Bassnotation in einem Stück interpretieren

potrebitel
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Das bedeutet jeweils den Akkord B-Dur bzw. Bb-Dur mit dem Basston A.

Im Englischen nennt man diese Akkorde "Slash Chords".
 
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Besten Dank für die super schnelle Antwort!
 
gerne!

und: willkommen im Forum :great:
 
Danke, ich fühle mich sehr willkommen und tada - stelle ich schon mal die nächste Frage und Bitte um Hilfe :))

Ich muss weiter im Stück einen E6 Akkord "bilden". Aufgrund der folgenden Anleitung für die C-Akkorde:

http://www.accordionpage.com/chcomb.html

konnte ich mir ausdenken, dass ein E6 Akkord = E-Grundbasston + C#m.
Nur klingt das irgendwie nicht ... Habe ich eine andere Option für E6 auf dem Akkordeon?

Danke schon mal für die Antworten!


Dieser Thread passt vielleicht mehr zum Akkordeon Forum - Spieltechnik und Unterricht :)
 
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Hallo potrebitel,

im Prinzip hast Du Dir das schon richtig ausgedacht...

Der Grund dafür, daß es nicht so klingt, wie Du Dir das vorstellst, weil der Charme eines "6er-Akkords" gerade in der Reibung zwischen der Quinte und Sexte besteht.
In der Konstruktion Grundton E + Cis-moll-Akkord fehlt die Quinte h doch recht schmerzlich.

Im Grunde müßtest Du auf dem Akkordeon gleichzeitig den E-Dur- und Cis-Moll-Akkordknopf drücken, dann hättest Du einen "echten" E6, wie man ihn sich vorstellt.
Vielleicht geht das nicht ohne Finger-Verknoten, aber probiers mal aus - einfach, um zu sehen, wie's klngt.

Viele Grüße
Torsten
 
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Hallo Torsten,

danke für den Tipp, werde ich ausprobieren

Viele Grüße,
potrebitel
 
Ah, halt, da fällt mir was auf!!! :eek:

Die Frage nach dem E6 ist ja nicht vom Himmel gefallen, die bezieht sich sicher auf die im Eingangsbeitrag verlinkten Noten - eine Akkordeonbarbeitung von Griegs "In der Halle des Bergkönigs".

Und, was soll ich sagen, der E6 ist an dieser Stelle einfach grottenfalsch und klingt auch besch...eiden, auch, wenn Du ihn "richtig" (d. h. wie angegeben) spielst.

Schon das cis im E6 beißt sich mit dem c in der Melodie und das war von Grieg auch nicht so vorgesehen.
Wenn wir mal einen Blick in die Original-Noten werfen (hier der Einfachheit halber das Griegsche Klavier-Arrangement), bringt uns das vielleicht ein Stück weiter.

Am Anfang stehen da nur Einzel-Baßtöne (keine Akkorde): immer im Wechsel Grundton und Quinte darüber, deshalb springen wir weiter vor, bis "Akkorde" kommen. Ich habe den fraglichen Akkord eingekringelt:

grieg-1.png


Keine Angst!
Das sieht schlimmer aus, als es ist.

Im Original steht das Stück in h-Moll, also einen Ganzton höher als Dein Arrangement.
Das soll uns erst einmal nicht stören...

Wenn wir einfach alle rot eingekringelten Töne zusammensammeln, erhalten wir als klingenden Akkord von unten nach oben
d + ais + fis + ais + d

Einen Ganzton runter (um in unser a-Moll zu kommen) hätten wir entsprechend
c + gis + e + gis + c,
also effektiv einen E+, ein übermäßiger Akkord.

Grunton e, Terz gis und übermäßige Quinte c (strenggenommen his).

Und schon geht das Dilemma los: Ein Akkordeon hat zwar verminderte Akkorde, aber keine übermäßigen.
Deshalb die "Ersatzkonstruktion" E6 im Arrangement, die allerdings meiner Meinung nach mehr als unglücklich gewählt ist: das h und das cis im E6 zingeln im Halbtonabstand das c der Melodie ein, das ist, gelinde gesagt, alles andere als schön.

Wir suchen also einen anderen passenden Ersatz, der auf dem Akkordeon spielbar ist.
Alles ist ein mehr oder weniger fauler Kompromiß, weil die typische Aufeinanderschichtung zweier großer Terzen, die einen übermäßigen Akkord ausmachen, bekommt man einfach nicht hin.
Entweder ist eine der beiden geschichteten Terzen klein oder sogar beide (vermindert).

