[Pickup] Pickup Special - Wolfetone Pickups - Boutique Made in USA

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Boutique Pickups, für die einen der heilige Gral, für andere nur ein aufgeblasener Etikettenschwindel. Häussel, Barfuss, Kinman, Amber, Fralin, Lollar, oder Kloppmann, alle haben sie eines gemeinsam: Sie glauben an ihre Mission, die Suche nach dem perfekten Singlecoil oder Humbucker. Und hier scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite die Pragmatiker. Ähnlich wie Verschwörungstheoretiker überrollen sie Alle und Jeden mit Fakten und Messwerten und scheuen dabei auch nicht davor zurück, notfalls den längst verstorbenen Physiklehrer zu zitieren. Nur um uns zu belegen, dass es zwischen einem $30 und einem $150 Pickup rein rechnerisch gar keinen Unterschied geben kann. Ganz nach dem Motto: "Die wickeln doch alle nur mit Draht".

Dem gegenüber der True Believer, unumstößlich in seiner Glauben, dass es zwischen Magnetlegierungen und Wickeldraht doch noch etwas gibt. Eine höhere Macht, die sich nicht durch Formeln belegen, oder mit Messgeräten erfassen lässt. Das sind die, die Bibel neu schreiben möchten, um mit der nach ihrer Meinung historischen Falschmeldung aufzuräumen, Jesus von Nazareth sei ein Zimmermann gewesen. Angeblich, ein historischer Übersetzungsfehler, denn sein Vater Joseph war der Gitarrenbauer, Jesus aber hat die Pickups gewickelt. Und tatsächlich soll bei Ebay USA ein alter Humbucker mit der Gravur INRI PAF 0023 aufgetaucht sein. Ein Hinweis, dass der Messias schon in jungen Jahren eifrig am Wickeln war. Die Wahrheit, wer kennt sie schon? Und da mir die Idee mit Jesus so gut gefällt, stelle ich Euch heute vier Pickups Sets vor, die unter ähnlich mysteriösen Umständen an der amerikanischen Westküste gewickelt werden, wo sie schon längst kein Geheimtipp mehr sind und auf den Namen Wolfetone hören.

Wolfe Maclead, ein ewig Suchender, der sich früh seine Sporen bei Warmouth verdienen dürfte und der die Firma Wolfetone 1998 gegründet hat, hat seine Wickelstube in Seattle, Lake Forest Park, WA 98155, der Rock City am Pazifik, Geburtsstadt von Jimi Hendrix und in den 80er Jahren durch Bands wie Soundgarden, Nirvana, Pearl Jam oder Alice in Chains als die Hauptstadt des Grunge Rock bekannt. Bei dem Test habe ich hauptsächlich meine recht neue Gibson SG Standard bemüht, so hatte diese Platinen Geschichte, mit der Gibson in neuester Zeit seine SG und Les Paul Modelle ausrüstet doch noch einen Sinn. Hier dauert ein Pickup Wechsel nur noch wenige Minuten, denn hier werden die Anschlüsse der Pickups mit zwei kleinen Plastiksteckern einfach nur eingestöpselt. Ich bin kein Techniker und weiß nicht wie schlecht das ist, aber es gefällt mir überhaupt nicht und es wird nach dem Test ganz schnell zugunsten eines frei verdrahtet und verlötetem 50s Wiring im Sondermüll entsorgt. Platinen, in E- Gitarren. Was soll denn so ein Scheiß?

Als Verstärker kam hauptsächlich mein Egnater Renagade, ein Engl Thunder Combo und mein kleiner Fender Champ zum Einsatz. Außerdem habe ich auch einige Zerr- und Delaypedale angespielt, um einen Eindruck von der Pedalverträglichkeit zu bekommen. Keines der Tonabnehmer Sets hatte mit irgendeinem Pedal Probleme, im Gegenteil. Die neuen SG Standard sind sehr gut verarbeitete Instrumente, endlich auch mit einem fetten oder fast fetten 50s Neck erhältlich, die Rockgitarre die selbst Jazzer lieben. Desweiteren meine Gibson Les Paul Classic, eine moderne Variante der Les Paul Standard. Ursprünglich waren beide Gitarren mit dem 490T/498R Set von Gibson gerüstet. Die wurden allerdings schon nach wenigen Tagen durch Marshallheads aus dem Hause Wolfetone ersetzt.




