Cajones mal kritisch betrachtet

von olliB., 16.04.07.

  1. olliB.

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    Erstellt: 16.04.07   #1
    Ich baue seit einiger Zeit Cajones, allerdings nicht in Serie, sondern immer nur Unikate - wobei hinter jedem eine spezielle Idee für einen spezifischen Klang steckt. Inzwischen habe ich einen Level erreicht, dass sich einige meiner Instrumente vor gängigen Schlagwerk-Modellen nicht zu verstecken brauchen. Manchmal entstehen aber natürlich auch Instrumente mit ganz unerwarteten Eigenschaften, wo ich unsicher bin, ob ich sie gut finden soll oder nicht. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass ich auf dem Cajon abgesehen von einem Martin-Röttger-Einstiegs-Workshop ansonsten Autodidakt bin und mich am meisten freue, wenn meine Kisten den Anforderungen der Schlagzeug-Imitation gerecht werden. Aber das Ding kommt ja angeblich aus Peru, von wo ich eigentlich nur diese Anden-Folklore aus den Fußgängerzonen kenne.

    Langer Rede kurzer Sinn: ich wüßte gerne von Leuten, die ein Cajon besitzen und in verschiedener Weise einsetzen, was Ihnen jeweils an ihren Instrumenten auffällt bzw. gefällt oder eben auch nicht.

    Ich geb´ mal ein paar Leitfragen:

    Bzgl. Sounds: Welche Sounds bietet mir mein Cajon? Sind alle Snare-Varianten herauszuholen (z. B. blechig, perlig, offen, satt, Rim-Shot, Rim-Click)? Gibt es Klang-Zonen auf meinem Cajon, die ich bei anderen Cajones nicht festgestellt habe? Wenn ich mir noch ein Cajon wünschen dürfte, welches wäre das dann und warum?

    Bzgl. Stilrichtungen: Ist mein Cajon in jeder Richtung einsetzbar. Hätte ich für bestimmte Sachen gerne ein anderes - und warum gerade für diese?

    Bzgl. klanglichger Ausgewogenheit: Sind alle Sounds bei gleichem Krafteinsatz gut definiert oder muss ich beispielsweise für den Bass immer ein wenig stärker ausholen?

    Bzgl. Dynamik: Sind die Sounds bei jeder Schlaghärte vorhanden oder erst ab einer bestimmten? "Machen die Sounds zu", wenn ich sehr hart schlage bzw. entstehen irgendwann Nebengeräusche?

    Natürlich wäre wichtig zu erwähnen, welches Cajon Ihr spielt, und zu beschreiben wie Ihr es spielt - eher mit Kraft aus dem ganzen Arm oder leicht, mit filigranem Fingereinsatz - Bässe eher sehr mittig auf der Schlagplatte oder gerade mal eben dreiviertelhand unterhalb der oberen Kante - u. a. - bei selbst gebauten Instrumenten müssten natürlich immer die Materialien und Abmessungen angegeben werden.

    Auf dem Martin-Röttger-Workshop standen sämtliche Schlagwerk-Modelle zur Verfügung und darüber hinaus auch welche von allen gängigen Herstellern. Neben meinem gab es auch noch einige Selbstgebaute. Es war faszinierend, wie unterschiedlich jedes klang - sogar welche, die zur gleichen Modellreihe gehörten. Für mich war eine ganz wichtige Erfahrung, dass mit Ausnahme einiger ganz offensichtlicher Schrott-Kisten mich jedes Cajon zu einer spezifischen Spielweisen veranlasste und somit seine Vorzüge erst zeigen konnte. Ein Vergleich wäre fast so wie der sprichwörtliche zwischen Äpfeln und Birnen. Ich musste dabei auch an die brasilianische Zeremonie denken, bei der Trommeln verschiedenen Göttern geweiht werden (eine Art Trommeltaufe) und danach ohne wenn und aber ihre Daseinsberechtigung haben, d. h. der Respekt vor der Gottheit drückt sich dann auch im Umgang mit "ihren" Trommeln aus.

    Über möglichst viele Beiträge würde ich mich sehr freuen.
     
  2. Puncher

    Puncher Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.04.07   #2
    Ich habe das Schlagwerk Cajon la Peru mit Wurzelholz-Platte. Ich spiel meist aus Handgelenk bis aus dem Arm, also insgesamt gesehen sagen wir medium bis forte. Bass etwas mit Handballen an oberer Kante, Snare am Rand. Meistens spiele ich mit der rechten Hand Bass und mit der linken Snare.

    Sounds:
    - Bass-Varianten sind offen (nach dem Schlag direkt von der Platte weg), trocken (nach dem Schlag auf der Platte bleiben) und weich (mit gespreizten Fingern). Ab und an auch mal Tonhöhe variert indem ich mit den Fußballen die Fläche "verkleiner", allerdings ist der Effekt kaum zu merken.
    - Snare-Effekt kommt auch gut, ich merk allerdings keinen wirklichen Unterschied, ob ich nach dem Schlag auf der Platte bleibe oder nicht. Hab es so gespannt, dass sie sehr sensibel reagiert. Ansonsten noch ein Klick-Sound, wenn ich am senkrechten Rand an der richtigen Stelle anschlage. Könnte allerdings lauter sein; geht im Bandkontext meist unter. Ansonsten noch weicherer Sound, wenn ich mit gespreizten Fingern schlage (oder noch weicher/breiter, wenn ich die Finger einer nach dem anderen drauf schlage).
    - "Zwischensound", so mit den Fingerkuppen etwa halber Weg zwischen Bass und Snare.
    - Ansonsten noch "Clap" vom Holz links und rechts der Schlagplatte, ist allerdings so leise, dass man es eigentlich nie hört.

