DiMarzios in Ibanez RG, Halshumbuckerspulen geben nur in Positionen 2&4 ein Signal

von Absint, 10.01.19.

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  1. Absint

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    Erstellt: 10.01.19   #1
    Moin!

    Mir wurden zu Weihnachten ein paar DiMarzios (Tone Zone & Air Norton) überantwortet, die ich nach folgendem Schema in meine RG1820X eingelötet habe (den Piezo-Teil der 1820X kann man getrost ausklammern, weil der den Leiterweg, den das magnetische Signal nimmt, nur zur Erdung und an der Buchse kreuzt): https://d2emr0qhzqfj88.cloudfront.net/s3fs-public/diagrams/RG2620E.pdf
    Eigentlich ist das der absolute Standard für vergleichbare Schaltungen bei Ibanez. Der Schalter ist auch das Stock-Modell, das Ibanez standardmäßig für solche Schaltungen verwendet. Nachdem ich das jetzt mehrere Stunden lang immer mal wieder auch in anderen Kombinationen versucht habe (und alternative Schaltpläne, die eine andere Verlötung nahelegen würden, habe ich keine gefunden), bin ich mir jedenfalls hundertprozentig sicher, dass ich es wie abgebildet verlötet habe - die Schaltung kann ich mittlerweile wahrscheinlich im Schlaf festlöten.

    Mein Problem ist aber jetzt, dass der Brückenhumbucker zwar funktioniert wie er soll, der Halshumbucker allerdings nicht. Einzeln durchgemessen habe ich jede Spule der Tonabnehmer, also scheint kein Defekt vorzulegen. Auch der Switch schaltet seine Pins planmäßig um und leitet nur da, wo er soll.
    Das Kuriose ist, dass in der Schalterstellung 2 (Hals-North und Brücke-South) und Schalterstellung 4 (Halshumbucker in parallel) die Hals-North-Spule jeweils funktioniert, aber in Schalterstellung 3 (beide Humbucker) und Schalterstellung 5 (Halshumbucker) keine der beiden Spulen Signal gibt. Wenn ich Weiß und Schwarz (also South+ und North-) überbrücke, gibt der Humbucker allerdings auf beiden Spulen ein Signal aus.
    Zur Visualisierung stelle ich das mal folgendermaßen dar:
    1: BB 00
    2: 0B H0
    3: BB 00
    4: 00 H0
    5: 00 00
    (B = Brücke, H = Hals, 0 = kein Signal, fehlerhafte Positionen rot markiert)

    Dabei sollte es so aussehen:
    1: BB 00
    2: 0B H0
    3: BB HH
    4: 00 (HH) <-parallel
    5: 00 HH

    Habe ich irgendeinen grundlegenden Denkfehler gemacht? Und wenn ja, wie müsste ich die Verkabelung ändern, damit es wieder stimmt?
     
  2. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.01.19 um 02:25 Uhr   #2
    Hi,

    hast Du mal ein gutes Bild Deiner Verdrahtung? Das wäre wirklich hilfreich, um Soll und Ist zu vergleichen - vier Augen sehen ja oft mehr...

    Was ich zunächst mal checken würde, ist auf jeden Fall, ob der Schalter tatsächlich der Richtige ist; für die RG1820X wird AFAIK nämlich NICHT der selbe Schalter wie für die RG2620E genutzt (nämlich der in sehr vielen Ibanez eingesetzte 2502N), sondern ein deutlich anders aufgebautes Teil namens VLX91.

    Der 2502n besitzt nur zwei Schaltebenen mit jeweils einem Ausgang und drei Polen, die nebeneinander angeordnet und etwas eigenwillig verschaltet sind. Dagegen entspricht der VLX91 im Prinzip einem Schaller Megaswitch M, hat also 4 Schaltebenen mit jeweils einem Ausgang und 5 Polen, die jeweils einzeln auf den Ausgang der Ebene geschaltet werden.

    Wenn Du also die Schaltung nach dem Schema der RG2620E verdrahtest, musst Du auch den dafür vorgesehenen Schalter nehmen, sonst wirds nicht hinhauen. Was man in dem Fall noch checken müsste, wäre die Farbe der Anschlussdrähte zu überprüfen und ggf. neu zuzuordnen. Denn man kann nicht unbedingt voraussetzen, dass die Farbcodes Deiner PUs den IBZ/Dimarzios aus Deinem Diagramm entsprechen.

