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Auftragsarbeit: Musical - Wie Preis berechnen?

  • Ersteller The Martian
  • Erstellt am
Wow, das ist mal wieder ein spannendes Thema, das sich nach einem Auftraggeber anhört, der von der Arbeit eines Kulturschaffenden keine Ahnung hat, sondern rein pädagogisch denkt. Ohne die näheren Umstände zu kennen (wie stehst du zum Auftraggeber, hast du Referenzen, welche Reichweite soll das Musical haben etc. pp.) fürchte ich, dass selbst deine Recherche sich im zu erwartenden Honorar nicht abbilden lässt. Solche Projekte starten meist enthusiastisch, so lange die Leistung ehrenamtlich aus dem Umfeld erbracht wird, und zugebuchte kreative Leistung wird dann folgerichtig mit einem ebenso hohen "Ehrenamtlichkeits-Faktor" versehen. Da hört man dann Sachen von "Dem zahlen wir halt a bisserl was", und damit kann's erst mal mit Freude weiter gehen. Das böse Erwachen kommt, wenn die ersten Zahlen auf dem Tisch liegen und jedem sofort klar wird, dass die Dimensionen nicht in Einklang zu bringen sind.

Ich würde als allererstes versuchen, mir eine Hausnummer nennen zu lassen, denn vielleicht erübrigt sich dann jeder weitere Schritt. Oder anders herum, du suchst das Gespräch mit den Verantwortlichen und nennst ihnen eine Hausnummer, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen. Dabei kannst du durchaus die Mindesthonorarempfehlung nennen und darauf hinweisen, dass diese Zahl lediglich der Veranschaulichung der Größenordnung bei marktüblicher Berechnung dient.

Ich schätze, da bekommen deine Gesprächspartner dann schon große Augen vor Schreck, und du kannst dir die Mühe einer Kalkulation schenken. Am Ende wird entweder eine Einigung stehen müssen, die eine Bildungseinrichtung nicht finanziell überfordert, oder sie müssen sich wen anders suchen.

Oder ist eine kommerzielle Verwertung geplant? Dann hätte sich mein Szenario vielleicht erübrigt.
 
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Wir spekulieren hier alle notgedrungen etwas rum.
Es kann sein, dass es sich eher um ein pädagogisches Wunschkonzert handelt, aus dem nichts wird.
Es kann aber auch sein, dass es um den Teil eines Projektes geht, das finanziell sehr ordentlich da steht (ja, so was gibt es!) - dafür spricht, dass es an mehreren Schulen ohne weiteres Personal aufgeführt werden soll. Sprich: einmal erstellt, kann das ohne weiteren Aufwand beliebig oft aufgeführt, heißt genutzt werden.

Wo das angesiedelt ist, findet man oft mit der Nennung einer Hausnummer oder eines Bereiches "von bis" heraus.

Wichtig ist, dass bei jeder nachfolgenden Aufführung auch etwas in der Kasse des threaderstellers landet - und da er mehrere Funktionen erfüllt, sollte das auch ansehnlich sein.

x-Riff
 
Es kann aber auch sein, dass es um den Teil eines Projektes geht, das finanziell sehr ordentlich da steht (ja, so was gibt es!) - dafür spricht, dass es an mehreren Schulen ohne weiteres Personal aufgeführt werden soll.
Kannst du den Zusammenhang deiner Folgerung erläutern?

Ich lese das nämlich mit etwas "Böswilligkeit" sogar entgegengesetzt. Die verantwortlichen Pädagogen haben null Plan und wenig Budget, ein Musical auf die Bühne zu bringen, also denken sie sich "Wunderbar, dann machen wir einfach ne CD, ein Rohling kostet nix, das Libretto schreibt ja die Michaela (Name von der Red. geändert) schon, und irgendein Musiker fällt uns doch bestimmt auch ein, der uns da was aufnimmt. Dann können wir das auch anderen interessierten Schulen gegen eine kleine Gebühr zur Verfügung stellen, und jeder Musiklehrer kann das mit seinen Schülern selbst einstudieren".

Ich drücke die Daumen, dass ich zu negativ bin, aber als Kleinstädter mit traditionell reger örtlicher Kulturszene macht man so seine Erfahrungen mit dem Bildungsbürgertum.
 
@OckhamsRazor hat ja schon wichtige Fragen gestellt die sehr sinnvoll sind. Neben der Preisgestaltung solltest du aber auch an die Umsetzbarkeit denken. Nehmen wir einmal an du würdest nun das perfekte Musical verfassen in Text und Noten. Wer würde deine Noten dann in Musik umwandeln? Da solltest du vorher auch einmal nachfragen, nicht das du komplexe Musik komponierst die dann von den verfügbaren Musikern nicht umsetzbar ist. Oder die Instrumente nicht verfügbar sind die du nutzt. Natürlich wäre es nicht dein Problem wenn die Laienmusiker das nicht hinbekommen, fällt aber trotzdem auf dich zurück.
 
