Dünner Klang (Thin Tone)

von suamor, 23.08.19.

  1. suamor

    suamor Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.08.19   #1
    Hallo zusammen,

    Ich habe in diesem Abnahme/Verstörkung Unterforum nach dünnem Sound recherchiert mit relativ wenig Erfolg:
    - Abnehmer (hat einen Einfluß, aber wie stark ist schwer einzuschätzen den Berichten und meinen wenigen Experimenten zu Folge.
    - Verstärker: Konnte keine Unterschiede entdecken wenn ich die Lautstärke der E-Geige (eigtl. Bratsche -> Viper Viola) verändere am PA.
    - EQ: Ich habe noch nicht experimentiert, habe aber mir einen leichten 1-Band parametrischen EQ zugelegt, vielleicht läßt sich ja etwas machen
    - Saiten: Vor allem die E-Saite ist bei manchen Effekt-Einstellungen sehr schrill (selbst bei Direktabnahme unangenehm). Eine andere Saite würde hier sicher helfen.

    Ich muß zwar noch den neuen Steg montieren, rechne aber nicht mit allzu großen Änderungen in dieser Hinsicht nachdem ich original-Steg mit dem provisorischen PU verglichen habe.
    Bei Solo fällt der dünne Klang weniger auf als "im Getümmel", vor allem mit E-Gitarre (auch hier weitesgehend unabhängig davon, was die Gitarre an Effekten verwendet).

    Ich habe zudem ein paar Videoaufnahmen gefunden, wo mir dasselbe aufgefallen ist, aber nicht im Detail recherchiert.

    Equipment: Fishman Aura Spektrum mit verschiedenen Viola und Violin Custom Sound Images. Interessanterweise spielt die Wahl des verwendeten Mikrofons für die Aufnahme des Sounds
    eine große Rolle. EQ und/oder zweiter Vorverstärker wird sich sicher positiv auswirken, die schwachen Pegel in bestimmten Frequenzbereichen auszugleichen.

    Mein Eindruck ist, daß die verwendeten Mikrofonauswahl nicht so ideal ist, vor allem bei den Viola-Images. Darauf habe ich aber als Anwender wohl keinen Einfluß soweit ich mich erinnere.
    Blending und Compression haben ebenso nur wenig Einfluß auf die Ausdünnung. Ich hoffe, daß ich mit einem weiteren Vorverstärker die Situation verbessern kann.

    Für kleine Räume könnte ich Geige mit einem sehr guten Stereo-Mikrofon (Olympus Recorder) verwenden, bei den Aufnahmen habe ich nie ein solches Problem beobachtet.
    Ich bekomme heute einen neuen Zoom g1x-four der meinen alten g2.1nu Zoom ablösen wird (Hauptgrund: veraltete Technik und Anschluß für Stereo-Mikrofon).
    Neben EQ sind Tips bei den Effekten herzlich willkommen.

    Effekt-Kette: Viper -> PU -> Aura Spektrum -> Blending -> Amp / Mixer
    Mit Zoom geplant: Viper -> PU -> Aura Spektrum -> Effect Chain: G1X-four -> Blending -> Amp / Mixer

    Vielen Dank schonmal für den Erfahrungsaustausch.

    OT: Ich wurde von Arbeitskollegen gefragt, ob wir zusammen etwas Musizieren wollen... Es gibt in der Nähe meiner Arbeitstelle einen Probenraum zur Miete mit Minimal-Equipment.
     
  2. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.08.19   #2
    Ich kenne den Aura Spektrum leider nicht. Was für eine Eingangsimpedanz hat er denn?
     
  3. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.08.19   #3
    Hallo @suamor feine Themen zum Erfahrungaustausch.


    Verstehe ich richtig, dass Du mit deiner Bratsche derzeit unzufrieden bist, weil diese eben "dünnen Sound" hat? Wär fein, wenn Du nochmal kurz zusammenfassen würdest mit welchem Pickup, Kabeln, Preamp, EQ Du unterwegs bist, ich meine die Viper gab es in verschiedenen Ausführungen...

    Nach meiner Erfahrung geht es ersteinmal beim Pickup los, ich gehe mal von Piezo aus.

    Pickups + Impedanz

    Piezos sind sehr variabel in ihrer Ausgangsleistung, die Dinger brauchen vor allem das rechte Maß an Druck. Da die Lage des Piezos meistens vorgegeben ist, wirkt es ersteinmal fix. Bei Geigen mit Piezo unter dem Steg, lässt sich allerdings über die Stegneigung viel verändern. Meine E-Geige möchte den Steg zum Griffbrett hin geneigt haben. Nicht gerade intuitiv, aber nur so klingt die Geige "fett".

