Review: D Debra ST-202 Dual-Stereo IEM System

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Review des D Debra ST-202 IEM Dual-Stereo IEM Set​

Kurze Vorgeschichte​

Ich besitze zwei LD Systems MEI 100 G2. Diese wurden zw. 2018 und 2021 für insgesamt 470 € angeschafft.
Das mag für IEMs „günstig“ sein – insbesondere, wenn man acht Jahre zurückdenkt. Doch offenbar wird bei diesem Set nicht unbedingt die hochwertigste Hardware verwendet. Außerdem scheint der genutzte Frequenzbereich in der LTE-Lücke 823/863 MHz bei mir stark frequentiert zu sein. Ich habe immer wieder Probleme mit Störungen und kurzen Abrissen mit Rauschen und Knistern.

Etwas, wofür die MEI 100 G2 und auch die günstigen t.bone-IEMs offenbar berüchtigt sind, wie ich inzwischen weiß.

Auch wenn ich das Problem nach vielen Stunden Frequenzsuche einigermaßen in den Griff bekommen habe, habe ich mich ohne akuten Druck oder konkrete Kaufabsicht nach Alternativen im 560-MHz-Bereich umgesehen. Das Ganze sollte allerdings nicht direkt wieder ein großes Loch in die Kasse reißen.

Der allgemeine Tenor zu günstig lautet hier allerdings: Wenn UHF nichts kostet, taugt es auch nichts.
Ohne das grundsätzlich infrage stellen zu wollen, scheint es heutzutage aber doch Produkte zu geben, die man als „günstig, aber nicht gleich schlecht“ bezeichnen kann.

Da ich auch ein schnurloses Headset-Mikrofon haben wollte, aber auch hier keine großen finanziellen Sprünge machen wollte, wurde mir im Funkmikrofon-Thread ein System von Phenyx empfohlen: PTU 71, Kanal 1: 538,3–566,5 MHz (100 Frequenzen), Kanal 2: 571,3–599,5 MHz (100 Frequenzen).

Und tatsächlich: Irgendwie scheint dieser Hersteller qualitativ brauchbare Ware zu einem ausgesprochen fairen Preis anbieten zu können. Das Zwei-Kanal-Set mit Handmikrofon und Headset gab es zum Zeitpunkt meines Kaufs bei Amazon für unter 145 €. Das lag deutlich unter meiner ursprünglichen Planung von etwa 250 € pro System. Der Versuch war es mir wert.

Nach den ersten Tagen kann ich bestätigen, dass das System bisher problemlos funktioniert. Keine Störungen, Mikrofon und Headset klingen völlig okay. Ehrlich gesagt fast schon etwas spooky, dass das für diesen Preis möglich ist. Der erste Eindruck ist jedenfalls wirklich gut, sodass es mich bestärkt hat noch einem entsprechnedem System für das Monitoring zu schauen.


Zurück zu den IEMs

Auf Amazon bin ich über die Marke D Debra gestolpert, welche für ihre IEMs offenbar eine ähnliche Reputation genießen wie Phenyx im Bereich Funkmikrofone – zumindest wenn man diversen Berichten, Rezensionen und YouTube-Videos Glauben schenken darf.

Ein einzelnes Stereo-System (ST-102) mit einem Empfänger liegt aktuell bei etwa 255 €.
Was man darüber liest und sieht, klingt insgesamt positiv. Lediglich die beiliegenden Ohrhörer sollen nichts taugen – aber das ist ja nichts Neues.
Die beim LD MEI 100 G2waren ebenfalls unbrauchbar. Ich nutze seit mehreren Jahren KZ ZSN Pro sowie ZST-X. Ebenfalls sehr günstig, aber definitiv gut. 👍

Aber jetzt kommt der interessante Teil: Das Doppel-Stereo-System ST-202 – also zweimal Stereo Sender mit zwei Empfängern – kostet derzeit nur 240€! Verkäufer ist Amazon UK. Die Ware kommt aus einem Amazon-UK-Lager, Einfuhrgebühren sind bereits im Preis enthalten. (Habe dort schon öfter bestellt – auch Rückgaben waren nie problematisch.)

Das ST-202 bietet dieselben Features wie das ST-102 – nur eben doppelt und im 19"-Format, zudem sind andere Ohrhörer und zusätzliche Antennen mit Kabel im Lieferumfang enthalten, die flexibel positioniert werden können.

