CAGED System - Verarschung? Oder nützt es wirklich…

viertoener
viertoener
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.08.25
Registriert
03.06.06
Beiträge
1.369
Kekse
7.545
Ort
Großkaff
Im Netz wird durch manchen Online-Spezialisten das CAGED System gefeiert, als DAS Hilfsmittel zum Griffbrett-Verstehen. Aber ist es das wirklich? Da so fast Online dieses verherrlicht und ich das völlig überbewertet sehe, meine Gedanken zu diesen … Quatsch…

Für das CAGED System werden die Griffmuster der „offenen“ Akkorde *1) C, A, G, E, D benutzt, welche man auf dem Griffbrett verschieben kann, um diese in jeder Tonart zuspielen. Der Eine zeigt das reine „verschieben“ des Akkords, der Andere zeigt das ausdünnen dieser. Und wieder Andere beziehen die Tonleiter-Shapes mit ein. Für die genauere Beschreibung kann sich jeder selbst entsprechende Beiträge anschauen…

Neulingen ist es nahe zu unmöglich, dieses umzusetzen. Die können es eh nicht greifen- Die Spezialisten hinterlassen den Eindruck, dass man mit CAGED-Chords, ohne tiefere Kenntnisse, das schnell umsetzen kann. Auch wird der Eindruck vermittelt durch verschieben der Basis-Akkorde die allermeisten Songs spielen zu können. Doch ist dem nicht so. Denn für eine Sinnvolle Kadenz (also nicht nur die Sumpfblues I - IV - V) braucht man Moll-Akkorde.

Freilich kann man die Moll-Chords auch verschieben. Doch geht das mit allen Akkorden. Nur ne Frage vom Fingersatz. Also auch sein wie E7#9, G13, F#b5b9 und solch seltsamen Gebilde.

Der Bezug zu Shapes / Fingerings / Tonleiter-Griffmuster hat Sinn. Allerdings vermittelt es den Eindruck, dass jedes Shape zu einem ganz bestimmten Griff gehört. Das tun sie nicht. Man kann andere Chord-Griffe interpretieren. Doch sind die 5 Akkorde eine mögliche Eselsbrücke, sich die Shapes besser zu merken. Die Shapes selbst lernt man aber sehr gut ohne den Bezug zu CAGED… Und damit ist alles gesagt, was ich als Sinn erkennen kann. Auch hier kann man den Griffmustern andere Akkorde zuordnen, idealerweise kaspert sich das jeder selbst zurecht.

CAGED wird man kein besseres Verständnis für die Musik entwickeln. Es lenkt vom Hörenlernen der Tonleitern und wichtigen Tönen eher ab.

Wem nützt es denn und wann hat es wirklich Sinn!?

In erster Linie den Selbstdarstellern, die das als DEN Trick oder großes Geheimnis darstellen, was ihre Welt veränderte (Blablablah…), um sich damit neue Klicks oder Kunden zu bewerben. Dem Einsteiger nützt es nix. Anwenden kann das nur jemand, der entsprechend spieltechnische Fähigkeiten erlangt hat. Da ist man aber auf einem Level die Tonleitern spielen zu können… Freilich auch mit entsprechender Gehörfähigkeit, die Konsonanten und Tensions zu hören. Da kann das „System“ eine Hilfe sein. Aber mehr auch nicht. Es wird völlig überbewertet…

Die Krönung der CAGED verarsche fiel mir neulich in die Hände.

img


Und dann hat´s noch jede Menge Fehler drin… Zudem Ding ein fettes Erklärbuch voll Blablah. Wer den Sinn der Erklärungen versteht, braucht das nicht.

img


Die Idee der Shapes gibt´s schon lange. Micheal Sagmeister hat diese als wichtige Basis in deinem Buch Jazz-Gitarre ausführlich beschrieben.

*1) Der Begriff „offene“ Akkorde wird gern für Chords mit Leersaiten verwendet. Mir ist das aber nicht eindeutig, da in der Theorie offene Akkorde eher als die Geschlechtslosen (keine Terz) bezeichnet werden. Darum nenne die (Gitarren)-Basis-Akkorde
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
interessante Fragestellung(y).
 

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben