ECC83 als Gleichrichterröhre?

von wary, 23.01.05.

  1. wary

    wary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #1
    Hi, ich besitze einen Röhrenamp ohne Standby, woraus ich eigentlich folgere das der ein Gleichrichterröhre haben müsste (Amp braucht auch immer so ca. 15-20 sec. bis der Ton da ist). Hab jetzt mal nachgeschaut und neben den 4 Endstufenröhren nur eine ECC83 gefunden... kann das sein? Werden dafür nicht normalerweise andere Röhrentypen verwendet? Kann ich jede beliebige ECC83 da einsetzen?

    Wo ich gerade dabei bin, kann mir jemand kurz erklären was genau der Phase-Inverter ist? Die Phase-Inverter Röhre läuft mir persönlich irgendwie immer nur in englischen Texten über den Weg, sollte das einfach die englische Bezeichnung für die Gleichrichter-Röhre sein?? :confused: (also nix da mit rectifier irgendwas??)
     
  2. Pete

    Pete Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #2
    Was hats du denn für einen Amp?
    Da lässt sich ja leicht rausfinden ob der eine Gleichrichterröhre hat.
    Und wie kommst du auf die Folgerung mit dem Standby?
    Normal brauchen alle Röhrenamp ein bisschen, bis sie klingen.
    Einen Phase-Inverter kenn ich net, aber aus dem Wort folger ich einfach mal, dass der die Phase umdreht.
    Sprich aus einer negativen Halbwelle eine positive macht und umgekehrt.
    Ist aber nur eine Vermutung. :confused:
     
  3. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #3
    Ich komme darauf weil meines Wissens ein Röhrenamp mit "Röhrenloser" Gleichrichtung :D und ohne Standby etwas ungesund für dir Röhren wäre und deshalb doch eigentlich nicht gebaut wird :confused:

    Tja, wenn das mit dem Amptypen sagen so einfach zu klären wäre...
    also es ist ein Solton/Craaft CR-50, leider findet man zu dem exakt keine Informationen, und auch eine Anfrage bei Solton ergab nur das der Amp beim erscheinen 1500 Mark gekostet hat und das die "Technische Abteilung" sich noch mal bei mir mit Einzelheiten melden würde... ist leider nicht geschehen
    :(

    Das mit dem Phase-Inverter würde ich mir eigentlich genau wie Du erklären, aber in Deutschen Texten lese ich davon nie was und in englischen irgendwie nichts von Gleichrichter...
     
  4. Pete

    Pete Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #4
    Ein Gleichrichter invertiert auch nicht alles sondern nur die Hälfte (also nur die negativen Halbwellen)
    Vielleicht gibt es hierfür dann ein anderes Wort.

    Ich bin mit dem Standby nicht sicher, aber ist es nicht generell sinnvoll einen Standby-Schalter einzubauen?
    Einfach um die Röhren zu schonen.
    Was das mit der Gleichrichterröhre zu tun hat ist mir nicht klar.
    Aus elektronischer Sicht macht eine Gleichrichterröhre doch nicht anderes als ein Diodengleichrichter.
    Es klingt nur anders (sagt man.. )
     
  5. GoFlo

    GoFlo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #5
    Also eine Gleichrichterröhre macht nur im Prinzip das gleiche wie ein Diodengleichrichter, da die Röhre einen Spannungsabfall hat der wesentlich grösser ist als der, bei den verwendeten Spannungen, von der Diode. Ausserdem hat ne Gleichrichterröhre ne wesentlich grössere Risetime wie ne Dioden. Die beides zusammen wirkt sich auf den Sound aus.

    Eine ECC83 ist KEINE Gleichrichterröhre. Die BEzeichnung ist nämlich E=6,3V (heizspannung) CC= Doppeltriode 83=Typnummer

    Eine Gleichrichterröhre hat als zweitem Buchstaben immer ein Y oder ein Z, z.B. eine EZ81 oder eine GZ34 wobei hier das E wieder für 6,3V und das G für 5V steht. Für die GZ Röhren brauchste dann noch eine extra Wicklung am Powertranny um die zu beheizen.

    Eine Phaseinverter ist zu deutsch ein Phasen Inverter (wer hätte das gedacht *g*) der dir eine Halbwelle kippt, damit du sie in der Gegentaktendstufe verarbeiten kannst. Bei Class A brauchste das ned, weil da das ganze Signal auf die Endröhre kommt und nicht nur eine Halbwelle.

    Nicht jeder Amp der keinen Standbyswitch hat muss eine Gleichrichterröhre haben. Ist aber gesünder für die Röhren, wobei sich hier auch die Geister streiten....der eine sagt es muss, der andere nicht. Ich halte es für sinnvoll um die Röhren zu schonen und die Emission der Röhre klein zu halten im "stillen" Betrieb.
    Dass dein Amp 10-15 sec braucht bis er was von sich gibt is normal, da die Röhren erstmal warm werden müssen. Selbes Prinzip wie bei der Braunschen Röhre und den Elektronen dort.

    So...hoffe ich hab das im müden Kopp halbwegs verständlich hier getippt...

    Nacht
    Flo
     
  6. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #6
    Soweit ich weiss braucht ein Amp mit Gleichrichterröhre keinen Standby, da die Gleichrichterröhre nach dem Einschalten selber eine gewisse Zeit braucht bis sie arbeitet und die Spannung somit nur langsam aufbaut ...
    deshalb ging ich eigentlich davon aus das Röhrenamps entweder einen Standby oder eine Gleichrichterröhre haben... aber scheinbar war dieser Umkehrschluss falsch. Kann die ECC83 also nur eine Vorstufenröhre sein (oder käme die jetzt noch als Phae-Inverter in Betracht)? Kann ich jetzt jede beliebige ECC83 da einfach einsetzten (warum eigentlich nicht, klingt irgendwie doof die Frage :confused: , will aber auf Nummer Sicher gehen.
    Ist ein Amp mit einer Einzelnen Vorstufenröhre nicht eher selten? Ich ging bisher eigentlich davon aus das dieses Exemplar eine Transistorvorstufe hat...
     
