Die A-Gitarre ist keine Sonderbauform der E-Gitarre

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Nick McNoise
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Auch das ist leider nur begrenzt richtig. Bekanntlich führt ein größerer Kraftaufwand unweigerlich dazu, dass ökonomisch korrekt nur die Noten gespielt werden, die das Stück tatsächlich aufwerten (so ein Gitarrist der Scorpions - welcher, ist mir leider entfallen).
Das ist rein logisch betrachtet Quatsch.
Nur weil viele Noten dudeln leicht geht, muss mensch es dennoch nicht machen.
Und nur weil ein Instrument schwer spielbar ist, werden nicht automatisch nur die "wichtigen" oder" richtigen" Noten gespielt.
 
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Das ist rein logisch betrachtet Quatsch.
Nur weil viele Noten dudeln leicht geht, muss mensch es dennoch nicht machen.
Mr. Spock würde das in der Tat nicht tun. Aber nicht Alle sind so gestrickt wie er. ;)
 
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Bekanntlich führt ein größerer Kraftaufwand unweigerlich dazu, dass ökonomisch korrekt nur die Noten gespielt werden, die das Stück tatsächlich aufwerten
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du das absichtlich missverstehen willst...

Klar, es gibt so Gitarristen, die es sich absichtlich schwer machen (Jack White ist auch so einer), und es gibt auch viele Gitarristen die auf gurkigen Instrumenten sich viel Skills und Kraft angeeignet haben (Clapton, Richards, eigentlich alle Stars der 1960er) ... es gibt aber keinen Grund, absolut gar keinen, dass gerade ein Anfänger kein gut eingestelltes und gut bespielbares Instrument in die Hand bekommt. Bekanntlich.
 
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Ein "entspannter Hals" ist gar nicht gut für die Stimmstabilität einer akustischen Gitarre.
Das habe ich bislang nicht verstanden. Enspannter Hals, weil alle Saiten nicht aufgezogen sind?
Akustische Gitarren haben dickere Saiten, weil der Klang nun mal akustisch erzeugt wird, dazu muß die Decke zum Schwingen gebracht werden. Ein gewisser Druck auf den Steg ist da einfach erforderlich un der muß von den Fingern des Gitarristen aufgebracht werden. Auch der Sattel trägt anders als bei Solidbody-E-Gitarren zum Klang bei und wird über den Hals zurück auf die Decke übertragen.
Sorry, diesen Ansatz (ich will jetzt nicht Schmarrn sagen müssen) höre ich von vielen Gitarristen. "Der Ton kommt nur mit dicken Saiten". Aha, warum gibt es dann auch dünnere Saiten zu kaufen?
Dieser gewisse Druck wird auch von dünnen Saiten ausreichend erzeugt.
Das mit den Fingern....das sehe ich auch jahrelang, dicke Saiten, und die Leute mühen sich ab, muss halt so.

Irgendwo stand dann noch, dünnere Saiten würden den Ton oder die Gitarre ruinieren. Ähh? das klingt dann halt anders, und, manche Steelstring erwacht erst durch dünnere Saiten.
Solche irrigen Glaubensbekenntisse sind einfach falsch.
Wer dicke Saiten spielen will, soll das machen, es ist aber sicher kein Gebot, allenfalls eine Empfehlung.
Eine Steelstring hat einen Halsstab, das ist eine Bauweise, die auch E-Gitarren haben. Dadurch kann man den veränderten Saitenzug ausgleichen.
Wo also liegt das Problem?
 
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warum gibt es dann auch dünnere Saiten zu kaufen?
Die in dieser Frage mitschwingende Annahme, es würden nur sinnvolle Dinge angeboten, teilt nicht jedeR.
Ansonsten wurde zu diesem Thema schon das meiste gesagt; ich werde das auch nicht wiederholen.
 
Bholenath
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Die ursprüngliche Behauptung das die A-Gitarre keine E-Gitarre sei hatte ja auch überhaupt nichts mit der im Post geäusserten Meinung zu tun man könne an einer akustischen Gitarre keine Verbesserungen vornehmen.

