Die Zeit der großen Akkordeonisten - ist sie vorbei?

von senseo, 27.08.07.

  1. senseo

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    Erstellt: 27.08.07   #1
    Hallo,

    als ich noch mal so durch den Thread "beliebte Akkordeonspieler/innen" geblättert habe, drängte sich mir die Frage förmlich auf. Früher, da gab es die "großen", wie Hubert Deuringer in Deutschland, Art van Damme oder Frank Marocco in Amerika. Das waren wirkliche Größen, die auch Leuten, die nicht direkt etwas mit dem Akkordeon zu tun hatten, bekannt waren. Und wenn man sich anschaut, mit welchen Stars z.B. ein Art van Damme schon alles zusammengearbeitet hat, dann finde ich das schon äußerst beeindruckend. Wenn man heute nach Akkordeonisten sucht, dann findet man eher noch Künstler, die zwar auf sehr hohem Niveau spielen, jedoch mehr ein Nischendasein fristen und über einer gewissen Fangemeinde hinaus kaum bekannt sind. Wenn man mich heute z.B. nach einem international bekannten Akkordeonisten fragen würde, der heute noch voll aktiv tätig ist, dann würde mir nur Richard Galliano einfallen.

    Von daher möchte ich hier mal die Frage in den Raum werfen: Ist die Zeit der großen Akkordeonisten vorbei? Wenn ja, woran liegt das? Oder sehe ich das einfach nur falsch?

    Gruss, Senseo
     
  2. WilliamBasie

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    Erstellt: 27.08.07   #2
    ist nicht die eigentliche Frage:
    Wird handgemachte Musik nicht langsam überhaupt zur Nischensache? und haben dann Exoten wie das Akkordeon überhaupt noch eine Nische...? Vielleicht zur Unter-Unter-Miete...?
     
  3. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.07   #3

    Da ist was dran. Ein Großteil der aktuellen Musik kommt ja nur noch aus dem Computer, wo man ohne großen Aufwand und ohne teure Studiomusiker auf synthetischem Wege so ziemlich alles an Klängen erzeugen kann, was das Herz begehrt. Ich kenne auch einige Akkordeonisten, die sich vom Akkordeon zum Keyboard/Synthesizer abgewandt haben und am Wochenende "Tanzmucke" machen, weil das eben mehr Geld bringt als mit einem kleinen Ensemble (das man ja auch erst mal finden muss) vor ausgewähltem Publikum Musik zu machen. Es scheint daher so zu sein, als bräuchte man handgemachte Musik nicht mehr, da es ja ohne weiteres möglich ist, jedes beliebige Instrument mit einer Maschine zu simulieren.
    Aber ist das wirklich der Grund dafür, dass es kaum noch bekannte Akkordeonisten im Stile eines Art van Damme oder Frank Marocco gibt?

    Gruss, Senseo
     
  4. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.07   #4
    ...ich will ja jetzt nicht kleinlich sein, aber (nach meinen letzten Infos) gibts die beiden noch - nur Art spielt nicht mehr und Frank ist auch ca. 75, aber er tourt noch in seinem möglichen Rahmen.

    Gabs nicht hier im Forum eine Konzertankündigung mit ihm, zusammen mit einem ital. Akkordeonisten und Brunch in einer Kirche...?!
     
  5. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.07   #5
    Klar, gibt's die beiden Gott sei Dank noch :) Art ist zwar nicht mehr wirklich aktiv, aber er kommt hin und wieder schon noch zu Akkordeon-Veranstaltungen in den USA wie man beispielsweise hier eindrucksvoll sehen kann. Und hey - der Mann ist mittlerweile immerhin 87, das ist doch echt beeindruckend, oder?

    Aber was ich meine ist, es sind nie wirklich vergleichbare Größen nachgerückt - oder sehe ich das jetzt falsch? Und man muss sich das mal vor Augen halten, Art hat nie Musik studiert, er hat einfach im Alter von 18 Jahren ein Trio gegründet und Musik gemacht. Eine derartige Karriere wäre - glaube ich - heutzutage kaum noch denkbar.

    Gruss, Senseo
     
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