    Stilrichtung:
    - Eignet sind IMHO hervorragend als Schlagzeug-Ersatz; falls allerdings Schlagzeug vorhanden ist geht es eher unter.

    Dynamik/klangliche Ausgewogenheit:
    - Sehr laut gespielt werden die meisten Soundvarianten doch etwas undifferenziert; da bleibt nur noch Bass und Snare, normal geschlagen übrig. Gerade der "Rimclick" funktioniert nur eher leise gut). Damit Snare in guter Relation zum Bass kommt muss Snare eher stärker geschlagen werden, d.h. meine linke Hand bekommt dann eher schnell rote Finger :)
     
  3. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.07   #3
    Schön, dass tatsächlich einer reagiert – und dann noch so ausführlich – Danke:) !

    Das Wurzelholz-Peru von Schlagwerk war mal lange mein Favorit, denn ich habe jemanden in einem Laden darauf spielen sehen, der mich richtig begeistert hat. Das war damals der erste und richtig heftige Eindruck von den Möglichkeiten eines Cajons.

    Heisst das, dass Du nicht durchgängig Tipps spielst? Normalerweise entstehen die ja bei Hand-to-Hand mehr oder weniger automatisch und sind ein wenig wie Achtel bzw. Sechzehntel auf der Hi Hat.
    Fördert das nicht auch Rückenschmerzen – ein Problem, das ich ganz z.B. extrem habe, und zwar nicht im Lendenwirbelbereich, sondern im Brustwirbelbereich (also höher). Wenn ich mal die Zeit beim Üben vergesse, habe ich für den Rest der Woche echte Probleme.

    Ich war ja, wie gesagt, auf einem Martin-Röttger-Workshop. Der spielte die ganze Zeit auf einem dieser Wüstensand-Sondermodelle. Bei denen ist die Schlagplatte im Gegensatz zu den Wurzelholz-Modellen aus Birke, was ein wenig weicher ist. Das bewirkt aber, dass er durch das Abdämpfen mit dem Fuß, den er bis ein klein wenig oberhalb der Mitte hochzieht, den Eindruck einer riesigen Tom-Palette herstellen kann. Was mich dabei insbesondere fasziniert hat, war, dass es sich anhörte wie abgenommene Toms, fast sogar wie elektronische Sounds. Ich fand das komisch, weil im Gegensatz zu früher jetzt ein akustisches Instrument seine Qualität darin hat, dass es elektronische Sounds imitieren kann. – Wie gesagt: ich glaube, dass die Buchenholz-Platten sich nicht so gut für diesen Effekt eignen. Dafür haben sie ihre Vorzüge im Snare-Bereich – sie sind weitaus crisper.

    Martin Röttger hat sowieso Noppenfolie unten in seinem Cajon liegen, was alles ein wenig dämpft.

    Eine Frage: handelt es sich Deiner Meinung nach bei dem Wurzelholz um ein echtes Furnier oder um Kunststoff? Beim Wüstensand- und dem Black-Eyes-Modell handelt es sich um Kunststoff (da bin ich sicher), womit sich natürlich eine Menge an neuen Soundmöglichkeiten ergibt. Die ganz neuen Modelle mit Snareteppich (2InOne) haben teilweise ja sogar einen Kunststoff-Korpus. Hast Du schon mal auf so einem gesessen?

    Im Unterschied zu manchen anderen Fabrikaten sind die Schlagplatten der Schlagwerk-Cajones bis sehr weit oben verleimt. Das bedeutet natürlich, dass sich die Ecken nicht wirklich von den Korpuskanten abheben können, um einen guten Clap-Effekt zu haben. Bei denen, die ich baue, lasse ich den Ecken vergleichsweise viel Spiel, so dass sich eine eigenständigen Soundmöglichkeit bietet. Ich vermute, dass Schlagwerk sich dazu nicht traut, da viele dann an an den Schrauben drehen würden. Damit riskierten sie nämlich ´ne Menge Reklamationen ;) .

    Da ist nämlich im Unterschied zu den Snareteppich-Modellen (meist auch mit Birken-Platte) der Vorzug: dass der Snare-Effekt nicht gegen einen Widerstand erzeugt wird, sondern durch etwas, was mitschwingt. Dadurch kann man den Effekt sehr nuanciert einstellen und auch mit ganz wenig Kraft spielen.

    Es gibt ja immer so die Meinung, dass da fast Conga-Sounds erzeugt werden können. Ich habe beim Bauen auch immer mal wieder was probiert, damit die Sounds an den Seitenteilen richtig kommen. Bei den Schlagwerk-Cajones habe ich allerdings festgestellt, dass das Korpus-Material vergleichsweise laut und mit richtig Klang reagiert. Von daher wundert mich, wenn Du sagst, es sei leise. Mich hat das bei M. Röttger nämlich schon beeindruckt. Ich denke mal, Schlagwerk stellt das Sperrholz nach klanglichen Vorstellungen selber her. Weisst Du, aus welchem Holz Dein Cajon besteht? (Steht das vielleich irgendwo auf einem Beipackzettel?) Und: klingen rechte und linke Seitenwand eigentlich gleich?

    Mit "Soundvarianten" meinst Du in erster Linie alles außer Bass und Snare, oder? Wenn also die Tipps sich durchsetzen sollen, kann man mit Bass und Snare im Verhältnis nicht mehr zulegen? Nimmst Du das Cajon ab? Da könnte man ja zumindest den Click irgendwie ein bisschen mehr in den Vordergrund bringen.

    Noch ´ne Frage: würdest Du Dir bei der heutigen Auswahl das gleiche Cajon noch einmal kaufen, oder ein anderes? Oder falls es noch nicht so lange her ist: zwischen welchen Cajones hast Du geschwankt, als Du das Wurzelholz-Modell gekauft hast?

