Auf alt getrimmte Gitarren...Horror, Hype, Geschäft (?)

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Meine Meinung:
Zu Relic: wenn's gut gemacht warum nicht, leider sind viele optischer Murks bis absoluter Schrott mit völlig unnatürlich wirken Schrammel und Schmauchspuren :evil:
Zum Sound mit oder ohne oder Nitro oder etc. Lack, wenn ich Gigs spiele, höre weder ich noch sonstwer einen möglicherweise vorhandenen Unterschied. Daheim im stillen Kämmerlein mag es ja anders aussehen.
Bei meiner 79er 25th Anniversery Strat (die ich seit '79 spiele) habe ich nach vollständigen Entfernen des utopisch fetten Lacks und zigmaligem Umlackieren mit unterschiedlichsten Lacken über die Jahre nie einen Soundunterschied bemerkt. Kann natürlich auch an mir liegen. ;)
 

Ich hatte schon gesagt, dass es 1 Weg ist. Vom einzigen Weg war doch gar nicht die Rede. :)

Beim Paul ist das Ziel möglichst dünn zu lackieren. Er tut die auch nur im Ausnahmefall mit Nitro. Er steuert den Klang (bei einem Serienproduktion nicht individuell, sonder möglichst wiederholbar) über Sättel, Brücken, PU .. und sehr gute Regelwege beim Tone Poti. Und selbst einem John Mayer konnte er den Sound liefern, den er vorher aus einer Relic Strat gezogen hat.

Merke - mehrere Wege führen nach Rom. Möglichkeiten den Ton zu beeinflussen hat der Gitarrenbauer aber ... und ein guter wird die Nutzen. Egal ob er dabei ne einzelne Gitarre als Master Build baut und versucht dem Kundenwusch gerecht zu werden, oder versucht ne Serie auf Kurs zu halten - also die Streuung zu reduzieren.

Gruß
Martin
 
Ich hatte schon gesagt, dass es 1 Weg ist. Vom einzigen Weg war doch gar nicht die Rede. :)



Merke - mehrere Wege führen nach Rom. Möglichkeiten den Ton zu beeinflussen hat der Gitarrenbauer aber ... und ein guter wird die Nutzen. Egal ob er dabei ne einzelne Gitarre als Master Build baut und versucht dem Kundenwusch gerecht zu werden, oder versucht ne Serie auf Kurs zu halten - also die Streuung zu reduzieren.

Gruß
Martin

deswegen hatte ich ja geschrieben, dass ich es niemand nehmen will Dinge zu hören, die ich ggf nicht höre.
Die Rechnung aus ausschließlich guten Komponenten am Ende eine gute Gitarre zu bekommen, sollte am Ende auch fast immer aufgehen. Das man Einfluss nehmen kann, steht außer Frage. Ich bin auch kein Gitarrenbauer - ich kann nur aus meinen Erfahrungen eines schhließen:

Es gibt eine Komponente, die tatsächlich richtig hörbar den Klang ändert: Hals, Hals und nochmal Hals :)

Bei allen anderen Komponenten ist der Einfluss für mich marginal bis nicht wahrnehmbar, mit Ausnahme von Pickups, bei denen Output, Position und Höhe starken Einfluss haben.

Ich habe vor einiger Zeit auch eine Gitarre umlackiert ... klingt genauso, sieht aber viiiel besser aus ;-)
Das war auch mein eigentliches Ziel
 
ja noch ziemlich optimierbar sein, wenn man an den richtigen Stellen die richtige Menge Lack aufträgt ? mmmmh
was heisst da optimierbar, ich denke, jede Veränderung dieser Art an einer Gitarre hat, wenn auch minimal, einen Einfluss auf den Klang. Ob man den jetzt hört, ist eine andere Sache, und ob das dann besser als vorher ist, liegt ja im "Ohr des Hörers". Ob eine Gitarre, die auf Vintage-Relic gemacht ist, auch so klingt, ist eine ganz andere Frage. 1. wie will man das denn feststellen, 2. warum sollte das so sein??
 
