Pop, Rock & Co. Dave Grohl (Foo Fighters) - Technikwunder oder Schreihals?

  • Ersteller rolfcopter
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Mit der Zunge am Gaumen oder die Zunge flach halten?
 
Beim Schnurren? Nicht am Gaumen, aber auch nicht bewusst "flach drücken". Lass die Zunge einfach beim Singen und bei Gesangsübungen in Ruhe. :)
 
Das Schnurren klappt soweit ganz gut :D
Ist das eine Art Aufwärmübung oder wofür ist das der Weiche Gaumen gut/wichtig beim Singen?
 
Der weiche Gaumen ist (im Zusammenspiel mit der Rachenwand und dem Zungenrücken) grob gesagt für die (Kopf-)Stimme das, was der Posaunenzug für die Posaune ist.

Ein Werkzeug um die Resonanzfrequenz des Instruments stufenlos an die von den Stimmlippen erzeugte Tonhöhe anzupassen.

Für jede Tonhöhe gibt es eine bestimmte Kombination aus Gaumengestalt und Gewebespannung, die genau diese optimal verstärkt und
im Idealfall der Stimme das erwünschte "Klingeln" und damit Präsenz/Fokus/Tragfähigkeit verleiht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von
"Sweetspot" oder optimalem "Sitz".

Im Gegensatz zum Posaunenzug, dessen Materialbeschaffenheit konstant und dessen Bewegung lediglich eindimensional linear (vor/zurück) ist, hat man es
beim weichen Gaumen aber mit einem in mehreren Dimernsionen gleichzeitig bewegten System zu tun.

Daher braucht es ein sehr gut trainiertes Muskelgedächtnis , um für jeden Ton die richtige Konfiguration abzurufen und dieses erschließt sich für viele
Menschen am ehesten über Bilder, da die Ansteuerung dieser Muskeln zu einen Gutteil unterbewusst und immer in einem komplexen Zusammenspiel mit
dem gesamten Stimmapparat erfolgt.

Beim Schnurren bist du allerdings so wie ich es verstehe im unteren Teil deiner Range. Hier kannst du Form- und Spamnnungsveränderung des Gaumens vor allem das
Obertonspektrum des Schnurrens beeinflussen. Der Vergleich mit dem Posaunenzug greift insofern erst bei höheren Tönen.

Zum Beispiel beim Miauen um im Bild zu bleiben :))

Schnurren und Miauen sind insofern sehr gute Übungen um sich dieses sensiblen Teils des Stimmapparates bewusst zu werden mit dem Ziel einer intuitiv richtigen
Steuerung des dortigen Geschehens.
 
Hey Rolfcopter!
Den bisherigen Beiträgen kann ich nur zustimmen!
Da du keinen Gesangsunterricht nimmst und dich deshalb wahrscheinlich nicht so gut mit all den Techniken auskennst, hab ich mir gedacht, ich könnte dir mal eine Erfahrung von mir mit solchen Techniken erzälen:
Lange Zeit hatte ich auch keinen Gesangsunterricht. Als ich etwa 12 war, habe ich vorallem Metallica gesungen. Dort habe ich durch hinhören gelernt, wie man seine Stimme verzerren kann. Ich habe mit anderen Interpreten weitergemacht und grundsätzlich gelernt, dass die Technik, die ich benutzte am einfachsten in mittleren Lagen funktioniert, in den hohen Lagen war sie am schwersten. Irgendwann bin ich dann auf gutturalen Gesang gekommen und habe bei Amon Amarth genau hingehört, geübt und etwa einen Monat später konnte ich ohne Schmerzen, nur durch ausprobieren und ohne Fremdinformation und Hilfe, growlen. Natürlich habe ich viele Fehler gemacht und es war teilweise auch sehr schmerzhaft.
Mit 14 habe ich dann angefangen Gesangsunterricht zu nehmen. Ich habe erst dann zum ersten Mal etwas von Kehlkopf-Stellung und Halsöffnung erfahren (Wäre früher sehr hilfreich gewesen...). Ich habe meine Technik etwa 2 Jahre (also bis heute) ausgebaut. Mittlerweile bin ich , auf angezerrten Gesang bezogen, im Stande Songs wie All my Life von FF oder diverse andere von Nirvana, Stone Sour, Slipknot etc. zu singen (Am liebsten aber natürlich eigene Songs). Gesangsunterricht erhalte ich aber von einer Opern-Sängerin und dort lerne ich nicht im geringsten Zeug wie Foo Fighters!
Fazit: 1.:Gesangsunterricht ist umbedingt notwendig, wenn auch nur 1,2 Jahre, um die Grundlagen zu lernen (Sehr wichtig für deinen Musikstil ist: Atmung und Halsöffnung). 2.:Für ausgefallene Techniken gilt vor allem hinhören! Es gibt zwar genügend Leute, die dir eine gute Erklärung abgeben können, doch wenn du das selbst lernst, dann weisst du woran du bist. Wenn du Fehler machst und du mal ein bisschen Schmerzen hast ist das umso besser, denn du lernst so, was wirklich falsch ist und lernst auch deine Grenzen kennen. 3.: Auch wenn dich Screamen, Growlen etc. nicht interessiert, ist es eine sehr gute Hilfe um kräftigen Rock/Punk/Metal Gesang zu erlernen.