@trommla die von mir geschilderte Möglichkeit ergibt sich nicht als zwingende Schlussfolgerung aus den geschilderten Informationen, sondern ist eben eine der vorhandenen Möglichkeiten.

Ich sage auch nichts über deren Wahrscheinlichkeit, sondern wollte darauf hinweisen, dass man nicht gleich mit Dumpingpreisen zu operieren braucht.

Beide Lesarten sind möglich und mehr kann der threadersteller herausfinden, wenn er eine für sich plausible Hausnummer in den Raum stellt.

x-Riff
 
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die von mir geschilderte Möglichkeit ergibt sich nicht als zwingende Schlussfolgerung aus den geschilderten Informationen
Ah, danke, dann hatte ich das falsch verstanden. Hoffen wir mal, das der TO die für ihn günstigste Lesart erwischt :)
 
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Ja - bin mal gespannt, wie es weitergeht und hoffe das Beste!

x-Riff
 
Es soll ein Playback Musical werden, da es an Schulen aufgeführt wird ohne festes Ensemble. Was dem Aufwand natürlich extrem erhöht da ich alles mit Plugins vorproduzieren muss und alles natürlich voll orchestriert sein muss.
Dafür mußt du dann keine Noten für die Begleitmusik schreiben, oder doch?

Und ein großer Kostenfaktor ist doch sicher die Instrumentierung. Ein Orchester ist sicher teurer als ein einsames E-Piano.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf jeden Fall wäre das etwas, das nachgereicht werden konnte, da ja die Zeit zu drängen scheint ...
 
@turko, ich bin davon ausgegangen, dass man das Prinzip dahinter versteht, auch wenn es in der Vereinfachung simpel klingt, entspricht es im Kern der "Wahrheit". Oder sagen wir besser: "meiner Wahrheit" und Erfahrung.

Verhandeln ist: Persönlichkeit, Rückgrat, Strategie, Geben und Nehmen, Fairness (auch wenn es manchmal sehr schwer fällt), Durchsetzung eigener Interessen, Erläuterung und Verständnis des Inhaltes, verbale Finesse, Zuhören, Verstehen, die Fähigkeit zu überzeugen sowie vor allem auch Respekt, Vertrauen und Zugewandheit.

Es ist nicht jedem gegeben sich auf der Basis von jahrelanger Erfahrung da hinein zu versetzen...

Und ich denke, dass man, wenn man den Teppichhändler "bezwingt", sich auch, wenigstens in den wichtigsten Teilen, gegen einen Gremium von "Pädagogen" ;)durchsetzen kann.

Außerdem geht es ja für @The Martian vor allem um die Kalkulation. Der Rest meinerseits waren wohlmeinende Hinweise, mehr nicht.
 
@turko, da gebe ich Dir Recht! Bürokratie ist lösungsfeindlich und setzt einen erzwungenen Rahmen, den es zwischen zwei Partnern so nicht geben sollte.
 
@OckhamsRazor hat ja schon wichtige Fragen gestellt die sehr sinnvoll sind. Neben der Preisgestaltung solltest du aber auch an die Umsetzbarkeit denken. Nehmen wir einmal an du würdest nun das perfekte Musical verfassen in Text und Noten. Wer würde deine Noten dann in Musik umwandeln? Da solltest du vorher auch einmal nachfragen, nicht das du komplexe Musik komponierst die dann von den verfügbaren Musikern nicht umsetzbar ist. Oder die Instrumente nicht verfügbar sind die du nutzt. Natürlich wäre es nicht dein Problem wenn die Laienmusiker das nicht hinbekommen, fällt aber trotzdem auf dich zurück.

Genau wie schon erwähnt soll es ein Playback Musical werden, d.h. ich produziere alles in Logic Pro. Das ist alles kein Problem, habe genug Plugins. :D
Die Option ist aber, das es später (in paar Jahren) auf große Tournee gehen soll und dann wird das Stück erweitert und auch Live gespielt. Das Schulprojekt ist erstmal der Prototyp sozusagen.


Wow, das ist mal wieder ein spannendes Thema, das sich nach einem Auftraggeber anhört, der von der Arbeit eines Kulturschaffenden keine Ahnung hat, sondern rein pädagogisch denkt. Ohne die näheren Umstände zu kennen (wie stehst du zum Auftraggeber, hast du Referenzen, welche Reichweite soll das Musical haben etc. pp.) fürchte ich, dass selbst deine Recherche sich im zu erwartenden Honorar nicht abbilden lässt. Solche Projekte starten meist enthusiastisch, so lange die Leistung ehrenamtlich aus dem Umfeld erbracht wird, und zugebuchte kreative Leistung wird dann folgerichtig mit einem ebenso hohen "Ehrenamtlichkeits-Faktor" versehen. Da hört man dann Sachen von "Dem zahlen wir halt a bisserl was", und damit kann's erst mal mit Freude weiter gehen. Das böse Erwachen kommt, wenn die ersten Zahlen auf dem Tisch liegen und jedem sofort klar wird, dass die Dimensionen nicht in Einklang zu bringen sind.

