[Bass] - Wal Custom Mk1 (1988)

von szem, 08.10.06.

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  1. szem

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    Erstellt: 08.10.06   #1
    Mittlerweile hab ich den Wal Custom schon einige Wochen, was einige von Euch vielleicht wissen, hab doch auch genug herum gepost damit. Sorry dafür, ich kann nicht anders ... ;)

    Ich habe auch schon den ersten Gig damit gespielt, einen Grunge-Cover-Abend, mit Nummern von Alice in Chains, Pearl Jam, Soundgarden bis Temple of the Dog. Mit dabei war ein Ampeg SVT 2 Pro. Das ganze kam ungefähr einem Nuklaerangriff gleich. Dem Tontechniker blitzte die nackte Angst in den Augen, aber er hat die Sache dann ganz gut gemeistert, das sagten dann zumindest gewohnt kritische Stimmen aus dem Publikum.

    Jetzt habe ich dieses Wochenende endlich Zeit gefunden, dieses Portrait/Review zu schreiben. Ich weiß, es ist etwas lang geworden, aber Sprechdurchfall bringt mich durch meinen Beruf. Ich hoffe, es trotzdem genug Info und Unterhaltungspotenzial für alle, die an Bässen interessiert sind.

    Es hat im Forum einige Anfragen bezüglich Wal gegeben, von wegen: Was ist so besonders an diesen englischen Geräten? Warum sind die so selten bzw. so teuer? Kann man den Wal-Sound auch mit anderen Fabrikaten simulieren?
    Ich werde in diesem Review versuchen, auch auf diese Fragen Antworten zu geben. Diese werden einerseits durch meine persönlichen Erfahrungen gespeist sein, andererseits auch durch die G'schicht'ln, die mir von den mir bekannten Mitgliedern der weltweiten Wal-Nut-Community so zugetragen werden (wir Patienten kennen einander gut ;)).

    [​IMG]

    Fangen wir aber mit den Basics an:

    Mein Wal Custom hat die Body-Form Mark1 (Mk1), diese wurde von Pete Stevens und Ian Waller bei Electric Wood im Jahre 1981 (quasi als Nachfolger der Pro-Serie) eingeführt. Die Korpusform Mk2 folgte 1986, Mk3 schließlich 1995.

    Baujahr meines Mk1 ist October 1988 (In diesem Jahr starb leider auch Ian "The Great Wal" Waller an einem Herzinfarkt. Ich war damals genau 20 Jahre alt, ein gleichsam fauler wie mittelloser BWL-Student, der versuchte, verzweifelt wie entschlossen, Geld für einen Warwick Streamer aufzustellen).
    Ich habe meinen Wal über Ebay in einem Vorort von London erstanden. Der Preis war 2300 Euro, inklusive Versand und Versicherung sowie einem Originalkoffer. Der Bass war im Erstbesitz einer Bassistin, die ihn seit 1988 in einer Top-40-Tanzband verwendet hat und nun aus familiären Gründen mit der Musik aufgehört hat. Der Zustand war "near mint", sprich: Gürtelschnallenspuren und etwas abgesplitterter Klarlack auf der Hinterseite der Kopfplatte. Bässe in ähnlichem Zustand werden heutzutage auch schon um 3000 bis 3500 Euro verkauft. Also war mein Preis sehr okay, finde ich zumindest. Andere Wal-Banger haben mir das auch bestätigt.

    Als Deckholz wurde Shedua* verwendet, als Kern brasilianisches Mahagoni, für das Griffbrett indischer Palisander (Rosewood). Die Spezifikationen sind wie bei allen Wal Customs üblich, gemeinsam mit der Seiennummer (in meinem Fall: W3139) in der Innenseite der Elektronikfach-Abdeckung auf einen Streifen Gewebeklebeband mit Bleistift von jenem Mitarbeiter, der die Endeinstellung des Basses gemacht hat (hier: "Carl"), vermerkt worden.