  7. Killigrew

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    Erstellt: 23.01.05   #7
    natürlich ist die ECC83 auch eine Phaseinverter Röhre, aber eben keine Gleichrichterröhre.
    Die ECC83 die am nächsten zu den Endröhren sitzt dürfte wohl bei dir die PI Röhre sein.
    Du kannst als ersatz jede beliebige andere ECC83 nehmen, bedenke aber das die alle unterschiedlich klingen, nen Guide dazu gibts bei Tube-Town.

    mfg
     
  8. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.05   #8
    Vielen Dank für die Antworten, mal wieder was dazugelernt :)
     
  9. Namenlos

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    Erstellt: 23.01.05   #9
    Hallo,
    die ECC83 die du in deinem Verstärker hast muss nicht umbedingt als Phaseninverter genutzt werden. Meiner Meinung nach ist dieser Teil der Röhrenverstärkers am besten durch Silizium zu ersetzen (lieber den Hall als Röhre anstatt der PI oder dem Effektweg). Gerade wenn die Vorstufe einen Verzerrungsregler hat und dieser sich nach Röhre anhört ist die Ecc83 wahrscheinlich in der Vor und nicht in der Endstufe.

    Auch kann man mit Röhrengleichrichtung nicht nur eine Welle gleichrichten, dafür gibt es ja Trafos mit Mittenanzapfung.

    Für mich persönlich ist der Standbyschalter auch nicht zum schonenden anmachen der Röhren sonder zum schonen der Röhren in Spielpausen da - aber das ist eine Ansichtssache.

    Grüße
     
  10. Killigrew

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    Erstellt: 23.01.05   #10
    Als das mit dem Hall find ich ja ma lächerlich, erstens hat der warscheinlich überhaupt kein Hall und zweitens, wieso sollte man den PI auf Transistor Basis aufbauen, das gibt doch garkeinen Sinn, die eine ECC83 mehr macht den Hund auch nicht dick, und es klingt bestimmt besser.

    mfg :)
     
  11. wary

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    Erstellt: 23.01.05   #11
    Hall hat der schon, mit dem hat die Röhre aber nichts am Hut (hab Heute mal das Chassis rausgeschraubt). Ich denke das wird schon die PhaseInverter-röhre sein, sonst wäre die anders verschaltet (Vorstufe ist eindeutig Volltransistor :) )
     
  12. Killigrew

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    Erstellt: 24.01.05   #12
    Oh. dann hab ich was falsch verstanden, ich hab gedacht es wäre nen Vollröhren Amp und hab mich deshalb gewunder, warum aufeinmal der PI auf Transistor Basis sein soll ;)
    Naja aber mal ne interresante Kombination, sonst ist ja immer die Vorstufe Röhre und die Endstufe Transistor.

    mfg :)
     
  13. Namenlos

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    Erstellt: 24.01.05   #13
    Moin,
    so selten ist das garnicht mal, gerade früher war es eher so als umgekehrt. Vorstufenzerre ist halt ein relativ neues Phänomen ;), da gabs häufig die Endstufe um eine weiche Verzerrung zu erzeugen und nen Fuzz um stärker zu verzerren. Da wurde halt die Vorstufe wirklich nur zum Klang färben genutzt - und mal ehrlich das geht mit einem Transistor einfacher und effektiver. Heutzutage kommt die Zerre ja zu 80% aus den Vorstufenröhren ist auch einfacher, hat aber einen anderen Charakter.

    Grüße
     
  14. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.01.05   #14
    War für mich auch überraschend, aber wie bereits gesagt wurde war das eine gewisse Zeit durchaus üblich. Habe eigentlich auch noch einen Röhrenpreamo den ich da einschleifen will, muss aber sagen das ich von dem Cleansound der Combo absolut begeister bin (und erst der Reverb :great: ). Der Overdrive-Kanal ist wirklich recht fuzzartig und so garnicht meine Baustelle, aber aus dem Cleankanal kriegt man bei entsprchender aber erstaunlicherweise noch sehr ansprechender (will sagen moderater) Lautstärke schon sehr schöne Crunchsounds raus.
     
  15. HimmyJendrix

    HimmyJendrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.05   #15
    Ich hatte frueher mal ein Davoli-Verstärker , der hatte auch ein Transisitor-Vorstufe und kein Master-Volume.Der Amp konnte nur clean. Da habe ich dann ein Marshall-Booster vorgeschalten müssen , damit er einigermaße klang.
     
  16. LoneLobo

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    Erstellt: 25.01.05   #16
    Jetzt mal ganz doof gefragt, was bringt denn bitte EINE "gleichrichterröhre"?

    Das is doch ne Brückenschaltung, da braucht man doch mindestens 2 oder 4?!

    Oder hab ich was verwechselt oder vergessen? :screwy:
     
  17. Dominic Schott

    Dominic Schott Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.05   #17
  18. Namenlos

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    Erstellt: 25.01.05   #18
    Hallo,
    eine Röhre hat eine gemeinsame Kathode und zwei Annoden das ist der ganze Trick dabei. Daher gehts mit ner Mittenanzapfung am Trafo auch eine Vollwellengleichrichtung mit nur einer Röhre.

    Grüße
     
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