D Debra IEM Set ST-202

LordB

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Ich starte diesen Faden zunächst rein Informativ und werde ihn um meine Erfahrungen ergänzen. Insbesondere, weil es sich um einen besonderen „Schnapper“ handeln könnte, ich das aber dann auch bereits ab dem Kauf für andere dokumentieren will. Denn wir alle wissen, „Schnapper“ können auch mal nach hinten losgehen.
Wenn alles gut geht wird es dann direkt ein Review.

Kurze Vorgeschichte:

Ich besitze zwei LD MEI 100 G2. Diese wurden 2018 bzw. 2021 für insgesamt 470 € angeschafft. Das mag für IEMs „günstig“ sein, insbesondere, wenn man acht Jahre zurückdenkt. Offensichtlich wird bei diesem Set nicht unbedingt die beste Hardware verwendet. Eines musste ich auch schon einschicken. Außerdem scheint der genutzte Frequenzbereich in der LTE-Lücke bei mir stark frequentiert zu sein. Ich habe jedenfalls immer wieder Probleme mit Störungen und kurzen Abrissen mit Rauschen und Knistern.
Etwas, wofür die MEI 100 G2 und die günstigen t.bone IEM berüchtigt sind, wie ich inzwischen weiß.
Auch wenn ich es im Moment nach vielen Stunden der Frequenzsuche einigermaßen im Griff habe, habe ich mich, ohne direkten Druck oder gezielte Kaufabsicht, auf die Suche nach etwas anderem im 560-MHz-Sektor gemacht. Das soll jedoch nicht gleich wieder ein großes Loch in die Kasse sprengen.

Der Tenor dazu lautet allerdings: Wenn es bei UHF nichts kostet, ist es auch nichts. Da spricht natürlich die jahrelange Erfahrung. Die HCAs, HFUs und andere langjährige Nutzer dieses Forums wissen, wovon sie reden.

Und ohne das in Zweifel ziehen zu wollen: Es scheint, als gäbe es am Markt inzwischen doch so etwas wie „günstig, aber nicht gleich schlecht“.

Da ich ein schnurloses Headset-Mikrofon haben wollte, aber auch hier nicht bereit war, gleich große finanzielle Sprünge zu machen, wurde mir im Funkmikrofon-Thread ein System von Phenyx empfohlen: PTU 71, Kanal 1: 538,3–566,5 MHz (100 Frequenzen), Kanal 2: 571,3–599,5 MHz (100 Frequenzen).
Und tatsächlich: Irgendwie schafft es dieser Hersteller offenbar, qualitativ brauchbare Ware zu einem ausgesprochen fairen Preis herzustellen. Das Zwei-Kanal-Set mit Handmikrofon und Headset gab es zum Zeitpunkt meines Kaufs* bei amazon für unter 145€. Das lag sehr deutlich unter meiner Planung von je 250 € pro System. Das war mir den Versuch wert.
*Jetzt bereits wieder 168€. Dynamische Preise…

Nach den ersten Tagen kann ich bestätigen, dass es bisher problemlos funktioniert.
Keine Störungen auszumachen. Mikrofon und Headset sind klanglich völlig okay. Ist mir schon spooky, wie das für den Preis machbar ist. Ein längerer Test wird es sicher zeigen. Bericht kommt. Aber der aktuelle erste Eindruck ist wirklich gut.


Nun zurück zu den IEMs. Da bietet Phenyx über amazon aktuell nur ein sehr teures 4er Set an, sodass ich anderweitig gesucht habe.
Dabei bin ich dann über D Debra gestolpert, die eine ganz ähnliche Reputation für IEMs zu haben scheinen, wie Phenyx für die Funkmikros, so weit man den unterschiedlichsten Berichten, Rezensionen und YT-Videos glauben möchte.