    * Shedua wächst in Zentral- und Westafrika und ist unter anderem bekannt als Ovangkol, Amazaque, Mozambique, Ehie, Kolima (hat noch ein paar Namen mehr).

    [​IMG]

    Der Hals ist ein Laminat aus Ahorn (außen), Mahagoni (dunkle Streifen) und Weißbuche (hornbeam) (innen).

    [​IMG]



    Sonstige Specs:

    Gewicht: knapp fünf Kilo
    Mensur: Long Scale (34 Zoll, 864 mm), 21 Bünde, Breite am Sattel: 42 mm, Dicke am Sattel: 22mm, Dicke am 12. Bund: 24 mm, Hals-Querschnitt: C/V-förmig
    Befestigung: geschraubt (4 Schrauben)
    Material: 6-fach Laminat, mit Klarlack lackiert
    Saitenabstand auf der Bridge: 18,5 mm
    Stimmmechaniken: Schaller
    Bridge: Wal, einteilig

    Elektronik:

    zwei Humbucker
    Potis:
    - Volume (Regler angehoben: "Pick-Attack", Frequnezen im hohen Mitten-Bereich werden angehoben)
    - Balance (Pan) zwischen B(ass) (= Neck-Pickup) ujnd T(reble) (= Bridge-Pickup) (yeah, ein Siebziger-Jahre-Ding, siehe Rickenbacker!), rastet in der Mittelstellung BT ein.
    - Low-Pass-Filter für Treble (Bridge-PU) (angehoben: Boost für Roll-Off-Frequenz)
    - Low-Pass-Filter für Bass (Neck-PU) (angehoben: Boost knapp unter Roll-Off-Frequenz)
    im Elektronikfach können die Basiseinstellungen für Gesamtoutput, Low-Pass-Frequnezen sowie Intensität des Pick-Attack per Stellscharube festgelegt werden.

    Batterie: 9V
    Ausgänge: Klinke, XLR


    Berühmte Walnuts:

    In jüngster Zeit haben Bassisten wie Justin Chancellor von Tool dazu beigetragen, dass der einzigartige Wal-Klang wieder in der modernen Rockmusik präsent ist (wobei der Wal nur eine von vielen Komponenten von Justins Signature-Sound ist).

    [​IMG]

    Flea spielte weiters das musikhistorisch wichtigste Werk der Band RHCP, "Blood Sugar Sex Magik", ebenfalls mit einem Wal (Mk2) ein (bis auf zwei Songs). Den Wal hat er meines Wissens nach nie live verwendet. Er hängt jetzt, bemalt/beklebt mit Konterfeis wichtiger Musiker - Hendrix, Miles etc. - in seinem Heimstudio.
    Jeff Ament von Pearl Jam verwendete auch einen Fretless-Wal, zum Beispiel hat er "Alive" auf der "Ten" damit eingespielt.
    Zuvor waren es beispielsweise Who-Bassist John Entwhistle, der "englische Jaco" Percy Jones, Geddy Lee von Rush, der schwedische Fusion-Chef Jonas Hellborg oder der gottgleich geniale Mick Karn, die auf Wal vetrau(t)en.
    Aber für die Jüngeren ist es sicher Justin C, der Wal wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit in der Bassisten-Gemeinde gebracht hatte, weil der Tool-Sound seit "Aenima" eindeutig auch ein Wal-Sound ist, mehr denn je wird wieder das auf dem jüngsten Werk, "10.000 Days", deutlich.
    Sam Rivers von Limp Bizkit hat auch Wals in Verwendung, aber Limp Bizkit hat ja dank diesem Durst-Fredl-Oberkoffer-Dillo irgendwie alles verhaut. Gut, aber der Bass-Sound bei LB war schon sehr super immer ... ;)
    Ach ja, nicht vergessen darf man Justin Meldal-Johnsen, einen der innovativsten Bassisten der Jetztzeit. Er ist in Becks Band und erregte zuletzt auch Aufsehen mit seinen Linien für Ima Robot. In einem der besten amerikanischen Bass-Forem (thedudepit.com) schrieb er vor kurzer Zeit in der Wal-Bangers-Sektion: " I was recording with Seal recently for his new album, and the engineer saw all my basses standing at the ready and flipped out when he saw the Wal. "I've always wanted to record one of those!!" I told him I wasn't sure what song it was going to be right for, but that I would pull it out at some point. Well, the song presented itself and the bass made its presence felt. What a tone. The bass sounded so perfect. And the way it feels to play, I just can't get enough of it. There is NOTHING more pleasing to me than a nicely set-up Wal. The producer (Rick Rubin), engineer, Seal, the guitarist, all were quite pleased. That said, I tried to use it for the next song - no go; back to the Guild Starfire or P-bass, I can't remember.";

