Drumset leiser und ganz leise

von BeWo, 27.07.20.

  1. BeWo

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    Erstellt: 27.07.20   #1
    Hallo Leute,
    wie das so ist recherchiert man und ist am Ende verwirrter wie vorher daher frage ich hier mal nach Empfehlungen. Ich bin Gitarrist und mit Drums kenn ich mich leider nicht aus.
    Die Drums stehen bei mir und ich will die gesamt nur etwas leiser, so dass man eine normale Probe abhalten kann, aber halt gemäßigtere Lautstärke. Das Set ist so schon erträglich laut, aber noch einen ticken leiser wärs.
    Parallel dazu würde ich aber ganz gerne um 3 Uhr nachts bissl üben können und dazu bräucht ich es deutlich leiser und der Umbau sollte halt schnell gehen.

    Was ich jetzt gefunden habe wäre Cympad Moderator Box Set für die Becken und die RTOM Moongel PADs um etwas leiser zu werden und das ganze mit irgendwelchen Übungspads zu kombinieren oder gibts da eine All in One Lösung?
    Ansonsten welche ÜbungsPADs taugen was und lassen sich schnell hin machen (auch für Base).
    Danke schon mal.
     
  2. ThaInsane88

    ThaInsane88 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.20   #2
    Ne optimale Lösung wäre natürlich, den Proberaum durch eine Raum in Raum Konstruktion schallzureduzieren. Haben wir im Keller unseres Gitarristen Gemacht - Top.

    Die Reduzierung eines Geräuschniveaus, dass es dir ermöglicht um 3 Uhr morgens zu spielen, ist mit einem Akustischen Schalgzeug etwas extrem weit hergegriffen. Spätestens bei der Bassdrum kommst du da an die Grenzen des Physikalisch möglichen.

    Meine erste Idee für die Toms wären Meshheads als Resos - Dann müsste man die nur umdrehen und bums. Das Problem: Das wirkt sich immens auf den Sound der normalen Schlagfelle aus. Also wird das kaum in Frage kommen. Außerdem ist da noch keine Lösung für Becken, Snare und Bass gefunden.

    Es gibt noch sowas hier: https://www.thomann.de/de/hq_percussion_so2346_standard_sound_off.htm - auch als Äquivalent für Becken und Bassdrum erhältlich.

    Aber durch den Pröll hast du kein geräuschloses Schlagzeug - es gibt trotzdem Laut von sich und das ist auch bis zum Nachbarn hörbar.

    Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist übrigens der Trittschall. Spätestens wenn du kein freistehendes Haus hast, hat dein Nachbar ohne eine entsprechende Entkopplung stets Spaß mit dir.


    Das Problem bei akustischen Schlagzeugen ist die Akustische Komponente. Ein Saxophon kannst du auch nicht nachts spielen. Während der Proben wirst du leider nur durch leiseres Spielen des Schlagzeugers tatsächlich brauchbare Resultate erzielen. Echte Volume Dämpfer in dem Sinne, die den Sound nicht verändern, gibt es nicht.
     
  3. x-Riff

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    Erstellt: 27.07.20   #3
    Leiser mit gleichem sound ist kaum machbar.
    Hausmittel wie Decke o.ä. in die basedrum packen oder statt sticks hot rods nehmen reduziert schon die Lautstärke, genau wie pads oder ähnliches auf Becken, snear und Toms.

    Aber es klingt halt auch i.d.R. dumpfer. Wie viel und wie viel tolerabel ist, müsstest Du ausprobieren.

    Nachts Schlagzeug üben macht bestimmt Spaß und bringt was - da kann man sich aber eventuell mit einem Übungspad begnügen und tagsüber das real drum bemühen.

    x-Riff
     
  4. BeWo

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    Erstellt: 27.07.20   #4
    Danke für die Antworten erst mal.
    Der Raum hat einen entkoppelten Boden, alle 4 Wände und Decke sind mit 4cm Schallschutzmatten fast komplett ausgekleidet. Der Raum ist ehrlichtgesagt fast schon tot, daher ist es auch erträglich laut.
    Wäre fein wenn wir ganz auf Ohrenstöpsel verzichten könnten, aber sollten normale Drums bleiben ... In der Probe selber sollte die Drum daher recht normal klingen, aber ich denke Cympad Moderator Box Set für die Becken und die RTOM Moongel PADs sollten dafür doch funktionieren oder?