Niemand hat den Threadersteller in seiner Annahme man könne eine akustische Gitarre nicht verbessern bestätigt im Gegenteil es gab zahlreiche gegenteilige Meldungen.

Ich könnte eine ganz aktuelle noch Beibringen.
Meine 10 Jahre alte sehr günstige Yamaha FX 370 war zum neubundieren beim Gitarrenbauer.
Wie üblich hat er sich auch um die Saitenlage (Sattel, Steg, Halskrümmung) gekümmert die Gitarre ist nun um 2 Klassen leichter zu bespielen als sie es original ab Werk war.
Soviel zur Ausssage-->
Genauso wie bei irreversible Vorschlägen wie den Steg abzuschleifen. Eine (Marken-)Hersteller hat eine akustische Gitarre vernünftig berechnet.
Berechnet vielleicht das weiss ich nicht, eingestellt, bei den unteren Preisklassen, eher wenig.
Vor allem sicher nicht so annähernd perfekt wie es ein ausgebildeter Handwerker mit Meisterprüfung eben tun kann.
Das ist bei Kampfpreisen die am Markt für solche Instrumente erzielbar sind "nicht drin".

Betreffs "dünne Saiten":
Ich spiele seit 50 jahre akustische Gitarren (Western 6 und 12 Saiten) immer mit 10er Saiten.
Momentan wieder mal fast täglich live outdoor mehrere Stunden.
Die sind laut genug und klingen wunderschön und sehr gut.
Es hat sich noch niemand beschwert.
Im Gegenteil ich bekome immer wieder gesagt wie schön meine Gitarren doch klingen.

Ich glaube das dem Threadersteller einfach die Erfahrung fehlt.
Aus seinem Blickwinkel mag es für ihn so aussehen als ob dünne Saiten schlecht klingen das liegt dann wahrscheinlich an seiner Art zu spielen. Manche Menschen benötigen dickere Saiten manche kommen mit dünnen aus. Das kann auch vom Spielstil oder der Musik die man spielt bedingt sein.

Das ist keine Wertung meinerseits aber man sollte halt immer bedenken das es viele Musiker gibt und die machen nicht alle alles falsch auch wenn sie Dinge anders tun als man selbst. :hat:
 
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Vielleicht noch soviel - eine Gitarre ist kein statisches Präzisionsinstrument. Sie unterliegt Veränderungen - Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Saitenzug, Holztrocknung, … um nur ein paar zu nennen. Eine einmal gut eingestellte Gitarre kann morgen keine mehr sein, wenn man von New Orleans in die Wüste von Nevada zieht.

Und eben auch - es ist ein feiner individueller Grad. “Perfekt” für mich ist “viel zu hoch” für jemand anders, perfekt für jemand anders kann “schnarrt wie Sau” bei mir sein.

Aber ja - der TE hat eine Meinung, die von praktisch niemanden hier geteilt wurde.
 
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... und die in vielen Punkten schlicht falsch ist.
Sorry ... ist einfach so.
 
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Selmer Maccaferri-artige Gitarren (aka Gypsy-Gitarren) funktionieren mit 010-045-Sätzen bestens und werden auch traditionell praktisch nur mit dieser Stärke oder mit 011-046 gespielt. Diese Gitarren sind lauter als fast jede Westerngitarre (sollten natürlich auch artgerecht mit rest strokes bespielt werden) und niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, dass hier die Decke nicht ins Schwingen gebracht wird.
Abseits von der Gypsy-Gitarren-Ecke gibt es auch Vintage-Nachbauten wie die Waterloo WL-K, die den besonders responsiven Gibsons von Kel Kroyden um ca. 1930 nachempfunden ist. Das Instrument hält aufgrund seiner leichten, schwingungsfreudigen Bauweise auch nur eine 011-052 Besaitung aus. Soviel zu der Behauptung, dass dünne Sätze nur von E-Gitarristen auf A-Gitarren gezogen werden und dass dies eine A-Gitarre natürlich nicht zum Klingen bringen kann.
 