    Dann schieben Piezos eine hohe Spannung bei sehr niedriger Stromstärke heraus. Der Vorverstärker sollte eine hohe Impedanz aufweisen, 4 MOhm ist Minimum. Allerdings muss das Signal ungedämpft beim Preamp ankommen, bei aktiven Instrumenten ist alles geregelt, passive Instrmente sollten über möglichst kurze Kabel (weniger als 1,5m) zum Preamp = Impedanzanpassung geführt werden.

    Wenn alles passt, hast Du jetzt ein fettes Signal inklusive der Obertöne am Ausgang des Preamps.
    Möglichweise klingt die Geige aber immer noch "hart". Das sind meistens Freuquenzen um die 3,5kHz. Da sind unsere Ohren sehr empfindlich, es geht in dem Bereich um Sprachverständlichkeit. Nimm den parametrischen EQ, schmalbandiger Q, überhöhe maximal und such die "Quäkfrequemz". Ja, das tut weh. Also da wo es am übelsten wird: absenken.

    Nun sollte ein fettes, obertonreiches Line-Signal anliegen.

    Thema Obertöne:

    Wir kommen als Streicher ja kaum daran vorbei, gelegentlich mit Gitarrenelektrik zu arbeiten. Leider haben viele dieser Effekte undokumentiert eingebaute Tiefpassfilter, schneiden alles über 6kHz ab. Stört bei Gitarren nur. Macht Streichinstrumente aber lebendig.
    Mein Weg bei diesem Thema: jeder Teil der Effektkette wird getestet, Digitalmischpulte haben grafische Equalizer, da sieht man Grundton und Obertöne auf einen Blick, wie auch den Verlust der Obertöne. E-Saite und Choppen sind da auf dem Teststand.

    Du hast in Sachen Obertöne ja die nachträgliche Anreicherung mit dem Aura Spektrum gewählt. Kann ich leider nichts zu sagen.
     
  4. suamor

    suamor Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.08.19   #4
    Zusammenfassung: Viola Viper hatte ein Barbera Transducer, aktuell ein temporäres Setup mit etwas Spielraum, das z.Z. am Steg befestigt ist und zukünftig den neuen Steg. Ist also noch im Fluß.
    Ich habe zwei Preamps, den Fishman Aura Spektrum, der quasi als Vorverstärker "am Instrument" dient (was sich leider wegen Größe/Gewicht nicht machen läßt, außer vielleicht in einer geeigneten Tasche) und dahinter dann der Zoom G1X-Four (Signalverstärkung und Volumenpedal, evtl. Looper).

    Aura Spektrum hat lt. engl. UserGuide Eingangsimpedanz von 10MOhm und Ausgangsimpedanz von 3.5 KOhm, sollte also aureichen. Die Viper war und ist (und wird bleiben) passiv.
    Mit meiner aktiv verstärkten Reiter lohnt es sich sicher, mal einen Vergleich zu machen (die Saiten sind allerdings unterschiedlich zur Zeit.)
    Das endgültige Pickup ist das aus dem Haus WV (meiner Erinnerungs nach heutzutage von WV selbst produziert v.a. für die anderen Instrumente), nicht das Barbera. Barbera ist ein wenig fetter im Sound aber leider sind die Transducer teilweise defekt.

    Weniger gefallen mir die niedrige Impedanzen vom neuen Zoom. Ohne Fishman braucht u.U man noch ein Extra-Gerät. Über die Frequenzen bin ich bei keinem der Preamps auf Anhieb fündig geworden.

    Kabel: Gute Frage, ein längeres (geschätzt 2m) blaues Kabel vom Instrument zum Fishman und ein kürzeres vom Probenraum zum PA. Marke, Preise etc. weiß ich nicht mehr, auf jeden Fall vor Ort im Musikfachgeschäft gekauft.
    Ich werde definitv mal testen, ob ein kürzeres Kabel vom Instrument den Klang positiv beeinflußt. Mit Kabelkauf habe ich gerechnet, v.a. da meine Kabel inzwischen schon etliche Jahre alt sind (wenn auch relativ selten genutzt).

