Besuch bei Bosphorus in Istanbul

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Udo Dalton
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Hallo Leute!
Ich weiss natürlich,dass ich da nicht der Erste bin,das macht aber nix.
Jedenfalls hatte ich im Spätsommer 2023 für die Weihnachtszeit einen Trip nach Istanbul geplant,um den dort ansässigen Beckenmanufakturen nach Möglichkeit einen Besuch abzustatten.
Gesagt,getan:
Adressen der üblichen Verdächtigen aus dem Internet rausgesucht,waren dann ja doch immerhin 6 oder 7 Stück,und alle mal angeschrieben.
Eine Rückmeldung kam dann aber nur von Bosphorus,die war aber sehr freundlich und positiv.
Von den anderen Herstellern kam auch nach nochmaliger Nachfrage keine Reaktion.

Mit Bosphorus haben wir dann einen Termin vereinbart für den 3. Januar 2024,dann Flug und Unterkunft gebucht et voila:
so it happened.

Wir wurden von Bosphorus sogar direkt an unserer Wohnung abgeholt und nach dem Ende der Besichtigung wieder zurück gefahren.
Die Manufaktur befindet sich ein gutes Stück ausserhalb der Stadt in einer ländlichen Umgebung im Norden von Istanbul.
Und der Begriff Manufaktur trifft hier aber mal voll in´s Schwarze.

Es wurde ein Mitarbeiter aus dem Büro für uns abgestellt,der uns die ganze Zeit betreut hat und Fragen beantwortete,wir konnten sämtliche (fast)
Arbeitsschritte beobachten,fotografieren,filmen,alles was wir wollten.

Und das alles wurde von Bosphorus gemacht,obwohl klar war,dass da kein big buisness zu erwarten ist.
Das ist alles,aber bestimmt nicht selbstverständlich.
Deswegen an dieser Stelle nochmal ausdrücklich:

Ich bedanke mich.


Fotos und Filme gibt es natürlich noch viel mehr,die sind aber noch nicht gesichtet und aussortiert.

So weit mal!

Grüße,Udo
 

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Moin, Udo,

vielen Dank für die ersten Eindrücke! Wahnsinn, dass Bosphorus so tolle Becken unter so ... suboptimalen Bedingungen zusammenklöppelt!

Gibt's denn bald noch mehr zu sehen? ;)

Liebe Grüße
André
 
Findest du wirklich? So sind die Geschmäcker halt verschieden...als ich die Bilder gesehen habe, hat mich nicht mehr gewundert, warum die Produktionsqualität IMO stark zu wünschen übrig lässt. :D
Ich rede hier übrigens nicht vom Klang, sondern von der Verarbeitung, damit keine Missverständnisse entstehen.
Aber wie gesagt, nur meine Meinung...

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
Wahnsinn, dass Bosphorus so tolle Becken unter so ... suboptimalen Bedingungen zusammenklöppelt!
Nun,ich hab mich mit dem Thema ein bisschen beschäftigt,auch vor dem Besuch schon.
Suboptimal: für türkische Verhältnisse sicher nicht.
als ich die Bilder gesehen habe, hat mich nicht mehr gewundert, warum die Produktionsqualität IMO stark zu wünschen übrig lässt. :D
der Fertigungsprozess an sich unterscheidet sich nicht von dem bei den "grossen Drei" Herstellern.Jedenfalls bei den rein handgefertigten Becken.
Paiste hat halt schönere Gebäude,weil Ihnen das Gewerbeaufsichtsamt (oder wie das in der Schweiz auch immer heisst) die Bude sofort dicht machen würde.
Wenn du an der Qualität was auszusetzen hast,würde ich das in erster Linie auf die Tatsache zurückführen,dass die Bosphorus-Cymbals alle handcrafted sind.
Da gibt es halt Ausreisser.

Hast du schon viele Bosphorus-Becken in den Händen gehalten?
 
Wenn du an der Qualität was auszusetzen hast,würde ich das in erster Linie auf die Tatsache zurückführen,dass die Bosphorus-Cymbals alle handcrafted sind.
Da gibt es halt Ausreisser.
Das dürfte aber bei eigentlich allen türkischen Herstellern so sein. Im Grunde ist dort der Herstellungsprozess ja kaum anders.
Kann sein, dass man es bei der Endkontrolle nicht immer so ganz genau nimmt, das ist bei "den Großen" dann schon anders.