    In der Nacht muss der Sound nicht Top sein. Hauptsache vom Gefühl her ist es recht authentisch und ich komm nochmal einige db runter. Man hört oben nur ganz wenig.
    Ich dacht für in der Nacht an sowas wie das Thinwood set. Da hab ich keine Ahnung was eben was taugt?!?
    Da soll das Umrüsten halt nicht lange dauern. Draufschmeisen und los gehts ...

    https://www.thomann.de/at/thinwood_fusion_set_practice_pads.htm
     
  5. ThaInsane88

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    Erstellt: 28.07.20   #5
    Die Schallschutzmatten sorgen viel mehr für eine Schalloptimierung innerhalb des Raumes als dass sie tatsächlich nach außen hin isolieren aber wenn es leise ist.... ok, why not.
    Aber man unterschätzt den Schalldruck, den ein Schlagzeug erzeugt - die subjektive Lautstärke ist echt was ganz ganz anderes als Schalldruck. Um 3 Uhr morgens hast du da schneller die Polizei vor der Haustüre stehen als du willst. Nachbarn können echt empfindlich sein. Was ich auch nachvollziehen kann weil ich selbst so einer bin :D

    Die Teile, die du vorgeschlagen hast, sind das, was ich meinte. Die Muffeln den Anschlag runter. Trommelton hast du aber trotzdem in gewisser Hinsicht. Wie das Spielgefühl ist, das sei mal dahingestellt. Aber grundsätzlich hast du damit immer noch kein no noise kit. 93 Euro sind so gesehen nicht die Welt. Wäre halt ärgerlich, wenn das Ergebnis nicht das gewünschte ist. Da würde ich vorab ein einzelnes bestellen und jemmanden spielen lassen (auch etwas lauter), damit du das von außen beurteilen kannst.

    Cympads machen an der Lautstärke nicht so viel, wie sie versprechen. Das ist viel mehr als so ne Art Equalizer zu verstehen. Die dämpfen n paar Frequenzen raus. Das sind aber halt keine Volumeregler. Wie auch?! Das Becken ist immer noch da und schwingt. Das sorgt für Schall. Einige schwören drauf, andere halten es für Geldverschwendung.
     
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  6. ThaInsane88

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    Erstellt: 29.07.20   #6
  7. BeWo

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    Erstellt: 29.07.20   #7
    Danke für die Antwort.
    Ich kenne die Zildjian L80 und natürlcih die Remo Felle, aber 80% Leiser ist dann schon wieder für die Probe zu wenig. Also bissl Spaß machen darfs ja wohl.

    Ist für mich vollkommen unverständlich, dass es nach wie vor scheinbar keine einfache Lösung gibt ein Drumset 20-30% leiser zu bekommen. Ich recherchier aber noch weiter.
     
  8. ThaInsane88

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    Erstellt: 29.07.20   #8
    Die Becken waren auch eher für nachts gedacht.

    Das ist einfach zu erklären:

    Weil ein Schlagzeug ein Schlaginstrument ist. Durch kinetische Energie - der Schlag - wird die Membran - das Fell - in Schwingung versetzt. Die Schwingung des Fells erzeugt in verbindung mit dem Resonanzkörper - der Trommel - einen Ton. Dessen Energie ist Abhängig von der Energie des Schlages. Man müsste also in der Lage zu sein, etwas zu entwickeln, das die Schlagenergie um einen gewünschten Prozentsatz sofort reduziert aber den Rest ohne Weiteres durchlässt. Dabei darf der Klang nicht verändert werden. Der Ton des Schlagzeugs ist aber zu einem gewissen Satz von der aufgebrachten Schlagenergie abhängig. Also müsste der Kessel und das Fell mit der verringerten Energie in eine ähnliche Schwingung gebracht werden, wie es auch bei einem stärkeren Schlag der Fall wäre.

