Die Kabel bei den DiMarzios sind teilweise schon fummelig.
Bei den Farben muss man aber aufpassen. Häussel hat auch die selben Farben wie Seymour Duncan, allerdings eine andere Polung. Wenn man einen Häussel und ein Duncan zusammeneinbaut, muss man bei einem das grüne gegen das schwarze Kabel tauschen, es sei denn man steht auf Out-Of-Phase-Sounds in der Zwischenposition.
Den Hype um Boutique-Pickups kann ich nicht so ganz verstehen. Es stimmt schon, dass einige Marken, die einen ganz speziellen Sound haben, aber es ist nicht so, dass ein Boutique-Modell generell "besser" klingt. Anders, nicht unbedingt besser. Und wenn man einen ganz bestimmten Sound sucht, muss man halt die entsprechende Marke kaufen. Ein Bareknuckle Holy Diver oder ein Rebel Yell mögen zwar den SH-4 JB als Vorbild haben, genauso klingen tun sie aber nicht.
Die Qualität bei Seymour Duncan ist sehr gut, er war neben DiMarzio auch der erste, der Aftermarket-PUs angeboten hat. Vor allem, wenn man etwas mit mehr Dampf haben wollte, musste man diesen Weg gehen. Der Dirty Fingers von Gibson kam erst Ende der 70er auf den Markt.
PUs herzustellen ist auch keine Kunst, das ist kein Hi-Tech. Und Firmen wie Gibson,
Fender oder Seymour Duncan sind schon so lange auf dem Markt, dass sie wissen, wie man konstante Qualität liefert. Die Zeiten, in denen jeder PAF anders klang sind vorbei

. Selbst in China hergestellte Pickups, wie z.B. Tonerider sind auch hohem Niveau.
Seymour Duncan oder DiMarzio ist auch immer eine Glaubensfrage. DiMarzio hat ja den Ruf, eher modern zu sein und hat sich gleich eine Menge Shredder unter den Nagel gerissen und mit einem Endorsement ausgestattet. Die Firma benutzt auch relativ moderne Technologien (Air Bucker, Dual Resonance...), um bestimmte Sounds zu erreichen.
Larry DiMarzio hat Seymour Duncan auch ganz schön geärgert, indem er Humbucker mit Double Cream-Spulen patentiert hat.
Seymour Duncan ist da etwas "traditioneller" aufgestellt. Dabei gibt es auch für jeden etwas im Programm (von PAF bis Extreme Metal). DiMarzio bringen viele eher mit Shredding und Metal in Verbindung. Die Kooperation mit
Ibanez hilft da natürlich auch.
Suhr will wohl gar nicht so groß in den PU-Markt einsteigen und stellt genau die Modelle her, die sie für ihre Gitarren brauchen bzw. die gewünscht sind.
Seymour Duncan gibt es übrigens auch in Boutique-Qualität. Der Custom Shop ist für jeden offen. Von Shop-Floor-Modellen, das sind im Prinzip die Serienmodelle, nur im Custom Shop gewickelt bis zu Eigenkreationen ist alles möglich. Wenn ein Pickup von Marciella Juarez gewickelt wird, hat er ein gewisses Mojo und soll angeblich "besser" klingen als z.B. ein Serienmodell. Voodoo...
Im Custom Shop gibt es auch eine Menge an Signaturemodellen (Mark Holcomb, Scott Ian/Tony Iommi, Warren DeMartini...) oder eher exotische Modelle (SLUG mit 48K).
Leider sind die Preise für uns hier in Deutschland relativ hoch, der Zoll hält auch noch einmal die Hand auf. Von daher lohnt sich das nicht so wirklich.