Legend mit Neusilberkappen satin ...


Die Marshallheads haben nach Vorbild des Seth Lover PAF ungewachste Alnico 5 Magneten, allerdings deutlich "overwound" hat Wolfe hier einen Tonabnehmer gewickelt, der die selbe Klarheit und den Midrange Honk eines 59er PAF mit einem höherem Output und stafferen Bässen verbindet. Der Bridge PU hat einen Messwert von 9,0 kOhm und der Pedant am Hals kommt immer noch auf ein Output von 8,2 kOhm. Dabei ist das flotte Pärchen nicht im Mindesten mikrophonisch. Aber im Gegensatz zu den 490R/498T, die derzeit die Serienpickups bei verschiedenen Gibson Modellen sind und die ebenfalls mit deutlich mehr Output als herkömmliche PAF arbeiten, klingen die Marshalls eine ganze Portion erdiger. Und dabei geht es nicht um Feinheiten, die ganze Klangstruktur ist völlig anders.

http://soundcloud.com/arminhero/marshallhead-classic-rock-tone

Von Mikrophonie kann keine Rede sein, hier kommt nach Auskunft von Wolfe eine spezielle Wickeltechnik und eine ganz bestimmt Anordnung der Magneten zum Tragen. Aber und diesen Effekt kenne ich schon von den DiMarzio Seth Lover, die ich lange Zeit auf meiner LP Doublecut gespielt habe, die Bässe kommen, im Gegensatz zu vielen gewachsten PUs, unglaublich straff, sauber und dennoch mit viel Punch. Das fällt auch auf, wenn man Aufnahmen von Gibsons mit PAFs aus den späten 50er hört, die Bässe sind nicht so gnadenlos fett. Ganz sicher gehören die Marshallheads zu den Bösen-Buben-Pickups, aber nicht nach der Devise: hier komme ich und mach´ alles platt. Auf dem 79er Gary Moore Album "Back on the Streets", auf dem Moore durchgehend eine 57er Goldtop spielt, hört man genau diesen rotzigen Sound. Der Marshallhead ist der perfekte Rock PU, mit viel Power und ebenso viel Musikalität. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an Bryan Christiensen und Chris Tofield für die Soundfiles, die mit PRS, Les Paul und Reinhard Amps eingespielt wurden.

Natürlich kann der Marshallhead auch sanft und leise, wer etwas Übung mit dem Volume Poti hat, wird schnell merken dass die Pickups auch durchaus lieblich schnurren können. Die Marshalls sind sehr dynamisch und lassen sich mittels Anschlag wunderbar kontrollieren. Nie hat man das Gefühl der Ton sei aufdringlich oder tendiere zum Matschen. AC/DC, Aerosmith und ZZ Top geht ebenso gut wie Bluesiges. Mit dem passenden Amp dürften auch Metallica Fans ihre Freude haben. Für alle denen ein Vintage PAF zu wenig Muckies hat der perfekte Pickup.

Wer es jedoch etwas gemäßigter mag, der sollte sich die Legend einmal anhören. Weich und seidig, aber nicht ohne Punch haben die Legends einen ganz großen Auftritt. Wolfe hat hier ausschließlich mit Originalmarterialien, dem emaillierten Wickeldraht und authentischen AlNiCo 2 Magneten gearbeitet. Dazu gehört auch eine bestimmte Wickeltechnik, in vielen Jahren mühsam erworbenes Wissen und Erfahrung und ein wohlgehütetes Geheimnis. Ich habe das auch schon von Chris Kinman und Wolfgang Damm vom Amber Pickups und ehemaliger Gibson Produktionsmanager gehört, die auch beide jahrelang unzählige Pickups und Magneten gemessen und getestet haben, bis ihnen ein großer Wurf gelang. Ähnlich wie bei den Orig. PAFs gibt es auch bei den Legend, durch die unregelmäßige Wicklung, kleinere Schwankungen beim Output, der bei etwa 8,5 kohm für den Steg und 7,5 kohm für den Pedanten am Hals liegt.