    Mit anderen Worten - es kann keine leichte Möglichkeit geben, ein Schlaginstrument unter Beibehaltung des Klangs Lautstärkezuregulieren.

    Alles was man machen kann, ist leiser spielen. Oder man nötigt sich ein E-Set auf. Oder man nimmt massive Klangeinbußen hin.

    Es gibt übrigens auch keine leise Möglichkeit einen Nagel in die Wand zu hämmern. Presslufthämmer sind auch laut. Das Prinzip ist dasselbe.
     
  9. Harle

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    Erstellt: 29.07.20   #9
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  10. BeWo

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    Erstellt: 29.07.20   #10
    @Harle Danke den hab ich auch gerade gefunden und so ähnlich hat mir das mittlerweile auch ein Freund per Mail geschrieben.

    Er meinte ich soll mal Teichfolie verwenden, das würde einiges an Energie nehmen ohne gleich zu dumpf zu werden (und Reste bekommt man oft für lau) wenns zu wenig ist Evans Hydraulic Black für die Snare und altes Fell umgedreht unter die Snare und schön mit Gaffa abkleben. Mit leichten Sticks käme man da locker 6-8dB runter, da die Snare das Hauptprob ist.
    Außerdem hat er mir Adoro Silent Sticks und Beater empfohlen.

    @ThaInsane88 Versteh schon was du meinst und das Dilemma ist irgendwie klar. Das Beispiel der L80 zeigt ja, das es grundsätzlich möglich ist durch Konstruktion auch leiser zu bauen. Kann mir nicht vorstellen, dass man nicht auch Felle machen kann die Energie besser wegnehmen.

    Für die Nacht nehm ich erstmal nur das Thinwood Set, da ist mir der Klang recht latte, RTOM Black Hole ist mir erst mal zu teuer.
     
  11. BeWo

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    Erstellt: 30.07.20   #11
  12. Korki

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    Erstellt: 30.07.20   #12
    Die Idee der Worship Serie ist wohl eher, dass die Trommeln auch gut klingen, wenn man sie leise spielt. Das ist tatsächlich nicht bei allen Trommeln (und Fellen) so. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen, dass das bei normalem Spiel ein Zimmerlaustärke-Schlagzeug ist.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann möchtest du dein Schlagzeug modifizieren, um es leiser oder sogar lautlos zu bekommen, aber nicht etwas Neues anschaffen.

    Mein erster Rat ist einfach: Spiel leiser. :-) Das ist gar nicht so leicht, kann man aber üben. Bei entsprechender Spielweise kann man sich neben einem Schlagzeug auch noch wunderbar unterhalten.

    Ansonsten gibt es natürlich Hilfsmittel, um das Set etwas leiser zu bekommen. Cympads, Moongel, sonstige Dämpfung, Rods, sonstige alternative Sticks, vorgedämpfte Felle, ... Nichts davon ist linear und das Instrument klingt mit der Maßnahme immer anders als vorher, nicht nur leiser.
    Es gibt auch Instrumente, die leiser sind als andere oder für leiseres Spiel besser geeignet sind als andere. Gerade bei Becken gibt es da deutliche Unterschiede.
    Wenn man genaue Klangvorstellungen hat, ist natürlich jede Änderung ein Kompromiss. Andererseits: Wenns zu laut ist, kann es noch so gut klingen: Es stört. Dann ist ein etwas beschränkteres Instrument, das leiser ist, meist einfach die besser "klingende" Wahl.

    Was würde ich tun?
    Prinzipiell sehe ich bei Kickdrum und Toms wenig Probleme. Falls überhaupt nötig: Einfach etwas dämpfen. Snare und Becken sind wegen der scharfen Obertöne gefühlt immer deutlich lauter und aggressiver. Wenn es leiser sein soll, lege ich ein Geschirrhandtuch über die Snare. Das nimmt die bösen Obertöne. Da diese bösen Obertöne aber auch den Charakter einer Snare ausmachen, ist das manchmal natürlich ein bisschen schade. Klingt aber trotzdem gut und allen Nicht-Equipment-Fetichisten gefällts. Da bin ich dann schmerzfrei. :-) Bei den Becken nutze ich Agean low noise cymbals. Für mich so ziemlich die einzigen leiseren Becken, die noch nach Becken klingen. Auch hier ist es natürlich ein Kompromiss. Damit kann ich aber sehr gut leben.
    Damit hat man dann schon eine Lautstärke, die in den meisten Räumen und kleinen Locations wunderbar funktioniert.

    Komplett leise ist dann wieder eine andere Baustelle. Wenn es dann auch noch Mietshaus- und Nacht-kompatibel sein soll, muss man schon deutliche Kompromisse eingehen (Lautstärke vs Spielgefühl vs Sound vs Preis vs Aufwand).
    Einfachste Lösung: Matten drauf (z.B. Thinwood). Ist ziemlich leise, spielt sich aber nicht so schön. Alternativen wären ein DW Go Anywhere Set oder ein Edrum mit oder ohne Modul. wenn man platzsparen will, lässt sich das ja auch am Akustikschlagzeug integrieren. Geklapper und Trittschall erzeugt man am Ende aber immer.
    Ich persönlich würde mir vermutlich ein Roland Kd-7 Kickpad, ein Roland Pd-8 für die Hihat und eine Snare (oder ein Snarepad) mit leisem Meshhead holen und mich nachts darauf konzentrieren.


     
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  13. BeWo

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    Erstellt: 30.07.20   #13
    Danke für die Tips.
    Ich bin da nicht das Problem. Ich übe hi und da in der Nacht wenn ich heimkomme und lege (ab nächster Woche) das Thinwood Set drauf damit ich nochmals runterkomme. MIR ist der Klang total egal, ich möchte nur zur Gitarre rudimentär Drums dazu lernen.
    Aber wir machen manchmal auch bei mir Probe und unser Drummer ist nicht fähig (oder Willens) leiser zu spielen, da redest gegen eine Wand. Aber wenn mein Set leiser ist kann er nunmal nichts machen :rolleyes:
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.07.20   #14
    Bezüglich drummer - da ich selber einer bin:
    Es gibt schon eine Motorik und eine Lautstärke, bei der man sich wohl fühlt und wo man das Gefühl hat, das muss so.
    Das ist auch Übungssache, aber erst mal kann das so sein.

    Was für mich und uns ein Weg war: Wirhaben die Proben bewusst unterteilt in A Üben fertiger Stücke und Teile von Stücken = alle leise, weil es nur darauf ankommt präzise so zu spielen wie es sein muss, B Session und Jam = laut wegen Feeling und so, C Anhören von Songs und Parts und Jams = niemand spielt irgendwas.

    Auch sehr geholfen haben settings, wo z.B. nur drum und Bass gespielt haben oder nur Gitarre und Gesang. Vor allem dadurch sind wir auf ein bewussteres Wahrnehmen dessen gekommen, was in den songs eigentlich passiert, wo die Dynamik liegt, was einen song funktionieren lässt.
    Da ist weniger mehr und die Lautstärke geht da auch deutlich runter.

    Bin auf jeden Fall interessiert daran, was die Ergebnisse Deiner Experimente angeht ...

    x-Riff
     
  15. nils1

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    Erstellt: 03.08.20   #15
    Als Adoro Endorser kenne ich ich die Trommeln recht gut. Die Grundidee ist, Trommeln sehr leicht zu bauen, weil eine leichte Trommel weniger Attack hat, als eine schwere, da sie mehr Energie in Kesselbewegung umsetzt und sie dann langsamer wieder abgibt => die Kurver wird flacher.
    Korki hat Recht: Man kann leichte Trommeln auch mit weniger Kraft im Anschlag schon zum Klingen bringen, daher entfällt die Notwenigkeit, hart zuzuschlagen. ABER selbstverständlich ist auch ein Adoro nur dann so richtig leise, wenn man leise spielt, also weniger Energie in das System gibt.

    Mesh heads könnten helfen - dann hat man allerdings gar keinen Klang mehr. Adoro Silent Sticks können auch helfen. Sie sind sehr leicht, was ebenfalls Energie raus nimmt.