Ein Stereo System (ST-102) mit einem Empfänger liegt aktuell bei etwa 255€. Was man so darüber zu lesen und gucken findet besagt, dass es gut funktioniert. Lediglich Die Ohrhörer taugen offenbar nichts, aber das ist ja nichts Neues. Die waren auch beim LD untauglich.
Ich nutze seit mehreren Jahren KZ ZSN Pro. (Auch sehr günstig, aber definitiv gut. 👍 )

Aber nun kommt's: Das Doppel-Stereo System ST-202, also 2x 2 Kanal mit 2 Empfängern, kostet aktuell 241€! Verkäufer ist Amazon UK. Kommt dann aus einem amazon UK Lager, Einfuhrgebühren sind aber bereits im Preis drin. (Hab schön öfters so bestellt, das stellt kein Problem dar, auch nicht für Rückgaben.)
Vielleicht ist das ein purer Glücksfall und jemand hat das falsch eingepreist. 🤷‍♂️ So etwas kommt ja durchaus mal vor.

Jedenfalls bietet das ST-202 dieselben Features wie das ST-102, nur eben zweimal und im 19"-Format.
Interessanterweise sind neben den Antennen, die direkt am Gerät angeschlossen werden, noch zweizusätzliche Antennen mit Kabel beigelegt, die man entsprechend positionieren kann. Neben den XLR L/R-Buchsen gibt es weitere Anschlüsse in Form von Mix In (3,5 mm) und Mix Out (6,3 mm).Bluetooth 5.0 kann ebenfalls als Input genutzt werden.
Die Empfänger werden per IR eingelernt und bieten zusätzlich zu dem 3,5‑mm-Kopfhörer-Ausgang auch einen separaten 3,5‑mm-Line-Out, sodass man sie auch als Funkstrecke für Audio verwenden könnte.

Preisfehler? Glücklicher Zufall? Oder einfach günstig? Da habe ich jedenfalls jetzt nicht lange gezögert, weil legitim von amazon.de/UK verkauft.

Ich werde berichten. Am 19. oder 20. soll das Set eintreffen.
Nachtrag: Review: D Debra ST-202 Dual-Stereo IEM System
 
Grund: Nachtrag Review-Link
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Wenn es bei UHF nichts kostet, ist es auch nichts.
Ist auch so. Mein Rat: Lass es.
Begründet wurde das ja bereits ausreichend von von mehreren Personen im anderen Thread, daher gehe ich jetzt nicht nochmal darauf ein.
 
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Offenbar digital mit 7ms Latency ...
 
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  • #4
Ist auch so. Mein Rat: Lass es.
Es geht hier nicht darum irgendjemandes Kompetenz auf dem Gebiet anzuzweifeln.
Wie zu lesen ist, geht es darum einen Erfahrungsbericht zu erstellen.
Denn auch die Pheynx überraschen im Moment sehr positiv. Wäre schön, wenn es auch für IEM eine kostengünstige Option gäbe.
 
Du kannst die Geräte von Phenyx auch direkt aus den USA bestellen - nur dort gibt es z.B. Zubehör oder Ersatzteile, ein Rack-Einbaukit mit Antennendurchführung nach vorne oder zusätzliche Handhelds z.B. hat Amazon nicht im Sortiment. Dann kommen je nach Paketgröße noch rund 30 USD Versand dazu, aber meist läuft ja irgend eine Rabattaktion von 5 bis 15%, das gleicht das dann wieder aus. Auch der derzeitige Wechselkurs macht es für uns günstiger, in den USA zu kaufen. Mit Steuern oder Zoll hatte ich keinen Aufwand, das Paket kommt bis zur Haustür, in einem Fall sogar aus einem deutschen Versandzentrum. Ich habe jetzt dreimal direkt von Phenyx bestellt, alles lief zu 100% einwandfrei bei mir. Lieferzeiten waren immer ein bis zwei Wochen.
 
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Wäre schön, wenn es auch für IEM eine kostengünstige Option gäbe.
Gibt es, aber eben mit den entsprechenden Nachteilen. Empfehlenswert sind solche Systeme (aus den genannten Gründen) für nahezu alle Einsatzzwecke nicht.

Ganz nebenbei:
7 ms Latenz ist schon enorm viel.
 
