Anfängerfragen: Kompressor/.../... - Warum?

von Rock-Writer94, 25.07.10.

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  1. Rock-Writer94

    Rock-Writer94 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.10   #1
    Hallo PA-Interessierte-Menschen ;)

    Hier überall lese ich: welchen Kompressor?

    Aber meine Frage dazu: Warum überhaupt einen Kompressor?
    Was bringt das ganze..?
    Also wenn ich mich nicht täusche ist es doch so: laute frequenzen absenken ; leise Frequenzen anheben
    oder..?
    Wo wäre ein solcher Kompressor sinnvoll?
    Gibt es noch andere sinnvolle Effekte, die man für Gesang/Gitarre/Drums/... am Mischpult hinzufügen sollte..?

    Effekte außerhalb der Gitarrenwelt, sind für mich noch Fremdwörter [außer Hall ;)] ..

    Und Kompression bei Gitarren hab ich auch noch nicht so ganz verstanden, dann wird doch das, was man grade hervorheben will, wieder leise.. wird dann nicht alles irgendwie undynamisch??

    Danke schonmal :)

    Rock-Writer94
     
  2. mHs

    mHs PA-MOD Moderator HFU

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    Erstellt: 25.07.10   #2
    Hallo Rock-Writer,

    Kompressoren werden da eingesetzt, wo Instrumente oder Stimmen zu viel Dynamik haben. Dabei werden die Pegelspitzen "eingebremst". Danach kann man das Gesamtsignal lauter machen, ohne dass der entsprechende Kanal übersteuert.

    Fast, lauter wird das Signal, da mann den Kanal lauter aussteuern kann.


    Die Kunst besteht darin, so viel Dynamik zu reduzieren, dass das Signal kompakt, aber noch nicht undynamisch klingt.
     
  3. Ryan Smash

    Ryan Smash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.10   #3
    Für Kompressoren gibt es mehrere Einsatzmöglichkeiten.

    Haupteinsatzgrund ist, wie schon von mHs geschrieben der große Dynamikumfang von vielen Instrumenten wie Drums, Vocals usw.

    Ein normaler Kompressor regelt jedoch nicht einzelne Frequenzen (gibt es aber auch...nennt sich Multibandkompressor, der bearbeitet dann Frequenzbereiche), sondern nur das ganze Signal und alle Frequenzen.

    Man kann einen Kompressor aber auch zur Klangformung einsetzen:
    Mit den richtigen einstellungen kann man die Transienten betonen (z.B. den Anschlag einer Gitarre oder den Kick der Bassdrum),
    mit den richtigen einstellungen kann man aber z.B. auch das Sustain von Instrumenten verlängern.

    Bei E-Gitarren wird eher selten ein Kompressor verwendet (jedenfalls live, im studio gehört (fast) überall einer drauf) da die gitarre keinen so großen Dynamikbereich hat (vor allem verzerrte Gitarren, diese sind durch die Verzerrung im prinzip schon Komprimiert)

    MfG
    Julian
     
  4. mHs

    mHs PA-MOD Moderator HFU

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    Erstellt: 25.07.10   #4
    Für E-Gitarre richtig, bei akustischen Gitarren sieht es aber anders aus:
    Live setze ich bei Westerngitarren gerne einen Kompressor ein. Verlängert den Sustain und bringt die Gitarre erst richtig nach vorne.
     
  5. Ryan Smash

    Ryan Smash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.10   #5
    Ups.....ja, ich habe natürlich E-Gitarren gemeint, sry^^
     
  6. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 25.07.10   #6
    Compressor ist auch bei E-Gitarren absolut üblich und da eben an der Stelle, wo keine Sounds gefahren werden, die durch hohe Gaineinstellung schon sauber komprimieren. Hört Euch mal Klampfensolos aus der Modern-Country-Ecke an, Cleansounds vom Knopfler Michl oder Rythmus-Gitarren in der Reggae- oder Funk-Abteilung. Auch angezerrte Sounds werden oft per Kompressor gepimpt - sei's für mehr Knack beim Anschlag oder mehr Sustain. Dabei ist dann auch entscheidend, wo im Signalweg der Kompressor hockt, weil man mit ihm auch die Dynamik der Zerre beeinflussen kann... komplexes Thema das...


    domg
     
  7. guitar_master

    guitar_master Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.07.10   #7
    Hallo, Rock-Writer!

    Um die Hörgewohnheiten der Jugendlichen stark zu schädigen und den Begriff "Soundqualität" aus dem Sprachgebrauch zu entfernen [1]. Siehe selbst:



    Hall, Delay, Gates, Pitchshifter, Vocoder, ...
    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Schau Dich hier im Board einfach mal um! :)

    Alternativ kann ich Dir auch so noch etwas gutes empfehlen, schreib mir dazu einfach eine PM.