    Erstmal herzliche Grüße, Oliver.
     
  4. Puncher

    Puncher Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.04.07   #4
    Na, doch so einige Fragen. Ich versuch mal, ein wenig zu schreiben :)

    Ich hab mir meine Dezember 2003 gekauft, nach einem Schlagwerk-Workshop von Matthias Philipzen. Damals gab es auch noch nicht so viele Varianten; im Prinzip (als normale Cajons) nur Wurzelholz, Buche, sowie Bass-Cajon mit und ohne Snare-Effekt. Für mich blieben nur die ersten beiden als realistische Möglichkeit; beim direkten Vergleich gefiel mir die Wurzelholz-Variante doch besser.
    Da ich direkt davor den Workshop hatte, hatte ich schon so einiges gesehen, was an Varianten möglich ist.

    Jein. Im Prinzip spiel ich schon Tips (oder Tip-ähnliche Varianten), aber da ich sonst meist Schlagzeug spiele ist das abwechselnd rechts und links schlagen bei mir nicht so drin bzw. wenn ich das zu sehr versuche, kann ich die Snare/Bass-Schläge nicht so frei setzen, wie ich das gerne hätte.

    Das Problem hab ich eigentlich meist nicht, da ich mit den Armen recht gut an den Korpus dran komme (und ich spiel ja recht weit oben), und den Korpus (auf dem ich sitze) so weit nach hinten lehne (so dass die vorderen Füße sich abheben), bis es mit dem Rücken passt. Rückenprobleme krieg ich nur, wenn ich vergesse, den Korpus weit genug nach hinten zu lehnen. Eher bekomm ich Hand-/Fingerprobleme, vor allem links, weil ich meist das Tape vergessen habe.

    Ja, richtig eingestellt schon, dafür finde ich den Bass der Wurzelholz-Varianten wunderbar. Ein Freund hat die Buchen-Variante, die gefällt mir echt nicht so. Allerdings waren bei ihm die Schrauben oben nicht so gut eingestellt (ich hatte meine auch nach einer Weile korrigiert), so dass an manchen Stellen die Platte anlag und an anderen Stellen bis zu einem halben cm abstand. Das ist zwar korrigiert, aber das Holz hat seitdem leichte Wellen :( bzw. die Form ist nicht ganz weggegangen.

    Meins ist ungedämpft; einzige Einstellungen, die ich gemacht hatte war Schrauben korrigieren, so dass überall gleichmäßig etwa 1-2mm Spalt sowie Gitarrensaiten so gespannt, dass schön klingt und links und rechts gleich hoch.

    Sollte echtes Furnier sein. Fühlt sich an wie Holz, hört sich so an, ... Wenn nicht, würde mich das doch sehr wundern.

    Nein.

    Also bei mir ist die Schlagplatte nur bis kurz unterhalb der Schrauben an den Seiten verleimt, also etwa die Hälfte. Der Clap-Sound ist schon irgendwie da, aber mit den Fingern gespielt (wie Snare) dann schon deutlich leiser; mit den Knöcheln dagegen gut hörbar (tut allerdings mir sehr schnell weh). Ist allerdings sowieso das Problem, dass die Beine im Weg sind, deshalb habe ich mich kaum damit befasst. Alternativ kann ich auch die ganze Cajon um 90° drehen, dann passt wieder alles ;)

    Im Prinzip hast du schon recht. Ich hab mich, wie gesagt, einfach auch nicht so sehr damit beschäftigt.

    Laut Schlagwerk-Homepage ist das Erle; auf Beipackzettel stand nichts.

    Im Prinzip schon. Linke und rechte Snareseite muss ich meist ein wenig schrauben, dass die gleich klingen.

    Jein. Vor allem so etwas wie den Rimclick hört sich dann doch etwas gleich an. Auch andere Varianten wie dieser "breite Schlag" ist zwar schon etwas unterschiedlich, aber längst nicht so sehr wie leise und langsamer gespielt. Und diese Tom-Variationen (mit abdämpfen) ergeben bei mir zumindest nur recht kleine Klangunterschiede, allerdings hab ich da auch nur begrenzt getestet.

    Meist nicht, da ich meistens im sehr kleinen Rahmen (so bis max. 20-30 Leute spiele); bei größeren Sachen hab ich dann Schlagzeug. Hab es jetzt einmal abgenommen mit e602 (also Kick-Mikro); da weiß ich allerdings nicht so sehr, wie es im Saal geklungen hat (die ganze Aktion war etwas kurzfristig).

    Siehe oben; damals gab es eigentlich nur Wurzelholz oder Buche. Ich hab die neuen Modellvarianten auch alle noch nicht ausprobiert. Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit der Cajon; es ist mehr ein Nörgeln auf sehr hohem Niveau. Das Konzept der "Clapcorners" der Tres Lados Cajons hört sich interessant an; die würde ich z.B. ggf. testen.

    Letztlich muss ich schon sagen, dass ich eigentlich mehr Schlagzeuger bin und das Cajon mehr als Ersatz für sehr kleine Locations habe. Daher spiel ich das evtl. hier und da "falsch", gerade was dieses sture links, rechts schlagen angeht, was ich in Lehrbüchern gefunden habe. An sonstiger Percussion habe ich auch nur noch ein paar Shaker, sowie Block und Schellenkranz (falls man das unter Percussion ansiedelt). Aber so etwas wie Bongos, Djemben, Congas, ... habe ich nicht, kann ich nicht vernünftig spielen und habe auch (noch) nicht so vor, dies zu tun (nicht böse gemeint :) ).
     