    [​IMG]

    Man sieht also, die Profis zucken aus, wenn sie Wals in die Finger kriegen. Aber es wird in dieser Erzählung auch klar: Wals sind keine klassischen Allrounder, trotz der unfassbar vielen Möglichkeiten, die sie bieten.

    Der Wal-Sound:

    Die Sache mit der Elektronik sieht zunächst einmal verwirrend aus. Und sie ist es ehrlich gesagt auch. Aber da muss jeder Wal-n00b durch, so wie ich eben auch ... Wenn man es aber positiv sieht, könnte man auch sagen: Die Möglichkeiten sind endlos. Die Art, wie die Aktivelektronik arbeitet, macht meiner Meinung nach den größten Teil davon aus, was man in Wal-Nut-Kreisen gewöhnlich einfach nur als "The Sound" beschreibt. Herkömmliche Bässe, wie zum Beispiel mein Stingray, verwenden eine - äh - herkömmliche Art, den Sound zu formen: Frequenzen anheben oder abschneiden (Boost/Cut) per Treble/Mids/Bass-Potis. Nichts dagegen zu sagen, zeigt ja auch tolle, weil - im konkreten Fall durch den MM-Tonabnehmer und seine Position am Sweetspot - unverwechselbare Ergebnisse.

    Beim Wal sieht die Sache aber sehr, sehr anders aus. Die Herausforderung ist, dass man Sounds von zwei Pickups miteinander mischen kann. Beide Pick-Ups haben einen Low-Pass-Filter. Einzigartig im Vergleich mit anderen Systemen ist, der stufenlos einstellbare Frequnez-Boost, der erzeugt wird, wenn man die Poti-Drehknöpfe anhebt. Lässt man eine Saite klingen und dreht dann den Regler von 0 bis 10, er gibt das einen wah-wah-artigen Effekt. Dieser Boost wirkt bei jedem Pickup aufgrund der physischen Position und der Oberton-Frequenzen, die dadurch aufgenommen werden, anders. Jeder Millimeter an Drehung ergibt wieder ein anderes Klangbild.

    [​IMG]

    Wie gesagt: Ein Universum an Sounds ist möglich durch die Kombinationen der Einstellungen der beiden Pickups und des gewählten Panoramas zwischen B(ass) (Neck) und T(reble) (Bridge). So kann zum Beispiel ein auf dem Bridge-Pickup eingestellter Sound sich alleine wie ein nasales Hupen anhören. Mischt man diesen aber nur ganz wenig zu einem weichen, vollen, bassigen Sound vom Hals-Tonabnehmer, fügt sich Hupen plötzlich einen Jaco-Sound, der einen Basspolster hat..