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Um mal zurück zum Topic zu kommen: Ich hatte als Intention für diesen Thread verstanden, dass man bei einer Akustik-Gitarre eher vorsichtig bei Modifikationen sein sollte als bei einer E-Gitarre. Die genannten Beispiele, die man einem Anfänger gibt, um die Bespielbarkeit zu verbessern, sind ja zum Teil ok, und auch nicht alle wirklich Modifikationen, wobei ich einem Gitarren-Anfänger auch nicht wirklich gleich mit solchen Vorschlägen kommen würde, sondern mir würden da eher andere Ideen einfallen. Ja, ich bin diesbezüglich beim @DerZauberer, dass grundsätzlich einem Anfänger ein 'gutes' Instrument besser steht als eine Hertiecaster, mit der der Großteil hier vermutlich angefangen hat. Genau für solche Leute hat Taylor z.B. die Academy Serie herausgebracht, gutes Instrument zum moderaten Preis (auch wenn's natürlich ne Menge andere Alternativen gibt).

Ich spiele seit über 40 Jahren Gitarre, habe natürlich auch mit einer Akustik-Gitarre angefangen, bin dann aber recht schnell auf E-Gitarre umgestiegen, bis ich dann irgendwann mal, weil es für manche Songs passender war, eine Akustik-Gitarre als Zweit-Gitarre dazu genommen hab, auch wenn ich nie wirklich Akustik-Musik gemacht hab.
Seit letztem Jahr hat sich das geändert, hab mit einem Kumpel ein Akustik Duo gestartet, mit dem wir kleinere Gigs, vorwiegend in Biergärten spielen. Seitdem beschäftige ich mich wieder deutlich mehr mit Akustik-Gitarren. Habe eine Dreadnought Takamine, eine Jumbo-Cort und eine 12 saitige Taylor. Ich hab da einiges mit verschiedenen Saitenstärken und -Marken herum experimentiert, bis ich so langsam zu den Setups gekommen bin, die für mich am besten passen.
Meine Saitenstärke ist durchweg 012, was für mich der beste Kompromiss von Bespielbarkeit und Sound ist. Grenzen bei zu dicken Saiten sind mir neulich aufgefallen, als wir beim Jammen mal 'Wish you were here' von Pink Floyd probiert hab, wo ich die Soloparts versucht hab. Bendings sind hier kaum möglich, da wären dünnere Saiten sinnvoller, wenn nicht erforderlich, es sei denn, man hat Kraft ohne Ende in den Fingern. Mit dünneren Saiten fühle ich mich nicht wirklich wohl, auch wenn es - gerade für einen Anfänger, der noch nicht die Kraft oder Hornhaut auf den Fingern hat - vielleicht weniger Kraftaufwand und leichter zu spielen ist. Aber ein bisschen zu viel Druck, und die Töne kommen nicht sauber, was bei dickeren weniger der Fall ist, oder man muss sich halt deutlich mehr auf's Spielen konzentrieren.

Nimmt meine Gitarre Schaden, wenn die Saiten zu dünn sind? Quatsch, völlig unlogisch. Ich sollte natürlich mindestens die Halsspannung über den Trussroad anpassen, aber das ist ja eher ein entspannen, tut also nicht weh.
Dickere Saiten ein Problem? Na ja, dickere Saiten = mehr Spannung, da muss ich schon den Hals gut nachspannen, aber ob sich das auf Dauer schädigend auf das Instrument auswirkt? Ich denke nicht, wenn auch eher, als bei dünneren Saiten.
Was andere Modifikationen angeht: Welche Optionen hätte man denn, die ggf. irreversibel sind? Steg, Brücke, Sattel: tauschen, zurecht feilen, ersetzen? Mit ein bisschen Geschick kann man das machen, wäre auch nicht irreversibel, weil kommt im Zweifelsfall ein neuer rein. Im schlimmsten Fall lässt man das machen, kostet nicht die Welt.
Wirbel tauschen? wenn nötig, warum nicht. Tut nicht weh, ist schnell gemacht, wenn man passende hat und man keine baulichen Veränderungen dafür vornehmen muss.
Bünde schleifen, abrichten, erneuern? Kann man machen, wenn man das nötige Werkzeug und Geschick hat, ist nicht viel anders als bei der E-Gitarre. Würde ich aber immer dem Gitarrenbauer überlassen.
Tonabnehmer nachrüsten kann man auch machen, wobei hier auch bauliche Veränderungen, wie z.B. Einbau einer Buchse oder womöglich Elektronik in die Zarge schon eine deutliche und irreversible Modifikation des Instruments sind, die ich auch dem Gitarrenbauer überlassen würde.
Gerade was die Elektrik oder Elektronik angeht, geht man hier bei einer Solid-Body E-Gitarre weniger Gefahr ein, etwas zu zerstören, was sich negativ auf den Klang auswirken könnte.

