Aufnahmen fertig, doch Lautstärkeproblem

von slugs, 21.03.07.

  1. slugs

    slugs Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.11.05
    Zuletzt hier:
    14.02.16
    Beiträge:
    1.513
    Ort:
    Nürnberg
    Zustimmungen:
    13
    Kekse:
    2.398
    Erstellt: 21.03.07   #1
    Hallo,

    ich hab mit meiner Band (nach langer langer Arbeit) unser erstes Album fertig gestellt.

    Die Aufnahmen und die Bearbeitung habe ich mit Audicity gemacht (tolles Programm :great: ). Doch leider muss ich nun feststellen, dass die Songs insgesamt her vom Lautstärkeniveau nicht auf dem selben Level sind.
    Wie kann ich die Songs nun auf einen Level bringen? Ich will aber ehrlich gesagt in Audicity nicht mehr jede Spur einzeln bearbeiten um die Lieder letztendlich auf ein gleiches Maß zu bekommen, da wäre ich ja Jahre unterwegs. Zumal das Lautstärkeverhältnis innerhalb der Songs zwischen den Instrumten meiner Ansicht nach in Ordnung ist.
    Was kann ich nun tun?

    Grüße slugs
     
  2. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    28.08.06
    Zuletzt hier:
    26.07.16
    Beiträge:
    6.980
    Ort:
    Brotterode | Th
    Zustimmungen:
    30
    Kekse:
    9.833
    Erstellt: 21.03.07   #2
    Hi und Hallo.

    Das Zauberwort heißt "Mastering". Um noch etwas genauer zu werden, wird dieses Lautstärke Niveau über die Effekte Kompressor und Maximizer erziehlt. Als wäre eine Summen Kompiemierung angebracht, um das gewünsche Ergebnis zu erziehlen.

    Multi Band Kompressor:
    Download C3 Multi Band Compressor by ApulSoft
    Download C3 Multiband Comp by AW
    Download TK-3BandDisto by TK-Plugins

    All in One:
    VST Pack plug-in freeware download (selber noch nicht probiert)

    Maximizer:
    buzzroom
    Traitement Dynamique logiciel TbT Audio TLs Maximizer [Freeware] - AudioFanzine

    Weiters findet man hier https://www.musiker-board.de/vb/software/20884-die-besten-links-zur-besten-freeware.html.

    Bye :great:
     
  3. slugs

    slugs Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.11.05
    Zuletzt hier:
    14.02.16
    Beiträge:
    1.513
    Ort:
    Nürnberg
    Zustimmungen:
    13
    Kekse:
    2.398
    Erstellt: 22.03.07   #3
    Hm, ok erst mal vielen Dank für die Hilfe! :)

    Ich bin jetzt zwar kein blutiger Anfänger mehr, was Recording angeht, doch noch lange kein Profi ^^
    Kannst du mir mal kurz erklären, wie ich nun mit dem Multiband Kompressor und dem Maximizer umzugehen hab?
    Muss gar keine detaillierte Anleitung sein, sondern nur ne Beschreibung, was ich ungefähr machen muss.

    Grüße slugs :)
     
  4. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    28.08.06
    Zuletzt hier:
    26.07.16
    Beiträge:
    6.980
    Ort:
    Brotterode | Th
    Zustimmungen:
    30
    Kekse:
    9.833
    Erstellt: 22.03.07   #4
    Hi und Hallo.

    Mit Audacity kenne ich mich jetzt nicht so gut aus und empfehle das Programm eigentlich auch nicht. Viel lieber ist mir da Kristal, aber egal. In der Regel lädt man die Vst Effekt als dll Datei runter. Anschließend muss man diese Datei in den Plugin Ordner von Audacity einbinden. - wurde das schon gemacht ?

    Beim Mastering wird anschließend die Summe bearbeitet und komprimiert. Jeder hat dort eine andere Vorgehensweise. Bei mir ist der Ablauf in etwa so:
    • Equalizer
    • eventuell Stereo Expander
    • Multi Band Kompressor
    • Maximizer
    Das Variiert aber von Stück zu Stück und macht jeder anders.

    Infos auch hier: Mastering (Audio) - Wikipedia

    Ich hab jetzt ein paar Informationen zusammen getragen, was die allgemeine funktionsweise von Kompressor und Maximizer beschreibt.

    Kompressor: Kompression - Wikipedia

    Hier sind noch ein paar Kompressoren: Kjaerhus Audio - Professional Audio Plugins

    Maximizer: Beim Maximizer hab mal einen Artikel von SPL - USA genommen:

    Der gesamte Artikel: Sound Performance Lab . Loudness Maximizer . Die Roten kommen
    Oder auch hier mal lesen Cubase.net :: View topic - Maximizer

    Wie jetzt die verlinkten Geräte von der Bedienung funktionieren, kann ich jetzt nicht genau sagen, das jedes Plugin anders aufgebaut ist. Zur Zeit nutz ich nur das Plugin von Cubase und Wavelab.