Neben den XLR-L/R-Buchsen gibt es zusätzliche Anschlüsse in Form von Mix In (3,5 mm) und Mix Out (6,3 mm). Bluetooth 5.0 kann ebenfalls als Input genutzt werden.
Die Empfänger werden per IR gekoppelt und bieten zusätzlich zum 3,5-mm-Kopfhörerausgang auch einen separaten 3,5-mm-Line-Out. Damit lassen sie sich sogar als Funkstrecke für Audio verwenden.

Zu bedenken gilt, dass dieses System digital arbeitet. Dies sorgt dafür, dass zwischen senden und empfangen eine Latenz entsteht. Der Hersteller gibt diese mit 7 ms an.

Ich habe dennoch nicht lange gezögert und das Set bestellt.

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Erster Eindruck

Ordentlich. Alles Nötige ist dabei, lediglich das Netzteil (12 V / 1 A) mit UK-Stecker musste ich gegen eines mit Eurostecker austauschen. Der Sender akzeptiert 12–18 V, Center Positiv.

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Ich habe das System ohne Probleme in Betrieb nehmen können. Die voreingestellten Sendefrequenzen passten direkt in mein Setup. Eine automatische Suche freier Frequenzen gibt es nicht. Diese wurde dem System D Debra M-PRO1 spendiert, welches aber nicht als Dual-Set erhältlich ist.

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Der Pegel wird über AF-Balken angezeigt. Ich musste die Eingangs-Potis deutlich zurücknehmen. Offenbar gibt es wesentlich mehr Pegelreserve – auch für leise Signale – als beim LD MEI 100 G2. Mein Mix wird über einen Headphone-Amp (LD HPA6) bereitgestellt.

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Direkt Positiv aufgefallen im Vergleich zum LD MEI 100 G2 sind:
  1. Kein störendes Grundrauschen, keine Nebengeräusche, kein Knacksen.
    Das Signal ist entweder da oder reißt ab – beispielsweise, wenn man dem Sender unter 40cm zu nahe kommt.
  2. Deutlich bessere Klangqualität.
    Das MEI 100 G2 klang für mich immer etwas dünn und bassarm. Das D Debra klingt dagegen angenehm voll.
  3. Das Einschalten des Empfängers erzeugt kein lautes „Plopp“ in den Ohrhörern.
  4. Die D-Debra-Empfänger sind nicht gummiert 😬
    Beide LD-Systems-Empfänger sind inzwischen unangenehm klebrig geworden.
  5. Das Batteriefach ist wesentlich besser zugänglich.
    Gerade mit Akkus habe ich bei den LD-Empfängern immer wieder Kontaktprobleme, außerdem gehen die Zellen nur schwer hinein und heraus. Das funktioniert beim D Debra hingegen einwandfrei, die Klappe dürfte allerdings etwas stabiler ausfallen.
  6. Keine Gefahr, versehentlich an die Set-Taste zu kommen, da diese unter dem Batteriefach sitzt.
    Durch die IR-Kopplung sind zudem keine ungewollten Änderungen möglich.

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Display und Bedienung

Hier ein Vergleich der Displays und Größen aller drei Systeme:
D Debra (L), LD Systems (M), Phenyx Sender (R)

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Beim D Debra wird die Beleuchtung nach einigen Sekunden gedimmt. LD und Phenyx schalten das Display komplett ab, wobei das Display des LD-Empfängers weiterhin lesbar bleibt.

Die Größe des D-Debra-Displays ist grenzwertig klein, aber alle Informationen bleiben erkennbar: Frequenz, Kanal, AF, Signalstärke, Batteriestatus sowie Stereo-/Mono-Betrieb.


Die mitgelieferten Ohrhörer

Durch die Rezensionen des ST-102 hatte ich ehrlich gesagt ziemlichen Schrott erwartet. Es handelt sich hier aber um andere Modelle als die, die dem Single-Set ST-102 beiliegen.

Der Sitz im Ohr ist durch die Form gut und erinnert stark an meine ZST-X. Mit Memory-Foam-Tips statt der Standard-Silikonaufsätze ergibt sich eine angenehm zu tragende und ordentlich abdichtende Lösung.

