Baumarkt-Shakuhachi

von Wildshake, 09.05.16.

  1. Wildshake

    Wildshake Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.16   #1
    Da ich letztens über das Thema PVC-Shakuhachi gestolpert bin, habe ich mich dieses Wochenende mal mit einem Kumpel an das Thema herangewagt und wir haben eine voll funktionierende Shakuhachi in "D" auf die Welt gebracht. :D Ich kann euch das Ergebnis hier einfach nicht vorenthalten und habe mich dazu entschlossen, euch ein paar Bilder davon zu liefern. Da wir uns bei der Intonierung der Löcher etwas verrechnet haben, sind die Tonlöcher etwas groß ausgefallen, aber gerade noch gut abdeckbar. Die Anblaskante hingegen ist ein wahrer Traum geworden. Wo ich bei Bambus-Shakuhachis nichtmal einen Ton rausgebracht habe, klappt es hier schon hin und wieder bei mir. Mein Kumpel spielte die Töne gleich anfangs relativ sauber, da er früher mal eine echte hatte und den Umgang deshalb noch im Blut hat. Die paar Anfängermelodien, die er noch im Kopf hatte klappten wunderbar und die Klangfarbe war auch angenehm warm. Vermutlich lag das daran, das wir kein hartes PVC genommen haben, sondern ein etwas weicheres Plastikrohr.

    FAZIT: Um 9€ bekommt man genug Material, um 3 "Plastohachis" zu bauen. An Werkzeugen braucht man nur eine Schleifmachine, eine Säge und eine Bohrmaschine. Ein Stimmgerät gibt es für jedes Smartphone gratis zum runterladen und schon kann der Spaß losgehen. Der Bau bescherte 2 Leuten einen lehrreichen und lustigen Nachmittag, da wir 6 Stunden herumtüftelten, wie wir alles am besten hinbekommen.^^ Da ich noch Material für zwei weitere Shakuhachis habe, werde ich nächstes mal bei Interesse hier eine Step-by-Step Bilderreihe mit den exakten Maßen einstellen. Genug Pläne dazu gibt es ja bereits im Internetz. Vielleicht habt ihr ja selber schonmal ein wenig herumgebastelt und habt ihr etwas beizumerken? Würde mich über ein wenig Feedback sehr freuen. Hier aber mal die Fotos zu unserem Ergebnis:

    DSC_0015.JPG DSC_0013.JPG DSC_0012.JPG DSC_0005.JPG DSC_0014.JPG
     
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  2. sonicwarrior

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    Erstellt: 09.05.16   #2
    Wofür ist denn das Stimmgerät? Wie weiß man vorher wo man die Löcher bohren muss?
     
  3. Gast 2197

    Gast 2197 Inaktiver Benutzer

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    Erstellt: 09.05.16   #3
    Klasse Idee :great:

    Ich vermute wegen dem breiten Schnitt. Ich hatte früher mal das Original mit recht breitem Schnitt, die ließ sich auch recht einfach spielen und habe jetzt noch so eine aus Nepal. Die hat einen ganz feinen,schmalen Schnitt und ist dadurch extrem schwer anzuspielen, aber wenn man es raus hat ist sie traumhaft schön.

    Bin gespannt was du noch so bastelst :D
     
  4. Wildshake

    Wildshake Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.16   #4
    Eine Shakuhachi in D-Stimmung hat eine Länge von ~54,5 cm. Die Tonlöcher müssen natürlich in einem bestimmten, prozentualen Abstand zueinander stehen, um korrekt intoniert zu sein. Da unsere Shakuhachi, hingeschnitten auf ein sauberes D im Grundton, um ein paar Millimeter von den 54,5 cm abwich, rechneten wir auch die Lochabstände geringfügig um. Beim offenen Tonloch bricht ja die Luftschwingung ab und die Luftsäule die den Ton erzeugt verkürzt sich. Hat man somit bei offenem Loch einen noch knapp zu tiefen Ton, kann man das Loch noch etwas breiter bohren. Somit wandert der Punkt wo die Luft bricht auch noch etwas zurück und der Ton wird geringfügig heller. Ebenso kann man die innenliegende Tonlochkante noch richtung Anblaskante "unterbohren", sodass es quasi aussen gleich zu greifen bleibt, innen aber die Luftsäule bei geöffneten Tonloch um eine Nuance höher bricht. So haben wir uns allmählich exakt hingehantelt. :D Hier geht es quasi nichtmal um einen Vierteltonschritt, sondern nur noch um eine minimale Wanderung des Zeigers am Stimmgerät. Im Nachhinein wäre das wohl beim Solospiel überhaupt nicht ins Gewicht gefallen. Wir wollten sie eben gleich orchesterfähig bauen. :D
     
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