    Prinzipiell macht ein Kompressor erstmal die Pegelspitzen leiser, schwächt sie ab. Dadurch wird das Signal auch subjektiv leiser, darum wird oft das Signal mit einem Gainregler noch angehoben. Und durch einen Kompressor hebt man das Signal eigenltich immer nach vorne, leiser wird da bei richtiger Einstellung nichts.

    Reden wir von verzerrten Gitarren? Seit wann sind diese denn dynamisch? :D
    Schau Dir dazu einfach mal die Spur einer aufgenommen "Bratgitarrre" an. Das ist eine durchgehende Wurst, Dynamnik ist da kaum vorhanden.

    Hier noch ein paar sehr interessante Links:

    http://www.mix4munich.de/kompressoren.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kompressor_(Signalverarbeitu ng)

    Gruß, Lukas

    [1] Bitte nicht ganz ernst nehmen. ;) Die Problematik des Loudnesswars aber schon!
     
  8. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.07.10   #8
    Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten der Kompression - einmal als hörbaren Effekt (z.B. die Gitarre im Intro vom Song "Ready to go" von Republica; oder fast jede Snare, die in den 70er Jahren aufgenommen wurde;diese überstarke Kompression nennt man auch "compressed to fuck", svw. komprimiert bis zum geht-nicht-mehr).

    Die andere Möglichkeit ist die der hoffentlich unhörbaren Eingrenzung der technischen Dynamik. Und dadurch kann man die musikalisch nutzbare Dynamik vergrößern. Was bedeutet das? Stell Dir eine wilde Amateurband im Proberaum vor - der Sänger singt, schreit, flüstert. Singen ist okay, hört man. Flüstern ist nicht okay, hört man nicht. Schreien ist auch nicht okay, weil dann die Anlage zerrt und möglicherweise Schaden nimmt. Jetzt Gedankensprung, derselbe Sänger im Studio: Er schreit - soll er, denn das wird vom Kompressor nahezu unhörbar "eingebremst", und daher kann man den Gesang insgesamt anheben, so dass auch das Flüstern hörbar wird und die gesamte (musikalische) Dynamik des Sängers zum Einsatz kommen kann. Klar?

    Viele Grüße
    Jo
     
  9. Rock-Writer94

    Rock-Writer94 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.10   #9
    So nen Kompressor wäre also auch angebracht, wenn man (wie Bullet) normal singen tut, aber zwischendurch auch mal screamen/growln muss...?

    Anderes Problem:
    Unsere Sängerin hat ein derzeitig noch ein kleines Problem mit der Mikrofontechnik.
    D.h. wir müssen den Gainregler hochdrehen, aber ab und zu singt sie dann so powervoll und direkt ins Mikro, dass es zu viel Gain ist..
    Würde ein Kompressor auch hier helfen..?
     
  10. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.07.10   #10
    Ja, allerdings erhöht der Kompressor natürlich dadurch auch stark die Feedbackgefahr. Besonders auf engen Räumen
     
  11. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.07.10   #11
    Nein, der Kompressor wird erst nach der Gainstufe des Mischpults eingeschleift. D.h. gegen eine übersteuerte Vorstufe kann der Kompressor nichts ausrichten. Der Kompressor hilft, dass das, was aus dem Vorverstärker (ebendiese Gainstufe) rauskommt, nicht zu laut weitergereicht wird. Aber der Gain muss passend zu den lautesten Gesangspassagen der Sängerin eingestellt werden. Es ist wie beim Spielen eines Instrumentes oder beim Sport: Eine gute Technik (Mikrofontechnik in ihrem Fall) ist durch nichts zu ersetzen oder zu kompensieren.

    Viele Grüße
    Jo
     
  12. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 28.07.10   #12
    In gewissem Rahmen kann man bei besagtem Problem schon mit dem Kompi gegensteuern. Gain am Pult muß eben so eingestellt werden, daß der Preamp selbst beim lautesten Gesang nicht übersteuert. Die leisen Stellen zieht man dann übert das Make-Up am Kompressor wieder hoch.

    Nachteil der Geschichte ist, daß man ein schlechteres Signal-Rauschverhältnis bekommt, insbesondere, wenn man am Kompi den Pegel so kräftig anschieben muß. Zudem nimmt die Feedbackneigung umso mehr zu je heftiger man komprimieren muß und auch Nebengeräusche über das Mikro (Drums, Instrumentenamps...) werden im Pegel mit angehoben. Extreme, wie aus nächster Nähe ins Mikro zu plärren oder aus 30 cm Distanz zu flüstern, sollte sich das Gesangspersonal also verkeifen... :D

    domg
     
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