Den verlinkten Vergleichstest von Rick Beato finde ich gut, und muss dem TE widersprechen, dass dies nicht aussagekräftig ist, wenn man es nicht live also direkt hört. Wäre der Test über einen interne abgenommen Pickup erfolgt - meinetwegen. Aber hier wurde ein gutes Mikro plus gutem Preamp verwendet. Auf jeden Fall wird in dem Video deutlich, dass die klanglichen Veränderungen nicht wirklich gravierend sind, höchstens beim Picking, weil da die Spielweise eine andere ist, und es sich mit dünnen Saiten anders verhält. Das kam glaube ich auch deutlich rüber. Wie schon gesagt, brauche ich Bendings, sind dünnere Saiten besser, und stimme ich die Gitarre permanent auf Eb oder womöglich D runter, bieten sich dickere Saiten an, um die durch das Herunterstimmen verringerte Saitenspannung zu kompensieren, was letztlich auch der Gitarre zu gute kommt.

Abschließend noch was zur Klangentfaltung und letztlich der eigentlichen Verwendung:
Wir sind uns hier vermutlich alle einig, dass bei einer Akustik-Gitarre der Sound ganz klar hauptsächlich von den akustischen Parametern wie dem verwendeten Holz, Klangkörpergröße, und meinetwegen auch den verwendeten Bracings abhängt. Ich hab gerade beim Kauf der Taylor verschiedene Modelle verglichen, und rein direkt akustisch gehört, gibt's da natürlich schon mit steigendem Preis deutliche Klangunterschiede. Aber in den meisten Fällen wird auch die Akustik-Gitarre am Ende abgenommen, und in den meisten Fällen über den eingebauten Pickup. Ein paar wenige - meistens wohl im Studio - nehmen den Klang über ein Mikrofon ab. In jedem Fall kommt dann noch einiges an Sound-Bearbeitungs Optionen hinzu, die den eigentlichen Klang der Gitarre dann doch wieder weniger Bedeutung zukommen lassen. Auf der Bühne korrigiert man den Sound in die Richtung, dass er sich durchsetzt, Rückkopplungen vermieden werden usw. Der eine oder andere nutzt sogar noch ein Effektgerät, wie z.B. Chorus oder Kompressor. Auf jeden Fall war das für mich der Grund, mich für die günstigste Taylor zu entscheiden, weil ich sie hauptsächlich auf der Bühne nutze, und egal, welche Preisklasse, in allen wird das selbe Abnahme System verwendet, d.h. der Zuhörer würde eigentlich keinen Unterschied hören, ob ich eine 800 (wie meine) oder 5000EUR hingelegt habe.
 
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@dr_rollo Danke für deinen sachlichen Post!

Ich habe hier im Thrread ein wenig aufgeräumt ... Diskussionen über die Platzierung des Threads, über SInn und Unsinn eines solchen Threads führt bitte im "Feedback" oder, wenn gewünscht, in "Anliegen & Beschwerden".

Hier werde ich weiteres OT löschen ;)

Danke!
 