  5. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #5
    Lieber Puncher, wenn ich Dich zu sehr in Beschlag nehme, musst Du Bescheid sagen! Mich interessiert das Thema einfach so sehr – und da ich selber in dem Sinne Cajon gar nicht spiele, sondern (lediglich) baue, freue ich mich über Rückmeldungen auf meine Beobachtungen und Überlegungen.

    Das geht jetzt zwar nicht um das Cajon als solches, sondern um den Matthias Philipzen. Ich habe von ihm diese Einsteiger-Schule, die rhythmisch natürlich sehr auf Anfänger abzielt. Mit Percussion (Congas u. a.) kenne ich mich ja schon aus, sodass ich da nicht wirklich viel habe heraus holen können. Kennst Du seine Bücher? Falls ja, wie findest Du die Darstellung? Mir ist sie viel zu unruhig, denn die Markierung der Schlagzonen und -härten sind optisch so, dass die Korrespondenz zum Zeitraster gefühlsmäßig verloren geht, oder?

    Warst Du bei ihm auf einem Workshop für Anfänger? Was macht er da so?

    Ich glaube auch nicht, dass die Hand-To-Hand-Technik die einzig wahre für das Cajon ist. Vor allem, wenn man auch auf den Seitenteilen u. a. spielt, muss man sich irgendwelche Handsätze überlegen. Bei mir hat sich das allerdings schon ziemlich festgesetzt und ich stelle fest, dass dadurch vieles auch leicht ein wenig seicht wird.

    Mich wundert ja Deine Vorliebe für den Wurzelholz-Bass ein wenig. Als ich mal alle Schlagwerk-Modelle durchprobiert habe, fand ich bei dieser la-Peru-Variante den Bass am schwächsten. Mir hatte das Black-Eyes-Modell am besten gefallen, dessen Bass sehr voluminös ist, obwohl mich das auch gewundert hat, da ich mal eine Insider-Information von der Firma Schlagwerk bekommen hatte, dass die einzelnen Modelle nach einer bestimmten Systematik designt sind: je dunkler die Front, desto trockener der Klang.

    Ich hatte mal einem Verkäufer auf den Zahn gefühlt, ob denn alleine das Außen-Furnier der Schlagplatten für die Klangunterschiede der einzelnen Modelle ausschlaggebend sei – von innen sieht man ja auch beim Wurzelholz-Modell, dass es eine Buchenplatte ist. Weil er keine vernünftige Antwort wusste, hat er dann in meinem Beisein bei Schlagwerk angerufen. Dort hat man ihm dann mitgeteilt, dass es sich immer um eine Buchen- oder Birkenplatte handelt, wobei die einzelnen Längs- und Querschichten geringfügig in der Dicke verschieden sind. Die Deckschicht zeigt dann eigentlich nur noch an, um welche Variante es sich handelt. Ich könnte mir vorstellen, dass ein trockenerer Klang beispielsweise dadurch entsteht, dass man die Schichten mit horizontal verlaufender Maserung ein wenig dicker macht, d.h. über die Breite eine größere Spannung besteht.

    Halber Zentimeter? Das habe ich ja noch nie gesehen (außer bei einigen von meinen eigenen). Ich glaube diese Wellen sind nicht schlimm, oder? Wird da nicht sogar immer hingewiesen – von wegen bauartbedingt?

    Inzwischen gibt es Schlagplatten, auf der eine Kunststoff-Oberfläche aufgebracht worden ist (Wüstensand, Black-Eyes), oder etwa nicht? Ich glaube, auch sog, Wurzelholz ist letztlich synthetisch hergestelltes Furnier. Ansonsten kann man doch aus Baumwurzeln nicht wirklich durchgängige Furniere herstellen, denke ich mal.

    Das heisst: wenn Du die Schrauben entlang der Oberkante komplett löst, könntest Du die Schlagplatte bis zu den seitlichen Schrauben auf halber Höhe vom Korpus wegbiegen? Mich wundert das, denn wenn ich von hinten reingucke, sehe ich oft Leimspuren, die darauf hinweisen, dass die seitlichen Trageleisten bis fast unter die obere Spannleiste mit der Schlagplatte verleimt sind. Und diese Trageleisten sind seitlich in den Korpus genagelt – kannst Du da noch mal nachschauen? – eigentlich dürfte die Schlagplatte damit stramm an den Korpuskanten anliegen. Deshalb bin ich – wie gesagt – ja auch der Meinung, dass Schlagwerk da auf eine Möglichkeit bewusst verzichtet. Ich habe selber einige Cajones mit spezieller Eck-Konstruktion gebaut, deren Claps sehr leicht erzeugt werden können, gegenüber der Snare einen eigenständigen Sound darstellen und darüber hinaus auch noch richtig laut sind. Selbst ohne besondere Konstruktion, ergeben sich sehr viel eindeutiger zu identifizierende Claps als ich sie bei Schlagwerk jemals gehört habe.

    Ich habe den Norbert Niehuus mal kennen gelernt, für dessen Mithilfe bei der Konzeption sich der Hersteller von trE.S. lados auf der Homepage bedankt. Ich werde wohl irgendwann mal mit einigen meiner Cajones zu ihm fahren, um mir ´ne Rückmeldung über die Qualität meiner Claps zu holen bzw. mal seine trE.s lados Cajones im Vergleich zu hören. Die Abbildungen auf der Homepage zeigen ja sehr edle Instrumente. In einer Beschreibung ist zu lesen, dass sich im Inneren nur eine Saite befindet, mit der der Snare-Effekt erzeugt wird. – Sag mal, wohnst Du eigentlich sehr weit weg von Köln :D ?

