Bach-Partiten und Akkordeon?

Bernnt

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Bach-Werke werden ja oft rezipiert. Akkordionisten spielen Stücke aus Anna Magdalenas Notenbüchlein, die Inventionen, Sinfonias, das Wohltemperierte Klavier und die Englischen und Französischen Suiten. Aufnahmen der Partiten (BWV 825ff) findet man in Youtube allerdings selten. Warum ist das so? Zu schwer? Unmöglich zu spielen? Oder ist das Akkordeon dafür ungeeignet? Würde mich auf die Antworten der Experten freuen. Merci im Voraus.
 
klangtaucher

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dafür ungeeignet
dazu noch ewas OT: im (Doku-)Film "Pianomania" erwartet (der Pianist) Pierre-Laurent Aimard von (Steinway-Stimmer) Stefan Knüpfer, den Flügel für verschiedene Teile der "Kunst der Fuge" mal als Orgel, mal als Cembalo zu intonieren. So viel zum Thema Eignung, Klangvorstellung, Umsetzung. Alleine schon am Klavier.
 
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maxito

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m (Doku-)Film "Pianomania" erwartet (der Pianist) Pierre-Laurent Aimard von (Steinway-Stimmer) Stefan Knüpfer, den Flügel für verschiedene Teile der "Kunst der Fuge" mal als Orgel, mal als Cembalo zu intonieren.

wobei ich finde, wenn man dem Film aufmerksam folgt, dann kann man sehr viel über Klang und Klangvorstellung mitnehmen und sinngemäß auch auf andere Bereiche (z.B. Akkordeon ) übertragen. Denn ich dem Film kommt m.E bei den befragten Pianisten insbesondere gut raus, dass es auch viel darum geht, was die sich vorstellen und was die mit dem Stück machen wollen und dann nach dem Klang suchen, den sie hierfür brauchen. Und übertragen auf s Akkordeon denke ich, kommt man mit der Vorgehensweise auch sehr weit und kann sehr weit selber prüfen, welches Stück sich eignet um die eigenen Vorstellungen umsetzen zu können.
 
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@klangtaucher, vielen Dank für den Verweis auf Dimetrik. Den kann ich nicht.

was ist denn deine Meinung?
Warum es wenig bis gar keine Akkordeon-Fassungen von den Partiten gibt? Ich weiß es einfach nicht, finde es einfach merkwürdig. J.S. Bach war auf seine Partiten ja total stolz. Er hat sie als Opus 1!! (hoppsa!!) herausgebracht und selber verlegt. Sie hatten eine große Bedeutung in der Barockzeit. Wer was galt, hatte sie. Vielleicht ist der Grund total banal. im Vergleich zu den einzelnen Abschnitten der beiden Wohltemperierten Klavier-Bänden und der Französischen Suiten, sind sie lang. Aber selbst das kann eigentlich kein Grund sein. Wenn man die Englischen Suiten anguckt und ihre Länge damit vergleicht, wird man feststellen, dass es auch dort Abschnitte gibt, bei denen man öfters umblättern muss. Also ist der Grund der, dass Sie schwer sind? Dagegen spricht, dass die Goldberg-Variationen auch nicht von schlechten Eltern sind. Und im WTK läuft man sich auch bei einzelnen Stücken die Hände wund. Resumèe: Ich habe keinen Plan. @Klangbutter? @Monteverdi?

Ah, Bilderfutter. Super, werd ich mir angucken.
 
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Ich kann nur mutmaßen ... für mich sind die Suiten und Partiten nicht so reizvoll wie seine Fugen. Ganz einfach. Das was ihn am meisten ausmacht, findet man in den Fugen.
Populistisch ausgedrückt, Bach ist kein Tanzmucker :D

Abgesehen davon hat der Erfolg seiner Werke damit trotzdem nichts zu tun. Denn am bekanntesten oder häufigsten gespielt ist z.B. das Air, die Goldberg-Teile und seine (oder nicht mal seine ) Toccata d moll (ohne Fuge) oder diese Suite h moll. (Daraus auch meistens nur die Badinerie)

Das sind irgendwie leicht verdauliche Hits, die Partiten nicht.
Ich kann und will es auch nicht erklären.
 
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Frager

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Denn am bekanntesten oder häufigsten gespielt ist z.B. das Air, die Goldberg-Teile und seine (oder nicht mal seine ) Toccata d moll (ohne Fuge) oder diese Suite h moll. (Daraus auch meistens nur die Badinerie) Das sind irgendwie leicht verdauliche Hits, die Partiten nicht.
Nicht zu vergessen die Brandenburger Konzerte; zum Beispiel:
Grüsse von Paul
 
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Ich kann nur mutmaßen ... für mich sind die Suiten und Partiten nicht so reizvoll wie seine Fugen. Ganz einfach. Das was ihn am meisten ausmacht, findet man in den Fugen.
Populistisch ausgedrückt, Bach ist kein Tanzmucker :D
Ich sehe das eher gleichberechtigt. Sogar in sowas wie der Matthäuspassion wimmelt es nur so von Tanzrhythmen. Oder denke an die Solosachen für Cello oder Violine. Selbst in vielen Orgelfugen geht es tänzerisch zu.
 
Brandoni133

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Aufnahmen der Partiten (BWV 825ff) findet man in Youtube allerdings selten. Wa
Oder ist das Akkordeon dafür ungeeignet?
Wenn ich sehe, auf welchen Instrumenten Bach selbst spielte oder spielen ließ, dann kann ich mir ein prinzipielles Instrumentenlimit nicht recht vorstellen.