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  • #7
Es wird sich zeigen. Ich stehe unter keinerlei Druck oder Zugzwang und kann ausprobieren. Wenns klappt freue ich mich, wenn nicht, habe ich es aber unvoreingenommen getestet. Es ist ja eine ganz freiwillige Aktion von mir hier dazu zu berichten. Ich hab nichts davon, egal ob es gut ist, oder schlecht. Aber vielleicht andere interessierte.

Hätte ich das Phenyx Set dank @mix4munich Bericht nicht ausprobiert, obwohl es nicht in das Schema „nur Teuer=gut“ passt, würde ich mich gerade nicht über die bisher einwandfreie Funktion freuen. Ich sehe Offenheit für Neues als Stärke an.

@chris_kah Eine Quelle oder Beleg könnte bei solchen Aussagen gerne mitgeliefert werden.
Hier die Produktseite mit den Tech Specs
Wenn es in der Kette die einzige Latenz ist kann das funktionieren. Selbst Shure* hält 5-10ms noch für eine akzeptable Verzögerung.
Dazu der Hinweis, das Mono System ER-202 hat nur 3ms Angabe, falls dies aufgrund von Signalverkettung Entscheidend ist.
 
Hätte ich das Phenyx Set dank @mix4munich Bericht nicht ausprobiert, obwohl es nicht in das Schema „nur Teuer=gut“ passt, würde ich mich gerade nicht über die bisher einwandfreie Funktion freuen.
Ich habe den Phenyx Bericht auch mit Interesse gelesen. Trotzdem darf man hier nicht nur den Preis sehen, sondern muss auch die Features mit den vermeintlich teureren Systemen vergleichen (Wechselkapseln, Bandbreite etc.) - und da relativiert sich IMHO vieles. Genauso ist das bei Deinem Wunsch-IEM-Set. Wie sagt man so schön: „You get what you pay for.“
Ob die Funktechnik stabil läuft und es für Deine Anforderungen reicht, wirst Du feststellen. Bei größeren öffentlichen Veranstaltungen sehe ich das Produkt anhand der Spezifikationen eher nicht.
 
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@chris_kah Eine Quelle oder Beleg könnte bei solchen Aussagen gerne mitgeliefert werden.
Auf der Produktseite:
Quelle.webp

Habe ich einfach abgelesen. Und die Aussage drüber ist quasi die, dass es sich um ein digitales System handelt.
 
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  • #10
Eine Quelle oder Beleg könnte bei solchen Aussagen gerne mitgeliefert werden.
Die Aussage erstmal pauschal anzuzweifeln, wenn man selbst in 1 min die Specs recherchieren könnte, ist schon wild. :engel:
 
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  • #11
Bin gespannt, was du aus deiner Praxis berichtest. Ich hab mir vor einiger Zeit auch eins dieser Systeme zugelegt und gleich darauf mein Shure* PSM-300 verkauft. Der Sound der digitalen Übertragung des Debra IEM-Systems fand ich so viel besser und nah "am Kabel". Neugierig wurde ich durch ziemlich zufriedene Berichte Im Bass-Forum (LINK / dort wurde auch die Latenz durch Messung bestätigt). Wahrscheinlich weil endlich das typische Pumpen und die Verzerrungseffekte im Bass-Bereich fehlen. Die Sende- / Empfangsleistung ist in Ordnung - zaubern kann auch das Debra-System nicht - und wer auf den ganz großen Bühnen unterwegs ist, hat wohl auch Geld für ein teureres System. Ein TinySA-Analyzer zeigt ein einwandfreies RF-Spektrum. Mit der Latenz muss man klarkommen. Wegen der Knochenleitung ist die Latenz für viele Sänger wohl schon problematisch. Aber in dem Preisbereich kann meiner Meinung nach keine der analogen Alternativen gegen das Debra-IEM anstinken.

Woran gespart wurde: Beim ST-202 wird der RF-Bereich in zwei Bänder aufgeteilt, die von je einem der beiden enthaltenen Systeme genutzt werden. Der angegebene Frequenzbereich stimmt außerdem nicht ganz exakt (statt 560-590MHz sind es 555-570 und 572-587MHz). Am Empfänger sollte man niederohmige Hörer verwenden, damit der Pegel ausreicht, auf sehr lauten Bühnen könnte es sonst knapp werden. Die Taschen-Empfänger sind aus Kunststoff und das Batteriefach hat einen etwas fragilen Deckel. Das Nachfolgemodell M-PROI hat ein etwas stabileres Empfangsteil/Batteriefach, der ist kompatibel zum ST-System.
 