    Jepp. Musste ich auch lernen, war ein langer weg, aber es lohnt sich. Proben ohne Gehörschutz!
     
  16. nickatall

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    Erstellt: 13.09.20   #16
    Also ich finde hier mischt sich vieles ineinander.

    1. Schlagzeug kann/muss man zwar leise spielen können und ein Schlagzeuger muss das lernen, da Dynamik total wichtig ist, aber!!

    Das verändert natürlich auch den Gesamtsound, der erst durch das Spielgefühl entsteht. Das geht natürlich nur bedingt, weil ich einen kraftvollen Metall Song nicht leiser spielen kann/will und einen leisen Jazz Song nicht laut.

    Das ist ähnlich bei einer Gitarre. Lieder auf einer Akustik Gitarre, die einen ordentlichen Attack haben, kann man schlecht leise vor sich hin spielen. Natürlich kann man Schlagzeug lautstärketechnisch bei gleicher Spielweise runter bekommen, indem man dämpft, damit verändert man aber immer den Sound. Und das geht nur in einem gewissen Rahmen ohne das es sch. klingt.

    2. Leise Schlagzeuge mit denen man auch "leise, laut" spielen kann (siehe 1) gibt es. Nämlich elektronische Schlagzeuge. Da muss man aber reichlich Geld in die Hand nehmen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Das ist aber für den Proberaum ideal, weil man dann wirklich angenehm leise bei Erhaltung des Spielgefühls und Drumssounds spielen kann. Extrem Ohrenschonend...

    3. Wenn es nur ums üben geht, braucht man kein Schlagzeug, denn man muss ohnehin Stocktechniken und Rudiments üben. Da kann man ein Übungspad nehmen. Das reicht, und ist sogar besser, weil man sich auf das wesentliche, nämlich die Stöcke und das spielen konzentrieren kann.

    4. Den Proberaum akustisch dämmen also Hall/Echo unterbinden/reduzieren ist was anderes, als den Proberaum lautstärketechnisch dämmen, so das außen nichts/weniger zu hören ist. Das überschneidet sich zwar geringfügig, hat aber am Ende nichts miteinander zu tun.

    Beispiel: Ein Raum der nicht luftdicht und nicht schwingungstechnisch entkoppelt ist, aber innen komplett mit Schaumstoff verkleidet ist, ist akustisch "tot", hat also keinen Hall/Echo mehr, was innen die Lautstärke deutlich reduziert, ist aber nach außen kaum gedämmt. Er ist zwar auch außen leiser, weil der Schall in der Dämmung vernichtet und nicht mehr reflektiert wird. Aber der Restschall verlässt den Raum durch die kleinsten Ritzen und durch Schwingung des Bauwerkes.

    Ein Raum der luftdicht und schwingungsmässig entkoppelt ist, aber innen glatte harte Wände hat, schallt ohne Ende (Hall, Echo) ist innen also laut, aber nach außen ist er lautstärketechnisch gedämmt. Wie viel hängt von der Qualität und dem Aufwand der baulichen Maßnahmen ab.

    Innen akustisch dämmen ist relativ leicht. Paar Matten an die Wand und gut ist. (Ja, ich weiß.. Am Ende sehr kompliziert und aufwendig und viel Erfahrung notwendig, wenn es richtig klingen soll).

    Nach außen akustisch dämmen, ist mit einfachen Maßnahmen möglich, aber nur mit begrenztem Erfolg. Wenn man von 100% auf 90% will, geht das mit Abdichtung von Fenstern, Doppelte Tür und so weiter recht leicht.

    Wenn man auf 20% will, geht das nur mit (teuren) baulichen Maßnahmen (Raum in Raum, komplette Schwingungsentkopplung und luftdicht).
     