Ich kann drei Punkte beim Thema Relic nachvollziehen:
1) Man muss nicht mehr so viel Angst haben, dass eine Macke reinkommt.
2) Es fühlt sich besser an.
3) So ein paar Macken sind einfach Rock n Roll.

Allerdings finde ich nicht, dass man dafür eine auf Hochglanz gebaute Gitarre künstlich altern muss. Ich greife lieber gleich zu dem etwas bodenständigeren Modell, z.B. meiner Gibson Les Paul Faded. Bei der Serie hat Gibson den Filler auf der Korpusrückseite weggelassen und nur dünnen Nitrolack verwendet, nicht poliert. Das Ergebnis: Es fühlt sich nicht nach dickem Lack an, sondern schön "holzig". Und nach einem Jahr Nutzung sieht man auch schon die ersten eigenen Gebrauchsspuren - das finde ich viel mehr meins als künstliche Macken. Gerade auch beim Hals ist glatt lackiert oft viel zu klebrig. Also besser dünn und matt lackiert oder vielleicht sogar unlackiert geölt. Leider gibt es solche Versionen von den großen Herstellern eher wenig, aber es gibt ja Alternativen. Gerade wird für mich eine Custom Gitarre gebaut. Die bekommt dann auch Nitrolack und eine matte, bodenständige Rückseite.
 
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Hui... ui...ui :D

Hm ok ich habe da einen Eindruck wie eine Gitarre ohne Lack klingt, meine Paula wurde vom Gitarrenbauer mit den zugelieferten Teilen komplett spielfertig besaitet unlackiert geliefert. Ich wusste das da großes Potential drin ist, aber der Klang hat sich mit Lack und dann mit weather checking wieder in Nuancen geändert. Aber halt durchaus wahrnehmbar... aber wirklich Nuancen. Trotzdem pulverisiert sie jede andere Paula...:evil:

wie lange hast du sie denn unlackiert gespielt und wie lange hat es gedauert, bis der Lackiervorgang abgeschlossen war und du sie wieder spielen konntest ? Ich meine, am Ende ist es total egal, wenn sie als fertiges Instrument genau das macht was sie soll und dir top gefällt.

Ich weiß nur nicht, ob man durch ein paar Mal anspielen und dann Wochen, nachdem Nitro aufgetragen und gertrocknet ist, einen objektiven Vergleich anstellen kann. Mir würde das schwer fallen.

Aber seis drum - wenn Aging gut gemacht ist, natürlich und nicht zu übertrieben aussieht, gefällt es mir gut.
Was mir nicht gefällt sind diese ganzen "Pink over Sunburst" "Red over Blue" etc... das widerspricht auch irgendwie dem Gedanken, so wenig Farbe als möglich aufzutragen.

Ich hatte mal eine ESP, eine wirklich extrem nice Gitarre (für den ihr angedachten Rock und Heavy Sektor).
Leider hatte sie von allen angetesteten Modellen die schlimmst Farbe ( Magenta Metallic ), klang aber am besten. Also für damals richtig teuer Geld gekauft. Von der Gitarre total geflashed, von der Farbe nicht so. Das habe ich mir ein Jahr angeschaut. Dann habe ich zum Schleifpapier gegriffen und losgelegt ( als Laie ein sinnloses Unterfangen, da gewölbte Decke und eingeleimter Hals ). Dabei kamen dann 2 weitere Farben zum Vorschein. Darunter war silber ( als Grundfarbe, ähnlich Lake Placid Blue ), darunter eine weiße Grundierung und darunter das Ahornholz.

Nach ein paar Minuten habe ich eingesehen, dass es nichts wird, fand aber die Abschürfungen ziemlich nett. Sah ungefähr so aus, nur nicht so großflächig, sondern viele kleinere Stellen:

tyler.jpg


Es war an sehr vielen Stellen das blanke Holz zu sehen. Im prinzip also wie bei den Heavy Relics.
Der Sound hatte sich aber so genau Null verändert. Klang immer noch geil, und sah dazu noch besser aus als vorher :)
 
Liege grad mit einem grippalen Infekt flach. Herrliche Lektüre - Wenn ich EUCH nicht hätte! Danke!