    Bye :great:
     
  5. slugs

    slugs Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.11.05
    Zuletzt hier:
    14.02.16
    Beiträge:
    1.513
    Ort:
    Nürnberg
    Zustimmungen:
    13
    Kekse:
    2.398
    Erstellt: 23.03.07   #5
    Also erst mal vielen Dank für die Hife. Dafür gibts auf jeden Fall eine Bewertung! :great:
    Ich bin aber zeitlich im Moment leider etwas eingeschränkt, drum werd ich erst in den nächsten Tagen die Artikel genauer ansehen.

    Finde diese Meinung eigentlich etwas ungerechtfertigt. Das Programm bietet einem für den Preis (kostenlos) extrem viele Möglichkeiten. Mehrspuraufnahmen und Audiobearbeitung und Einbindung von Plugins (auch VST) sind ohne Probleme möglich.
    Einziges Manko: Die VST Effekte sind im Moment ohne graphische Oberfläche, d.h. es öffnet sich immer ein graues (manchmal unübersichtliches) Fenster, in dem man die Parameter ändern kann.
     
  6. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    24.10.04
    Zuletzt hier:
    4.03.14
    Beiträge:
    3.174
    Ort:
    Plochingen (Stuttgart/Esslingen)
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    5.730
    Erstellt: 23.03.07   #6
    Ich denke 4feet empfiehlt Audacity nicht, weil er es nicht wirklich kennt. Und so gesehen ist das ja legitim, denn Empfehlungen über die Dinge, die man aus eigener Erfahrung nicht einschätzen kann, sind ja recht wackelig ;)
     
  7. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    28.08.06
    Zuletzt hier:
    26.07.16
    Beiträge:
    6.980
    Ort:
    Brotterode | Th
    Zustimmungen:
    30
    Kekse:
    9.833
    Erstellt: 23.03.07   #7
    Ja genau. :great:

    Kristal ist mir soweit bekannt unter den Freeware Sequenzern. Audacity werd ich mir aber mal ziehen und genauer anschauen. Bis jetzt hab ich eben nur gehört, das es nicht so die wucht ist. Seh es mir aber mal an, um eigenen Erfahrungen zu machen.

    Bye
     
  8. KlausP

    KlausP HCA Gitarre HCA

    Im Board seit:
    25.01.04
    Zuletzt hier:
    14.07.11
    Beiträge:
    6.293
    Ort:
    Franken
    Zustimmungen:
    10
    Kekse:
    13.246
    Erstellt: 23.03.07   #8
    ich verwende Audacity gerne zum Aufnehmen, Schneiden und um mp3 zu erzeigen, aber nicht zum Mastering. Mir ist es noch nie gelungen externe VST Effekte einzubinden und mit den Mitgelieferten komme ich nicht zurecht. Auch das Abmischen ist mit den vorhandenen Reglern eine Qual.
     
  9. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    24.10.04
    Zuletzt hier:
    4.03.14
    Beiträge:
    3.174
    Ort:
    Plochingen (Stuttgart/Esslingen)
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    5.730
    Erstellt: 23.03.07   #9
    Ja, Audacity "kann" auch nicht viel...die Haptik ist sicherlich in gewissen Grenzen Geschmacksache, da muss jeder wissen wie weit er sich das zumutet.

    Ich verwende es im Grunde auch nur als MP3-Encoder...
     
  10. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

    Im Board seit:
    29.01.07
    Beiträge:
    49.310
    Ort:
    Urbs intestinum
    Zustimmungen:
    12.005
    Kekse:
    196.775
    Erstellt: 24.03.07   #10
    Hi Slugs,

    ich bin auch nicht so bewandert mit Audacity, aber in den Editoren, die ich benutze, gibt es die Funktion "Normalisieren", damit kann ich Tracks bzw. Songs mit unterschiedlicher Lautstärke auf ein Niveau bringen. Vllt gibt es ja ein ähnliche Funktion in Audacity?

    Greetz :)
     
  11. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

    Im Board seit:
    09.11.03
    Beiträge:
    16.151
    Zustimmungen:
    1.124
    Kekse:
    49.622
    Erstellt: 24.03.07   #11
    Jein. Man kann auf der Autobahn gelegentlich mal 180 fahren und am Ende wegen Stau und Baustelle dennoch nur einen Schnitt von 100 Km/h erreichen. Das Optimieren der Spitze hebt den Schnitt also nicht zwangsläufig an.

    Mit Normalisieren werden lediglich die Spitzenpegel auf 0 db gebracht, dadurch steigt aber oft die Durchschnittsloudness nicht "spürbar". Wenn im Song nur 1 einziger Ton ist, der pegelmäßig ein krasser Ausreißer nach oben ist, dann kann die gefühlte wie messebare Durchsschnittslaustärke trotzdem zu niedrig bleiben. Deshalb muss erst der Beschnitt der Pegelausreißer erfolgen. Das Normalisieren ist immer der allerletzte Schritt und garantiert lediglich einen optimierten Maximumpegel an den lautesten Events - nicht aber einen hohen Durchschnittspegel.
     
