Sharkai
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- 09.06.26
- 09.05.16
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D'Addario Mic Mute (PW-IRMM-01)
Wer mit Live-Gesang arbeitet, kennt die typischen Herausforderungen: Becken-Bleed im Mikrofon oder eine Anlage, die an der Feedbackgrenze hängt, sobald niemand direkt ins Mikro singt. Genau hier setzt das D’Addario Mic Mute an – ein optisches Gate, das das Mikrofon je nach Abstand automatisch öffnet oder schließt.
Ich hab mir 3 dieser Teile gekauft, weil ich 3 Mikrofone damit bestücken will. Von der Verarbeitung sind sie alle identisch auf einem hohen Niveau. Da gibt es nichts zu mäkeln.
Verpackung
Die Verpackung ist komplett kunststofffrei gehalten, wenn man vom Bedruckten und der Versiegelung absieht. Absolut zeitgemäß.
In der Verpackung befinden sich:
– das Optogate
– eine kleine Transporttasche
– eine Players-Circle-Karte für Bonuspunkte
Das Bonusprogramm ist unkompliziert: Punkte sammeln, einlösen, fertig. Ich nutze das Bonusprogramm auch mit den D'Addario Saiten für meine E-Gitarre*. Zwei Saitensätze habe ich darüber bereits kostenlos bekommen. Nicht mal Versandkosten fielen an. Das ist mal eine angenehme Form der Kundenbindung.

Funktionsweise
Das Gerät wird direkt zwischen Mikrofon und XLR-Kabel gesteckt und über die Phantomspeisung mit Strom versorgt.

Es sendet Infrarotlicht aus, misst die Reflektion vom Gesicht der Person am Mikrofon und schaltet das Signal entsprechend frei oder stumm. Das wird auch mit einer kleinen LED angezeigt. Der Winkel in dem es arbeitet ist nicht besonders breit. Das kann man genauso als Vorteil auslegen (schaltet Präzise) wie auch als Nachteil (seitliches einsingen geht nur bedingt).

Der Schaltabstand (Distanz) lässt sich über einen Sensitivity-Regler auf der Oberseite einstellen. Das Stellrad hat einen recht guten wiederstand. Es dreht sich eher nicht von alleine. Direkt dahinter sitzt ein versenkter Taster, mit dem das Gate komplett deaktiviert werden kann, sodass das Mikrofon dauerhaft aktiv bleibt.

Ein ähnliches Produkt ist das Monacor PB-05E, das ebenfalls zuverlässig arbeitet, sich aber in mehreren Details unterscheidet.
Das Gerät
Offiziell wird das Gehäuse des D’Addario Mic Mute als Kunststoff angegeben. In der Praxis wirkt es allerdings deutlich hochwertiger: Optik, Haptik und Verarbeitung erinnern stark an eloxiertes Aluminium. Ohne eine eindeutige Herstellerbestätigung lässt sich das nicht endgültig klären, aber aus meiner beruflichen Erfahrung im Metallbereich spricht alles dafür, dass zumindest die äußere Hülle aus gebürsteten schwarz eloxiertem Aluminium besteht.
Nach dem Aufstecken auf das Mikrofon sitz das Optogate sicher und verriegelt auch XLR-Typisch. Man kann ein bisschen dran wackeln, aber das kann man auch an einem XLR Stecker. Grundsätzlich ist es eine stabile sichere Verbindung, bei der man nichts befürchten muss. Ich würde es als Bühnentauglich beschreiben. Natürlich gibt es Bauartbedingt einen gewissen Hebel auf die Mikrofonbuchse, aber da sehe ich nur bei wirklich sehr extremer Handhabung ein Problem.
Der Sensitivity-Regler lässt sich bequem per Hand einstellen. Es wird eine Nutzbare Entfernung bis zu 60cm angegeben (24"). Da das Stellrad einen vernünftigen Wiederstand hat, muss man schon recht gezielt dran drehen um es zu verstellen. Ein versehentliches drehen ist nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Beim Monacor wird hingegen ein Kreuzschlitzschraubendreher benötigt. Das kann je nach Einsatzform ein Vor- oder Nachteil sein; im Zweifel hilft ein kleines Stück schwarzes Gaffa, um das Stellrad abzukleben.