Ich würde als allererstes versuchen, mir eine Hausnummer nennen zu lassen, denn vielleicht erübrigt sich dann jeder weitere Schritt. Oder anders herum, du suchst das Gespräch mit den Verantwortlichen und nennst ihnen eine Hausnummer, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen. Dabei kannst du durchaus die Mindesthonorarempfehlung nennen und darauf hinweisen, dass diese Zahl lediglich der Veranschaulichung der Größenordnung bei marktüblicher Berechnung dient.

Ich schätze, da bekommen deine Gesprächspartner dann schon große Augen vor Schreck, und du kannst dir die Mühe einer Kalkulation schenken. Am Ende wird entweder eine Einigung stehen müssen, die eine Bildungseinrichtung nicht finanziell überfordert, oder sie müssen sich wen anders suchen.

Oder ist eine kommerzielle Verwertung geplant? Dann hätte sich mein Szenario vielleicht erübrigt.

Ich kann hier natürlich nichts über die Umstände des Projekts genau erläutern, will ja auch nichts über das eigentliche Projekt im Internet posten. Aber es stehen Sponsoren und Künstler dahinter, keine Pädagogen. Reichweite ist geplant Deutschlandweit und später Europaweit. Die Schulen sind nur die späteren Endkunden an denen die Aufführungsrechte weitergegeben werden, nicht die Auftraggeber.

Ich finde es großartig welche schöne Diskussion hier entstanden ist! Danke euch. Ich konnte ein paar hilfsreiche Tipps mitnehmen bisher! :)
 
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Es gibt immer Rahmenbedingungen und die gilt es, herauszufinden, um erfolgreich verhandeln bzw. erst mal ein passendes Angebot aufzustellen und unterbreiten zu können.

Da einige wesentliche Rahmenbedingungen noch nicht bekannt sind, bleibt es hier notgedrungen abstrakt, zumindest in Teilen.

x-Riff
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ah - es wird lichter im Wald ...
 
Die Option ist aber, das es später (in paar Jahren) auf große Tournee gehen soll und dann wird das Stück erweitert und auch Live gespielt. Das Schulprojekt ist erstmal der Prototyp sozusagen.
Wenn es dann so weit kommen sollte, dann wäre es super wenn du mal Bescheid gibst. Ich drücke dir da die Daumen das alles klappt.
 
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3. Probephase ...

4. Mixing/ Mastering ...

Phase drei und vier nach Tagessätzen anbieten. Längere Probe = mehr Arbeitstage = mehr Geld für Dich.
Hä?
Tagessatz heißt für mich, x Euro pro Tag, egal ob an dem 2 Stunden gearbeitet wird oder 20. Lägere Probe heißt also, mehr Arbeit für das gleiche Geld wie eine kurze. Also insgesamt weniger Probetage als bei kurzen (wenn die Gesamtprobezeit gleich bleibt), somit weniger Geld, nicht mehr. (oder habe ich etwas falsch verstanden?)
 
Hä?
Tagessatz heißt für mich, x Euro pro Tag, egal ob an dem 2 Stunden gearbeitet wird oder 20. Lägere Probe heißt also, mehr Arbeit für das gleiche Geld wie eine kurze. Also insgesamt weniger Probetage als bei kurzen (wenn die Gesamtprobezeit gleich bleibt), somit weniger Geld, nicht mehr. (oder habe ich etwas falsch verstanden?)

Nee. Längerer Probezeitraum = mehr Arbeitstage = mehr Geld. Und maximale Arbeitsstunden pro Tag sollte man vorab definieren. Danach muss eine Überstundenvergütung greifen.
 
Eine Kalkulation mit 30 Euro pro Stunde, wenn ich es richtig verstanden habe, ist wahrscheinlich nicht realistisch.

Der TO ist von 50 EUR/Std. ausgegangen (und der Annahme, ein solches Projekt sei in 30 Tagen mit jeweils 8 Arbeitsstunden zu stemmen).
Der Deutsche Komponistenverband ist anhand einer älteren Erhebung (2004) im Bereich E-Musik auf einen auf spätere Verhältnisse angepassten Stundensatz von knapp 25 EUR gekommen (Stand 2017, ohne Zusatzleistungen), d.h. wir nähern uns 2021 deinen 30 EUR als durchaus realistischem Wert.
Ich empfinde die Diskussion angesichts des sehr unscharfen Projektbildes allerdings als wenig zielführendes Stochern im Nebel.
 
Der Kostenvoranschlag sollte nach der Beschreibung gesplittet sein in ein festes Honorar und in Tantiemen für die spätere Nutzung, dabei bedenkend, daß letztere auch entfallen kann.
 
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