    Die Qualität des Systems zeigt sich weiters auch dadurch, dass selbst wenn einer der Low-Pass-Filter die Roll-Off-Frequenz besonders tief gesetzt hat, das Ergebnis nicht schlammig-mumpfig klingt, sondern bassig klar definiert rüberkommt - im Falle des Neck-Pickups zum Beispiel wie ein Kontrabass-Sound. Für den Song "Fell on Black Days" hab ich unlängst beim Gig den Neck-Pickup fast "zu" gemacht, durch Anheben des Potireglers aber die bassige Frequenz vor der Roll-Off-Schwelle angehoben = Badda-Boom. Den Bridgepickup-Filterregler hab ich in der Stellung 10 angehoben und zu 20 Prozent reingemischt. ergibt einen fetten Basssound mit einem leichten Klick.
    Lassen wir noch einmal Justin Meldal-Johnsen zu Wort kommen: "I tend to favor the neck pickup only slightly, and I roll off the tone controls to 9 on both pickups. That's my favorite sound.";
    In den einschlägigen Wal-Foren findet man auch immer wieder Tipps und Vorschläge für Tone settings. Das sieht dann so aus:

    Pan: Neck 30/Bridge 70, Neck tone 6 (pulled up), Bridge tone 8 - pretty good rocky, finger style sound

    Pan: Neck 30/Bridge 70, Neck tone 6 (pulled up), Bridge tone 8 (pulled up) - similar but a bit more "active"/poppy sounding

    Pan: Neck 70/Bridge 30, Neck tone 6 (pulled up), Bridge tone 8 - rounded but punchy soul, finger style sound

    Live kann das allerdings ganz schön anstrengend werden, wenn du zu jedem Song exakt die Einstellung suchen musst, die passt, vor allem wenn die Bühnenbeleuchtung zwischen den Nummern zurück genommen wird. Nur: Es wird wahrscheinlich wie Autofahren, irgendwann werden die Kombinationen der einzelnen Komponenten wie im Schlaf ablaufen. Hoffe ich zumindest. Das Gefühl dafür, welcher Regler welche Wirkung zeigt, bekommt man sicher nicht von heute auf morgen. Aufgrund dieser Gegebenheiten sieht man bereits, warum aus objektiven Grünen ein Wal so schwer durch andere Bässe simuliert werden kann.

    Einen zusätzlichen Kick bringt insgesamt im wahrsten Sinne des Wortes der Pick Attack, der durch das Anheben des Volumen-Potis aktiviert wird. High-Mids. ich glaube so im Bereich 3k, werden hervorgehoben. Im Fingerstyle soll so der Anschlag eines Plektrums simuliert werden (ich spiele nicht mit dem Plek). Dieses Feature gab es schon bei den Wal-Pro-Bässen, allerdings war es nicht so akzentuiert, und vor allem war es nicht verstellbar. Die Pro-Bässe hatten weiters High-Boost-Schalter, zusätzlich zu den klassischen Treble-Reglern. Man erkennt also die immense Weiterentwicklung, die die Custom-Bässe Anfang der 80er bereits genommen hatten. Ich hab den Pick-Attack im Elektronikfach auf "halbe Intensität" eingestellt, das reicht für meine Zwecke, sonst wird's zu knallig-aggressiv und schießt vielleicht irgendwelche brustschwache Hochtöner in den PAs tot.

    [​IMG]

    Handling:

    Der Hals ist kerzengerade, die Reiter sind so eingestellt, dass die Saitenlage möglichst niedrig ist, dass er gerade nicht scheppert. Was Wals besonders auszeichnet, ist auch die sensationelle Ausgewogenheit zwischen Hals und Body, der Hals hängt exakt so, wie man ihn braucht. Ergonomisch höchste wertvoll, bringt dich automatisch zur effizientesten Armhaltung.
    Was ich auch sehr schätze ist die sich in Richtung Body abflachende V-Form des Halses. Bei der Kopfplatte hat die Halsrückseite eine Andeutung eines Falz, der sich dann gegen den Body zu einer C-Form leicht verflacht.
    Der Hals ist lackiert, auch das stört mich nicht. Das Gesamtpackage muss man mögen, ich tu es sehr. Andere wie zum Beispiel der junge Mark King in den frühen 80er Jahren, mochten zwar den Wal-Sound, konnten aber mit den Hälsen nicht. King hat sich laut eigener Aussage deswegen für Alembics entschieden.
    Gewöhnungsbedürftig bei Einsatz der Slap-Technik ist der im vergleich zu anderen Bässen breite Abstand zwischen Saiten und Body zwischen Hals und Hals-Pickup. Dieser entsteht durch die Stufe zwischen Griffbrett am 21. Bund und dem Korpus, bedingt durch die dort platzierte Manipulationstasche für die Halseinstellschraube.