Ein anderer Punkt sind die Arbeitsbedingungen. Die sind doch (gelinde gesagt) etwas anders als bei uns Westeuropäern.
Aber das muss man sich bei Fernost-Sachen auch fragen und ist ein eigenes Thema.

Soundmäßig spielen die Becken - jedenfalls die ich so gehört habe - in der Oberliga.
 
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Ganz genau so sehe ich das auch.

Allerdings kommt da dann noch ein weiterer Aspekt dazu:
die Menschen,die da arbeiten scheinen einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Bei den wirtschaftlichen Verhältnissen in der Türkei sicher auch nicht zu vernachlässigen.
Aber das geht hier in diesem Rahmen zu weit und da würde man zwangsläufig bei den politischen Verhältnissen landen.
Da gäbe es Einiges dazu zu sagen.
Gehört aber wohl nicht hierher.

Ach ja:
Bosphorus ist in Deutschland nur bei ein paar Händlern erhältlich,in Köln und München gibt es welche und noch eine Hand voll.
Bei Thomann gibt es sie nicht (mehr ?):
da wollte Thomann wohl die Einkaufs-Daumenschrauben zu sehr anziehen,vermutlich auch um ihre Eigenmarke Zultan besser am Markt zu positionieren.
Ist eine Vermutung,die ich nicht faktisch belegen kann,aber für mich spricht da einiges dafür.

Sie sehen nach der Aussage eines der Firmengründer (ist auch auf dem Bild zu sehen) ihren Hauptmarkt auch in den USA:
da sind sie auch jedes Jahr auf der NAMM vertreten.
 
Paiste hat halt schönere Gebäude,weil Ihnen das Gewerbeaufsichtsamt (oder wie das in der Schweiz auch immer heisst) die Bude sofort dicht machen würde.

Paiste hat soweit ich weiß völlig andere Herstellungsmethoden die mit den türkischen absolut nicht zu vergleichen sind.

*
 
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Paiste hat soweit ich weiß völlig andere Herstellungsmethoden die mit den türkischen absolut nicht zu vergleichen sind.
Vom metallurgischen und vom handwerklichen Standpunkt aus betrachtet können die Herstellungsmethoden gar nicht gravierend unterschiedlich sein.
Das behämmern von Becken findet bei Paiste halt teilweise mechanisiert statt.
Das heisst,die Fertigung geht mehr in die Richtung einer industriellen Fertigung.
Vor allem bei den billigen Serien,da legt keiner mehr grossartig Hand an.
Aber ich lass mich da gerne eines besseren belehren.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich bin im übrigen kein Händler und auch sonst nicht mit Bosphorus verbandelt.
Und habe mir auch keine Becken mitgenommen,weil ich schlicht und ergreifend reichlich mit Becken ausgestattet bin.

Und bei den türkischen Beckenschmieden reden wir generell -und auch da bitte ich um Verbesserung,wenn ich da falsch liegen sollte-
von handcrafted,sprich handgefertigten Becken.
Welche auch von den Großen Herstellern angeboten werden,zu dementsprechenden Preisen.
Im Falle von Bosphorus übrigens ausschliesslich in B20.
Wahrscheinlich auch bei den anderen Schmieden.Als kleine Manufaktur ist es einfacher,sich auf eine Legierung zu beschränken und da nimmt man dann halt die,die allgemein
als die hochwertigste angesehen wird.
Was nicht heisst,dass B8 per se schlechter ist.
Ich habe selbst einige Paiste Rudes.
 
Zuletzt bearbeitet:
der Fertigungsprozess an sich unterscheidet sich nicht von dem bei den "grossen Drei" Herstellern.

Ich frage mich gerade welchen von den „großen 4“ du unterschlagen hast um nur auf 3 zu kommen….!? 😄
 
Das behämmern von Becken findet bei Paiste halt teilweise mechanisiert statt.
Ja und bei Zildjian, Sabian und Meinl auch. ;)
Das heisst,die Fertigung geht mehr in die Richtung einer industriellen Fertigung.
Kann man so nicht sagen. Die mechanischen Hämmer werden von Menschen geführt. Da bedarf es einiges an Übung (meist jahrelang) bis man ein Becken fehlerfrei hämmern kann, dass auch noch so klingt, wie gewünscht; selbiges gilt fürs Abdrehen, was viel einfacher aussieht, als es ist.
So gesehen ist jedes Becken auch ein Einzelstück.
 
