Artikel: [Bass] 1995 Epiphone Rivoli

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schleifer
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1995 Epiphone Rivoli VCSB -2ND, made in Korea




Das Warum und Wieso:

Der Rivoli ist der Traum meiner schlaflosen Nächte solange ich Bass spiele. Wieso? Aufmerksam gewurden bin ich vor etwa 4 Jahren als ich das erste mal was vom Black Rebel Motorcycle Club gehört habe. Ab da wusste ich welcher Bass es mal werden würde. Hab damals allerdings recht schnell gemerkt dass diese Bässe doch eher selten und nur mit Glück zu bekommen sind. Ganz zu schweigen davon dass ich damals noch armer Schüler war. Somit legte ich diese Gedanken erstmal wieder auf Eis. 2008 stand dann wieder "ich will was neues" auf dem Plan, ich googlete mich wieder tot auf der Suche nach einem, fand aber "nur" ein Modell in Cherry aus den 60ern für "viel zu viel Geld". Damals wurde es dann der Jack Cassady (ein wundervolles Instrument!).
Aber seit dem geht mir der Rivoli wirklich nicht mehr aus dem Kopf. Dann vor ca. 1 Monat musste ich einfach Nägel mit Köpfen machen, ich stieß auf eine Facebook-Gruppe (Rivoli/Eb2-Lovers) und sah eine Anzeige von einem gewissen Jim. "anyone interested i have a NOS epiphone re issue bass for sale. Factory second never gigged. US bass.".
JETZT ODER NIE. Hab mich sofort bei talkbass angemeldet und den guten Mann gleich mehrere PM's geschickt. Nach dem dann die Formalitäten geklärt wurden und ein gewisser Hurricane über NY fegte überwies ich 790$. Der Bass an sich war mit 650$ veranschlagt..aber + Shipping etc. Nach gut 2 Wochen durfte ich ihn beim Zoll abholen (und weitere 150euronen löhnen..Steuern :bad:) Aber ich langweile euch..kommen wir zum Bass!

Zustand/Verarbeitung/Optik:



Absolut Top! Atemberaubend! Tadellos! MEIN TRAUM. Das waren in etwa meine ersten Gedanken beim öffnen des Koffers.
Die Beschreibung des Verkäufers waren absolut zutreffend, ich hatte das Gefühl ein fabrikneues Instrument in den Händen zu halten.
Keinerlei Kratzer, Schrammen oder Schläge am wundervoll gemaserten Ahorn-Korpus in Sunburst. Einzig an den etwas angelaufenen metallischen Teilen fällt das Alter von ca 16 Jahren auf. Einzig an der Stelle wo das Binding in den Hals übergeht, also quasi an der Klebestelle kann ich eine kleinere "Schlamperei" entdecken. Ansonsten tadellos.
Die Sunburst-Lackierung glänz einfach wie Speckschwarte! :D Nitrolack? Das einzige was mich etwas stört ist dass der Baritone-Switch sich ziemlich schwabblig drücken lässt. Aber gut.

Spezifikation:

Baujahr: 1995
Verwendete Hölzer: Body-Ahorn; Griffbrett-Ahorn/Palisander
Elektronik: 1x Sidewinder (Mudbucker) am Hals; 1x Volume 1x Tone-Poti; Baritone-Switch
Hardware: Verchromte 3-Punkt-Brücke, offene Chrom-Stimmechaniken
Farbe: 3-tone-sunburst
Maße: 30,5" Shortscale, 20 Bünde

Bespielbarkeit/Sound:

Ich kann Sounds einfach nicht beschreiben, daher hier ein kleines Video. Trocken in den Line6 Gx gespielt.
Momentan sind leider noch die Original (!)-Saiten drauf (die sind über 16 Jahre alt
:rolleyes:) Ich werde das aktualisieren sobald ich ordentliche Flats draufgezogen habe.
Die Bespielbarkeit finde ich perfekt. Sehr niedrige Saitenlage, die E-Saite war allerdings so niedrig dass diese mir zu sehr auf dem Griffbrett schnarrte.Also hab ich die gesamte Geschichte etwas höher stellen müssen (mit der 3.Punkt-Brücke kann man die Saiten nicht einzeln in der Höhe justieren). Im Vergleich zum JC fällt auf dass der Hals extrem schlank ist! Somit super-bequem auch für kleine Hände ;)
Im Bandgefüge hatte ich anfangs doch einige Schwierigkeiten mein Setup neu anzupassen. Momentan spiele ich leider noch auf einem 1x15 150W Fender Rumble Transen-Combo + Behringer-Preamp (das Teil ist super!). Bässe hatte ich bei 10Uhr,dafür Hochmitten, Tiefmitten auf 2 und Höhen zwischen 12 und 2. Am Pre-Amp dafür etwas mehr Tiefen als höhen. Das musste ich etwas umkrempeln da die Mitten ab dem 7. Bund A Saite echt penetrant getrötet haben, in den tieferen Lagen kam allerdings garnix. Somit Bässe insgesamt angehoben, Mitten raus und die Höhen in etwa so gelassen. Schön ist, dass die Tiefen sich richtig knackig durchsetzen und man auch in sehr hohen Lagen ordentlich Fundament im Ton hat, gefällt mir sehr. Den Ton-Regler musste ich bis jetzt aber immer auf 0 lassen, denn sonst wär ich völlig untergegangen. Aber mit richtigen Saiten sieht die Welt bestimmt anders aus. Dann wird das hier auch aktualisiert. Damit ihr wisst von welcher Musik ich spreche, hier(ist mit dem JC eingespielt):
http://soundcloud.com/krachgartenband