Die üblichen Verdächtigen, Les Paul und SG Standard - Und so sieht er von hinten aus, the one and only "Hero" Bucker



Ein guter Freund verglich die beiden Humbucker einmal miteinander, indem er den Marshallhead als rotzfrechen Klassenkasper, der wegen seiner vorlauten Klappe immer in die letzten Reihe sitzen muß, während der Legend als der Primus, Musterschüler und Klassensprecher in der ersten Reihe über Ordnung, Maß und Ziel wacht. In meine Les Paul verbaut, zeigte er sich allerdings nicht nur von seiner braven Seite. Wir wissen ja alle wie das geht, beide Pickups ganz aufgedreht, den Tonepoti beim Bridge PU auf 0 und da ist er, wahrhaftig Claptons Women Tone, den richtigen Amp vorausgesetzt. Wolfe schwört bei seinen Neusilberkappen auf ein extra dünnes Material, etwa halb so stark wie normale Pickup Kappen, so dass kaum ein Unterschied zwischen den geschlossenen und offen Tonabnehmern zu hören ist. Insgesamt klingen die Legends sehr rund und dynamisch in den Mitten, harmonisch mit einem etwas größeren Bassfundament als die Marshallheads.

Dr. Vintage, die einzigen Akademiker bei Wolfetone sind moderne Humbucker. AlNiCo 2 Magneten und ein Ausgangsoutput von 7,5 und 8,05 kohm sind die Eckwerte für diesen "normal Level" PAF, einem Blueser mit viel Charakter und einem sehr direkten Ton. Ich könnte mir den Doktor auch gut in einer ES 335, oder gar als Halspickup für eine Telecaster vorstellen. Ich habe, was bekannt sein dürfte, in diese Richtung keinerlei Berührungsängste, frei nach dem Motto: "erlaubt ist, was gut klingt." Ich hoffe, dass Wolfe mir das nachsieht. Bei mir ist es so, dass ein Pickup, der mir nicht ab dem allerersten Ton Freude bereitet und dem ich erst nach langem Schrauben und Regeln muss einen passenden Ton entlocken kann, direkt verloren hat und auch keine zweite Chance mehr bekommt. Die Erfahrung blieb mir bei allen Wolfetones erspart. Sie mögen unterschiedlich sein und von verschiedenem Charakter, aber sie haben alle diesen Ton, der einem sofort ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Der Dr. Vintage mit seinem leicht rauchigen Ton hat den Blueserton und zeigt, dass sich Direktheit und Wärme nicht ausschließen. Einer meiner ganz großen Favoriten. Er hat etwas Ähnlichkeit mit dem Imperial Pickup von Jason Lollar. Wen wundert´s, sind doch Wolfe und Jason praktisch Nachbarn und haben schon gemeinsam an einer Wickelmaschine gearbeitet. Auserwählte unter sich.

http://soundcloud.com/arminhero/dr-vintage-clean-blues

Caretaker heißt Wolftones Interpretation des Peter Green Sound. "Die Grenzen dieses Pickup Set, sind die Grenzen des Gitarristen der sie spielt. Der Caretaker kann all das, wozu auch der Spieler in der Lage ist". Ein klares Worte von Wolfe Maclead und tatsächlich kann der "Hausmeister" all das, was man von einem Allrounder so erwartet. Der Caretaker ist ein Allrounder mit viel Punch und unglaublichen Obertönen. Ich habe wirklich schon so ziemlich alles an Humbucker durch, aber mir fällt da kein passender Vergleich ein. Blues und Bluesrocker werden hier bestens bedient. Die SG singt, kreischt und hat endlos Druck. Und das alles ohne den Klang der Gitarre zu verfälschen, alles bleibt Ton für Ton SG Standard, aber von der besten Seite. Den Caretaker nun auf Peter Green zu reduzieren, würde dem Pickup aber nicht gerecht werden, kann er doch eine ganze Menge mehr. Zusammen mit meinem Okko Diablo, meinem absolutes Lieblingspedal wird aus dem Caretaker ganz schnell ein Schlimmer Finger, der in bester Gibbons Manier los rockt. Ein toller Pickup für Blueser und Rocker. Sammy Hagar, Rick Derringer (der im Übrigen P-90 von Wolfetone spielt) oder Eddy Van Halen sind nur einige Kandidaten die ebenfalls ihren Spaß mit dem Caretaker hätten