Ein weiterer praktischer Vorteil des D’Addario ist der versenkte Schalter, mit dem das Mikrofon dauerhaft aktiviert werden kann. Dieser lässt sich leicht betätigen, aber man muss auch genau drauf drücken. Versehentliches Schalten ist nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Diese Funktion fehlt beim Monacor komplett. Die LED, ob das Mikrofon offen ist (Led an) oder nicht (LED aus) ist rot und nicht zu hell. Trotzdem schaut man immer wieder drauf. Aber auch hier kann ein kleines Fitzelchen Gaffa problemlos helfen. Man darf halt nur nicht die Sensoren verkleben.
Die Phantomspeisung, die zwingend erforderlich ist, wird auch an das Mikrofon weitergegeben. Das macht es für ein paar Mikrofontypen, die keine Phantomspeisung bekommen dürfen, unbrauchbar. Aber die werden eigentlich nie live für den Gesang eingesetzt. Trotzdem sollte man das immer im Kopf behalten.
Der mitgelieferte Transportbeutel ist ein ganz praktischer Schutz, wenn man es lose mit anderen Teilen irgendwo transportiert. Aber die Schnüre sollten nicht nur zugezogen werden, sondern auch mit einer Schlaufe fixiert. Ich ab alle 3 Geräte in je einem Beutel in die Bauchtasche meines Hoodies reingelegt. Die Schnüre waren nur zugezogen. Als ich sie im Proberaum wieder rausgeholt habe, waren 2 von 3 Mic Mutes nicht mehr im Beutel, weil sich dieser geöffnet hat.
Positive Erwähnungen im Internet
Es wird oft gesagt, dass dieses Gerät genau das macht, was es soll, nämlich als optisches Gate funktionieren. Mehrere Nutzer bescheinigen ihm eine hohe Zuverlässigkeit.
Des Weiteren wird die sehr einfache Anwendung (Plug & Play) oft hervorgehoben.
Das zugängliche Einstellrad für die Distanz wird häufig positiv erwähnt.
Die Phantomspeisung macht Batterien überflüssig.
Die IR-Sensoren lösen bei UV-Streulicht nicht so schnell aus, wie beim Mitbewerber von Monacor (PB-05E).
Die LED, die anzeigt, ob das Gate geschaltet ist oder nicht, ist recht unauffällig, aber sie hilft auch bei Bedarf.
Allgemein ist eine hohe Kundenzufriedenheit mit dem D'Addario Mic Mute im Netz nachzulesen.
Bekannte Probleme (aus dem Internet)
IR-Sensoren können prinzipiell durch sehr helles IR/UV-Licht gestört werden. Das ist technisch nachvollziehbar, tritt in der Praxis aber weniger häufig auf, als man erwarten würde. Dazu benötigt es schon wirklich starkes IR/UV-Licht. Das ist eher ein bauartbedingtes Thema, das grundsätzlich bei optischen Gates vorkommen kann. Da dieses Modell von D'Addario noch relativ neu auf dem Markt ist (Sommer 2025), gibt es speziell zu diesem Modell bisher keine negativen Eintragungen dazu (Positive aber schon).
Wie schon erwähnt, ist das Einstellrad je nach Situation ein Vor- oder Nachteil. Auch beim Transport kann es sich verstellen. Natürlich ist es auch für neugierige Finger nicht sicher. Doch wie gesagt: Ein kleines bisschen Gaffa wirkt hier Wunder. Auf der anderen Seite kann man live schnell nachregeln, wenn es irgendwie hakt.
Es ist auch wichtig, dass man sich direkt vor dem Mikrofon aufhalten muss. Seitliches Einsprechen würde das Gate nicht zuverlässig auslösen. Die Erkennung ist recht eng gebündelt. Sollte also ein Sänger gerne mit dem Einsingwinkel spielen, kann es schwierig werden mit dem Optogate.