Zu deinem Beispielsong: Am wichtigste ist auch hier eine gute Atmung. Wie du die Verzerrung am Ende hinbringst ist eigentlich egal, so lange du keine Schmerzen hast, das beste ist aber wahrscheinlich Taschenfalten. Bei Dave Grohl ist es sehr wichtig, dass du versuchst deinen Kehlkopf möglichst weit unten zu halten, denn sonst endet es eher in der Technik von Curt Cobain (Nirvana), beim Fry-Scream oder einem erbärmlichen Kreischen ;) Dave Grohl hat sehr viel Volumen in der Stimme, also wie gesagt Kehlkopf nach unten! Auch wichtig ist die richtige Lautstärke. Generell gilt: Umso lauter, umso mehr Volumen. Allerdings gibt es bei angezerrtem Gesang die Ausnahme: Wenn du übertreibst und zu laut singst, funktioniert die Technik nicht mehr (Das passiert auf dem Video gegen Ende auch, die anderen haben es ja auch schon erwähnt). Du musst also die richtige Luftmenge benützen.
Mir hilft oft auch, wenn ich den Song zuerst ganz Clean singe und ich mich dann immer mehr steigere. Beim Clean achte ich dann immer darauf, dass ich den Kehlkopf ganz unten halten kann und versuche ihn dann, wenn ich zerre, in der selben Stellung zu halten. Beim clean ist ist es wichtig, dass du in der selben Lautstärke wie beim gezerrten singst.


Ich hoffe ich konnte dir mit meinen Tipps und Erfahrungen etwas weiterhelfen.
LG und mach weiter mit dem Musikstil :rock:

PS: An alle die nicht wussten, wie Dave Grohl's Technik heisst: Grunging! (Abgeleitet vom Musikstil Grunge)
 
PS: An alle die nicht wussten, wie Dave Grohl's Technik heisst: Grunging! (Abgeleitet vom Musikstil Grunge)

Wie heißt denn dann die Technik von Andrea Berg? Schlagering?

Ich glaube und hoffe mal, dass das kein verbreiteter Begriff ist. Abgesehen davon, dass es schon lange vor Grohl und Grunge Sänger gab, die so oder ähnlich gesungen haben.
 
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Schlagering !! Herrlich :rofl:
Und dann gibt´s noch Schmachting, Schmalzing, Gröling und Krakeeling....
Aber mal im Ernst, muß man denn alles gleich als "Technik" deklarieren ? Ich mag Dave Grohl ganz gern, aber irgendeine Technik würde ich ihm nicht andichten...
 
Dave Grohl hat das singen von Curt Cobain gelernt. Curt hatte seine eigene "Technik" und die hiess, wie aus Interwies von ihm zu entnehmen ist, grunging.
Dachte ich erwähne es nur mal, weil ich glaube, dass die Frage schon einige Male im Forum gefallen ist...
Es ist mir eigentlich egal, wie eine Technik heisst, denn ich hör ja wie gesagt eh nur hin und versuch das Zeug irgendwie geil hinzubringen.

PS: Ihr habt wohl das Klassi-king vergessen ;)
 
Dave Grohl hat das singen von Curt Cobain gelernt. Curt hatte seine eigene "Technik" und die hiess, wie aus Interwies von ihm zu entnehmen ist, grunging.

Naja - dann hat er sie selbst so genannt. Das steht natürlich jedem frei, seinem eigenen Gesang einen Namen zu geben. Trotzdem würde ich jetzt keinem Interessentem empfehlen, sich mal mit der Technik Grunging zu beschäftigen. Er wird nicht viel darüber in Erfahrung bringen.
 
Technik oder Schreihals

Also das kann man beides mit "Ja" beantworten.

Die von dir markierte Stelle ist noch mit relativ guter Technik gesungen, das ist einfach ein "Rufen" mit aktivierten Taschenfalten. Das zeigt also schon, dass er korrekte Technik beherrscht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Taschenband

Irgendwo im Song bekommt er aber einen ziemlichen Ausraster, scheißt total auf Technik und gibt einfach das, was seine Stimme noch hergibt. Ziemlich geil also. ^^ Am Ende des Songs klingt er dann auch hörbar angegriffen, aber in meinen Augen war's das wert. Ist ja auch das Ende des Konzerts.

Ob man das jetzt jede Woche 2 mal 2 Stunden im Proberaum machen sollte? Eher nicht. Aber Live kann man sich sowas durchaus mal erlauben, wenn man weiß, dass die eigene Stimme das mitmacht.

Genau auf den Punkt getroffen, das war das letzte Lied vom Gig und er hat einfach - aber genial - losgebrüllt, wenn auch mit trainierter Stimme,und daher eher ungefährlich...
 

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