... und auch als Zebras

Fazit:

Pickups Reviews sind für mich die Anstrengendsten, ich habe hinterher immer mindestens drei Pfund verloren. Man ringt förmlich um die Worte, immer in Gefahr sich endlos zu wiederholen und am Ende nur dummes Zeug zu erzählen. Wie riecht nun frischer Schnee? Da muss die Phantasie des Lesers schon ein wenig mitarbeiten. Man hat, bis auf die Output Werte und der Art der Magnete keinerlei Fakten und die sind wirklich nicht sehr aussagekräftig. Trotzdem schreibe ich diese Reviews gerne und das hier ist ja auch nicht mein erstes Pickup Review. Trotzdem sind diese Reviews etwas sehr subjektives, ich kann zwar eine Bass Ton als rund, voll oder auch straff beschreiben, aber eben auch nur auf meiner persönlichen Richterskala. Die Wolfetone Pickups erfreuen sich in US Foren wie Mylespaul inzwischen großer Beliebtheit und werden auch gerne in historische Les Paul Modelle, wie R8 oder R9 gerne und oft verbaut. Ganz besonders der Legend und Dr. Vintage, wo gegen die Marshallheads mehr die bösen Finger sind, für Leute denen ein Vintage PAF zu brav ist. Trotzdem ist er kein Metal Pickup und hat die Klangstruktur eines PAF Humbuckers, nur eben ein paar entscheidende Wicklungen mehr. Er ist damit auch mein persönlicher Liebling. Ich spiele den Marshallhead in meiner Les Paul, und da Wolfe mir noch einen kleinen Gefallen schuldig war, hat er mir für meine SG Standard einen Alnico II Humbucker, ganz nach meinen Wünschen, mit einigen Extrawicklungen versehen und gewachst. Ich hatte einen ganz bestimmten Ton im Kopf und er hat ihn auch gefunden. The Herobucker was born.



Es gibt, nicht nur auf der anderen Seite des Atlantiks im Netz einiges über Wolfetone zu finden und zu hören. Einen eigenen Vertrieb für Wolfetone gibt es in Deutschland noch nicht, ich hätte die Möglichkeit gehabt, allein der Aufwand ist zu groß. Falls noch jemand Fragen hat oder sich für Wolfetone Pickups interessiert, kann er mir gerne eine PN schreiben. Danke noch an Dr. Sebastian Gruenberg, meinen Freund in Seattle, ohne den ich Wolfe gar nicht kennengelernt hätte und an Chris, mein Freund und Stütze an jedem Tag und in allen Lebenslagen, der dafür gesorgt hat, das die Sachen rechtzeitig und unbeschadet von S. nach B. kamen. Und last but not least vielen Dank an die, die sich die Zeit genommen haben, dieses Review bis zum Ende zu lesen.

Noch schnell ein letztes Wort zu den gewerblichen Reviews, die seit einiger Zeit hier im Forum zu finden sind. Ich fand es von Anfang an bedenklich in einem Forum, das sich eigentlich über weite Strecken selbst verwalten sollte, professionelle Redakteure von Fachzeitschriften oder Händler und Verkäufer ihre Ware testen und damit auch anpreisen zu lassen. Ich meine, man muss sich doch fragen können, wer diese Leute für ihre Meinung bezahlt und "für wen" sie diese Sachen testen. Erst dann weiß ich doch, wie ernst ich so ein Review nehmen darf. Ich denke einmal, dass ein Anfänger und Einsteiger das nicht so kritisch sieht oder auch noch nicht sehen kann. Diese Reviews werden gerade von unerfahrenen Usern als Kaufempfehlung und Hilfe gesehen. Schließlich ist auch genau das passiert, was ich befürchtet habe, die Zahl der Reviews von Usern aus dem Board ging deutlich zurück. Das ist nicht gut. Man sollte sich wirklich nicht davon abhalten lassen, denn diese Reviews sind viel mehr wert und wichtiger als die Meinung von bezahlten Schreibern.