    Das kann einen auch ziemlich durcheinander bringen. Ich wollte Anno dazumal eigentlich Schlagzeug lernen, landete bei einem Percussionslehrer im Gruppenunterricht, wo ich oft dann am Schlagzeug saß und immer für das zuständig war, was für irgendeinen Rhythmus fehlte (irgendeine Bass-Figur zu durchgehender HiHat und oben dann Cowbell o. ä.). Jetzt bin ich kein guter Percussionist und ein schlechter Schlagzeuger geworden :( .
     
  6. Puncher

    Puncher Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.04.07   #6
    Nicht schlimm :) Wenn ich gerade keine Zeit habe, werde ich einfach nicht sofort anworten.

    Nein, ich habe mir damals das Buch von Conny Sommer geholt und etwas damit gearbeitet, dann an verschiedene Leute ausgeliehen, die sch auch alle eine Cajon geholt haben. Irgendwo, irgendwann ist es verschollen :( Wäre eigentlich schon interessant, mir das wieder anzuschauen, da ich damals noch blutiger Anfänger war... Soweit ich mich erinnere, ging es dort viel Hand-zu-Hand, was zwar "trocken" ging, aber direkt beim ersten (nicht-Latin) Lied hab ich gewechselt, da es sonst sehr schwierig war einen Rhythmus wie ich ihn mir vorstellte zu spielen.

    Es war ein Produkt-Workshop von Schlagwerk, d.h. er hat verschiedene Produkte gezeigt, z.B. auch Udu, Rahmentrommel, Schlitztrommel, ... Ein Schwerpunkt war Cajon, wo die Teilnehmer verschiedene bekamen (und später dazu die restlichen Sachen) und dann verteilt ein Rhythmus aufgebaut wurde. War eigentlich mehr dazu da, die verschiedenen Produkte mal zu sehen und hören.

    Das Black-Eyes Modell hab ich ja noch nicht gespielt. Vielleicht hab ich mich auch einfach an den Sound gewöhnt. Der Bass ist recht trocken, IMHO passt die Kombination Bass zu Snare bei der Wurzelholz-Variante besser als die Buche-Variante.

    Ok, halber cm vielleicht nicht ganz (außerdem hat es sich schon gelegt), aber es ist schon so 2mm oder so Unterschied. Bei mir ist die Variation etwa zwischen Karteikarten- und Papier-dickem Abstand, d.h. sehr gering. (Muss mal die Schrauben wieder justieren, dass etwas mehr Abstand ist).

    Also hab sie jetzt doch mal ausgepackt. Es sieht sehr nach Holz aus: Ins Licht gehalten/gespiegelt sieht man schon deutliche Spuren der Maserung (also nicht eben). An einer Ecke ist ein wenig abgerissen, wie gesagt: Holz. Die Schlagplatte besteht aus 4 Schichten; innen und außen etwas dunkler und gelblicher als die beiden inneren. Das Wurzelholz scheint also gebeizt o.ä. zu sein; natürlicher Weise hat es den hellen (Buche-ähnlichen) Farbton.

    Hab es genau angeschaut. Da sind Böckchen, so 4-5cm lang, an denen die Schruab an der Seite fest gemacht ist. Da drüber ist frei (und bei mir auch ein Spalt). Insgesamt also etwa 40% der Länge ungeleimt.

    Ich wohne in Aachen; kann auch mit dem Semesterticket bis Köln Hbf fahren :)
     
  7. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #7
    Vielleicht kannst Du mir ja mal einen typischen Handsatz aufzeichnen. Das interessiert mich sehr, da ich doch recht limitiert bin, was meine Technik betrifft.

    Das finde ich tatsächlich erstaunlich. Aber die obere Spannleiste (direkt unter der Sitzfläche) wird doch links und rechts von jeweils einer längeren Leiste gestützt (also oberhalb der beiden Klötzchen, in der die Schrauben auf halber Höhe stecken), oder nicht? Jedenfalls habe ich mal ein la-Peru im Laden untersucht, und da waren diese beiden Leisten mit der Schlagplatte zusammengeleimt. – Aber wenn Du natürlich einen Spalt bis oben hin siehst, muss das ja wohl (zumindest für Dein Instrument) stimmen.

    Es könnte dann vielleicht auch daran liegen, dass die Spannung der Schlagplatte durch diesen langen Spalt nicht ausreicht, um einen knackigen Clap zu erzeugen.

    Dann mach das doch mal und geh bei trE.s lados in die Werkstatt (oder den Laden). Wenn Du dabei ein paar Fotos – verdeckt aus der Hüfte – für mich schießen könntest, wäre das echt klasse ;) .
     
  8. k-stone

    k-stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.07   #8
    hallo, ich hab mich extra mal hier angemeldet weil hier ja gerade sehr fundiert über das thema cajon geschrieben wird.

    wir benutzen für unser 2-mann unplugged set zwei verschiedene tres lados cajones.
    einsatzzweck: percussion in einem eher härteren liedermacher genre... akustik punk/säufermusik oder so ähnlich...

    ich selbst spiele die trsf 50 curly/quilted/birdseye maple und mein m8 einen tre 50 prototypen und wir sind sehr glücklich mit den teilen. meiner meinung nach sind die tres-lados cajones viel differenzierter spielbar als das, was ich von anderen herstellern gewohnt war (2in1 und la peru 4007). vor allen dingen soundtechnisch eine offenbarung.

    trsf 50: differenzierte verschiedene bässe mit tipping oder vollhand in der mitte der schlagfläche, dazu der "gewöhnliche bass" oben. eine wundervolle snare rechts und links neben dem bass in der mitte, die beim tipping mit 2 fingern für die beiden anderen finger der hand erreichbar ist.
    verschiedenste snare variationen von dunkel bis schreiend hell je höher der anschlagspunkt gewählt wird. dazu noch die clapcorners, die übrigens meines wissens durch eine spezielle herstellungstechnik das sind was sie sind. die clapcorners sind überhaupt ein highlight weil ich nur einen finger brauche um einen lauten clap hin zu kriegen.
    das spielgefühl ist durch die "handschmeichler" ähnlichen rundungen um welten besser als bei cajones "von der stange". das ist ungefär so, wie der unterschied zwischen normalen conga spannringen und den comfort rims... obwohl ich persönlich gerade bei congas normale spannringe den comfort rims vorziehe.