Fazit:

Ich bereue keinen Cent den ich da investiert habe. Ob er meinen JC als Hauptbass ganz ablösen wird lass ich momentan noch offen. Das eine Konzert was ich damit schon gespielt habe, gab es 4x positives Feedback. "aaaalter geiler Sound man", "geiler Bass", "woar schickes Teil"..das spricht für sich. Und ich bin froh das Ding meins zu nennen.
Fragen, Wünschen, Anregungen? Bitte mitteilen!

PS: Mein erstes Review.
PPS: Kein Kommentar zu meiner Mütze! :D


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Macht's mir zwar nicht leichter mich selbst zu beherrschen... :redface: Aber was solls...
 
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ein wenig diskussionswürdiges zum text, bild und ton des reviews ist wünschenswert.
 
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Sehr hübscher Bass!
Zu deiner Frage: Auf den Rivolis ist wie auf fast allen von Epiphone ein normaler Poly-Lack,
du brauchst dir also keine Sorgen bzgl eines lackverträglichen Cases etc. machen.

Ich hatte selber mal zwei alte Rivolis. Optisch sind die Bässe für mich die Perfektion,
nur leider komm ich Soundmäßig nicht mehr ganz zu meinen Vorstellungen vom Idealsound.
Aber mal sehen, vlt hol ich mir wieder mal einen und statte ihn mit einem Dimarzio Model One aus ;)

Falls du eine Saitenempfehlung haben willst, ich hatte schon einiges auf Rivolis drauf.
Roundwounds bringen es meiner Meinung einfach nicht da drauf.
Für mich persönlich sind sowohl vom Spielgefühl als auch vom Klang die Thomastik JF-324 die besten Saiten dafür.
Angenehme Spannung und damit Saitenlage und ausgewogener Klang, der die Bauart gut zur Geltung bringt. :)
Ansonsten:
- La Bella Deep Talkin Bass: Sehr tiefmittenbetont, ideal für den Animals Sound, aber nicht sehr vielseitig und etwas steif
- Chromes: Für mich eindeutig zu viel Bass für den Rivoli und die Höhen in einem Bereich, die der Tonabnehmer gar nicht mehr abnimmt,
die sind eher für modernere Instrumente
- Fender-Flats: angenehm günstig, allerdings Flat-untypischer sehr mittenbetonter Klang

Ich hoffe ich konnte Helfen. Ansonsten, wenn du Fragen zum Rivoli oder ähnlichem hast, schreib mir einfach, in Sachen alte Gibsons/Epiphones
wage ich zu behaupten mich auszukennen :D
 
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Uli
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Der Rivoli orientierte sich seinerzeit am Gibson EB2, der in den späten 50ern rauskam. Anhand der damaligen Soundvorstellungen ist auch erklärlich, daß er mit einem einzigen Neck Pickup auskommt.
Ähnliche Modelle, die in den 60ern folgten, hatten dann schon einen zusätzlichen Bridge Pickup, womit dann auch schonmal ein paar Oberwellen jenseits der 2kHz-Marke produziert werden konnten. Mein Japan-Schätzchen ist aus dieser Zeit, klingt nur mit dem Hals-Tonabnehmer auch recht ähnlich wie die 50er Semies.

Ich nutze inzwischen auf fast allen Bässen Thomastik Flatwounds, die La Bella Deep Talking haben wegen des extrem dicken Cores einen sehr starken Saitenzug, den ich nicht allen Veteranen zumuten will. Die Korea-Produktion der 90er ist allerdings mit ziemlicher Sicherheit schon moderner verleimt, da sollte das eher nichts ausmachen - neu einstellen müßte man den Bass dann allerdings trotzdem.
 
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In meiner Schaltungssammlung befinden sich sowohl der Gibson EB-2, der Epiphone Rivoli EB232 (identische Schaltung), wie auch der Rivoli Nachbau aus den 1990er Jahren (dürfte mit dem hier vorgestellten Bass identisch sein). Der Nachbau unterscheidet sich von seinen beiden Vorbildern, ist aber mit seiner Drosselspule noch ein "echter Gibson/Epi Bass". Die Drosselspulen sind ja das Markenzeichen vieler Gibson Bässe.

Ich finde es toll, dass sich Epi auch bei der Elektronik an seine Tradition erinnert hat.

Gruß
Andreas
 
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Moulin
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Also ehrlich gesagt: Ich habe mir das Soundsample angehört, und ich finde den Bassklang absolut so, wie er sein muss.
Neue Saiten machen da für mich gar keinen Sinn, es sei denn, die Intonation wäre dermaßen daneben, dass es nicht anders ginge. Dann natürlich Thomastik Flats.
Das ist ja ein richtiger Glücksgriff, auch optisch!
Bei meinem Casady Bass habe ich übrigens die Pickguard - Kastration auch mal probiert, hat mir aber nicht gefallen. ;)
 
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