    [​IMG]

    Dadurch fehlt mir bei der Pop-Technik die stabilisierende Auflagefläche für den Knöchel zwischen dem ersten und zweiten Fingerglied des Zeigefingers. Ist vermutlich Gewöhnungssache oder vielleicht nur mein Privatproblem, aber mir ohnehin eher wurscht, da ich in den Bands, in denen ich den Wal einsetzen werde, ohnehin so gut wie nie slappe. Obwohl: Slapsounds kann der, biustugelähmt ...

    Fazit:

    Ja, es ist schon der Wunderbass. Da ist schon was dran am Mythos. Einzigartig, aber auch eigenwillig. Love it or leave it.
    Nicht zu unrecht sind Wals eine der Instumentenfirmen, deren Fabrikate immer wieder mit dem Etikett "Beste Bässe der Welt" geschmückt werden. Obwohl, in den Händen weit besserer Bassisten als ich es bin, wird er wahrscheinlich erst die wahren Wunder wirken, das ist klar …

    Der Wal kann jedenfalls Stahlgewitter auslösen genau so wie den Schädel des zugekifftesten Dub-Heads zum Vibrieren bringen genauso wie das Säuseln von lustigen Bienchen auf der Wiese simulieren. Nichts schneidet derarig gnadenlos durch jeden noch so vermurksten Mix, kein anderer Bass kann so breite wie auch noch klar definierte und als Ganzes wahrnehmbare Fundamente bauen. Für das, was dieses Gerät im Vergleich mit anderen Bässen kann, war es ja noch fast billig ... Manch gehypter One-Sound-Bass (ich nenn jetzt keine Namen) kostet mitunter auch mehr als 2000 Euro. Außerdem finde ich, dass man mit diesem Bass und seinem doch etwas "anderen" Korpus und nicht zuletzt auch dieser uniquen Kopfplatte verflucht sexuell aussieht auf der Bühne. ;) :D

    Nicht wundern darf man sich in dem Zusammenhang auch über die leicht wahnsinnige Entwicklung der Gebrauchtpreise. Die kommt daher, weil Pete Stevens ja nicht mehr so viele Bässe baut und gleichzeitig die unmoralischen Übernahmeangebote großer Firmen immer wieder abgelehnt hat.



    Soundbeispiele:

    Ich hab leider keie besonders gutes Equipment zum Recorden zu Hause. Ich hab den Bass einfach in die Mac-Soundkarte gestöpselt und Garageband gestartet. Die Soundkarte ist mit diesem Monster leider komplett überfordert, hab den Inputlevel extrem zurücknehmen müssen. Ich hab schnell mal ein paar Riffs aufgenommen, nix kompliziertes oder anspruchsvollen, weil dazu fehlt mir leider die Zeit (oder das Talent? ;)). Im Clip wal3sounds hab ich eine Figur mit drei verschiedenen Einstellungen gespielt, eine neutrale und zwei extremere. Ob sie zu dem Thema passen, sei dahingestellt, soll eher die Vielfältigkeit demonstrieren. Und dann hab ich natürlich noch ein Tool-Riff aufgenommen. Das war wirklich nur g'schwind reingespielt, ohne Metronom und auch ohne der Gewissheit, ob es auch richtig ist, kommt aus meiner Erinnerung. Soll nur demonstrieren, wie der Tool-Sound zusammen kommen könnte. Ich spiele - wohlgemerkt - ohne Plektron, da ich Pickstyle mit Blattl eigentlich gar nicht kann. Daher ist ein Charakteristikum von Justins Sound schon einmal nicht gegeben. Aber ich glaube man kriegt eine Idee davon, warum er so klingt, wie er klingt.