In diesem Sinne, choose the blues,

Euer Armin H.

PS.: Eigentlich hätten hier zwei You Tube beiträge auftauchen sollen, aber irgendwie hat´s nicht gefunzt, dafür gibt es einen Link zu einem Dr. Vintage und eine Pracht Les Paul:

http://www.youtube.com/watch?v=y39knQ6T-Vo&feature=related


noch eine sehr leckere Demo der Legend, Les Paul und Beaufort Amp (ein 53E Deluxe Clone):

http://www.youtube.com/watch?v=o2dzlYM-DsY&feature=related
 
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...wie immer ein Genuß, Dich zu lesen... :great:

Gruß Michael
 
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Wunderbares Review! Macht Spaß dich zu lesen! ;-)
 
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Hallo Armin,

ein wirklich sehr schön geschriebenes Review zu den Wolfetone Pickups, deine niedergeschriebenen Erfahrungen decken sich ziemlich gut auch mit den persönlichen Erfahrungen die ich mit den Wolfetones gemacht habe, da ich ja in meiner Frank Hartung Embrace auch ein Set Marshallheads eingebaut hatte, die aktuell einem Set Legends gewichen sind, aber ich immer noch nicht ganz entschieden bin, für welchen Tonabnehmer ich mich für diese Gitarre entscheiden soll. Die Legends klingen wirklich dem Namen gerecht, unglaublich definiert, klar und rund, aber die Marshallheads haben doch noch eine gewisse Portion Rotz dabei die dem Klang eine Attitude geben, die mir bisher gänzlich unbekannt war.

Aktuell baut mir ja Frank gerade meine Embrace II, die warscheinlich erst im nächsten Jahr fertig wird, da die Konzeption schon lange steht, hatte ich dafür Pickups aus dem Hause Arcane Inc. vorgesehen, aber in die Embrace II kommen nun mit 100%iger Sicherheit auch wieder Wolftones rein, ohne Frage.

und Armin, absolut stimmige Gitarrensammlung, black is beautiful :)

cheers
exoslime
 
Armin H.
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@ exoslime, Dennis K, Stratspieler , Danke, schön daß Euch das Review gefallen hat. :)
 
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Echt tolles Vergleichsreview.

Scheinen ja sehr interessante PUs zu sein. Wie du weißt bekommt meine Prinz die nächsten Tage ja neue Häussels, und vielleicht komm ich ja auf den Geschmack und bau meine Eclipse auch noch um.
 
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Da kann man sich nur anschließen! Klasse :great:
Alles was ein Review braucht hast du drin und obendrein ist es dank dem guten Schreibstil sehr kurzweilig!
Die Krönung wäre für mich noch eine vorher-nachher-Vergleich (Soundfile) gewesen. Aber gut, wollen wir mal nicht übertreiben ;)

Dein Beitrag macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Und wer weiß ... vielleicht kommt in die neue HSS-Strat, die der Nikolaus mit dem großen, braunen Lieferwagen nächste Woche bringt, ja auch mal ein Wolftone :)
Das klingt jedenfalls schon mal sehr nach meinem Geschmack. Erdig ... hell yeah!
 
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@Armin: Klasse Review!

Ich bin mit meinen Marshallheads MKI super zufrieden. Die sind ja noch einen Ticken dreckiger und rauer als die MKII, die unter anderem auch von Phil Caivano bei Monster Magnet gespielt werden. Ich kann jedem nur empfehlen sich die Teile zuzulegen. Nicht nur, dass die im Wert mit der Zeit sicher steigen werden aber die klingen einfach unglaublich gut. Ich weiß nicht was Wolfe McLeod da rein macht ... Elfenstaub, Einhornblut oder Stierhodenextrakte ... zumindest sind das die krassesten Pickups die ich je gehört hab! Der Klang bewegt sich zwischen super-dynamisch, extrem durchsetzungsfähig, kräftig und irgendwie immer direkt in die Fresse. Definitiv nix für Warmduscher oder Leute die ihre Gitarre als "Begleitinstrument" sehen, denn mit dem Sound den die Marshallheads liefern, "brennt" die Bühne. :D
 
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das Caivano Marshallheads spielt wusste ich gar nicht, aber Ed Mundell, der ehem Gitarrist von Monster Magnet, der spielt ja auch Helliver Gitarren, ich glaub ich muß in meine Helliver auch noch ein paar Marshallheads reinknallen!!
 