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  • #12
7 ms Latenz ist schon enorm viel.
Das MiPro-IEM liefert unter 3ms Latenzzeit und ist auch nicht so unglaublich teuer (pro Kanal allerdings etwa 4x teurer als das Debra). Läuft jedoch im 5.8MHz-Bereich (WLAN / sehr kurze Wellenlängen sind auch kritischer) - Anlagen mit niedriger Latenz im UHF-Bereich gibt es auch, die sind aber meist deutlich teurer (Axient Ditigal PSM z.B.).

Ein lesenswertes AES-Paper zum Thema: The Effects of Latency on Live Sound Monitoring
Ergebnis (sehr kurz zusammengefasst - bitte selbst nachlesen): Je nach Instrument sind Latenzzeiten mehr oder weniger kritisch. Saxophonisten sind am kritischsten, gefolgt von den Vocals. Bei Gitarre und Bass sind etwas höhere Latenzen akzeptabel, Drums und Keyboards sind eher unkritisch.
 
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  • #13
Drums und Keyboards sind eher unkritisch.
Ui - ohne das Paper bislang ganz gelesen zu haben finde ich die Aussage spannend. Ich habe mich an anderer Stelle hier im MB mal darüber ausgelassen, dass bei der Kombination aus einem LiveTrak L-8 (4 ms Latenz) und einer DSP-basierten PA (Mackie SRT 212) mir schon für Piano-Sounds die Latenz zu hoch war und ein unangenehmes Spielgefühl verursacht hat (ganz ohne IEM). Und dann noch Drums dabei, die an sich die "Normalzeit" für die Band geben sollen...

Ich lese heute Abend mal das Paper ganz und versuche den Gedankengang mit meiner Wahrnehmung abzugleichen.
 
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  • #14
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  • #15
Die Aussage erstmal pauschal anzuzweifeln, wenn man selbst in 1 min die Specs recherchieren könnte, ist schon wild.
An welcher Stelle habe ich das bitte angezweifelt? Ich habe nur darum gebeten bei solchen Aussagen die Quelle mit aufzuschreiben. Ich habe sie doch selbst dazu ergänzt!

Bin gespannt, was du aus deiner Praxis berichtest
Mir vergeht aktuell die Lust dazu, weil ich das Gefühl bekomme hier von einigen bereits dafür auf den Deckel zu bekommen, nur weil ich dieses Set überhaupt vorschlage zu testen und um unterstützende Quelle bitte, wenn man Specs zitiert.

Selbst wenn man klar dazu schreibt: Hey, ich probiere es mal einfach mal ohne jeden Druck aus. Mal gucken, was das kann … wird direkt erst mal Gegenwind gemacht.

So. Heute schon angekommen.
Hier ein paar Bilder:

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Erster Eindruck ist in Ordnung. Alles dabei, Netzteil (12V 1A) muss ich gegen eines mit Eurostecker austauschen. Der Sender akzeptiert 12-18V Center Positiv.
 
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  • #16
Habe das System heute Vormittag testhalber kurzzeitig ohne Probleme in Betrieb genommen.

Reichweiten- und Latenztest kommt noch, für letzteres brauche ich aber noch ein passendes Kabel 3,5mm auf 6,3mm um den Sender in den Mixer zu speisen.

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Die voreingestellten Sendefrequenzen passten in mein Setup.

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Der Pegel wird über die AF Balken angezeigt. Ich musste die Eingangs-Potis ein gutes Stück zurück nehmen. Da gibt es offenbar deutlich mehr Pegel-Reserve, auch für leise Signale, als beim LD MEI 100 G2.
Mein Mix wird aus einem Headphone-Amp (LD HPA6) bereitgestellt.


