure Effektboards! Part III :whistle:
 
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...Du könntest diesen Sager mal hier im Sub-Forum für Gitarreneffekte bringen und schauen, wie so die Resonanz darauf ist: Zeigt her eure Effektboards! Part III :whistle:
Oh Gott, nein! Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Abend. Den Gesichtsausdruck des Gitarristen kann man heute noch im Duden unter "persönliche Kränkung" nachschlagen :) Aber leider hat es gestimmt. Er verbrachte lieber 3h damit an den Sounds zu fummeln als Gitarre zu üben und ich habe den Verdacht, das Metallica den Titel "Sad but true" aufgrund dieser Tatsache geschrieben haben 🤔
 
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Ich hänge mal noch eine Übungs-Anekdote dran (auch wenn ich sie sicher schon erwähnt habe).

Den og Impedanzwandler/Preamp (V357) habe ich vor Jahren einfach auf Verdacht in der Bucht geschossen, weil im Text von 3MOhm Eingangsimpedanz und 20dB Verstärkung die Rede war, also nach dem Motto: Versuch macht kluch...
Ein 24V Netzteil gebaut, Ein/Ausgangsbuchsen angeschlossen und dann der spannende Moment der ersten Töne ... wow, so hatte ich meinen Bass noch nie gehört :love:
Was dazu führte, dass ich monatelang jede freie Minute zum Spielen nutzte.

Nach einigen Jahren (ich habe natürlich auch andere Interface-Eingänge benutzt) ist mein persönliches Fazit: den heiligen Gral gefunden.
Die Kontrolle des Anschlags ist verblüffend, alles findet im selben Moment statt und in einer Qualität, die (für meinen Geschmack/Bedarf) nicht zu toppen ist.
Das wirkt sich schon positiv aus, vor allem auf die Motivation an den eigenen Defiziten zu arbeiten...
 

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