:coffee: :hat: :great:
 
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was heisst da optimierbar, ich denke, jede Veränderung dieser Art an einer Gitarre hat, wenn auch minimal, einen Einfluss auf den Klang. Ob man den jetzt hört, ist eine andere Sache, und ob das dann besser als vorher ist, liegt ja im "Ohr des Hörers". Ob eine Gitarre, die auf Vintage-Relic gemacht ist, auch so klingt, ist eine ganz andere Frage. 1. wie will man das denn feststellen, 2. warum sollte das so sein??

das habe ich an anderer Stellen auch schon gesagt. Es ist total egal, ob man dran glaubt oder nicht, ob es so ist oder nicht. Wenn das Instrument - egal welches - Spaß macht ... dann passt es ja.

Man wird sowieso nie auf einen Nenner kommen.

Thema Sinn / Optik: den einen gefällts, den anderen nicht
Thema Einfluss Sound: die einen sagen so, die anderen so

Es gibt einfach keine Schnittmenge :)

Obwohl, doch: Den einen gefällts, sie glauben aber nicht an den Soundeinfluss - dazu gehöre ich :)
 
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@Kluson

Wie ich schon gesagt hatte Nuancen, also quasi nix. Das Ganze ist auch total subjektiv und sicherlich auch Psychoakustik, man hat sie nicht lange unlackiert geklimpert, es waren keine Magneten drin (die haben sicher auf die Saitenschwingung Einfluss).

Am Ende muss es passen und alles andere sind Kleinigkeiten die man sich einbilden kann, eigentlich merkt man ja wie sie schwingt.

Ist ja auch immer die Frage, ob man ein und dieselbe Gitarre vergleicht oder ne andere.

Ja und der Hals hat einen großen Einfluss!
 
Jo. Rosamunde Pilcher ist von uns gegangen... :embarrassed: :D

Egal: Es lebe dieses Forum! :great:
 
Wie ich schon gesagt hatte Nuancen, also quasi nix. Das Ganze ist auch total subjektiv !

ich habe da immer ein Beispiel für mich, das es immer ganz gut verdeutlicht.

Bei einer Strat habe ich den Block ausgetauscht. Zink gegen Stahl. Beides jeweils aufgenommen als Audio.
Und ja, es gab einen Unterschied - aber ich musste mich stark konzentrieren um den Unterschied zu merken, hinzu kam, dass ich natürlich wusste, welche Aufnahme was ist.

Seit dem sage ich mir immer: Wenn ich 5 x hinhören muss um zu entscheiden, OB dort überhaupt ein Unterschied zu hören ist .... dann ist da keiner ;-) oder eben ein so kleiner, dass es sowieso egal ist :)
Quasi meine eigene Vorher / Nachher Regel, hahaha
 
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Jo. Rosamunde Pilcher ist von uns gegangen... :embarrassed: :D

Hab gehört sie sei an Kitsch gestorben ... die erste Diagnose war ja "zu Tode gelangweilt", musste aber später korrigiert werden

Ups ... dann schiebe ich schnell hinterher: Rosamunde hatte eine große Sammlung an relic Gitarren :)
 
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@klaatu ,

Dann verlager' ihn bitte dorthin. Wie bitte soll so ein immer und immer wiederkehrender Thread enden, wenn jeder seine eigene Überzeugung beibehält, was übrigens völlig in Ordnung ist - denn das ist schlicht und einfach nun mal unsere bunte Vielfalt: Egal, ob nagelneu oder relic oder sonstwas.