    Der Knackpunkt müsste nach Deiner Schilderung eigentlich an der Verbindung beider Spulen des NeckHB liegen, also auf Deinem Diagramm an der Kabelbrücke, die den jeweils zweiten Pin von außen miteinander verbindet. Vielleicht hast Du hier einfach an einem Ende eine kalte Lötstelle.

    Hast Du noch den Originalschalter VLX91, solltest Du folgendes Schaltbild verwenden:

    [​IMG]


    Ich habe leider nur diese modifizierte Version von einem User gefunden, da das Original unverständlicherweise nicht mehr auf der Ibanez-Supportseite gelistet ist. Soweit ich das sehe, beschränkt sich die Änderung aber darauf, statt 2 Ausgängen nur eine gemeinsame Klinkenbuchse zu nutzen.

    Gruß, bagotrix
     
  3. Tiefschwarz

    Tiefschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.19 um 09:01 Uhr   #3
    Ich hatte vor ein paar Monaten auch aus einer RG die V7/V8-Pickup-Kombi rausgenommen und durch ein paar Bare Knuckles mit Coil Split-Funktion ersetzt. Da hatte ich stundenlang versucht, das mit dem Original Schalter hinzubekommen - keine Chance. Hatte dann den oben erwähnten Schaller Megaswitch M bestellt und auf einmal war es ganz einfach. Hatte sogar Internetseiten gefunden, wo Leute den von Ibanez verbauten Switch geöffnet und gejumpert haben, da hatte ich aber keine Lust drauf. Der Schaller Switch ist zudem auch deutlich wertiger, "rastet" besser in den einzelnen Stellungen ein.
     
  4. Absint

    Absint Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.19 um 17:56 Uhr   #4
    Der Schalter ist tatsächlich der klassische 2502n-8-Pol-Schalter. Der ist auch ab Werk in der RG1820X verbaut, der VLX91 ist da nicht drin. Das ist auch der Switch, den man am häufigsten in den DiMarzio- und Ibanez-Schaltbildern findet, mit genau der Verdrahtung, die ich gelötet habe.
    Hier ist auch ein Bild davon, wie ich es derzeit verdrahtet habe.
    Wenn ich vom Neck-Pickup aus Schwarz und Weiß miteinander verlöte und an Pol 7 (oder 2) löte, dann läuft der Neck-HB zwar, allerdings nur gesplittet in Stellung 4 und nicht parallel. Dazu habe ich auch ein Beispiel angehangen (das ist das mit dem grünen Kabel von Pol 6 ans Switch-Gehäuse, das nach einem Umlöten nicht mehr dran war).
     

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  5. bagotrix

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    Erstellt: 18.01.19 um 00:55 Uhr   #5
    Hmm, die Verdrahtung gibt mir doch etwas zu denken. Schlechte Lötstellen, viel blanker Draht, der ebenso zum Gehäuse Kontakt haben könnte wie die Lötösen mit ihren teil größeren Klumpen Lot. Bei diesen Schaltern können schnel die Kügelchen, die bei falschem Löten entstehen, ins Innere fallen und Kontakt herstellen, wo keiner sein soll. Ein typisches Problem ist auch, dass zu viel Lötzinn vorhandn ist und dann an der Lötöse entlang nach unten fließt, bis ein unerwünschter Kontakt zum Gehäuse hergestellt ist. Auch die Isolierung am roten Kabel des StegPUs erscheint mir etwas merkwürdig, so dünn und geknickt. Ist die vielleicht mal angeschmort worden? Jedenfalls hat dieses Kabel auch nichts an der 4. Öse verloren. Die weiße Kabelbrücke sieht auch so aus, als könnte an der rechten Öse ein unerwünschter Kontakt vorliegen. Die schwarze Ader des BridgeHB sieht auch nicht gut aus. Du solltest die Kabel lieber etwas kürzen, sodass Du nur unversehrte Isolierungen hast. Insgesamt muss ich feststellen, dass weder ds linke noch das rechte Bild die Schaltung korrekt umgesetzt zeigen. Beim ersten fehlt zB die Verbindung zwischen Pin 6 und der Masse, beim anderen ist Pin 8 unbelegt.

    Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, wenn ich sage, dass Du Dich noch ein wenig mit den Grundlagen auseinandersetzen solltest.