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Die leider nur einfach ausgeführten und nicht austauschbaren Kabel werden um das Ohr geführt, so entstehen keine störenden Kabelgeräusche.

Verbaut sind einfache dynamische Treiber. Der Klang ist bassbetont, ohne dabei andere Frequenzen komplett zu verschmieren. Insgesamt liefern sie einen brauchbaren und klaren Sound, mit dem ich überraschend gut zurechtkomme.

Im direkten Vergleich wirken meine ZST-X mit Hybrid-Treibern (BA + dynamisch) zwar detailreicher, im musikalischen Kontext aber weniger „rund“, da ihr Schwerpunkt weniger auf dem Bass liegt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass besonders Bassisten und Drummer mit den beiliegenden Hörern gut zurechtkommen.
Mir persönlich haben sie im Kontext Keyboard/Gesang jedenfalls gut gefallen, sodass ich die ZST-X im weiteren Testverlauf zunächst beiseitegelegt habe.

Ich habe am Empfänger außerdem Over-Ear-Kopfhörer getestet. Meine ATH-M50X werden problemlos befeuert.
Der am Empfänger mit „Output“ gekennzeichnete Ausgang liefert ein regelbares Line-Level-Signal.


Latenz

Das Thema Latenz wollte ich gesondert betrachten. Der Hersteller gibt 7 ms an, was recht lang ist.

Im ersten Probelauf zusammen mit dem Funk-Headset von Phenyx hatte ich aber keinerlei Schwierigkeiten, gleichzeitig Keyboard zu spielen und zu singen. Eine störende Latenz konnte ich subjektiv nicht wahrnehmen.

Allerdings bin ich einerseits toleranter Amateur, andererseits liegt auf meinem Gesang auch etwas Hall im Monitormix. Nach einer gut verlaufenden Probe habe ich einen Latenztest sowohl mit dem LD Systems MEI 100 G2 als auch dem D Debra ST-202 durchgeführt.
Der jeweilige Empfänger wurde per Y-Kabel an meinen Ui24R-Mixer angeschlossen und eine Multitrack-Aufnahme gestartet. Anschließend habe ich am Keyboard eine Snare angeschlagen und die Latenz in GarageBand ausgewertet.

Der Signalweg sah dabei wie folgt aus:

Keyboard → Ui24R In → Ui24R AUX Out → passiver Splitter → LD HPA6 Headphone-Amp → LD MEI 100 G2 / D Debra ST-202 → Ui24R In

Um eine Referenz zu haben, habe ich zunächst das analoge LD Systems MEI 100 G2 gemessen. Dort startet das Signal etwa 3 ms verzögert.

Beim D Debra ST-202 ertönte die Snare 10,5 ms versetzt. Zieht man die 3 ms Referenz ab – analog sollte ja praktisch keine zusätzliche Latenz verursachen – bleiben etwa 7,5 ms übrig. Das passt grob zur Herstellerangabe.

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Am Ende zählt natürlich die Gesamtlatenz zwischen Spielen und Hören, also die komplette Signalkette. Und die liegt hier bei rund 11 ms.

Mich persönlich stören diese 11 ms nicht. Weder beim Keyboardspielen noch beim Singen habe ich sie als problematisch wahrgenommen.

Aber ich bin sicher kein allgemeingültiger Maßstab – eher ein toleranter Amateur. But now you know :-)

Wer empfindlich auf Latenzen reagiert oder zusätzlich noch ein digitales Funkmikrofonsystem verwendet, das weitere Verzögerung addiert, könnte hier allerdings an Grenzen stoßen.


Reichweite

Bei geschlossenem Metalltor und einem Sender, der im Raum eher ungünstig positioniert war, waren etwa 50 Meter möglich, bevor der RF-Balken verschwand und erste Aussetzer auftraten. Alles davor funktionierte problemlos.

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Batterielaufzeit

Die Batterielaufzeit scheint ordentlich zu sein. Nach über drei Stunden Probe plus zusätzlichem Herumprobieren waren bei meinen Eneloop-Akkus zwei von vier Balken verschwunden. Der Hersteller gibt 6–8 Stunden an.

Ich habe mir inzwischen ein 8er-Set 1,5-V-Lithium-Akkus mit Ladebox bestellt und gehe davon aus, dass sich diese Laufzeiten damit problemlos erreichen bzw übertreffen lassen.