Eigene Erfahrungen
Grundsätzlich machen die Teile genau das, was sie sollen. Das Verhalten ist einwandfrei reproduzierbar. Dies macht die Gates sehr zuverlässig.
Im Proberaum haben sich die Optogates als nur teilweise nützlich erwiesen. Der Teufel lag hier im Detail.
Bei den Gesangsmikrofonen vor dem Drumset funktionieren sie mit meiner Band allerdings sehr gut. Unser Sänger muss sich nur etwas umgewöhnen, weil seitliches Einsingen das Gate sehr schlecht oder gar nicht auslöst. Für mich war die Bedienung sofort logisch, und ich kann den Schaltpunkt inzwischen bewusst steuern. Das ist live wirklich praktisch.
Beim Schlagzeug zeigte sich dagegen ein unerwartetes Problem. Wir spielen mit InEar, und sobald das Gate öffnet, kommt der komplette Drum-Bleed plötzlich deutlich ins Ohr. Gerade Mikrofone für den Gesang nehmen die extremen Frequenzen vom Drumset gierig auf. Das führt zu einem starken Klangsprung, der unseren Drummer eher irritiert als unterstützt. Ohne InEar, also mit klassischen Amps oder Monitoren, wäre das wahrscheinlich unkritischer. Für unseren Drummer mit IEM ist es damit eher ungeeignet.
Die zweite Band in unserem Proberaum arbeitet ebenfalls mit IEM, hatte aber ein anderes Thema: Dort ist das Gesangsmikrofon steil (45° oder mehr) nach oben ausgerichtet. Dadurch „blickt“ das Optogate quasi über den Kopf des Sängers hinweg und schaltet nicht zuverlässig. Besonders in Pausen, wenn man für die normale Unterhaltung ein paar Zentimeter zurückgeht, ist die Stimme dann weg. Das lässt sich leicht korrigieren, aber so mancher Musiker möchte es so haben, wie es immer war – selbst wenn nur die Änderung des Mikrofonwinkels helfen würde.
Ich habe die Optogates auch abgesetzt betrieben, also mit einem Zusatzkabel (50 cm) zwischen Optogate und Mikrofon. Das geht grundsätzlich. Die Funktion verändert sich durch diese Umpositionierung auch in meinem Sinne. Leider sieht das aber recht unschön aus und ist vom Aufwand her nicht zu verachten. Gaffa ist quasi Pflicht, weil es keine brauchbare Klemme für das Optogate gibt. Das wäre tatsächlich ein kleiner Gamechanger: ein Zusatzhalter, um das Gate unter das Mikrofon klemmen zu können.
Ein weiteres Problem, das mir aufgefallen ist: Man kann das Optogate nicht auf jedes Mikrofon aufstecken. Unser Drummer hat früher über ein Mikrofon gesungen, das eigentlich für die Toms gedacht ist (sieh Bilder unten). Das hat in der Praxis gut funktioniert. Durch die Bauform dieses Mikrofons ließ sich das Optogate aber nur in einer einzigen Position aufstecken. Genau diese Position war jedoch nicht nutzbar, weil die Pinbelegung der XLR-Buchse dabei auf der falschen Seite lag.

Das ist vermutlich ein Ausnahmefall, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es erwähnen.
Eigene Erfahrungen - Live Betrieb
Im Live-Betrieb mit Bands, die das System vorher noch gar nicht kannten, lief alles nahezu problemlos. Es gab insgesamt drei Bands, und davon hatte nur ein Backgroundsänger die Angewohnheit, seitlich ins Mikrofon zu singen, was natürlich nicht so gut funktioniert hat. Alle anderen, die das Mikrofon ganz normal benutzt haben, hatten keine Probleme, Aussetzer oder Ähnliches. Die Dinger funktionieren live also. Auch die kurze Erklärung des Knopfes zum dauerhaften Einschalten war für die Musiker kein Problem. Im Gegenteil: Sie gab ihnen die Sicherheit, im Notfall selbst eingreifen zu können.