Denn das einzige geringe Fachliche hier ist, dass es objektiv relicte Gitarren gibt; und das hat objektive Gründe. Die Wahrnehmung, Interpretation und Auslegung dieser Gründe ist aber subjektiv verändert oder gefärbt und vergleichsweise zum Fachlichen so gewaltg unterschiedlich, wie wir nun mal Individuen sind.
 
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Man könnte die Frage ja eigentlich ziemlich einfach klären. Spektrum aufnehmen, an der Gitarre rumkratzen, Spektrum nochmal aufnehmen. Dazu noch eine Referenzgitarre, unverändert.
Ohren hören ja doch öfter mal das, was sie hören wollen.;)

Zu Nitrolack oder Poly gibt es ein nettes Andertons Video, hier:

Ich mache jedenfalls meine Gitarren langsam mit der Zeit so "kaputt" ( nutze sie ab) wie es sich nicht vermeiden lässt.
 
Die einen nennen es Scheisse, die anderen Kunst, so ist es halt im Leben. Ich hatte und habe schon Brandneue, Relics, Heavy Relics und echte Vintage Gitarren, bei allen gab es sehr gute und auch grottenschlechte was den Klang anbelangt. Relic ist halt ne Mode wie Jeans mit Löchern oder auf alt getrimmte Mopeds wobei ich sagen muss das es im Lauf der Jahre immer besser wurde. Was sahen doch die ersten Relic Strats gegen Ende der 90er künstlich gemacht aus; heute bekommt man Klampfen da wirkt das wirklich echt. Ich werde nie vergessen wie meine Frau, als ich sie vor Jahren mal zu SSESSION in Frankfurt in den Custom Shop Raum schleppte sagte "ach, da hängen dann ja die günstigen gebrauchten Gitarren" :D
Letztendlich sieht aber keine meiner Vintage Gitarren so abgefuckt wie eine Heavy Relic aus und klingen tun sie auch besser (wobei wir dann bei der nächsten Diskussion wären :evil:)
 
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Und ja, es gab einen Unterschied - aber ich musste mich stark konzentrieren um den Unterschied zu merken,

Des Menschen Fähigkeit Klänge gedanklich zu speichern ist einfach nicht deutlich genug ausgeprägt, als dass man sich auf diese Fähigkeit auch nur annähernd verlassen könnte. Mit Gerüchen ist das anders, war ja evolutionshistorisch gesehen auch wichtiger, sich genau an unbekömmliche Blätter zu erinnern, als daran, ob der eine Säbelzahntiger schöner brüllt als der andere.

Hätten wir dieses akustische Manko nicht; ich glaube, dieses Forum wäre nicht halb so inhaltsreich. Ich hab nun echt ein geschultes Gehör und jedesmal, wenn ich mir im Laden etwas angetestet habe, ist der Klangeindruck nach den paar Wochen, dann als ich es wirklich bestellt hatte, ähnlich, aber nicht derselbe, weder bei analogem, noch bei digitalem Zeugs.

Ihr schraubt hier oftmals dies und das an einer Gitte rum um stolz vermelden zu können: ES KLINGT ANDERS! Ich kann es auch im Spektrum sehen! Hurra! Diese "anders" nützt euch aber gar nichts, wenn man nicht beurteilen kann, ob dieser "neue" Klang auch wirklich ein musikalischer Zugewinn ist. Was ich damit sagen will ist, dass es hier manchmal blind goutiert wird, wenn man mit Messinghardware, Edelstahlbünden, und mit dies und jenem ein paar Quentchen "Clarity" aus einer Gitte rausholt aber dabei völlig den Einsatzzweck vergisst.

Ich habe Metalbretter, die sicherlich keine klanglichen Ikonen sind, aber gerade dieses gekonnt reduzierte Spektrum macht sie für HighGain tauglich. Oder muss wirklich ein Paula klingen, wie eine Tele, die für Country Picking genutzt wird? Denkt drüer bei allem Klangfetischismus auch mal nach, in welche Richtung das überhaupt gehen soll und in welchem Genre und in welchem instrumentalen Bandkontext ihr unterwegs seid.
 
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