Armin H.
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Trotzdem wäre es nicht gerecht die Marshallheads in die Metal Ecke zu stellen. Ein Output von 9,0 khz und 8,2 khz ist ja auch nicht gerade das, was man unter HighGain versteht. Classic und Blues Rock sind mehr sein Metier, Hard Rock, wenn der richtige Amp am Start ist. Ich glaube das Geheimnis liegt darin, einen ungewachsten Pickup zu bauen, der auch bei viel Gain kein bischen mikrofoniert. Selbst der von Seymour Duncan zusammen mit Seth Lover gebaute SH-55, der genau wie der originale 55er PAF nicht gewachst ist, hat bei ordentlich Druck irgendwann angefangen zu pfeifen. Das hat Wolfe wohl in den Griff bekommen und das macht auch die Wahnsinnsdynamik bei diesem Set aus. Der zweite Punkt ist die Abstimmung von Neck und Bridge Pu. Sowas geht bei einer Serienfertigung, sei es nun ein Classic 57 oder auch ein Burstbucker Pickup, in diesem Maße einfach nicht. Keine Ahnung wieviele Hundert Pickups diese Wickelmaschinen am Tag auswerfen müssen, da bleibt für ein optimales Setting keine Zeit. Dazu kommt, dass ein von Hand geführter Draht ganz anders auf Feinheiten eingehen und gewollte Unregelmäßigkeiten besser einarbeiten kann. Die jetztige Maschine hat Wolfe zusammen mit Jason Lollar modifiziert, allerdings gibt es da wohl keine Einzelheiten zu erfahren, das dürfte unter Wickelbrüdern als TOP SECRET gelten :)
 
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Zu dem Thema muss ich auch meinen Senf dazugeben, da ich finde, dass man Wolfes Tonabnehmer nicht genug loben kann. Außerdem habe ich Armin versprochen, dass ich meine spärlichen Erkenntnisse zu Wolfetone Pickups teile.

Kennengelernt habe ich Wolfetone Pickups in einer Gitarre des Oberurseler Gitarrenbauers Thomas Kortmann - einem guten und langjährigen Freund von mir. Der Sound dieser Les Paul hat mich so begeistert, dass ich genau diese Tonabnehmer in meiner damals gerade sich im Bau befindlichen Kortmann Paula haben wollte. Es handelte sich um ein Set Wolfetone The Legends. Zufälligerweise stand ich gerade vor einem Umzug nach Seattle, der Stadt in der Wolfe seine magischen Pickups wickelt. So kam es, dass ich mit Wolfe die Humbucker für meine Gitarre gemeinsam konzipiert habe und er sie dann vor meinen Augen gewickelt, getestet, etc. hat. Persönlicher ist's nur, wenn man die Teile selbst zusammenbastelt.

Diese Tonabnehmer kamen dann - wie geplant - in meine Kortmann Les Paul. Der Vorteil davon, wenn man in einer amerikanischen Großstadt wohnt, ist der, dass man gute Chancen hat, die Gitarren sehen/spielen zu können, von denen man in Deutschland nur träumt. Mein Freund Jay von Emerald City Guitars zum Beispiel hat jeweils eine originale 59er und 60er Les Paul in seinem Laden. Was lag da näher, als diese beiden Objekte Gitarren-manischer Begierde mit meiner Paula zu vergleichen? Und das Ergebnis hat nicht nur mich, sondern auch Jay und seine Jungs umgehauen. Zu erst einmal klangen die beiden Gibsons deutlich unterschiedlich. Die 60er eher gewöhnlich, nicht besonders beeindruckend. Die 59er hat alles, was man erwartet - und noch mehr. Doch dann kam die Kortmann - die alles hat, was die 59er hat, zusätzlich noch ein bisschen mehr Sustain und einen Ticken mehr Punch. Aber die tonalen Qualitäten waren da - und das kaum zu unterscheiden von der 59er. Im Anschluss an diesen Test hat sich Jay gleich mal 2 Sets bei Wolfe bestellt.