    Unter Szemsoundz in den Hörproben: https://www.musiker-board.de/vb/bass/149801-szemsoundz.html#post1822108

    So, das wars, ich hoffe, es war für jeden a bissl was drin und das Lesen hat sich ausgezahlt.
     
  2. NaughtyMoose

    NaughtyMoose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.06   #2
    ein weltklasse-review über einen absoluten weltklasse-bass, gratuliere :great: .

    welche hersteller außer wal und alembic verfolgen eigentlich noch dieses konzept der einstellbaren resonanzfrequenz samt -überhöhung? fand es immer schon den klassischen 2- oder 3-band eq's um hochhäuser überlegen.

    das pluck-"problem" des passenden abstands zwischen saite und korpusdecke hab ich auch; lösen könntest du es durch anfertigung eines pickguard aus zb. durchsichtigem acryl in passender stärke; da du den bass nie wieder verkaufen wirst :D :D , "entehren" 4 oder 5 kleine schrauben dieses wunderding auch nicht allzu gehörig.
     
  3. palmann

    palmann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.06   #3
    Zu so'nem Bass lässt sich auch einigers erzählen. Wir brauchen noch einen A/B Vergleich mit deinem anderen Wal! :)

    Gruesse, Pablo
     
  4. szem

    szem Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.10.06   #4
    Freut mich, dass das lange Review so viele Leute interessiert und auch gefallen hat. Danke für den zuspruch, auch in Form der Karmapunkte. :D

    Ich weiß, das ist eine Art Exote und ziemlich mythenbehaftet, aber ich hab mir gedacht, vielleicht ist es gerade deswegen interessant, ein bisschen mehr darüber zu erfahren. Vielleicht werd ich im Laufe der Zeit noch Updates machen, falls sich für mich wieder etwas Neues ergibt, kann man ja bei so einem Wunderding nie wissen.

    @ palmann: Vergleich mit dem 79er Wal Pro II E? Ja, gern. Derzeit gibt's leider wenig zu vergleichen, denn der alte Herr ist schon wieder beim Bassdoktor. Letztens beim Konzert habe ich ihn als Drittbass mit gehabt (neben dem Mk1 und dem Stingray) und wollte zwei Nummern damit spielen. Beim Soundcheck steck ich ihn ein und er macht: "ööörrr" und aus wars ... Klar, Batterie getauscht, nutzte aber nix. Wahrscheinlich eine Lötstelle oder wasweißich. Altes Glumpert halt ...

    Aber sobald er wieder auf dem Damm ist, schreib ich gern auch ein paar Zeilen über dieses Gerät. Ist vielleicht für die historisch interessierten unter Euch interessant. Außerdem: Von den Pros tauchen immer wieder welche über Ebay auf (wobei: Es gibt eigentlich zwei Pro-Serien, die Originale aus den 70er Jahren sowie New Pros, die Pete in den frühen 90ern für ein englisches Musikhaus gefertigt hat, als eine Art Billiglinie. Damals ging das noch, da hatte Electric Wood acht Mitarbeiter ...)

    Für prospektive Wal-Nuts: Schauts auf The Dudepit - powered by vBulletin, ins Wal-Basses-Forum, die Typen dort sind topinformiert, sobald irgendwo auf der Welt ein Wal zum Verkauf steht, wissen die das. Vielleicht ergibt sich ja für den einen oder anderen eine Chance. Wie gesagt, die Preise sind derzeit halt leider mehrheitlich total durchgeknallt. Solange die Produktivitätssituation bei Electric Wood so bleibt, wie sie derzeit ist, wird sich daran, fürchte ich, nix ändern.
     