    achja: es sind 2 snareseiten verbaut und nicht eine.

    grundsätzlich benutze ich sowohl fingertechniken, die ich von der udu und framedrums übernommen habe als auch conga und bongo techniken.
    meine trsf verzeiht keine spieltechnischen fehler!
    zwei zentimeter daneben zu schlagen kann einen gaaaanz anderen sound bedeuten.
    deshalb ist bei diesem modell extreme konzentration erforderlich.
    die rückseite ist als absolute mörder bongo/conga zu verwenden. durch das unsymmetrische schalloch sind verschiedene bässe auf der rückseite auch möglich.

    zum tre prototypen ist es schwer etwas zu sagen weil es sich, wie bei prototypen üblich um einen versuchsträger handelt. er ist im gegensatz zur normalen tre sehr "rough" im sound... vergleichbar mit einem punk schlagzeug. das wollten wir aber soundtechnisch so haben und stefan emmerich baut halt genau das, was man braucht;)
    sie ist im gegensatz zur trsf sehr einfach zu spielen und durch die schräge schlagfläche gut für meinen bandpartner, der während des gigs hauptsächlich a-gitarre spielt zu handlen.

    ich habe damals durch zufall eine tres lados spielen dürfen und mir war klar: der typ, der das teil gebaut hat, baut auch mir eine cajon!
    daraufhin habe ich mir aus dem impressum der website die tel-nr. besorgt und stefan emmerich einfach angerufen und einen termin vereinbart. das ging locker und war sehr lehrreich. er hat mir von da an immer mit rat und tat zur seite gestanden wenn mein cajon ein zipperlein hatte... selbst sonntags ist er für mich fuzzi in die werkstatt gekommen (er hat in dem sinne keinen laden) und hat mir geholfen. davon kann man ja nicht unbedingt ausgehen wenn man sieht, wer alles schon in seiner kleinen werkstatt ein cajon abgeholt hat.

    ich denke, es wäre sinnvoll , ihn einfach mal anzurufen oder zu anzumailen. das ist bestimmt besser als ein paar fotos aus der hüfte zu machen... ;)

    grüße aus der eifel, k-stone
     
  9. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.07   #9
    Ich bin auch noch nicht lange dabei und aus dem gleichen Grund wie Du. Trotzdem heiße ich Dich hier jetzt erstmal herzlich willkommen.

    Würdest Du denn sagen, dass auch bei "härteren" Sachen die Möglichkeit der Differenzierung von Vorteil ist? Ich hatte eigentlich gedacht, dass vor allem die Snareteppich-Konstruktion der 2in1-Cajones dafür gemacht worden sind.

    "Schreiend hell" – meinst Du so eine Art Kombination aus Clap und Randsnare?

    Bei meinen Cajones tüftele ich ebenfalls sehr viel an der Möglichkeit, sehr laute Claps erzeugen zu können, ohne dass dafür mehr Kraft aufgewandt werden muss. Ich denke, das ist entscheidend für ein flüssiges Spiel, zumal der Clap vom Charakter her ja eher etwas Leichtes (Steppendes o. ä.) repräsentiert. Wenn man dafür immer extra ausholen muss, verliert er diesen Charakter ja komplett.

    Wenn Du quasi sagst, Du glaubest (was für ein Konjunktiv! :) ), es gäbe da eine spezielle Herstellungstechnik, dann leite ich daraus ab, dass man von der Konstruktion als solches nichts sieht.

    Streng genommen sind ja auch Schlagwerk-Cajones "von der Stange". Du hast vorher also richtig vergleichbare Erfahrungen mit den beiden Modellen (siehe Zitat) gemacht?

    Dann ist in der Beschreibung wohl gemeint, dass es sich um eine einzelne Saite handelt, die einmal von oben nach unten und wieder von unten nach oben geführt ist, also zweimal hinter der Schlagplatte entlang läuft. – Das ist aber natürlich trotzdem noch sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Du den variableren Snare-Sound gegenüber anderen Cajones hervorhebst (bei denen in der Regel ja 2 Saiten viermal hinter der Schlagfläche entlang laufen). Kannst Du Dir das denn irgendwie erklären?

    Ist das die spezielle Eigenschaft des trsf-Modells? Oder generell der trE.s-lados-Cajones, die den Sprung vom Prototypen zur Modellreihe schaffen?

    Integrierst Du diese Sounds in Dein normales Spiel? Was ich meine: hast Du die technischen und koordinativen Fähigkeiten, in normaler Sitzposition die Möglichkeiten der Rückwand zu benutzen oder legst Du Dir das Cajon dafür auf den Schoß?

    Ich habe auch gelesen, dass die Cajones einen Buchenkorpus haben – das müsste dann aber doch auch heißen, dass sie vergleichsweise schwer sind, oder? Ist die Rückwand für Dein Empfinden eher mitschwingend dünn oder steif und dick (ich bin so neugierig :o )?

    Irgendwann werd´ ich mich tatsächlich mal aufmachen. Danke für Deinen Beitrag :great: .
     