  12. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    28.08.06
    Zuletzt hier:
    26.07.16
    Beiträge:
    6.980
    Ort:
    Brotterode | Th
    Zustimmungen:
    30
    Kekse:
    9.833
    Erstellt: 24.03.07   #12
    Ja das Stimmt. Normalisieren find ich da auch nicht so sinnvoll.
     
  13. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    25.11.06
    Zuletzt hier:
    30.01.14
    Beiträge:
    5.210
    Zustimmungen:
    380
    Kekse:
    21.306
    Erstellt: 24.03.07   #13
    Normalisieren ist, bis auf wenige Ausnahmen, ein unnötiger Schritt.
    Ohne das extrems vertiefen zu wollen (damit könnte man ganze Bücher füllen), sei nur so viel gesagt: Jede Bearbeitung, auch digital, raubt erstmal Signalqualität - vor allem, wenn das Material nur in 16Bit zur Verfügung steht.
    Kurz gesagt geht es um sich summierende Rundungsfehler bei kleinen Wortbreiten. Sie entstehen bei _jeder_ Bearbeitung des Materials, summieren sich und ergeben als Summe u.U. durchaus hörbare Artefakte.

    Auch das stumpfe Anwenden eines Maximizers ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg.
    Wenn der Mix an sich druckvoll, transparent und gut ist, macht man mit Maximising eventuell mehr kaputt als man an subjektiver Lautheit erreicht.
    Abgesehen davon halte ich es für eine Sackgasse, nur immer "lauter" sein zu wollen als andere Produktionen.
    Unsere diesbezügliche Referenz ist nun einmal 0dBFS (full scale).
    Sprich: Der größte Pegel einer Produktion kann diesen Referenzpunkt nicht überschreiten - auch nur 0,1dB darüber führen zu digitalem Clipping.

    Was Lautheitsanpassungen eines Albums angeht, ist der einzige funktionierende Weg die Benutzung einer kalibrierten Monitoranlage und der eigenen Ohren.
    Für den "Heimanwender" reicht es schon, während dieser Arbeitsschritte den Pegelsteller am Verstärker nicht anzufassen, bis das Album fertig ist.

    Liegen die Songs in der richtigen Reihenfolge vor (eine Wissenschaft für sich...), kann man daran gehen, sie in ihrer Lautheit aneinander anzupassen.
    Eine rockige Uptempo-Nummer sollte subjektiv "fetter" und "lauter" daherkommen als eine sanfte Ballade.

    Da wir, wie gesagt, die 0dBFS-Referenz haben, kann es durchaus sinnvoll sein, "von oben nach unten" zu arbeiten, also mit der "lautesten" Nummer des Albums anzufangen.

    Nach der Lautheitsanpassung folgen dann hübsch passende Fades und das Setzen der Pausen. Beide Schritte haben einen großen Einfluß darauf, wie der Konsument das Album letztendlich wahrnimmt.
    Alle diese Punkte sind sehr stark abhängig von persönlichen Präferenzen und natürlich dem Ausgangsmaterial - sie können eine bereits gute Produktion vergolden oder komplett ruinieren - also obacht!

    Gegen den allgemeinen Lautheitswahn sei noch gesagt: Wenn der Mix sauber ist, kleine Anpassungen mittels EQ, Pegelanpassung etc. im Mastering gemacht sind, muß man das Material nicht "maximieren", wenn es bereits "fett" ist.
    Im Gegenteil: Jede Kompression/Limiting nimmt dem Material einen Teil seiner Dynamik, die Musik erst interessant macht.
    Ist die Platte "leiser" als andere (kommerzielle) Produktionen, verfügt aber über gute Dynamik und ist korrekt gepegelt, stellt das für mich kein Problem dar: Ich habe an meinen Wiedergabegeräten Lautstärkesteller :-)

    Oft wird gesagt, man müsse das Material für die Wiedergabe auf kleinen Systemen vorkomprimieren - das Gegenteil ist der Fall!
    Durch sog. Power-Compression wird das Material auf kleinen Anlagen (mit wenig Leistung und schwachbrüstigen Lautsprechern) eh komprimiert - auf großen Systemen macht aber gerade sehr dynamische Musik sehr viel Spaß: Hier kann eine dynamische Produktion richtig Punkten, da diese Wiedergabesystemen ebenfalls entsprechend dynamisch zu werke gehen.

    Insbesondere, wenn das Material radiokompatibel sein soll, ist übermäßige Kompression ein absolutes no-go, da OptiMod und Co. ansonsten gerne anfangen, das Werk komplett zu zerstören.

    Empfohlen sei an dieser Stelle mal wieder "Mastering Audio - The art and the science" von Bob Katz (englisch).
    Sehr gute Lektüre für alle, die etwas über Mastering lernen wollen.

    Ach ja: Die Lautheitsanpassungen werden selbstverständlich am Stereo-Mixdown durchgeführt.
    Eine gebräuchliche Bezeichung ist "Pegel verändern".
     
Die Seite wird geladen...

mapping