Blaskapelle im Trichter/Muschel recorden

von morry, 31.10.06.

  1. morry

    morry Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 31.10.06   #1
    Servus,

    am 4. November feiert eine Blaskapelle irgendein Jubiläum und ich soll die Geschichte mit meinem Recordingequipment aufzeichnen.
    Die Kapelle wird dabei in sowas ähnlichem wie das hier
    [​IMG]
    sitzen. Ein Orchestertrichter, der durch Schallreflexion die Schallquellen innerhalb des Trichters natürlich verstärkt.

    Ein Musiker hat mich aufgeklärt: Die Kapelle besteht aus den Teilen Holz, Trompeten, Hörner+Say, Schlagwerk(Pauken+kleines Drumset), Tuben.
    Mir stehen 5 sehr gute dynamische Mics zur Verfügung (Audix und Shure SM58). Damit würde ich die Trompeten und die Hörner abnehmen. Des weiteren hab ich ein Kleinmembran-Kondensator, das würde ich fürs Holz nehmen. Es geht weiter mit einem AKG D112 für die Tuben und ein Studio Projects B1 fürs ganze Schlagwerk.

    Dann sind die 8 Kanäle meines firepods auch schon voll.

    Wie positionier ich jedoch die Mikrofone?
    Was meint ihr denn zu dem Setup, hat jemand vielleicht erfahrung auf diesem Gebiet?
    Ich brauch wirklich Hilfe und an dem abend hab ich leider nicht viel Zeit, um da lange zu testen.

    Sorgen bereitet mir dieser auch komische Schalltrichter, das ist doch die schlechteste Recordingumgebung die ich überhaupt haben kann. Schallreflexion überall. Ihr seht, ich verzweifle an der Geschichte...

    Ergänzung: hab gerade erfahren, dass es auch noch einen Solisten geben wird, der vorne ein eigenes Mikro braucht......aah, ich dreh durch!

    Viele Grüße
    Moritz
     
  2. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.06   #2
    Au!
    Ohne den Sänger hätte ich gesagt, gerade durch die Schallmuschel wird es ganz einfach.
    Zwei Kleinmembraner auf Stativ mit Doppelträger 3...4 Meter hoch und etwas weniger als die Hälfte des Durchmessers der Schallmuschel von dieser entfernt davor aufstellen.

    Denn so eine Schallmuschel ist ja extra so konstruiert, daß sie den Schall der Musiker mischt, bündelt und nach vorn transportiert.

    Problem: Wind- und Publikumsgeräusche. Letzteres stört ja bei einem Livemitschnitt vielleicht nicht so sehr, es sei denn, es sind Bierbänke und -Tische dabei - und hoch die Gläser - dann war sie umsonst, meine Idee :(.
    Gegen Wind -> Windschutz, manche sagen auch Windjammer.

    Vielleicht trotzdem so machen, nur dem Sänger ein SM58 o.ä. zusätzlich hinstellen.

    Die Tuben extra noch abzunehme halte ich für eine gute Idee, gehen oft etwas unter.
    Wieviele sind es denn? Bei mehreren ist es dann schon schwieriger, mit einem einzigen dynamischen Mikro die ganze Gruppe gleichmäßig abzunehmen. Gibt es innerhalb der Gruppen Stimmführer?
    Dann die Mikrofonie so, das der auf jeden Fall gut aufs Mic kommt und etwas von den anderen nach Möglichkeit auch.

    Trompeten, Holz und Drumset werden sich wahrscheinlich sowieso gut durchsetzen.

    Eins vor die Saxofone, eins über die Pauken

    Sind sechs Kanäle.

    Die restlichen beiden so vermitteln, daß sie möglichst gleichmäßig Trompeten, Holz und Hörner aufnehmen.

    Dein Equipment ist wirklich etwas knapp, vielleicht kannst Du was dazu borgen / leihen?