  10. k-stone

    k-stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.07   #10
    danke
    ich finde die möglichkeit der differnzierung ist grundsätzlich wichtig
    vielleicht hab ich ein montagsmodell gespielt aber nachdem ich mehrmals ein 2in1 (403) ausgiebig ausprobiert habe ist meine meinung dzum 403: im snarebereich überbewertet, im bass ok aber für den preis höchstwarscheinlich das beste. man sollte sowieso auch bedenken daß wir hier 2 cajones vergleichen, die in komplett anderen preisregionen angesiedelt sind und von denen die eine stundenlange handarbeit ist und die andere eben massenware, die in höchstens einer stunde maschinell zusammengebaut ist.
    ja
    da fragst Du besser beim hersteller nach... sehen kann man nichts
    ja
    ja, kann man so sagen... mit diesen beiden modellen ausführlich (also wochenlang) und auch, wenn auch nicht so ausführlich (zwischen 1/2 und 2 std.) mit meinl und sonor modellen... ein sela würde ich gerne mal anspielen und ganz bestimmt auch gerne eines von ocana artesania... naja, da kommts ja vielleicht auch mal zu.
    bei allen tres lados, die ich kenne waren die beiden snaresaiten v-förmig von oben nach unten und wieder nach oben verbaut.
    ich glaube das jedes cajon ein wenig anders klingt und auch das "einspielen" eine rolle spielt. ich denke daß die furnierung sehr entscheidend für den charakter ist.
    ich drehe die cajon einfach um 180° und spiele diese seite. wenn ich beide seiten spielen möchte drehe ich mich um 90° nach rechts so daß ich die schlagmembran links und die congs/bongo seite rechts.
    ja, buchenkorpus. leicht sind sie nicht aber ich hab jetzt echt keine ahnung ob eine schlagwerk leichter ist. auf jedem fall sind die massivholz custom cajones leichter.
    ok, tu das... ich hoffe es hat Dir geholfen;)
     
  11. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.07   #11
    Ob das mit einem Bild wohl klappt?

    Einfach mal zeigen, worum es ging:

    [​IMG]

    Das müsste das richtige Modell sein, oder?

    Ich glaube, dass die Schlagwerk-Cajones auch in handwerklicher Weise hergestellt werden. Im übrigen finde ich die trE.s-lados-Cajones gar nicht derart viel teurer, wenn man bei Schlagwerk mal die Listenpreise zugrunde legt. Die Snareteppich-Modelle sind zwar billiger, ohne aber für Einsteiger oder sonstwie anspruchslosere Leute konzipiert zu sein.
     
  12. k-stone

    k-stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.07   #12
    ja olli, das ist exakt meine... dieses foto wurde direkt vor der übergabe an mich geschossen. die makassar trsf klingt komplett anders (voll das flamenco teil). das meine ich mit dem "das furnier prägt den charakter" und die trsf in indischer kirsche klingt eher wie für reggae oder hiphop gemacht. und grundsätzlich ist die bauart wohl die gleiche.
     
  13. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 25.04.07   #13
    Eigentlich fast schon zu schön, wenn man bedenkt, dass es sich ursprünglich mal um Instrumente gehandelt hat, die sich Sklaven heimlich zurecht modifiziert haben und die deshalb möglichst neben ganz gewöhnlichen Kisten nicht auffallen durften.

    Stellt der Stefan Emmerich die Schlagplatten komplett selber her? Oder bringt er nur ein Furnier auf?

    Hättest Du – lieber k-stone – mal Lust, ein bisschen was Genaueres über Klangcharakteristika in Bezug auf bestimmte Musikrichtungen zu schreiben? Ich würde mal sagen, für Hip Hop braucht es einen tiefen Bass und alles darf gerne ein bisschen LoFi sein, d.h. muss nicht allzu edel klingen. Was macht aber ein richtig gutes Flamenco-Cajon aus. Ich habe mal gehört, dass es da gar nicht so sehr auf den Bass ankommt, oder? – Ich überlege gerade, ob dafür eigentlich tatsächlich solche Clap-Corners gebraucht werden, da es sich soundmäßig doch um das handelt, was eigentlich als Stepp-Geräusch vom Tänzer erzeugt wird oder durch Klatschen.
     
  14. k-stone

    k-stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.04.07   #14
    ja olli, ich find sie auch wunderschön... ob zu schön sei dahingestellt... ich hab schon nächte mit dem blick auf die schlagmembran verbracht und irgendwann sagte mal wer zu mir "kannst du mal aufhören zu trommeln weil ich will das furnier in ruhe betrachten"

    zum thema flamenco klangcharakteristik sollte sich vielleicht besser ein flamenco cajonist äußern... ich hab schlicht und ergreifend keine ahnung von flamenco außer das ich mir so einen bulerias rythmus beigebracht hab.

    grundsätzlich bin ich an der bei der live mikrofonierung am tüfteln und stelle fest daß - eine vernünftige pa vorrausgesetzt - in hinsicht auf verschiedene styles sehr viel mit dem equalizer zu regeln ist... und mit verschiedenen mikrofonen... bis jetzt live ausprobiert: schoeps mit breiter niere, mkh 416 (keule) als overhead, t.bone sc 450, t.bone cd55, sennheiser e 604, akg 419 und jetzt gleich sofort ist ein beta 91 dran... ein mikrofon ist mir aber immer zu wenig weil keines irgendwie den natürlichen sound, so wie er ist rüber bringt... an der pa liegt es nicht weil ich denke mit meyer, eaw, d&b, soundcraft und konsorten kann man schon arbeiten...

    für den bass ist mir komischer weise das cd55 am liebsten... da schäm ich mich zwar fast für, ist aber ehrliche meinung. in den mitten und höhen ist es allerdings nicht so der bringer... am liebsten würde ich dafür das mkh 416 als overhead gebrauchen aber das ist live nicht wirklich praktikabel und eher was für´s aufnehmen... ich bin mal gespannt wie das beta 91 funktioniert.

    ach ja: wie stefan die schlagplatten herstellt entzieht sich meiner kenntnis.

    so, jetzt wird getrommelt.

    grüße, k-stone
     
  15. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 26.04.07   #15
    Oh Mann ... – damit machst Du mich ganz schön platt :eek:. Ich bin aber mal gespannt, ob dazu noch ein paar Kommentare von anderen kommen.