Beispielsweise das Stück in Beitrag #9 finde ich toll. Klar klingt es schwermütiger und nicht so strahlend wie auf einer Kirchenorgel oder von einem Orchester seiner Zeit. Und manchem seiner Auftraggeber mag es auf Akkordeon nicht gefallen haben (hätte, könnte). Insofern kann es sein, dass manche Instrumente Bach's Absicht widersprechen ... was aber Neuinterpretationen nicht hindern muss.

P.S.: Und nur Mut: Dem Meister sein Werk kann nichts entstellen ;) Seine Kunst wird sich auch mit einem "ungeeigneten" Instrument nicht verbergen lassen.

P.S.2: Wenn Du den Videolink aus #9 in YT direkt aucmachst, findest Du direkt darunter - und vor allem im 50+ Mix - viele weitere Akkordeon Interpretationen, auch von Bach ...
 
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Bernnt

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Wenn Du den Videolink aus #9 in YT direkt aucmachst, findest Du direkt darunter - und vor allem im 50+ Mix - viele weitere Akkordeon Interpretationen, auch von Bach ...
Leute bitte, es geht in diesem Thread um die Solodarbietung von Partiten für Klavier auf Akkordeon und nicht um irgendwelche Stücke von Bach, also ausschließlich um BWV 825-830, von denen es nicht viele Aufnahmen auf Akkordeon gibt.
 
maxito

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also ausschließlich um BWV 825-830, von denen es nicht viele Aufnahmen auf Akkordeon gibt.

So ganz versteh ich noch nicht , was dich davon abhält so ein Stück auszuprobieren. Manche Stücke haben sich halt auch eingebürgert, die spielen viele und wenn man auch davon was spielt, dann "gilt man was". Das sind manchmal auch Modeerscheinungen. Vielleicht sind die Partitien bisher ganz einfach durch s Raster gefallen...weils noch keine bekannte Größe gespielt hat, vielleicht, weil die nicht leicht sind, nicht so leicht ins Ohr gehen und man damit nicht so leicht Eindruck schinden kann. Da kann ich mir sehr viele Gründe vorstellen, wie es kommen kann, dass Stücke nicht auftauchen.

Aber von solchen Sachen hab ich mich eigentlich bisher nicht abhalten lassen. Wenn ich ein Stück entdeckt habe, das mir gefällt und das in meinem spielbaren Bereich liegt, dann spiel ich das, egal ob es bekannt ist und egal obs davon viele Aufnahmen gibt. Es hat mitunter auch einen Reiz das Stück für sich selber zu entdecken und auszuknobeln, wie man damit Musik machen kann.

Was hält dich davon ab es einfach zu probieren?
 
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Wenn ich ein Stück entdeckt habe, das mir gefällt und das in meinem spielbaren Bereich liegt, dann spiel ich das, egal ob es bekannt ist und egal obs davon viele Aufnahmen gibt. Es hat mitunter auch einen Reiz das Stück für sich selber zu entdecken und auszuknobeln, wie man damit Musik machen kann
Es muss ja auch nicht immer ein komplettes mehrsätziges Werk sein, oft ist eben nur ein Teil davon geeignet.
nicht so leicht ins Ohr gehen
das gilt keinesfalls für die Bb-Dur, wobei die Gigue einfach zu "pianistisch" ist. Die D-Dur mit der Ouvertüre (französisch), orgelmäßig.
Allerdings rede ich wie der Blinde von der Farbe, das ist für mich allenfalls von theoretischem Interesse (wie vieles bzw. das meiste)
 
Bernnt

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kann ich mir ein prinzipielles Instrumentenlimit nicht recht vorstellen
nicht so reizvoll wie seine Fugen
Das würde heißen, dass die Klavier-Partiten auf Akko eigentlich gehen, aber man sie nicht reizvoll findet. Also ein total emotionaler Grund.

Manche Stücke haben sich halt auch eingebürgert
Das würde heißen, dass es nicht genug nachgeblökt wurde. Die maßgeblichen Akkordionisten hatten die Partiten nicht auf dem Schirm. Das könnte sein. Gelegentlich glaube ich im Anforderungsprofil irgendwelcher Akkordeon-Wettbewerbe einmal gelesen zu haben: "eine Sonate von Scarlatti oder ein Stück aus dem Wohltemperierten Klavier von Bach.

was dich davon abhält so ein Stück auszuprobieren
Ich kann tatsächlich nicht einschätzen, wie schwer die Stücke sind. @klangtaucher und @chnöpfleri haben dafür eher einen Blick als ich. Muss ich zu meiner Schande zum wiederholten Male gestehen. Und nichts ist blöder als irgendwann steckenzubleiben.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
nur ein Teil davon geeignet
Welche Stücke davon sind denn deiner Meinung nach geeignet?
 
maxito

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Ich kann tatsächlich nicht einschätzen, wie schwer die Stücke sind.

na ich sag mal so: von den technischen Fähigkeiten muss schon ziemlich viel kommen, bis du stecken bleibst! Und unter dem Aspekt sollte es auch kein K.O. Kriterium sein, wenn sich das Stück mal als etwas schwerer rausstellt, als gedacht... dauert halt dann länger. Das sieht bei mir schon gleich ganz anders aus... ich hab z.b auf einer CD eine Sonate gehört und mir beim mehrfachen anhören gedacht... die könnte vom spielerischern Niveau machbar sein...leider hab ich dabei etwas falsch eingeschätzt, dass die Mie Miki halt spielerisch doch eine ganz andere Liga ist als ein einfacher maxito ... und was sich bei der so locker leger angehört hat, bei mir mal geschwind zwei Jahre üben bedeutete (und immer noch nicht sauber klappt).

Und vom spielerischen Potential aus dem du schöpfen kannst, hast du hier eine deutlich größere Basis - also, warum nicht - no risk, no fun! Und wenns klappt um so schöner. Dann kannst was darbieten, was nicht jeder zweite in Petto hat!
 
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