Es gibt ja mittlerweile unendlich viele Tonabnehmer, von denen behauptet wird, dass sie wie ein echter PAF klingen. Wie ein echter PAF? Was soll das bitte heißen? Die unterschiedlichen alten Humbucker, die ich bisher hören durfte (zugegebenermaßen in unterschiedlichen Gitarren), hatten allerhöchstens ähnliche Charakteristika. Und eben diese Charakteristika hat auch der Legend. Am besten ist das an diesen wundervollen Doublenotes und dem traumhaften Bloom auszumachen. Ich habe bisher noch keinen vergleichbaren Pickup gehört - der Legend klingt sogar im direkten Vergleich wie ein ausgesprochen gut klingender originaler PAF.

Wenn man es nicht ganz so vintage-mäßig mag, ist meiner Meinung nach der Dr. Vintage Neck Pickup der beste Tonabnehmer in der Halsposition einer Les Paul. Period! Er klingt transparent, dynamisch, offen ... man könnte fast sagen, dass er atmet. Gerade im cleanen und angecrunchten Bereich brilliert der Dr. Vintage. Meine anderen Les Pauls haben zusätzlich zu dem Dr. Vintage am Hals einen Marshallhead an der Brücke. Eine perfekte Kombination, wenn man ab und an auch mal etwas heftiger reinlangen will. Er kommt vom Charakter her dem Dr. Vintage nahe, hat allerdings etwas mehr (Hoch-)Mitten, etwas weniger Höhen, klingt nicht ganz so transparent, dafür mit einem guten Schuss mehr Druck, wenn man den Amp kitzelt.

Armin hat nicht ganz recht, wenn er schreibt, dass es kein Vertrieb für Wolfetone Pickups in Deutschland gibt. Tatsächlich kann man über http://http://www.vintage-pickups.com/ Wolfetone Pickups beziehen. Allerdings haben sie da nicht immer alle Typen auf Lager. Wenn man Glück hat, findet man bei Ebay welche, aber normalerweise gehen die Teile weg wie warme Semmeln.
Man muss nur mal in die amerikanischen Les Paul/Gibson-Foren schauen, dann weiß man auch warum. Wolfe kommt mit dem Wickeln kaum nach - klar, als Zwei-Mann-Betrieb ...

Ich kann jedem diese Erfahrung ans Herz legen. Wenn Ihr die Chance habt, ein Set zu bekommen, greift zu. Hier ein Zitat, was in der Bibel der Tone-Hunter in den Staaten (Tone Quest Report) zu seinem Dr. Vintage Hals-Tonabnehmer steht: "We've heard none better, with the exception of a very few real PAFs installed as orphans in our own Historic Les Pauls, or found in original '59s."

Armin, herzlichen Dank für's Reviewen und das Bekannter-machen dieser tollen Tonabnehmer.
 
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Vielleicht sollte ich doch meine beiden geagten Legends mit Goldkappen irgendwo einbauen. :)
 
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Moin Miles und Klaus :D. Was wisst ihr beide denn nun schon wieder, wovon ich keine Ahnung habe? Und wieso hast Du Miles, Wolfetone Legend mit geagten Goldkappen und dann auch noch einfach nur so rumliegen? Warum sind die denn nicht eingebaut? Fehlt die passende Gitarre oder ist Dein Lötkolben kaputt? Andere Gründe fallen mir da gar nicht ein. Allerdings käme da ja nur die Deluxe in Frage, ist die Nighthawk inzwischen wieder verkauft?

Grüße, A. :)

@ ChevChelios / Hallo Sebastian, ich habe ja keinen Zweifel daran gelassen, dass Du es warst der mich auf den Wolfe gebracht hat. Im Moment stagniere ich noch auf 63%, aber das ist eher ein finanztechnisches Problem.
Hier kannste mal ein paar nette Pics posten. Aber nicht in so Minifotos, da sieht man ja gar nix. Bist Du momentan in Germanistan, oder wo liegt Schlettel? :)
 
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Nichts Tragisches, eigentlich gar nichts. ;)

Für meine Epiphone Les Paul habe ich seinerzeit Tonabnehmer gesucht und bei 2 Auktionen gleichzeitig auf Abnehmer mit Goldkappen geboten und beide gewonnen. In die Epi habe ich dann die Gibson-Abnehmer eingebaut. Wobei sich vor kurzem herausgestellt hat, dass diese Tim-Shaw-Abnehmer sind und angeblich das Vierfache wert sind, als ich gezahlt habe.