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Das behämmern von Becken findet bei Paiste halt teilweise mechanisiert statt.
Das heisst,die Fertigung geht mehr in die Richtung einer industriellen Fertigung.
Das ist bei Zildjian mWn schon seit den 90ern so, selbst bei den als "klassisch" wahrgenommenen Serien. Sabian hämmert auch automatisiert, und zwar alle Serien mit "AA" im Namen. Trotzdem würde ich sagen, die Herstellung läuft nach dem gleichen Verfahren ab, nur mit etwas moderneren Werkzeugen.
Wirklich anders ist das Verfahren von Ufip mit ihrem Rotocasting, das verwendet nach meinem Kenntnisstand niemand sonst.
Ich frage mich gerade welchen von den „großen 4“ du unterschlagen hast um nur auf 3 zu kommen….!?
Vermutlich Meinl, ist ja nur ein deutscher Musikalienvertrieb mit zugekauftem Know How. ;)
 
Trotzdem würde ich sagen, die Herstellung läuft nach dem gleichen Verfahren ab, nur mit etwas moderneren Werkzeugen.
Das meinte ich mit:
Vom metallurgischen und vom handwerklichen Standpunkt aus betrachtet können die Herstellungsmethoden gar nicht gravierend unterschiedlich sein.
Das behämmern von Becken findet bei Paiste halt teilweise mechanisiert statt.

Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Vermutlich Meinl, ist ja nur ein deutscher Musikalienvertrieb mit zugekauftem Know How. ;)
Ist es nicht so?:rolleyes:
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Die mechanischen Hämmer werden von Menschen geführt. Da bedarf es einiges an Übung (meist jahrelang) bis man ein Becken fehlerfrei hämmern kann, dass auch noch so klingt, wie gewünscht; selbiges gilt fürs Abdrehen, was viel einfacher aussieht, als es ist.
Auch da gebe ich dir Recht:
von den Herrn des Hammers in der Hammerkammer bei Bosphorus macht der,der uns später in die Stadt zurückgebracht hat seit 25 Jahren nix anderes.
2 Becken pro Tag (so die Aussage)
 
Zuletzt bearbeitet:
Paiste beginnt die Fertigung mit fertig gestanzten Rohlingen von einem Zulieferer.

Sie gießen und walzen also nicht selbst.

*
 
Das behämmern von Becken findet bei Paiste halt teilweise mechanisiert statt.
Ja und bei Zildjian, Sabian und Meinl auch. ;)

Das hatte ich stillschweigend als gegeben angenommen:)
Die großen Drei (oder Vier -wie auch immer) werden sich da kaum unterscheiden.

Und was die mechanischen Hämmer angeht:
da gibt es mit Sicherheit auch vollmechanisierte Hämmer oder Pressen,in die die zu behämmernden Teile nur eingelegt werden müssen und bestimmte
Werte vorher eingestellt werden.
Da kommt es nicht mehr so sehr auf die Handwerkskunst an,da braucht es dann Maschineneinrichter.

Das Rotocast-Verfahren von Ufip habe ich mir auch schon angeschaut (YOUTUBE)
Hat da jemand Erfahrungswerte bezüglich Rissanfälligkeit?
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Paiste beginnt die Fertigung mit fertig gestanzten Rohlingen von einem Zulieferer.

Sie gießen und walzen also nicht selbst.
Das wusste ich nicht
 
Und was die mechanischen Hämmer angeht:
da gibt es mit Sicherheit auch vollmechanisierte Hämmer oder Pressen,in die die zu behämmernden Teile nur eingelegt werden müssen und bestimmte
Werte vorher eingestellt werden.
Da kommt es nicht mehr so sehr auf die Handwerkskunst an,da braucht es dann Maschineneinrichter
Kann man so nicht sagen. ;)

Wenn der Maschineneinrichter nicht weiß, was er tun soll, wird wohl kein gut klingendes Becken draus.

Bei Meinl gibt es computergestützte Hämmerung - z. B. bei den Pure Alloy.
Um die richtig einzustellen bedarf es schon Kenntnisse eines Beckenschmieds. Die arbeiteten bei der Entwicklung, meines Wissens, mit den CNC-Programmierern Hand in Hand.

Die günstigen Serien (von den alten Classics und den HCS weiß ich das sicher) werden tiefgezogen.
 

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