Im Live-Betrieb habe ich außerdem herausgefunden, dass ich die Optogates auch vom Mischpult aus auf Dauerbetrieb schalten kann. Ich muss dazu nur die Phantomspeisung ausschalten. Mit ein paar Sekunden Verzögerung schalten die dann stromlosen Optogates auf Dauerbetrieb um. Das ist eine sehr sinnvolle Grundeinstellung.
Es gab auch einen Sänger, der das Mikrofon in die Hand genommen hat. Auch hier gab es keine Probleme. Durch die Hand war das Gate natürlich dauerhaft offen. Das Optogate selbst saß immer recht fest und hat vor allem zuverlässig gehalten – sowohl am Mikrofon als auch in Verbindung mit dem Kabel.
Der erste Live-Einsatz war also sehr erfolgreich. Anscheinend bin ich im Proberaum auf mehr Probleme gestoßen, als sie im echten Live-Betrieb tatsächlich auftreten.
Mein bisheriges Fazit
Das D’Addario Mic Mute macht grundsätzlich genau das, was es soll, und das sehr zuverlässig. Ich werde die Geräte auf jeden Fall behalten.
Es gibt aber Einschränkungen, die man kennen sollte:
– seitliches Einsingen funktioniert nicht wirklich
– bei IEM kann das Zuschalten zu einem deutlichen Klangsprung führen, was bei uns allerdings nur beim Drummer aufgefallen ist
Ich werde die Optogates weiterhin einsetzen und den Bericht mit weiteren Erfahrungen ergänzen. Alles, was ich bisher mit den Geräten erlebt habe, spricht deutlich mehr für sie als dagegen. Es sind einfache, aber sehr wirkungsvolle Helferlein mit ein paar kleinen Einschränkungen. Sehr gut ist auch, dass man sie vom Mischpult aus dauerhaft einschalten kann. Da sich die Teile den letzten Zustand nicht merken, lässt sich das über die Phantomspeisung steuern. Standardeinstellung nach der ersten Stromversorgung ist immer "Gate an". Blöd ist das natürlich dann, wenn an dem Mikrofon Phantomspeisung benötigt wird. Dann ist Ausschalten keine clevere Option.
Wer mit Live-Gesang arbeitet, kennt die typischen Herausforderungen: Becken-Bleed im Mikrofon oder eine Anlage, die an der Feedbackgrenze hängt, sobald niemand direkt ins Mikro singt. Genau hier setzt das D’Addario Mic Mute an – ein optisches Gate, das das Mikrofon je nach Abstand automatisch öffnet oder schließt.
Ich hab mir 3 dieser Teile gekauft, weil ich 3 Mikrofone damit bestücken will. Von der Verarbeitung sind sie alle identisch auf einem hohen Niveau. Da gibt es nichts zu mäkeln.
Verpackung
Die Verpackung ist komplett kunststofffrei gehalten, wenn man vom Bedruckten und der Versiegelung absieht. Absolut zeitgemäß.
In der Verpackung befinden sich:
– das Optogate
– eine kleine Transporttasche
– eine Players-Circle-Karte für Bonuspunkte
Das Bonusprogramm ist unkompliziert: Punkte sammeln, einlösen, fertig. Ich nutze das Bonusprogramm auch mit den D'Addario Saiten für meine E-Gitarre*. Zwei Saitensätze habe ich darüber bereits kostenlos bekommen. Nicht mal Versandkosten fielen an. Das ist mal eine angenehme Form der Kundenbindung.

Funktionsweise
Das Gerät wird direkt zwischen Mikrofon und XLR-Kabel gesteckt und über die Phantomspeisung mit Strom versorgt.

Es sendet Infrarotlicht aus, misst die Reflektion vom Gesicht der Person am Mikrofon und schaltet das Signal entsprechend frei oder stumm. Das wird auch mit einer kleinen LED angezeigt. Der Winkel in dem es arbeitet ist nicht besonders breit. Das kann man genauso als Vorteil auslegen (schaltet Präzise) wie auch als Nachteil (seitliches einsingen geht nur bedingt).