Zwei Sender und zwei Empfänger sollten damit für einen Abend locker versorgt sein.


Sonstiges

Positiv erwähnen möchte ich auch die mehrsprachige, gut bebilderte und leicht verständliche Anleitung. Die deutsche Übersetzung ist weitgehend gelungen – ebenfalls nicht selbstverständlich.

Insgesamt habe ich nicht das Gefühl, hier billigste Hinterhof-Ware gekauft zu haben. Der Hersteller scheint sein Produkt ernst zu nehmen.

Von D Debra gibt es außerdem einzelne Empfänger zum Nachkaufen. Auch die Webseite hinterlässt überwiegend einen vernünftigen Eindruck. Eine Lorem-Ipsum-Seite habe ich zwar ebenfalls gefunden ;-) – insgesamt wirkt das Ganze aber nicht wie klassisches Dropshipping einer Fantasiemarke, die verschwindet, sobald der Container leer ist.


Mein Fazit

240 € für ein Doppel-Stereo-Set mit zwei Empfängern ist eine Ansage.

Durch die Digitaltechnik gibt es kein störendes Grundrauschen, und das Signal bleibt bis zum Abriss sauber. Dazu kommt ein insgesamt guter Klang. Selbst die beiliegenden Ohrhörer machen ihre Sache besser als erwartet.
Rackmount-Winkel, zusätzliche Antennen und Kabel liegen ebenfalls bei. Die vom Hersteller versprochenen Eigenschaften bezüglich Reichweite und Batterielaufzeit wirken plausibel.
Die Eingänge des Senders sind separat für L/R regelbar, Mix-In und Mix-Out sind vorhanden, zusätzlich gibt es 6,3-mm-Kopfhörerausgänge. Das Bodypack wird bequem per IR gekoppelt. Was fehlt, ist eine automatische Frequenzsuche.

Die in den technischen Daten angegebene Latenz von etwa 7 ms war für mich unproblematisch, dürfte für einige Anwender jedoch grenzwertig sein und kann für sensible Nutzer ein K.O.-Kriterium darstellen.

Ich denke aber: Wer bislang keine Probleme mit solchen Latenzen hatte, generell etwas toleranter ist und keine unnötig lange Signalkette mit zusätzlichen Verzögerungen nutzt, kann hier durchaus einen Blick riskieren. Als günstiges System für den Hobby- und Amateur-Musiker würde ich es in jedem Fall in die enge Wahl ziehen.

Pluspunkte​

  • Sehr günstig
  • Signalstabilität und Klang
  • Verarbeitung des Senders
  • Zusätzliche Antennen
  • Gute Batterielaufzeit
  • Mitgelieferte Ohrhörer brauchbar

Minuspunkte​

  • Latenz (~7 ms)
  • Keine automatische Frequenzsuche
  • Kabel der Ohrhörer nicht austauschbar
  • Bodyback aus Kunststoff, Batteriedeckel wirkt etwas fragil
 
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  • #2
Ich ergänze mein Review dann noch um den Punkt Rackmount.
Die Winkel dazu liegen bei und beinhalten Öffnungen für eine BNC Durchführung.
Eine solche nebst Verbindungskabel ist aber nicht im Lieferumfang enthalten und schlägt mit ca. 20€ zu Buche.
Die Öffnungen sind aber extrem knapp zum Gehäuse hin gestanzt worden, sodass ein Verbinder nur von Vorn verschraubt werden kann. Der BNC Stecker passt so gerade eben.
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Alternativ kann man natürlich auch die externen, mitgelieferten Antennen nutzen.
Diese bieten 3 m Kabel und einen magnetischen Sockel. Mit etwas magnetischem Tape lassen sich diese dann zum Beispiel auf dem Rack platzieren.
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Ich fühle mich beim Anblick immer an einen imperialen Suchdroiden erinnert.
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  • #3
Ich kann noch die Aussage meiner Sängerin addieren, die erst mit dem ATH M50x und anschließend mit den mitgelieferten InEars gesungen hat: Funktioniert sehr gut 👍 Kurz & Knapp.

Die beiden LD Sets konnte ich inzwischen gut verkaufen und habe zumindest die Kosten für das D Debra ST-202 locker wieder heraus geholt.
 

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