Was tun?

Wir brauchen auf jeden Fall die übermäßige Quinte zum e oder eben gerade nicht (jedenfalls nix direkt einen Halbton nebendran. Da die übermäßige Quinte auch in der Melodie liegt, kann man sie weglassen. Aber eben nicht "falsch" einen Halbton danebensetzen.

Aber einen Ton des E+ müssen wir ändern, sonst können wir es nicht spielen.
Weglassen geht auch nicht, ein ein Akkordeon spielt ja immer Dreiklänge mit den Akkordknöpfen: Dur, Moll, Septim (meist ohne Quinte!) und verminderte Septim (auch ohne Quinte).

Hier einfach mal ein paar (bessere und schlechtere) Möglichkeiten anhand der fraglichen zwei Takte zum Herumprobieren und zur besseren Vorstellung. Das Prinzip gilt für die restlichen "E6"-Stellen genauso.

grieg-2.png



Aufgabe: Suche einen Akkord, der möglichst wenig stört. :)


Da die Quinten bei Septakkorden in der Regel auf dem Akkordeon nicht dabei sind, könnte man z. B. E7 versuchen (1. Beispiel), da finde ich die Septime d aber sehr aufdringlich.

Im 2. Beispiel hat man vom E+ abweichend "nur" eine kleine Terz statt einer großen und man spielt einen einfache C-Dur Akkord. Das finde recht passend und dezent.

Im 3. Beispiel mit dem a-Moll-Akkord ist mir das "Moll" zu deutlich und stört mich, weil es von den Hörgewohnheiten zu sehr abweicht (schließlich hat man das Stück ja im Ohr...)

Das 4. Beispiel mit dem C7 halte ich für ziemlich gelungen, da hat man die kaum richtig spielbare "Terz" des E+ umgangen und sich stattdessen ein b eingehandelt. Auch nicht schlecht.

Im 5. Beispiel, weil das mit dem C7 ganz gut geklappt hat, können wir noch einen Gdim7 (ohne Quinte) versuchen. Da wird das c ausgespart (macht nichts, ist ja wie gesagt in der Melodie) das b, das wir schon aus dem C7 kennen, hält einen Sicherheitsabstand ein und das e paßt ja eh. ;)
Das durch g ersetzte gis kennen wir ja schon aus dem C-Dur-Akkord.


Ich sag mal nichts weiter dazu, probiere alle aus und höre genau hin.
Hast Du Favoriten?

Viele Grüße
Torsten
 
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Hallo Torsten,

ich weiß nicht, was ich sagen soll - Dein Beitrag ist einfach umwerfend. Besten besten Dank für Deine Geduld und Mühe bei der Antwort!!

Für mich als Anfänger ist es sehr hilfreich, solche fachkundigen Ausflüge in die Harmonielehre lesen zu können.

Ich habe mir Deine Antwort sogar ausgedruckt :) und die letzten Tage studiert.
Es liest sich einfach spannend - wie ein Krimiroman mit Deduktion im Bereich Harmonie, nur wissen wir hier vom Anfang an wer der Mörder ist --> E6 :)

Alle deinen 5 Vorschläge für einen Ersatzakkord klingen passend. Am Ende hatte ich in der engeren Auswahl C-dur und Gdim7.
Letztendlich habe ich mich für C-dur entschieden, und das nur der Einfachheit halber. Gdim7 mag für meinen Geschmack ein Tick besser sein, leider ist er bei Weitem komplizierter zum Greifen.

Vielen lieben Dank noch einmal für Deine Mühe!!

Liebe Grüße,
potrebitel
 
Hallo protebitel,

schön, daß Dir mein Beitrag weitergeholfen hat.
Ich habe versucht, alles eher von der praktischen Seite her darzustellen - auf großartige theoretische Begründungen, warum nun ein Akkord passen könnte oder nicht, habe ich verzichtet.
Im Grunde geht es hier um Reharmonisierung aufgrund spieltechnischer Beschränkungen auf dem Akkordeon.


Gdim7 mag für meinen Geschmack ein Tick besser sein, leider ist er bei Weitem komplizierter zum Greifen.

Es gibt den beliebten Trick, einen verminderten Semptimakkord auch mal mit dem Daumen (!) zu greifen, da lliegt der Gdim7 gar nicht mehr so schlecht. ;)

Viele Grüße und viel Erfolg
Torsten
 

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