Der Schaltabstand (Distanz) lässt sich über einen Sensitivity-Regler auf der Oberseite einstellen. Das Stellrad hat einen recht guten wiederstand. Es dreht sich eher nicht von alleine. Direkt dahinter sitzt ein versenkter Taster, mit dem das Gate komplett deaktiviert werden kann, sodass das Mikrofon dauerhaft aktiv bleibt.

Ein ähnliches Produkt ist das Monacor PB-05E, das ebenfalls zuverlässig arbeitet, sich aber in mehreren Details unterscheidet.
Das Gerät
Offiziell wird das Gehäuse des D’Addario Mic Mute als Kunststoff angegeben. In der Praxis wirkt es allerdings deutlich hochwertiger: Optik, Haptik und Verarbeitung erinnern stark an eloxiertes Aluminium. Ohne eine eindeutige Herstellerbestätigung lässt sich das nicht endgültig klären, aber aus meiner beruflichen Erfahrung im Metallbereich spricht alles dafür, dass zumindest die äußere Hülle aus gebürsteten schwarz eloxiertem Aluminium besteht.
Nach dem Aufstecken auf das Mikrofon sitz das Optogate sicher und verriegelt auch XLR-Typisch. Man kann ein bisschen dran wackeln, aber das kann man auch an einem XLR Stecker. Grundsätzlich ist es eine stabile sichere Verbindung, bei der man nichts befürchten muss. Ich würde es als Bühnentauglich beschreiben. Natürlich gibt es Bauartbedingt einen gewissen Hebel auf die Mikrofonbuchse, aber da sehe ich nur bei wirklich sehr extremer Handhabung ein Problem.
Der Sensitivity-Regler lässt sich bequem per Hand einstellen. Es wird eine Nutzbare Entfernung bis zu 60cm angegeben (24"). Da das Stellrad einen vernünftigen Wiederstand hat, muss man schon recht gezielt dran drehen um es zu verstellen. Ein versehentliches drehen ist nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Beim Monacor wird hingegen ein Kreuzschlitzschraubendreher benötigt. Das kann je nach Einsatzform ein Vor- oder Nachteil sein; im Zweifel hilft ein kleines Stück schwarzes Gaffa, um das Stellrad abzukleben.
Ein weiterer praktischer Vorteil des D’Addario ist der versenkte Schalter, mit dem das Mikrofon dauerhaft aktiviert werden kann. Dieser lässt sich leicht betätigen, aber man muss auch genau drauf drücken. Versehentliches Schalten ist nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Diese Funktion fehlt beim Monacor komplett. Die LED, ob das Mikrofon offen ist (Led an) oder nicht (LED aus) ist rot und nicht zu hell. Trotzdem schaut man immer wieder drauf. Aber auch hier kann ein kleines Fitzelchen Gaffa problemlos helfen. Man darf halt nur nicht die Sensoren verkleben.
Die Phantomspeisung, die zwingend erforderlich ist, wird auch an das Mikrofon weitergegeben. Das macht es für ein paar Mikrofontypen, die keine Phantomspeisung bekommen dürfen, unbrauchbar. Aber die werden eigentlich nie live für den Gesang eingesetzt. Trotzdem sollte man das immer im Kopf behalten.
Der mitgelieferte Transportbeutel ist ein ganz praktischer Schutz, wenn man es lose mit anderen Teilen irgendwo transportiert. Aber die Schnüre sollten nicht nur zugezogen werden, sondern auch mit einer Schlaufe fixiert. Ich ab alle 3 Geräte in je einem Beutel in die Bauchtasche meines Hoodies reingelegt. Die Schnüre waren nur zugezogen. Als ich sie im Proberaum wieder rausgeholt habe, waren 2 von 3 Mic Mutes nicht mehr im Beutel, weil sich dieser geöffnet hat.
Positive Erwähnungen im Internet
Es wird oft gesagt, dass dieses Gerät genau das macht, was es soll, nämlich als optisches Gate funktionieren. Mehrere Nutzer bescheinigen ihm eine hohe Zuverlässigkeit.
Des Weiteren wird die sehr einfache Anwendung (Plug & Play) oft hervorgehoben.