Folgende weitere Dinge sind mir im Vergleich zum LD MEI 100 G2 sofort positiv aufgefallen:

1) kein störendes Grundrauschen, keine sonstigen Störgeräusche, kein Knacksen.
Das Signal ist entweder da, oder reißt ab, (z.B. wenn man dem Sender zu nahe kommt.).

2) deutlich bessere Klangqualität. Das MEI 100 G2 klang immer etwas dünn mit wenig Bässen. Der Sound ist gut.

3) Einschalten des D Debra Empfängers erzeugt kein lautes Plopp-Geräusch in den Kopfhörern

4) die D Debra Empfänger sind nicht gummiert 😬. Beide LD Systems Empfänger sind inzwischen klebrig.

5) Das Batteriefach ist viel einfacher zu erreichen. Gerade mit Akkus hatte ich bei den LD Systems Empfängern immer wieder Kontaktprobleme und sie gehen nur schwer in und aus dem Empfänger.

6) keine Gefahr an die Set-Taste zu kommen, da diese unter dem Batteriefach liegt. Davon abgesehen sind durch den IR Empfänger auch keine ungewollten Änderungen vornehmbar.
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Hier mal ein Vergleich der Displays und Größen aller drei Systeme. D Debra (L), LD Systems (M), Phenyx (Sender) (R)
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Bei D Debra wird nach einigen Sekunden das Licht gedimmt. LD und Phenyx schalten ab. Wobei das Display am
LD Empfänger lesbar bleibt.
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Bei der Größe ist das D Debra Display grenzwertig klein. Aber alle Infos sind erkennbar. Frequenz und Kanal, AF, Signalstärke, Batterieladung, Stereo/Mono Betrieb.

Bei den Ohrhörern habe ich auch durch die Rezensionen des ST-102 ziemlichen Schrott erwartet.
Mein erster Eindruck verlief aber erfreulich anders. Besser.
Es sind auch ganz offensichtlich andere Modelle, als sie beim Single-Set ST-102 dabei liegen.

Der Sitz im Ohr ist durch ihre Form gut, sehr ähnlich zu meinen ZST-X.
Mit einem Upgrade der Silikon-Tips auf Memory-Foam bilden sie eine sehr gut zu tragende und ordentlich abdichtende Lösung.
Da das Kabel um das Ohr herum geführt wird, gibt es auch keine störenden Kabelgeräusche. Leider sind die Kabel nicht austauschbar und nur sehr einfach gehalten.

Es handelt sich um einfache dynamische Teiber. Der Klang ist Basslastig, aber ohne andere Frequenzen dabei zu zermatschen. Alles in allem haben sie einen brauchbaren, deutlichen Sound, mit dem ich erstaunlich gut zurechtkomme.

Im direkten Vergleich sind meine ZST X mit Hybrid-Treibern (BA & Dynamisch) zwar akzentuierter, wirken aber im Musik-Kontext nicht so „Rund“, da ihr Schwerpunkt weniger auf den Bass liegt.


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Ich kann mir gut vorstellen, dass Basser und Drummer die ganz brauchbar finden könnten.
Mir haben sie in meinem Kontext (Keyboard/Gesang) jedenfalls gut gefallen und ich habe die ZST im weiteren Testverlauf erst mal liegen lassen.


Das Thema Latenz behandle ich dann noch.
Im ersten Probelauf mit dem Funk-Headsetmikrophon von Phenyx hatte ich aber keinerlei Schwierigkeiten mein Keyboard zu spielen und dabei zu singen.
Ich habe keine mich störende Latenz bemerkt.

Ich bin da aber auch einerseits toleranter Amateur, andererseits lege ich auf meinen Gesang auch etwas Hall mit in meinen Monitor Mix.

Bisher bin ich im ersten schnellen Testlauf zufrieden. Morgen ist Probe. Da werde ich dann im Kontext zusammen mit meiner Sängerin weiter testen und berichten.

Mal ne Frage an die Experten: übersehe ich was, oder gibt Sennheiser* beim XSW nicht mal die Latenz mit an?
Auch bei Thomann* steht dazu nichts.
 

