"Bedeutung" des Ab-Dur-Akkords in Satriani´s Flying In A Blue Dream ?

von NoiseZone, 07.12.19.

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  1. NoiseZone

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    Erstellt: 07.12.19   #1
    Flying in a Blue Dream...wer kennt ihn nicht, ein Song in C Dur kann man gut (lydisch) drüber spielen (Backingtrack)...

    Jetzt kommt da aber ein Ab Dur Akkord hinzu und die eigentlich Frage:

    Gibt es für diesen Akkord (Ab Dur) in der Tonart C-Dur eine (theoretische) Bedeutung, wie z.b. die Doppeldominante D-Dur ?

    Ich hab den Ab Dur vorerst mal als Tonartwechsel abgestempelt, allerdings gibt es ja in der "klassischen" Musik für sämtliche Akkordfolgen eine Bedeutung/Bezeichnung..

    C - Ab - F -> C (alles Dur) kommt so in dem Song vor.

    Also, ist das Ab "nur" ein Tonartwechsel ?
     
  2. Hans_3

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    Erstellt: 08.12.19   #2
    Weil das Ab mehrere Takte lang gespielt wird, erlebt man hier im Ohr ganz eindeutig einen Tonartwechsel. Käme Ab vor der Rückkehr auf C nur 1 Takt (*) vor, wäre es ein eingeschobener Akkord, den man nicht als Tonartwechsel empfinden würde.

    Zu beachten ist hier allerdings, dass es sich nicht um völlig willkürliche Akkordwechsel handelt. Es gibt einen kleinen gemeinsamen Nenner: Der ursprüngliche Grundton C (zu dem auch immer wieder alles wieder erdend zurückkommt), findet sich an akkordwichtigen Funktionen/Stellen wieder: in Ab in der der großen Terz, in F in der Quinte und in G als lydische Quarte (#4).

    (* oft zu hören als Durchgangsakkord bVI - z.B. | C F | Ab G |)

    Zum Verständnis dieser sogenannten "modalen Spielweise", die Satriani hier meisterlich anwendet, lohnt hier ein Blick in die Musikgeschichte. Mitte der 50er Jahre war der Jazz mit seinen immer schnelleren Akkordwechseln bei immer schnelleren, wahnwitzigen Tempi an seine Grenzen gelangt. Miles Davis kehrte das dann radikal um: Er verlangsamte z.B. die Wechsel so drastisch, dass die Akkorwechsel zu gefühlten (und realen) Tonartwechseln wurden. Klammer zwischen den Wechseln wurden z.B. raffinierte Klangflächen und korrespondierende Melodielinien.
     
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