Das zugängliche Einstellrad für die Distanz wird häufig positiv erwähnt.
Die Phantomspeisung macht Batterien überflüssig.
Die IR-Sensoren lösen bei UV-Streulicht nicht so schnell aus, wie beim Mitbewerber von Monacor (PB-05E).
Die LED, die anzeigt, ob das Gate geschaltet ist oder nicht, ist recht unauffällig, aber sie hilft auch bei Bedarf.
Allgemein ist eine hohe Kundenzufriedenheit mit dem D'Addario Mic Mute im Netz nachzulesen.
Bekannte Probleme (aus dem Internet)
IR-Sensoren können prinzipiell durch sehr helles IR/UV-Licht gestört werden. Das ist technisch nachvollziehbar, tritt in der Praxis aber weniger häufig auf, als man erwarten würde. Dazu benötigt es schon wirklich starkes IR/UV-Licht. Das ist eher ein bauartbedingtes Thema, das grundsätzlich bei optischen Gates vorkommen kann. Da dieses Modell von D'Addario noch relativ neu auf dem Markt ist (Sommer 2025), gibt es speziell zu diesem Modell bisher keine negativen Eintragungen dazu (Positive aber schon).
Wie schon erwähnt, ist das Einstellrad je nach Situation ein Vor- oder Nachteil. Auch beim Transport kann es sich verstellen. Natürlich ist es auch für neugierige Finger nicht sicher. Doch wie gesagt: Ein kleines bisschen Gaffa wirkt hier Wunder. Auf der anderen Seite kann man live schnell nachregeln, wenn es irgendwie hakt.
Es ist auch wichtig, dass man sich direkt vor dem Mikrofon aufhalten muss. Seitliches Einsprechen würde das Gate nicht zuverlässig auslösen. Die Erkennung ist recht eng gebündelt. Sollte also ein Sänger gerne mit dem Einsingwinkel spielen, kann es schwierig werden mit dem Optogate.
Eigene Erfahrungen
Grundsätzlich machen die Teile genau das, was sie sollen. Das Verhalten ist einwandfrei reproduzierbar. Dies macht die Gates sehr zuverlässig.
Im Proberaum haben sich die Optogates als nur teilweise nützlich erwiesen. Der Teufel lag hier im Detail.
Bei den Gesangsmikrofonen vor dem Drumset funktionieren sie mit meiner Band allerdings sehr gut. Unser Sänger muss sich nur etwas umgewöhnen, weil seitliches Einsingen das Gate sehr schlecht oder gar nicht auslöst. Für mich war die Bedienung sofort logisch, und ich kann den Schaltpunkt inzwischen bewusst steuern. Das ist live wirklich praktisch.
Beim Schlagzeug zeigte sich dagegen ein unerwartetes Problem. Wir spielen mit InEar, und sobald das Gate öffnet, kommt der komplette Drum-Bleed plötzlich deutlich ins Ohr. Gerade Mikrofone für den Gesang nehmen die extremen Frequenzen vom Drumset gierig auf. Das führt zu einem starken Klangsprung, der unseren Drummer eher irritiert als unterstützt. Ohne InEar, also mit klassischen Amps oder Monitoren, wäre das wahrscheinlich unkritischer. Für unseren Drummer mit IEM ist es damit eher ungeeignet.
Die zweite Band in unserem Proberaum arbeitet ebenfalls mit IEM, hatte aber ein anderes Thema: Dort ist das Gesangsmikrofon steil (45° oder mehr) nach oben ausgerichtet. Dadurch „blickt“ das Optogate quasi über den Kopf des Sängers hinweg und schaltet nicht zuverlässig. Besonders in Pausen, wenn man für die normale Unterhaltung ein paar Zentimeter zurückgeht, ist die Stimme dann weg. Das lässt sich leicht korrigieren, aber so mancher Musiker möchte es so haben, wie es immer war – selbst wenn nur die Änderung des Mikrofonwinkels helfen würde.