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Ricco
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Nachdem sich 80 % dieses Forums um E-Gitarren dreht, ist es wenig verwunderlich, daß ein Anfänger mit Akustikgitarre bei Fingerschmerzen solche Vorschläge bekommt:



Mal abgesehen davon, daß es unwahrscheinlich ist, daß das Vorgenannte bei einer Yamaha-Markengitarre nicht in Ordnung wäre, muß hier mal was ganz grundsätzliches geklärt werden:

Eine E-Gitarre ist ein in ihrer ursprünglichen Bauform (also nicht Hollowbody) ein massives Brett, wo man nach Belieben Teile draufschrauben, austauschen und einstellen kann. Eine A-Gitarre ist ein filigraner Klangkörper der durch Veränderungen erstmal leidet, vor allem klanglich. Das ist eben keine Sonderbauform einer E-Gitarre.

Das Gesamtsystem aus Saitenspannung, Halsstabspannung und Zug an der Decke steht in einem Gleichgewicht und ist für den Klang maßgeblich verantwortlich. Akustische Gitarren haben dickere Saiten, weil der Klang nun mal akustisch erzeugt wird, dazu muß die Decke zum Schwingen gebracht werden. Ein gewisser Druck auf den Steg ist da einfach erforderlich un der muß von den Fingern des Gitarristen aufgebracht werden. Auch der Sattel trägt anders als bei Solidbody-E-Gitarren zum Klang bei und wird über den Hals zurück auf die Decke übertragen.

Im Thread kam die Frage auf, warum man sich die Gitarre ruiniert, wenn man die Saitenspannung wie oben vorgeschlagen deutlich reduziert: Weil das dünne Klangholz natürlich darauf reagieren wird. Genauso wie bei irreversible Vorschlägen wie den Steg abzuschleifen. Eine (Marken-)Hersteller hat eine akustische Gitarre vernünftig berechnet. Was soll dabei herauskommen außer eine vergurkte Bastelkiste?

Deine Ehrenhaltung der Akustikgitarre finde ich etwas übertrieben. Insbesondere den Punkt mit der Stegeinlage. Auch eine Akustikgitarre ist kein "geschlossenes System". Ich bin seit einigen Jahren als Gitarrenbauer tätig und was ich teilweise aus der Massenproduktion auf dem Tisch habe, was offensichtlich deiner Meinung nach "nicht veränderbar weil berechnet" sein sollte, ist niemals das Optimum, was man aus einer Akustikgitarre rausholen kann. Mein Standardsetup bei Westerngitarren umfasst in der Regel die drei folgenden Punkte:

1. Einstellung des Halsstabs
Völlig indiskutabel, der Halsstab muss auf die entsprechende Saitenspannung eingestellt werden. Völlig egal, was gerade für ein Saitensatz montiert ist, dafür ist der Halsstab da, um genau diese Unterschiede sowie die Unterschiede, die durch Feuchtigkeitsschwankungen vorliegen, auszugleichen. Ich gebe Dir zumindest in dem Punkt recht, dass der Stab niemals "entspannt" sein darf, da der Hals dann etwas beweglich ist. Aber das lässt sich ja durch Zwei-Wege-Halsstäbe verhindern.

2. Nachfeilen der Sattelkerben
Das ist bei ausnahmslos jeder Gitarre (egal ob elektrisch oder akustisch) aus Industrieproduktionen fällig, aber auch teilweise bei Custom Shop Instrumenten im mittleren 4-stelligen Preisbereich. Die Kerben sind fast immer zu hoch, was je nach Ausprägung einen F-Barrée im ersten Bund für jeden Anfänger zur Qual werden lässt. Hier lässt sich immer viel Bespielbarkeit rausholen. Ich verrunde die Sattelkerben in der Regel auch noch leicht in die Richtung, die Saite in Richtung Mechanik einschlagen muss, damit es weniger Reibungspunkte gibt und die Gitarre etwas stimmstabiler wird. Da gibt es ebenso überhaupt keine Diskussion, die Kerben müssen eine gewisse Tiefe haben, um zur Bundierung zu passen und das ist bei 98% der Instrumenten aus der Industrie nicht korrekt der Fall. Das Sattelmaterial ist für den Klang natürlich wichtig (zumindest für offen gespielte Saiten, sonst egal), aber das ist es auch bei elektrischen Solidbodygitarren, wenn auch der Unterschied bei E-Gitarren mehr unterzugehen vermag.