Für die Wolfetones hätte ich noch die Epiphone Riviera, aber da graut es mir vor dem Umbau, aber irgendwann wird das schon, eventuell. Die DeLuxe wird nicht angefasst und in die Nighthawk passen die schon physikalisch nicht rein. Die Gibson Les Paul wäre da auch noch, aber die hat eh gute Abnehmer, außerdem passt dort Gold auch nicht. :)
 
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Moin Armin,

naja, Fotos von Pickups sind jetzt ja nicht sooooo hilfreich, gelle? Ausserdem bin ich anscheinend zu bloed um hier Bilder gescheit zu posten. Bin halt net so der Foren-Mensch. Aber ich kann gerne ein paar Links zu Gitarren mit Wolfetone Pickups reinstellen - ich glaube, da weiss ich, wie's geht *grins*

http://http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=3818 fuer meine Lieblings Gibson Les Paul Standard mit einem Dr. Vintage am Hals und einem Marshallhead an der Bruecke

http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=2902 hier fuer besagte Kortmann Les Paul mit einem Satz The Legends

und hier http://www.guitarmaniacs.de/cgi-bin/gallery.pl?action=gallery&id=3633&For%20Sale_Kortmann_Explorer fuer meine leckere Explorer mit einem goldigen Marshallhead Set.
 
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Nichts Tragisches, eigentlich gar nichts. ;)

Für meine Epiphone Les Paul habe ich seinerzeit Tonabnehmer gesucht und bei 2 Auktionen gleichzeitig auf Abnehmer mit Goldkappen geboten und beide gewonnen. In die Epi habe ich dann die Gibson-Abnehmer eingebaut. Wobei sich vor kurzem herausgestellt hat, dass diese Tim-Shaw-Abnehmer sind und angeblich das Vierfache wert sind, als ich gezahlt habe.

Für die Wolfetones hätte ich noch die Epiphone Riviera, aber da graut es mir vor dem Umbau, aber irgendwann wird das schon, eventuell. Die DeLuxe wird nicht angefasst und in die Nighthawk passen die schon physikalisch nicht rein. Die Gibson Les Paul wäre da auch noch, aber die hat eh gute Abnehmer, außerdem passt dort Gold auch nicht. :)

Schade, gerade eine Les Paul wäre doch prädestiniert für die Legend. Das ist doch wirklich guter und vor allen Dingen vernünftiger und nachvollziehbarer Grund um Dir wieder mal was Schönes zu gönnen und dabei gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Du weißt nicht was Dir entgeht. Eine Epi geht schon mal gar nicht. Da verweigern die Pickups den Betrieb. Aber Du hast noch keine SG, stimmt´s :). Ich würde mir deshalb eine Gibson SG Special Faded 50s Neck kaufen, die Gibson 490T/490R HBs verkaufst Du bei Ebay für 112,76 € und baust die Legend in die SG. Die Legend passen prima in eine SG Special. Und von mir bekommst Du zu Weihnachten die passenden Kappen in Chrome matt. Dann hast Du eine Wahnsinns SG Special für 486,24 € und Weihnachten kann kommen. :)

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ChevChelios / Schicke Les Paul, die Rote kannte ich so noch gar nicht. :) Naja, was heißt Forenmensch, Du bist halt schon extrem "zeigefreudig", bei den Maniacs gibt´s jetzt ´ne Linus zu gewinnen. Toller Gitarrenbauer, der hat mir mal erzählen wollte, dass die Tonrider Pickups, die er immer seine Strats einbaut den Pickups von Kinman mindestens ebenbürdig. Die kochen doch alle bloss mit Wasser. Naja, der erste taube Gitarrenbauer den ich kennenlernen durfte. :D
 
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