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  • #17
Mir vergeht aktuell die Lust dazu, weil ich das Gefühl bekomme hier von einigen bereits dafür auf den Deckel zu bekommen, nur weil ich dieses Set überhaupt vorschlage zu testen und um unterstützende Quelle bitte, wenn man Specs zitiert.

Selbst wenn man klar dazu schreibt: Hey, ich probiere es mal einfach mal ohne jeden Druck aus. Mal gucken, was das kann … wird direkt erst mal Gegenwind gemacht.
Lass Dich nicht belatschern. Es hat sich in Punkto Qualität in den letzten Jahrzehnten vieles getan. wenn man alleine sieht, dass man heutzutage für relativ wenig Geld wirklich brauchbares Zeug bekommen kann, Beispiel: Harley Benton* Gitarren - da mag ich gar nicht an meine erste Hertiecaster denken. Und ebenso ist das mit vielen Sachen die aus China den Markt hier überschwämmen. Ich hab ein einfaches Wireless Sender-Set für meine Gitarre für gerade mal 17EUR bei Temu bestellt, das einwandfrei seinen Dienst verrichtet. Kürzlich hab ich mir erst Moving Heads bei Ali bestellt, ein Zweier-Set mit Case für knapp über 300 EUR, ziemlich identisch mit den Eurolite TMH-X4, wo einer alleine davon schon das 1,5fache kostet. Gibt ein Youtube-Video, wo beide verglichen werden, und nahezu gleich bei wegkommen. Das heißt nicht, dass ich jetzt komplett auf diese Schiene umschwenke. Im professionellen Bereich wird zu recht auf Marke gesetzt, zum einen, weil man davon ausgeht, dass sie auf Dauer zuverlässiger arbeiten, zum anderen weil sie alle Zertizierungen haben, die alleine aus Haftungsgründen unerlässlich sind, eine mögliche Grauzone bei den China-Importen, wobei eigentlich auch die Markenprodukte in China gefertig werden, wenn nicht sogar in den selben Fabriken.
Reden wir aber vom Amateur-, oder Semi-Bereich, wo sicherlich mehr auf die Kohle geachtet werden muss, man aber trotzdem nicht auf gewisse Dinge verzichten möchte, ist es durchaus legitim, auch mal auf günstige Alternativen zu schwenken, und wenn man dann hier seine Erfahrungen teilt, ist doch anderen auch geholfen, die in ähnlicher Situation sind.
 
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  • #19
So, hier der Latenz-Test.

Ich habe den Empfänger mit einem Y-Kabel an meinem Ui24R Mixer angeschlossen und eine Multitrack-Aufnahme gestartet.
Am Keyboard eine Snare angeschlagen und in Garageband die Latenz ausgewertet.

Der Weg des Signals schaut so aus:

Keyboard -> UI24R In -> UI24R AUX Out -> passiver Splitter -> LD HPA6 Headphone-Amp -> LD MEI 100 G2 / D Debra ST-202 -> UI24R In

Um eine Referenz des Signalweges zu haben, habe ich als erstes das analoge LD Systems MEI 100 G2 getestet. Der Ton startet 3ms verzögert.

Beim D Debra ST-202 ertönt die Snare 10,5ms später.

Ziehen wir die 3ms Referenz ab, denn analog soll ja keine Latenz haben, wären das 7,5ms, was dann grob mit der Werksangabe zusammenpasst.

Latenztest.webp



Am Ende zählt natürlich die volle Latenz zwischen Gespielt und gehört, also die gesamte Signalkette. Und die wären somit rund 11ms.
11ms welche mich persönlich nicht stören. Habe sie weder beim Keyboarden noch beim Singen als störend wahrgenommen.

Aber ich bin kein Maßstab, sondern toleranter Amateur. But now you know :-)

Wer mit Latenzen Schwierigkeiten hat und ggf. durch ein digitales Funkmikrofon-Set weitere Zeit addiert, kommt wahrscheinlich in Probleme.

Ich habe auch noch Over-Ear Kopfhörer ausprobiert. Mein ATH M50X werden prima befeuert. Der am Empfänger mit „Output“ gekennzeichnete Ausgang liefert ein Line-Level Signal, welches ebenfalls über den Lautstärkeregler justiert wird.