3. Herunterschleifen der Stegeinlage.
Vorrangig wird hier eine bessere Bespielbarkeit in höheren Lagen erzielt, mit Hinblick darauf, dass es nicht anfängt zu schnarren. Wenn es nicht schnarrt, hat die Saite im Regelfall noch genug Platz, um sich voll zu entfalten.

Das Ergebnis der Punkte 2+3 sind nicht nur eine deutlich bessere Bespielbarkeit, sondern - vermutlich auch durch die näher am Hals liegenden Saiten - ein attackigerer, vollerer und zumindest m. M. n. besserer Klang der Gitarre. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern habe das Feedback von vielen meiner Kunden gehört, insbesondere von denen, deren Gitarren vorher richtig schlecht "gesetupt" waren. Und durchaus auch von Leuten, die seit 20 oder mehr Jahren die jeweilige Gitarre gespielt haben. Und da waren so einige "Yamaha Markengitarren" dabei, bei denen diese Punkte eben nicht in Ordnung waren. Insbesondere in der Massenfertigung lässt sich diese feine Handarbeit wohl einfach nicht finanzieren.

Die Aussage, dass eine Gitarre durch solche Veränderungen klanglich leidet, halte ich mit der gewählten Formulierung somit für absoluten Quatsch. Der Klang verändert sich durch die Veränderungen, aber keineswegs zwingend zum Schlechten!

Dass der Druck mit den Fingern aufs Griffbrett gebracht werden muss, halte ich übrigens für totalen Nonsens. Eine Saite, die man fester drücken muss, verzieht eher mal den Ton, zumal man den Kraftaufwand auch nicht unbedingt dauerhaft konsequent anwenden kann. Die Gitarre muss sich entspannt greifen lassen, das ist auch besser für Hände, Arme, Sehnen etc. Wenn die Saite auf dem Bundstäbchen liegt, ist es ihr egal, viel Druck dahinter ist, solange sie zumindest "fest genug" auf dem Bundstäbchen liegt. Wer viel Kraft aufwendet, bendet die Saite unfreiwillig. Das hört sich auch nicht schön an! ;)

Dass eine hohe Stegeinlage "berechnet" und deshalb unveränderbar sein sollte, ist - sorry - ebenso Quatsch. Die Position dieser ist natürlich so wie die Positionen der Bundstäbchen berechnet, aber die Höhe der Stegeinlage basiert erfahrungsgemäß häufig lediglich auf einem funktionierenden Mittelwert, der niemals zu niedrig (sonst Schnarren), sondern eher zu hoch ist. Ganz zu schweigen davon, dass sich die unterschiedliche Materialdichte der verwendeten Hölzern vorher niemals 100%ig voraussagen oder berechnen lässt. Wir haben es mit einem Naturprodukt zu tun, kein Baum gleicht einem anderen exakt. Ganz davon abgesehen, dass sich akustische Gitarren über die Jahre auch verziehen können und man durch das Verändern der Stegeinlage durchaus in manchen Fällen (natürlich nicht immer) wieder eine bessere Bespielbarkeit herstellen kann.

Kurzum: Punkt 5 in Deiner angeführten Liste ist reine Geschmackssache, weil Bespielbarkeit und Klang deutliche Veränderung erfahren (verändert wird der Klang übrigens auch bei einer E-Gitarre, traurig, dass das immer so unterschätzt wird), aber der Rest sind vollkommen legitime "Arbeitsschritte" zur Optimierung und Verbesserung eines Instruments - auch und insbesondere von akustischen Gitarren. Nur bevor man selbst ohne Ahnung Hand anlegt, sollte man natürlich lieber den Schritt zum Gitarrenbauer erwägen. Dann hat man auch nachher keine vergurkte Bastelkiste, sondern ein Instrument, das besser ist als je zuvor.
 