    Was mich – ganz allgemein – interessieren würde: wenn Du Dein Spiel aufnimmst (was Du scheinbar hin und wieder tust), hast Du dabei eine abstrakte Soundvorstellung bzw. orientierst Du Dich an möglichst originalen Schlagzeugsounds? Oder geht es Dir darum, das Klangspektrum Deines Cajons möglichst uneingeschränkt abzubilden? Ich hab´ mal so drüber nachgedacht, wann wohl die Zeit vorbei sein wird, dass das Cajon aufgrund seiner imitatorischen Qualitäten zu "verblüffen" vermag. Was ist beispielsweise sein ureigenes musikalisches Plus gegenüber dem Schlagzeug?

    Gruß, olliB.
     
  16. k-stone

    k-stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.04.07   #16
    tja, was soll ich sagen... entscheidend ist was hinten raus kommt und erstmal muß ich damit glücklich sein... egal was wer anders sagt;)
    das beta 91 hat mich übrigens im hi und mid bereich sehr überzeugt. komischer weise ist es im bass überhaupt nicht mein fall gewesen und ich kämpfte mit einer üblen übersteuerung... also wieder das cd 55 als bass stütze mit gecutteten höhen und -15 db bei 500 hz dazugeschaltet und ... jep... es klingt authentisch wie noch nie!

    wobei wir bei Deiner folgenden frage sind:

    mir geht es momentan um authentische live pa wiedergabe. bei aufnahmen gilt erst mal das gleiche... wenn das instrument gut ist soll es bei mir erstmal möglichst originalgetreu klingen... wenn man dann den sound verdrehen möchte ist das ja immer schnell gemacht...

    grüße, k-stone
     
  17. Puncher

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    Erstellt: 26.04.07   #17
    Zum einen ist es praktisch klein und vergleichsweise leise. Schon allein das kann manchmal sehr praktisch sein. Zum andern hat es ja schon seinen eigenen Klang, der z.B. gut zu Akustik-Nummern passt (also in Kombination mit A-Gitarre oder Piano).
     
  18. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.07   #18
    Also bei denen, die ich baue, kommt es mir ja schon darauf an, dass die nicht so leise sind ;) . Aber ...

    ... damit hast Du natürlich recht.

    Meine Frage geht auf das Erlebnis bei meinem Martin-Röttger-Workshop zurück (irgendwo hab´ ich das aber schon mal erwähnt, glaube ich), als er auf seinem Wüstensand-Cajon (mit Noppenfolie im Inneren) durch Abdämpfen mit dem rechten Fuß die Illusion einer riesigen Tom-Palette hervor rief. Und man fand es gerade deshalb so geil, weil es klang wie ein abgenommenes Schlagzeug – also dieser spezielle künstliche Sound wie ich ihn von Live-Soundchecks kenne.

    Mich würden mal Erfahrungen mit Bass-Cajones interessieren. Gibt es jemanden, der ein solches bevorzugt? Wie effektiv bzw. wie wichtig ist da der Snare-Effekt? In einem Laden habe ich mal das von Schlagwerk mit montierter Fußmaschine erlebt. Das war ja ein grandioser Bassdrum-Sound.
     
  19. The Dude

    The Dude HCA Bassbau HCA HFU

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    Erstellt: 09.05.07   #19
    Der Thread-Titel hat mir gerade etwas Kopfzerbrechen bereitet.
    Eigentlich geht es nicht um mich, sondern um meine Nachbarn, die angesichts der Lautstärke möglicherweise sehr kritisch einer solchen Wunderkiste gegenüberstehen.

    Sorry, falls ich den Thread womöglich entfremde, aber wie laut ist so ein Cajon eigentlich?
    Ich möchte mir nämlich eines zulegen und hauptsächlich zu Hause (Mietswohnung) ein bisschen trommeln. Ist da ein Nachbarschaftsstreit schon vorprogrammiert?
     
  20. olliB.

    olliB. Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.07   #20
    Warum?

    Ist nicht so schlimm. Ich habe gesehen, dass Du zwischen zwei 2in1-Cajones von Schlagwerk schwankst. Ich finde, man kann gerade diese beiden nicht so leise spielen. Das liegt an den Snareteppich-Hälften, die den Effekt erzeugen und recht stramm von hinten gegen die Schlagplatte drücken. Das heisst, man muss schon ein wenig härter gegen diesen Druck anschlagen.

    Demgegenüber sind Cajones in peruanischer Bauweise etwas sensibler, weil da die Saiten, die hinter der Schlagplatte gespannt sind, mit dieser in der gleichen Ebene schwingen. Das heisst, man kann wie bei einer guten Snare auch sehr leise den gewünschten Effekt erzeugen.

    Aber: wenn man gezwungen ist, leise zu spielen, versaut man sich die Technik mit der Zeit.

    Ich habe zu Hause überall welche rumstehen, quasi als Sitzmöbel. Manchmal fange ich ganz leise an, nur mit den Fingerspitzen – eine Viertelstunde später bin ich dann voll dabei und würde behaupten, das ist dann ganz schön laut ist. Du musst Dir vorstellen, dass sich ein Cajon z.B. gegenüber einem Klavier durchsetzen können muss.

    Was ich sagen will ist: man kann sich nur schwer zurückhalten, weil einfach auch leicht mal eben was Gutes dabei heraus kommt – und die Snare kann richtig fett und der Bass mit ordentlich Wumms gespielt werden.
     
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