  17. BeWo

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    Erstellt: 14.09.20   #17
    Auch bei der Gitarre frage ich mich immer, warum so viele den "Sound" immer und überall perfekt benötigen?
    Wir haben am Wochenende mit einem anderen Drummer gespielt und der hat gleich anders reingehauen. Der hatte Stöpsel drin und bei manchen Sachen dann noch Mickeys DAZU !!! ... und damit klingt das Set dann gut? Wiederspricht es sich nicht irgendwie total auf der einen Seite ein lautes Set zu spielen wegen Sound und dann Mickeys aufzusetzen? Wäre es nicht 100x sinnvoller ein leiseres Set ohne Einschränkungen?
    Studio okay. Aber Proberaum? Ich habe einen Marshal Code bei dem gespielt der grottig war ohne ende. Ich könnte nicht behaupten, dass ich nicht trotzdem jede Menge Spaß hatte.

    Das wäre ein Vergleich. Klangunterschied Agean/Remo Silent Set, gegen Amtlich und dicke Mickeys, ich würde behaupten es klingt jeweils anders schlechter.

    Das es VDrums und Co gibt hat sich mittlerweile schon rumgesprochen. Aber komischweise weigern sich die meisten Drummer geradezu die zu spielen. Ist gaaaaaaaaanz anders. Feeling passt nicht, "ich bekomme da nicht das Feedback". Klang passt soundso nicht ... :rolleyes: Ist ähnlich wie bei uns Gitarristen ;)
    Ich habe das Set praktisch geschenkt bekommen. Ich verwende jetzt das Thinwood Dämpfer Set. Ist okay für mich zum üben und das man das nicht mag kann sogar ich nachvollziehen.

    Raum herrichten finde ich jetzt nicht sooo teuer, wenn selber gemacht. Ob ich da in Keller n kleinen Fitnessraum mache oder eine Heimwerkstatt oder eine Männerhöhle oder eben einen Proberaum ist vom Geld her nichts rum ... das etwas herrichten immer Geld kostet ist klar.
     
  18. nickatall

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    Erstellt: 14.09.20   #18
    Da würde ich aber mal in fast allem widersprechen.:great::D

    Weil gute Musiker nach Qualität streben? Und da ist auch der Klang des eigenen Instrumentes wichtig. :great:

    Es hat niemand behauptet das ein Drumset, laut gespielt, gut klingt. Es gibt aber nun mal musikalische Situationen wo ein laut gespieltes oder eben ein leise gespieltes Set passt. Und Natursets kann man nur bedingt leise oder laut bauen. Genauso wenig wie man eine Konzertgitarre lautlos spielen kann. Und einen Flamenco leise auf der Gitarre spielen, ist vermutlich nicht dasselbe Gefühl wie mit ordentlich Attack.

    Remo Silent Set Felle sind nicht dazu da ein Naturset leise zu spielen und damit die Bandmates weniger zu quälen, sondern (weitestgehend) lautlos zu spielen, um entweder lautlos zu üben oder den Sound anderweitig zu generieren. (Trigger)

    Echt die anderen hier kennen schon VDrums? :eek: Na, dann werde ich das in keinem Beitrag mehr erwähnen.. :ugly::weird::D Ich spiele gerne V-Drums weil die viele Vorteile haben. So viele, immer gestimmte, Sets wie gewünscht, leise bei der Probe, leicht zu mischen, und Sound und spielgefühlmässig zumindest bei den Roland VDrums, nahezu perfekt. Ein Naturset ist auch was schönes und das spiele ich auch. Aber ist eben wie beim Gitaristen. Wer E Gitarre spielt macht das auch nicht, weil er sich keine Konzertgitarre leisten kann oder die Konzertgitarre zu laut ist. :cool: Beim Instrument Schlagzeug allgemein ist halt der Nachteil der Platzbedarf, der Preis und die Transportproblematik, warum wohl viele nicht beides spielen. Aber was man immer mehr beobachten kann, viele integrieren es ins Set.

    Vergleichst du hier Äpfel mit Erdbeeren? Natürlich kann man einen Proberaum leicht und billig herrichten, genauso wie einen Fitnessraum. Raum ausräumen, alten Teppich, Kasten Bier rein und fertig ist der Proberaum. Beim Fitnessraum sollte man vielleicht das Bier weglassen. Beim Proberaum eigentlich auch, denn dann hört man ob eine Gitarre klingt oder nicht.. :D:great:

    Davon sprach ich aber nicht. Wer in einem Gebäude wo er andere stört, einen nach außen lautlosen Raum bauen möchte, der auch noch klingt, muss reichlich investieren und viel Ahnung haben. Nicht umsonst ist Studiobau, und nichts anders ist das, teuer und erfordert viel Fachwissen. Denn dann kommt man um eine Raum in Raum Konstruktion nicht herum.