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Hallo Fünfton, hallo liebes Forum.
Es ist nicht ganz so dramatisch und mathematisch berechnet wie du das oben beschrieben hast.
Natürlich kann es auch eventuell von Nöten sein das Stegbrett und die Sattelkerben zu verändern um den individuellen Vorlieben des Spielers gerecht zu werden. Und der heilige Gral ist eine Yamaha jetzt auch nicht. Viele andere sind genau so gut und besser.
Wenn man sich mehr Spielkomfort wünscht dann hätte man sich reine andere Gitarre kaufen müssen oder man muss nochmals Hand anlegen oder legen lassen.
Nun zu einer Dir weiterhelfenden Aussage.
Wenn es die Gitarre zulässt und nicht das Schnarren anfängt ist das Optimum erreicht, das wenn man jede Saite im letzten Bund greift, am ersten Bundstab etwa 0,5mm und 1mm Raum zwischen Saite und Bundstab ist.
Das ist die Grundvoraussetzung um überhaupt anschließend eine gute Saitenlage einstellen zu können.
Nach dem kann man, wenn nötig, das Stegbrett, nach dem entfernen der Saiten, ausbauen und an der Unterseite umarbeiten .
Das ist das ganze Geheimnis 😎
Hast Du eine Western oder eine Konzertgitarre?
Lg
Alex
 
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Hast Du eine Western oder eine Konzertgitarre?
Du hast da was falsch verstanden glaube ich.

Es ging dem Threadersteller nicht um eine seiner Gitarren sondern um Tipps (in einem anderen Thread) die jemand anderem gegeben wurden.
Der hatte Probleme mit dem Spielen (Schmerzen auf den Fingerkuppen) beim Greifen.
Also wurde (in dem anderen Thread) darauf hingewiesen das die Gitarre nicht optimal eingestellt sein könnte.

Das wiederum veranlasste den Threadersteller einen eigenen Thread (diesen hier) darüber aufzumanchen ob man A-Gitaren einstellen darf oder nicht. Wobei er scheinbar die Meinung vertrat das dies nicht möglich sei oder nicht gemacht werde darf da man dabei alles kaputt macht. Zahlreiche gegenteilige Posts machen, so glaube ich, klar das dem nicht so ist.

Das alles betraf aber nicht ihn selbst sondern wie gesagt jemand anderen.
Der Threadersteller selbst ist wahrscheinlich jemand der kein Anfänger ist.
 
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Danke an @Ricco für die umfangreiche und gute Klärung zu den möglichen und sinnvollen Modifikationen einer A-Gitarre.
Ich denke, wir sind uns aber einig, dass dies aufgeführten Optionen sind, die man nicht unbedingt als DIY einem Anfänger mitgeben sollte, wenn er über schlechte Bespielbarkeit klagt. Zum einen sollte man gerade beim Feilen oder Abschleifen über das nötige Werkzeug und handwerkliches Geschick verfügen, und ein wenig Erfahrung, was Gitarrespielen angeht wäre sicher auch nicht schlecht, damit derjenige auch versteht, wo in seinem Fall das Problem liegt, bevor jetzt gleich jeder blind losrennt, und seine Gitarre ohne Sinn und Verstand mit all diesen Punkten loslegt, um sein Instrument vermeintlich zu optimieren. Ich vertraue hier selber auch lieber auf den Gitarrenbauer meines Vertrauens, obwohl ich seit über 40 Jahren Gitarre spiele, und sowohl über geeignetes Werkzeug und einigermaßen handwerkliches Geschick verfüge.
Ob da wirklich bei 98% der gefertigten Gitarren Nachjustieren nötig sind, halte ich allerdings etwas übertrieben. Sicher sind Gitarren heutzutage Massenprodukte, die überwiegend industriell gefertigt werden. Ich hab mir das mit @hack_meck bei Taylor angeschaut, und hatte schon den Eindruck, dass hier jedes Instrument (auch die low-budgets wie die Academy Serie) nochmal genau geprüft, justiert und eingestellt wird, bevor es die Fabrik verlässt. Nichtsdestotrotz, muss natürlich - gerade bei neuen Instrumenten, wo in der ersten Zeit das Holz noch nacharbeitet - zumindest der Hals das eine oder andere Mal noch nachjustiert werden, aber alles andere passt in den meisten Fällen schon.
Dies mag bei günstigeren Gitarren vielleicht nicht der Fall sein, und da muss dann jeder entscheiden, wieviel Zeit und Arbeit man da bereit ist, reinzustecken, bzw. reinstecken zu lassen, um das Optimum rauszuholen, oder ob es besser wäre, gleich ein höherwertiges Instrument zu nehmen.
 