Ich habe die Optogates auch abgesetzt betrieben, also mit einem Zusatzkabel (50 cm) zwischen Optogate und Mikrofon. Das geht grundsätzlich. Die Funktion verändert sich durch diese Umpositionierung auch in meinem Sinne. Leider sieht das aber recht unschön aus und ist vom Aufwand her nicht zu verachten. Gaffa ist quasi Pflicht, weil es keine brauchbare Klemme für das Optogate gibt. Das wäre tatsächlich ein kleiner Gamechanger: ein Zusatzhalter, um das Gate unter das Mikrofon klemmen zu können.
Ein weiteres Problem, das mir aufgefallen ist: Man kann das Optogate nicht auf jedes Mikrofon aufstecken. Unser Drummer hat früher über ein Mikrofon gesungen, das eigentlich für die Toms gedacht ist (sieh Bilder unten). Das hat in der Praxis gut funktioniert. Durch die Bauform dieses Mikrofons ließ sich das Optogate aber nur in einer einzigen Position aufstecken. Genau diese Position war jedoch nicht nutzbar, weil die Pinbelegung der XLR-Buchse dabei auf der falschen Seite lag.

Das ist vermutlich ein Ausnahmefall, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es erwähnen.
Eigene Erfahrungen - Live Betrieb
Im Live-Betrieb mit Bands, die das System vorher noch gar nicht kannten, lief alles nahezu problemlos. Es gab insgesamt drei Bands, und davon hatte nur ein Backgroundsänger die Angewohnheit, seitlich ins Mikrofon zu singen, was natürlich nicht so gut funktioniert hat. Alle anderen, die das Mikrofon ganz normal benutzt haben, hatten keine Probleme, Aussetzer oder Ähnliches. Die Dinger funktionieren live also. Auch die kurze Erklärung des Knopfes zum dauerhaften Einschalten war für die Musiker kein Problem. Im Gegenteil: Sie gab ihnen die Sicherheit, im Notfall selbst eingreifen zu können.
Im Live-Betrieb habe ich außerdem herausgefunden, dass ich die Optogates auch vom Mischpult aus auf Dauerbetrieb schalten kann. Ich muss dazu nur die Phantomspeisung ausschalten. Mit ein paar Sekunden Verzögerung schalten die dann stromlosen Optogates auf Dauerbetrieb um. Das ist eine sehr sinnvolle Grundeinstellung.
Es gab auch einen Sänger, der das Mikrofon in die Hand genommen hat. Auch hier gab es keine Probleme. Durch die Hand war das Gate natürlich dauerhaft offen. Das Optogate selbst saß immer recht fest und hat vor allem zuverlässig gehalten – sowohl am Mikrofon als auch in Verbindung mit dem Kabel.
Der erste Live-Einsatz war also sehr erfolgreich. Anscheinend bin ich im Proberaum auf mehr Probleme gestoßen, als sie im echten Live-Betrieb tatsächlich auftreten.
Mein bisheriges Fazit
Das D’Addario Mic Mute macht grundsätzlich genau das, was es soll, und das sehr zuverlässig. Ich werde die Geräte auf jeden Fall behalten.
Es gibt aber Einschränkungen, die man kennen sollte:
– seitliches Einsingen funktioniert nicht wirklich
– bei IEM kann das Zuschalten zu einem deutlichen Klangsprung führen, was bei uns allerdings nur beim Drummer aufgefallen ist
Ich werde die Optogates weiterhin einsetzen und den Bericht mit weiteren Erfahrungen ergänzen. Alles, was ich bisher mit den Geräten erlebt habe, spricht deutlich mehr für sie als dagegen. Es sind einfache, aber sehr wirkungsvolle Helferlein mit ein paar kleinen Einschränkungen. Sehr gut ist auch, dass man sie vom Mischpult aus dauerhaft einschalten kann. Da sich die Teile den letzten Zustand nicht merken, lässt sich das über die Phantomspeisung steuern. Standardeinstellung nach der ersten Stromversorgung ist immer "Gate an". Blöd ist das natürlich dann, wenn an dem Mikrofon Phantomspeisung benötigt wird. Dann ist Ausschalten keine clevere Option.
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