    Ich fürchte, ich hab Dir damit auch nicht so richtig helfen können, vielleicht weß wer anderes noch was Schlaues...:(
     
  3. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.06   #3
    für (+-) "closed"-mikrophonierung ist das ganze material wirklich ein wenig knapp :D
    ich würde das ganze als basis mit einer stereophonie machen ... also 2 kl. Kondensator miks (in dern nähe des dirigenten, mit der schallmuschell ev. auch ein wenig weiter richtung publikum). Dannach kannst du die restlichen kanäle immer noch für einzelne istrumenten oder inst.sektionen verwenden. (z.B. Tuben)
    Die Gefahr ist einfach, wenn du mit diesem equipment alles closed aufnimmst, dass es dannach nicht richtig klingt.

    (mit der schallmuschel musst du dir wegen nahaufnahme von instrumenten nicht zuviel gedanken machen. Die ist ja dazu da, um den schall zum publikum hin zu verstärken, und nicht der diffusschall in der muschel selber zu erhöhen. :confused:
     
  4. morry

    morry Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 31.10.06   #4
    Okay, alles klar. Und vielen vielen Dank für eure Hilfe!!

    Ich schätze, dass das Orchester aus 15-20 Leuten besteht. Die sind Vize-Europameister in Böhmisch-Märischer Blasmusik. :-)

    Mit dem Solo habt ihr mich wohl missverstanden. Es gibt keinen Sänger sondern ein Trompeten- und ein Saxophonsolo. Da werd ich ein Mic für die Solisten aufstellen, wahrscheinlich das SM58.

    Die Veranstaltung ist ein einem Kulturhaus, also einem großen Saal auf einer großen Bühne. Da sollte es keine Probleme mit Windgeräuschen geben. Der erste Trompeter ist Leiter einer Musikschule, die werden Mikrofone (wahrscheinlich AKG C1000, Sennheiser MD442 und solche geilen Geräte) en masse haben. Es ist sicherlich kein Problem, die dafür auszuleihen. Das hab ich eben erfahren, hat mich relativ erleichtert.

    Also, nochmals vielen Dank!

    gruß
    Moritz
     
  5. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.06   #5
    Gut. Da kann man davon ausgehen, daß das Verhältnis der einzelnen Instrumente zueinander schon mal gut geprobt ist und stimmt. Spricht für eine Stereo-Abnahme mit zwei Kondensator und weniger Arbeit bei der Einzelabmischung.

    Ja, hab ich mißverstanden, aber Dein Lösungsansatz ist völlig ok, finde ich.

    Dann hast Du's ja ganz gut, das Foto ließ mich auf eine Freiluft-Veranstaltung schußfolgern. Nee, da sind natürlich keine Windprobleme zu erwarten - es sei denn, es gab zum Mittag Hülsenfrüchte :D :great:

    Kann Deine Erleichterung verstehen. Da hast Du nun ausreichend Equipment und in einem geschlossenen Raum wird es mit so einer Profi-Truppe auch viel leichter werden. Vielleicht wirst Du beim Abmischen feststellen, das die Stereo-Hauptspur schon völlig ausreicht, nur ein klein wenig die Solisten dazu und gut ist...:great:

    Viel Glück!
     
  6. Harry

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    Erstellt: 31.10.06   #6
    Im Prinzip schließe ich mich auch tonstudio2 an.
    Nach deiner Schilderung muss man davon ausgehen, dass die Musiker ausgewogen spielen und der Dirigent die Sache im Griff hat.
    Zwei Kondensator-Mikrofone so aufstellen wie bereits geschildert sollte eigentlich schon ein ganz passables Ergebnis liefern. Mit der Hörposition und dem Höreindruck des Dirigienten liegt man zunächst mal nie verkehrt.
    Saxofone sind meist etwas unterbelichtet - auch da würde ich sagen eins dazu und evtl. über die Tuba. Je nachdem - da gibts Tubisten die liefern Druck ohne Ende, meist jedoch leider nicht.
     
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