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genau geprüft, justiert und eingestellt wird, bevor es die Fabrik verlässt.

Tommy Emmanuel sagte im Interview, dass selbst an seinen teuren Maton noch Anpassungen erfolgen. Damit die beim Kunden (nachdem sie sich plötzlich in einer anderen Klimazone befindet) nicht rasselt, ist die Werksseitige Luft unter den Saiten mit Puffer versehen.

Gruß
Martin
 
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nicht unbedingt als DIY
von User @Tremar --> Sattelnuten checken: Zu flach, bzw. Saiten zu hoch über dem ersten Bund? Gitarrenbauer!

Das halte ich für keine DIY Anweisung.
Die Kritik richtete sich ja auch allgemein gegen jede Veränderung der Gitarre da

von user @FünfTon --> der durch Veränderungen erstmal leidet, diese Meldung kam und das ist grundlegend falsch.

Es hängt selbstverständlich davon ab wer die Veränderungen vornimmt und welche ob eine Gitarre daran leidet.
 
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Entweder hier, oder an anderer Stelle hatte ich schon mal erwähnt, dass die Differenzierung schon etwas gegeben ist …

Bei einer E-Gitarre drehst du den Saitenreiter per Imbus „zu tief“ und kommst trotzdem problemlos zurück. Schleifst du die Stegeinlage zu tief runter, ist es weniger einfach die alte Situation erneut herbei zu führen. Liegt noch ein Piezo darunter, ist es zudem noch wichtiger auch Plan zu schleifen, um die Kraftübertragung zu gewährleisten.

Ich habe habe in Summe mehr „Respekt“ vor den Arbeiten an einer A-Gitarre. Das Arbeiten an A-Gitarren ist mehr „Handwerk“ als der „E-Gitarren Bausatz“, für den Lego Talent reicht. Dies bedeutet aber mitnichten, dass Arbeiten an der A-Gitarre deshalb „tabu“ wären. Selbst Trial and Error ist bei fast allen Verbesserungen möglich (sofern man z.B. gewillt ist in eine neue Stegeinlage zu investieren).

Trotz der „Gefahren“, haben alle meine A-Gitarren ein zusätzliches SetUp erhalten. Und grade bei A-Gitarren ist die erzielbare positive Wirkung noch viel größer, als bei E-Gitarren. Und wenn man es jetzt soweit treibt wie Santa Cruz Guitars (die am Bracing schleifen um eine EQ Wirkung zu generieren) - dann bin ich als Hobby Einsteller definitiv raus. Es zeigt aber ziemlich deutliche das Limit der für uns „Normalsterblichen“ Verbesserungen … im Vergleich zu professionellem Gitarrenbau.

Gruß
Martin
 
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Man sollte auch schon unterscheiden, ob es um Verbesserung der Spielbarkeit geht oder um Soundoptimierung. Ersteres ist natürlich am ehesten nachvollziehbar, und erfordert meistens Unterstützung eines Gitarrenbauer‘s. Was ‘Soundoptimierung‘ angeht, sollte man abwägen, ob es um die Abnahme der Gitarre geht, wo es am einfachsten ist, ein Tonabnehmer- System ala L.R. Baggs nachrüstet
das keinen großen Eingriff erfordert und auch schnell wieder zurückgekauft werden kann, oder ob man die grundsätzlichen natürlichen Klangeigenschaften der Gitarre verändern will, was man eh nur marginal und kaum ohne fachmännische Unterstützung hinbekommen würde, wie z.B. Bearbeiten der Bracings, was auch nur kaum wieder rückgängig gemacht werden könnte.
 

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