    Ich würde alles nochmal sauber ablöten und alle Ösen mit Entlötlitze und/oder -pumpe von alten Lotrückständen reinigen. Kleine Klümpchen Lot auf dem Gehäuse sollten abgekratzt und entsorgt werden. Alle Kabel sollten einen saubere, geschlossene Oberfläche haben, die Kabelenden frisch verzinnt sein. Die Lötspitze muss vor der Arbeit sauber verzinnt glänzen. Ist sie grau und matt, überträgt sie die Hitze schlecht und Du bekommst keine sauberen Lötstellen. Ich kann gar nicht sagen, wieviel leichter mir das Löten gefallen ist, nachdem ich "Tippy" für mich entdeckt hatte, das ist so eine graue Masse in einem winzigen Döschen, mit der man die Lötspitze in einem Arbeitsgang säubert und frisch verzinnt.

    Wenn alles sauber vorbereitet ist, DANN kann man nochmal von vorne beginnen. Dann noch dünnen Lötdraht mit Flussmittel im Kern (wenn Du es finden kannst, möglichst kein bleifreies), das fließt schnell und Du brauchst für eine stabile Verbindung nur wenig, statt solcher Ansammlungen. Und immer dran denken: Nicht das Lot erhitzen, sondern das zu lötende Werkstück - bei guter Vorbereitung fließt das Lot dann von ganz alleine auf die kurz erhitzte Lötöse und haftet auch gut. Wenn die Lötösen frei sind, solltest Du ohne Problem alle (dünn verzinnten und dann ausreichend steifen) Adern reinstecken können, bevor Du lötest, sodass sie sich nicht bewegen können und Du jeweils nur Lötkolben und Lötzinn in den Händen halten musst.

    Auch mit der Kabelführung machst Du es Dir teils unnötig schwer. Wenn ein rotes Kabel nur an einem Pin angelötet werden soll, dann hat es woanders nix verloren - es soll dort und nur dort hinführen. Warum treibt es sich also unterwegs an Pin 4 herum, was soll es da? Kürzen und direkt an Pin 1 löten.

    Wenn der Schalter die viele Löterei ohne Schäden überstanden haben sollte ;), dann sollte eine saubere, neue Verlötung Dein Problem eigentlich lösen.

    Gruß, bagotrix
     
  6. Absint

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    Erstellt: 18.01.19 um 01:15 Uhr   #6
    Die beiden Bilder sind nicht vollständig repräsentativ - ursprünglich hatte ich es wie im ersten Bild mit Masseverbindung von Pin 6 verlötet, das dann aber zu einem Freund gegeben, dass der mal drüberschauen konnte. Hat leider nicht geholfen. Das zweite Bild, mit unbelegtem Pin 8 sorgt jetzt wenigstens dafür, dass die meisten Schalterstellungen funktionieren - nur Stellung 4 hat nur eine Spule aktiv und nicht beide parallel.

    Dass das ganze mittlerweile so verlötet aussieht, liegt am stundenlangen Ab- und wieder Anlöten - immer und immer wieder, ohne gewünschtes Ergebnis. Ich werde mich morgen nochmal dransetzen und das alles fein säuberlich nochmal machen, den Switch reinigen und hoffen, dass sich dadurch etwas ändert. Meine Hoffnung ist da nicht sonderlich groß, da es von Anfang an (auch als die Kabel noch nicht so abgearbeitet aussahen) schon nicht funktioniert hatte.

    Vielen Dank allerdings schonmal für die generellen Tips!
     
  7. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.19 um 02:39 Uhr   #7
    Noch ein paar Gedanken:

    - Wo führt bei Dir eigentlich das Massekabel des Tonpotis hin? Das hat am Schalter eigentlich gar nichts zu suchen, sondern es sollte einfach das Gehäuse mit dem des Volumepotis verbinden.

    - Lass das Massekabel von Pin 6 zum Gehäuse des Schalters weg. Es reicht völlig, wenn Du es direkt auf das Gehäuse des Vol.potis lötest, der "Zwischenstopp" auf dem Schalter ist nur eine Fehlerquelle.

    Wenn es auch nach einem neuen, sauberen Verlöten nicht funzt, muss der Schalter hinüber sein. So wie Du es beschreibst, lässt es darauf schließen, dass in Pos. 4 nicht die vorgesehene Verbindung zwischen den Pins 7 und 8 geschlossen wird.

    Gruß, bagotrix
     
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