  5. szem

    szem Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.06   #5
    Hab was ganz interessantes auf Youtube gefunden. Da hat doch jemand glatt den gleichen Bass wie JC (Wal Custom Mk2 Maple) und Schism fast auf den Punkt genau nachgespielt. Und sich dabei aufgenommen.

    YouTube - Schism on Bass
     
  6. bassometer

    bassometer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.06   #6
    Ich auch. Da der Wal-Sound auch als fretless unverkennbar ist, kann man sich wegen des Erkennungswertes auch noch das Video antun.
     
  7. szem

    szem Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.06   #7
    Es ist immer wieder nett, Mick Karn auf dem Fretless-Wal zu sehen und zu hören., Ich finde, btw, seine rechte Hand, also die Technik der Greifhand, ziemlich cool. Effizient, und so vielfältig.

    Der Gitarrist hatte offenbar -- neben üblem Eierschneidersounddurchfall - auch noch seinen Bad-Hair-Day. Man sieht wieder mal: Männer über 26 Jahren mit langen Haaren sind ein unwürdiges Schauspiel ... ;) :D
     
  8. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.10.06   #8
    Das interessierte mich auch schon lange mal :( Von Alembic kann man separat ja nur ganz einfache Elektroniken (so bestenfalls im Stile von Essence + additional Q) kaufen, und das schon zu recht erlesenen Preisen...
     
  9. xyz

    xyz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.10.06   #9
    Ich weiß nicht ob die technische Grundlage die gleiche ist, aber bei meinem Zon Legacy Standard funktioniert das Tonepoti wie bei der Alembic Elektronik. Sind eigentlich die einzigen Elektroniken die ich wirklich nutze (und nicht nur deshalb weil es keinen Passiv-Schalter gibt:D).
     
  10. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.10.06   #10
    Mich zu Zon zu überreden müßte man sich gar nicht mal so anstrengen. Allerdings scheint es nur noch Legacy Elites zu geben, und die funktionieren anders. Mit wenigstens separater Klangregelung per PU (2-band + boost) scheint es nur noch die ZB-6 Elektronik im Sonus Studio zu geben. Hmm...
     
  11. xyz

    xyz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.06   #11
    Die Elektronik in meinem ist auf der Zon-Seite nicht zu finden, dürfte aber damals bei den Standards Standard gewesen sein. Leider sind Zon-Bässe bei uns ziemlich selten.
     
  12. bassometer

    bassometer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.06   #12
    Nachdem hier jede Menge Posts als Spam gelöscht wurden, frage ich mich was die Diskussion zur Zon-Elektronic noch mit dem Wal zu tun hat. :confused:
     
  13. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.10.06   #13
    Es geht um ähnlich funktionierende Elektroniken.

    Ob Zon tatsächlich mit Low Pass Filtern wie Wal und Alembic gearbeitet hat, kann ich jetzt leider immer noch nicht verifizieren, aber es ich kann mich auch erinnern, daß er früher (muß so Mitte der 90er gewesen sein IIRC) auch Legacy Series Bässe mit separater Klangregelung pro PU gebaut hat. Und die brauchten das auch, weil er zumindest damals die PUs so eng zusammengerückt hatte, daß die sonst nicht so geniale gegenseitige Auslöschungen produziert hätten.

    Klar, wer vor 30 Jahren noch Series II Elektroniken verbaut hat, war der Bruce BecVar, der nebenbei auch noch als ghost builder für Alembic tätig war... der gilt also nicht.

    Separate Klangregelungen hatte noch Citron-Veillete damals. Diese Leute gehören bis heute zu den absoluten Göttern. Aber keine Ahnung vom Innenleben der damaligen Bässe.
     
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