    Mit Effekten werde ich mich definitiv zurückhalten, im wesentlichen sind bei Bedarf der zweite EQ interessant und die Verstärkung selbst da das Ausgangssignal bisher recht schwach war (Bei der Barbera-Abnahme war es etwas stärker aber nicht extrem viel). Vielleicht muß ich nochmals am "trim" arbeiten, schließlich sind die Streichinstrument-Modelle noch nicht so lange auf dem Fishman.

    Zusammenfassung: Viola Viper hatte ein Barbera Transducer, aktuell ein temporäres Setup mit etwas Spielraum, das z.Z. am Steg befestigt ist und zukünftig den neuen Steg. Ist also noch im Fluß.
    Ich habe zwei Preamps, den Fishman Aura Spektrum, der quasi als Vorverstärker "am Instrument" dient (was sich leider wegen Größe/Gewicht nicht machen läßt, außer vielleicht in einer geeigneten Tasche) und dahinter dann der Zoom G1X-Four.
    Vielen Dank schon für die Tips. Werde den Beitrag aktualisieren mit neuen Erkenntnissen.
     
  5. suamor

    suamor Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.08.19   #5
    Der neue Artec SE-PEQ hat 1 MOhm / 1 KOhm, was sich im Klang positiv bemerkbar macht. Gestern abend habe ich ein wenig (ohne Zoom) getestet (Clean)

    - Der Pegelunterschied zwischen den beiden Pickups ist größer als ich in Erinnerung hatte (schade daß 2 Transducer defekt sind)
    - Blending ändert die Lautstärke der einzelnen Saiten. Konnte ich später zu einem gewissen Grad mit dem EQ ausgleichen
    - Dank "Gain" am EQ kann ich auf den Zoom verzichten, wenn ich nicht extra Lautstärke / Effekte brauche
    - Kabellänge zu küruzen wirkt sich positiv aus, hier muß ich allerdings erstmal ein nicht zu kurzes Kabel organisieren.

    Mein Übungs-PA ist ein Vox Pathfinder 10. Ich habe gerade erst gesehen, daß Bass am Anschlag ist und Treble auf 70% (Gain ca. 30%).
    Ich werde anfangen müssen, die verschiedenen Einstellungen aufzuschreiben und den PA möglichst neutral betreiben (50%, kein Gain).
     
  6. murmichel

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    Erstellt: 24.08.19   #6
    Hi @suamor, ich bin nicht sicher, ob ich deinen Aufbau verstehe.

    Wenn du tatsächlich direkt hinter dem Pickup den Fishman Aura als Preamp hast, dann ist die Eingangsimpedanz der darauf folgenden Geräte nicht relevant.

    Ich finde es verwunderlich, dass du hinter dem Fishman noch einen parametrischen EQ einsetzen musst, um den gewünschten Klang zu bekommen. Dass die 3-Band-Klangregelung nicht ausreicht, kann ich mir vorstellen. Aber du kannst mit der Aura Gallery-Software sog. Instrument Images laden (letztlich Impulse Responses, nehme ich an). Hast du schon geschaut, ob da vielleicht etwas für deinen Fall dabei ist?
     
  7. suamor

    suamor Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.08.19   #7
    Nein der Artec EQ ist natürlich vor dem Fishman Preamp. Der Artec wäre idealerweise direkt am Instrument...
    Custom-Images sind schon drauf, wie oben erwähnt (Violine, Viola). Die Qualität ist zu meinem Erstaunen recht unterschiedlich (3 Instrumente, viele Mikrofone). Das ist noch eine weitere Baustelle, nur geeignete Custom-Images zu verwenden.
    Diese Images sind schon eine Voraussetzung für den Einsatz des Fishman.
     
  8. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.08.19   #8
    Der Artec hat ja 1 Megaohm Eingangsimpedanz. Der Fishman wohl 10. Von meiner Erfahrung mit meinen Piezos reicht 1 Megaohm auch schon aus und sollte auch genügend Bass liefern, sofoern der Piezo diesen auch liefert.
    Ob die Impedanz viel ändert kannst du ja auch ausprobieren indem du direkt an den Fishman anschließt.
    Die Forderung eines kurzen Anschlußkabels kannst du natürlich ebenfalls mit verschiedenen Kabellängen in deinem Fall einfach ausprobieren. Die Kabelkapazität hat auf jeden Fall bei passiven Systemen Einfluß auf den Klang.
    Ich persönlich fahre da sehr gut mit meinem Line 6 Relay G30 Sender direkt im/bzw. am Instrument.
    Könntest du ein Bild vom Steg/Piezo hier einstellen, damit ich dessen Anordnung/Mechanik etwas besser verstehe?
     
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