Benden auf dem Akkordeon

von mYa, 27.10.07.

  1. mYa

    mYa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #1
    Ich bin hier ja nicht so aktiv, aber darüber wollt ich doch glatt mal einen Thread aufmachen.
    Vielleicht bin ich ja die Einzigste die das nicht kannte, gestern hat es halt unser Dirigent es mal aufm Akkordeon vorgemacht. Also aufm Akkordeon gebendet.
    Also einen Ton gespielt der dann minimal tiefer wurde!!!
    Keine Ahnung wie man das in der Akkordeonfachsprache nennt.
    Also ich spiele schon 8 Jahre Akkordeon und so und ich hab das echt noch nie zu "Ohren gekriegt". Hab dann natürlich gegooglet und gleich rausbekommen wies geht und tada, hab mich ausnahmsweise (freiwillig :rolleyes: ) ans Akkordeon gesetzt und ausprobiert, klasse, geht tatsächlich auch bei mir.

    Nur zur Technik, so hab ichs gemacht, ihr spielt am Besten mit einem tiefen Register nen tiefen Ton (am besten unter C2) und während ihr FESTE den Balg zieht lasst ihr die Taste fast los, also nicht ganz, so das eben der Ton auf einmal so fällt so, bendet eben, aber er eben nicht weg ist. Ach, ich weiß nicht, versteht ihr was ich meine?

    So, hab ma ne Aufnahme gemacht!
    Sorry wegen der Qualität (blödes Headset), aber man hörts. Ich weiß zwar net was diese Technik bringt, aber lustig find ichs trotzdem :D

    Mensch, irgendwie is der Anhang net dabei. Sorry, hier jetzt die Aufnahme!

    Edit: ok, funzt nich, dann eben hier
     
  2. Tobias R.

    Tobias R. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #2
    Hallo mYa!

    Der Akkordeonspieler des polnischen Trios "Kroke" (Stil so zwischen Klezmer und Jazz) macht das teilweise bis zum Exzess; aber auf jeden Fall sehr hörenswert, wenn man diese Musikrichtung mag. (z.B. Album: "Sonds of a vanishing world")

    Gruß
    Tobias R.
     
  3. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #3
    Hi Tobias !

    Danke für Deine Antwort.
    Gibts ein spezielles Lied von Kroke wo ich mir Technik mal anhören könnte, irgendwie kommt die mir nicht wirklich Liedtauglich vor. =)
    Aber Klezmer und Jazz sind immer gut, werd mich auf jeden Fall was Kroke angeht noch weiter umhören!
    Danke!! =)

    mYa
     
  4. Boris_Z

    Boris_Z Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #4
    eine sehr schöne technik um etwas mehr gefühl in manche stücke (vor allem langsame einleitungen) reinzubringen
     
  5. bluma96

    bluma96 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.07   #5
    Stefan Hippe wendet diese Technik auch in seinem Stück "Durch die Wüste" (Oberstufe für Duo Akkordeon) an, indem er musikalisch ein gähnendes Kamel darstellt.
     
  6. WhitePhoenix

    WhitePhoenix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.07   #6
    schade, dass man die töne nicht nach oben "ziehen" kann. wäre eine bereicherung für das akkordeon meiner meinung.
     
  7. waldgyst

    waldgyst HCA Knopfakkordeon HCA

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    Erstellt: 15.05.08   #7
    Kennt ihr das, wenn auf dem Akkordeon ein Ton heruntergezogen wird, ähnlich wie auf der Bluesharp? Ich hab das mal ausprobiert, und es klappt ganz gut, wenn man während des Spielens eines Tones die Taste langsam hochkommen lässt, bis die Klappe nur noch minimal geöffnet ist und dabei gleichzeitig den Druck/Zug am Balg erhöht.
    Ich frage mich nur, ob das für die Stimmzungen so gut ist?! So eine Bluesharp kann man ja auch nach ein paar Stunden Bending wegschmeißen. :confused:

    Wäre ja mal gut zu wissen. Laut den Aussagen im alten Thread scheinen es ja auch Profis regelmäßig zu tun, ohne nach jedem Konzert neue Stimmplatten einbauen lassen zu müssen. Wahrscheinlich macht es nicht so viel aus, weil der Effekt viel geringer ist als auf der Bluesharp, wo ja teilweise anderthalb Töne runter gezogen wird, oder?
     
  8. do-it

    do-it Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.13   #8
  9. Klangbutter

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    Erstellt: 01.01.13   #9
    Das hat der David Lange aber schön ausführlich erklärt, er bekommt sogar Harmonics aus seinem "armen" Akkordeon (4:19-4:21).
    Jedes Instrument und jede Stimme reagiert da sehr individuell, bei meinen Instrumenten kommen leider keine Flageoletts. :( Sonst hätte ich schon lange damit experimentiert.

    Er bleibt allerdings doch recht theoretisch. Interessant wird es nämlich, wie man im Spielfluss an den Effekt heran kommt!
    Man möchte das ja möglichst aus dem Zusammenhang einer Melodie nutzen können und dazu muß man die Hand aus der normalen Spielhaltung blitzschnell in diese spezielle Stellung bringen. DAS ist dabei die schwierigste Frage! Bei der Bluesharp ist es wesentlich einfacher, denn dort muß man nur schräg reinblasen bzw. die Lippe nur sehr am Rand eines Luftlochs öffnen.
    Bending nach oben und vor allen Dingen polyphon ist am schwierigsten zu machen und einer der wenigen musikalisch sinnvollen Einsatzzwecke wäre die Nachahmung eines Dudelsack-Starts... ;) https://soundcloud.com/klangbutter/09-wirtshaus-dudelsack

    Es gibt übrigens noch andere Möglichkeiten für Bending! Die einfachste Möglichkeit ist, einen einzelnen Chor nicht ganz zu öffnen. Wenn man also die Registerschienen einzeln mit der Hand bewegen könnte und sie dann nur halb öffnet, oder von einem Mute-Register ausgehend einen einzelnen Chor halb drückt, bekommt man das sehr gut hin.
    So lange man dann leise spielt ist alles noch gerade. Wenn man schließlich lauter wird, bendet sich jeder Ton individuell (aber global) herunter, ohne dass man sich mit den Fingern darum kümmern muß.

    Ich hatte dazu auf Anregung von Meisterklasse schon einmal ein Beispiel gepostet. https://soundcloud.com/klangbutter/8fuss-mix
    Hier sind aber größtenteils 2 Chöre eingeschaltet, wobei einer voll drin ist, der andere immer nur stufenlos "dazugemixt" wird. Das finde ich sehr interessant, weil dabei jeder Ton eine individuelle Farbe bekommt, ohne dass die Skale gleich unbenutzbar wird (weil ja ein Ton stets in Tune ist).
    @ Wil - ein unterschiedliches Tremolo wie bei Deinem ist durchaus reizvoll und keinesfalls immer ein Makel!

    Eine dritte Möglichkeit gibt es noch: Nach einem Sturz des Instruments sind die Stimmstöcke manchmal locker oder verrutscht. Dann gibt es gratis-Bending dazu :D

    Vielleicht offtopic ... trotzdem kurz: Bei elektronischen Instrumenten ist Bending nach oben und unten natürlich überhaupt kein Problem. Es klingt jedoch ganz anders. Ebenfalls schon mehrfach verlinkt, aber immernoch aktuell dazu das Beispiel 13 auf der Seite
    http://www.uwe-steger.de/publish/akkordeonmagazin/samples.htm
    Der Unterschied zwischen natürlichem und künstlichem Bending.
     
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