    Ich weiß wovon ich rede, glaub mir.. ;)
     
  19. BeWo

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    Erstellt: 14.09.20   #19
    So ist das im Leben. Menschen haben verschiedene Ansichten. :great:
    Naja ... dann bin ich halt ein schlechter Musiker. Ich versuch aus dem gegebenem das Beste zu machen und fang nicht rumheulen an und bekomm eine Sinnkrise, weil das nicht meine gewohnte Gitarre ist, und der Verstärker ist der falsche und ich habe schlecht geschlafen ... die üblichen Ausreden halt. :rolleyes: ;) Aber im Ernst, mir schon auch. Aber es gibt nunmal nicht nur schwarz-weiß. Ich spiele auch kein Fullstack mit 100Watt Röhre in der Sättigung nur weil das am besten klingt.
    Und um das vollkommen wertungsfrei von aussen betrachtet zu sagen: bei den meisten Drummern bei denen ich bis jetzt war: Drums leiser. Abschirmen. Da sind dann alte Decken reingestopft, die Toms mit Handtüchern voll, Taschentücher auf die Felle geklebt, Matrazzen stehen im Raum rum ... ne ... schönes Ambiente. :rolleyes: Klar hat man auch schon richtig schöne Sachen gesehen, aber sei ehrlich ... so siehts bei den meisten aus. Also da brauchst nix von Qualität erzählen ;)

    Kann man schon? Ich glaube eher du meinst das die meisten nicht leise wollen wegen "Feeling". ;)
    https://www.kirstein.de/Konzertgita...VGap3Ch25jgzTEAQYAiABEgJfv_D_BwE&gclsrc=aw.ds

    Bandprobe ist gemeinsam mit anderen üben? :weird:

    Also mir brauchst das nicht zu sagen ... bleibt immer noch, dass ettliche Drummer sich geradezu weigern darauf zu spielen. Ist das gleiche wie bei Gitarristen mit Modellern ...
    Ich hab vorgeschlagen dass ich für mich ein TD-1 kauf auf dem er auch bei mir spielen kann. Nix. Hab das alte Set geschenkt bekommen. Ich soll "auf was gescheitem spielen".

    Äpfel und Erdbeeren sind beides Rosengewächse, also ... ;) Man kann alles günstig oder auch teuer machen ... das ist nicht der Punkt und ich habe nichts von billig geschrieben. Man kann mit Eigenleistung und engagement Verbesserungen im Proberaum realisieren die auch ohne Berechnung und Spezialisten massive Verbesserungen bringen für schmales Geld und wenn man sich bemüht auch sehr Professionell aussieht. Wir haben im Proberaum in 2 Samstagen Raum in Raum Konstruktion gemacht, alles entkoppelt, schwimmender Boden, Belüftung mit Schalldämpfer ... hat bis auf den Industrieboden und Lüftung nicht viel gekostet außer Schweiß. Eigene Diffusoren gebaut aus Restholz ...
    Nach draußen hört man (fast) nichts. Nur nach oben war zu wenig Luft um noch die Decke abzuhängen.

    Wenn dein Anspruch ein vom Experten berechneter und nach Feng Shui ausgerichteter Proberaum ist ... find ich gut. Aber auch hier gibts nicht nur schwarz und weiß, ich brauch nicht die Elbphilharmonie und auch kein Portnoy Set ... :cool:
     
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  20. nickatall

    nickatall Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #20
    Da sagst du was.. :great::great::great:

    Aber so weit liegen wir nicht auseinander. Deinem zweiten Post kann ich weitestgehend zustimmen... :great:

    Aber im Grundsatz ging es dem Threatersteller, der sich wahrscheinlich inzwischen tot gedämmt hat, weswegen er nichts mehr schreibt...:D:D:D ja darum das Set leiser zu bekommen um alleine zu üben.

    lg
    Ralf
     
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