Reichweite:

Bei geschlossenem Metall-Tor und einem Sender, der zu meinem Standpunkt wenig optimal (in Laufrichtung) im Raum steht, waren es 50m, bis der RF Balken nichts mehr anzeigte und das Signal die ersten Aussetzer bekam. Alles dazwischen war ohne Probleme.
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Die Batterielaufzeit scheint gut. Nach über 3h Proben und dann noch einiges an Herumprobieren waren zwei von vier Balken meiner Eneloop Akkus weg. Der Hersteller gibt 6-8h an.

Ich habe mir ein 8er Set 1,5V 3600mA Lithium Akkus mit Ladebox bestellt und denke, damit können diese Zeiten locker erreicht werden. Zwei Sender und zwei Empfänger sollten für einen Abend ausreichend versorgt sein.


Was noch?

Eine mehrsprachige übersetzte, gut bebilderte und leicht verständliche Anleitung mit allen Infos liegt bei. Die Übersetzung ins Deutsche ist weitgehend gelungen. Ist auch nicht selbstverständlich und möchte ich lobend hervorheben. Ich habe nicht das Gefühl hier die billigste Hinterhof-Ware gekauft zu haben. Der Hersteller nimmt sein Produkt offenbar ernst.
Von D Debra finden sich auch einzelne Empfänger zum nachkaufen. Auch die Webseite hinterlässt einen überwiegend positiven Eindruck. Eine Lorem Ipsum Seite habe ich aber auch da gefunden ;-) Aber es erweckt nicht den Eindruck von Dropshipping einer Phantasie-Marke, die verschwindet, sobald der Container leer ist.


Mein Fazit:

240,- Euro für ein Doppel-Stereo Set mit zwei Empfängern ist eine Ansage.
Durch die Digitaltechnik gibt es kein störendes Rauschen und das Signal ist bis zum Abriss einwandfrei.
Dazu ein brauchbarer Klang. Sogar die mitgelieferten Ohrhörer machen ihre Sache grundsätzlich gut genug.
Es gibt Rackmount-Winkel, extra Antennen, Kabel dazu.
Die vom Hersteller versprochenen Eigenschaften von Reichweite und Batterielaufzeit erscheinen Plausibel.
Die Eingänge des Senders sind separat L/R regelbar, es gibt auch extra 6,3mm Kopfhörer-Ausgänge. Das Bodypack wird bequem per IR angelernt.
Was fehlt ist ein Frequenzsuchlauf.

Die (auch in den technischen Daten angegebene) Latenz von 7ms ist sicher für einige Anwender grenzwertig und für sensible Nutzer ein K.O. Kriterium.

Ich denke, wer damit bisher keine Probleme hatte und ähnlich tolerant ist, dabei eine lange Signalkettte mit weiteren Verzögerungen vermeidet, kann einen Blick riskieren.

Pluspunkte:
+ Saugünstig
+ Signalstabilität und Klang
+ Verarbeitung des Senders
+ Extra Antennen
+ Batterielaufzeit
+ Ohrhörer sind brauchbar

Minuspunkte:
- Latenz (7ms)
- keine automatische Frequenzsuche
- Kabel der Ohrhörer nicht austauschbar
 
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  • #20
Was fehlt ist ein Frequenzsuchlauf.
Genau um diese Funktion wurde das ansonsten völlig kompatible Modell Debra M-PROI ergänzt. Gibbet aber nur als Single-Lösung (also nicht Dual auf 1HE).

Ein für mich relevanteres Problem : Die Löcher in den Rackwinkeln beim ST-202 sind leider so angebracht, dass sich die Antennen NICHT in diesen befestigen lassen. Das ist schon eine echte Fehlkonstruktion (das Gehäuse ist zu breit). Aber gut, meine positiven Erfahrungen bestätigen den Test von @LordB und ich habe die Antennen dann mit Winkeln eines anderen Herstellers auf der Rack-Rückseite angebracht. Läuft.
 
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