[Effekt] Electro Harmonix Turnip Greens

von unixbook, 25.02.17.

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  1. unixbook

    unixbook Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.17   #1
    Eltctro Harmonix Turnip Greens

    Kurzfassung:
    Du suchst High Gain? Vergiss es!
    Wenn nicht, dann könnte es passieren, dass du für dieses Pedal deine gesamte Effektgerätesammlung aufgibst.

    Langfassung:

    Produktinformation des Herstellers: http://www.ehx.com/products/turnip-greens
    (Dort sind auch einige Videos zu dem Pedal zu finden.)


    Aufbau:

    Rein oberflächlich betrachtet haben wir hier ein Multieffekt mit Send und Return welches genau zwei Effekte zur Verfügung stellt. Das sind ein Booster/Overdrive und ein Hallgerät. Die Reihenfolge der Effekte ist wählbar.

    Also entweder

    Eingang -> Booster/Overdrive -> Send/Return -> Hallgerät -> Ausgang

    oder eben

    Eingang -> Hallgerät -> Send/Return -> Booster/Overdrive -> Ausgang

    Wenn man einen Send/Return am Amp zur Verfügung hat, dann sollte man unbedingt auch mal folgende Verkabelung ausprobieren:

    Gitte -> Eingang Turnip Greens -> Send am Turnip Greens -> Verstärkereingang -> Send am Amp -> Return am Turnip Greens -> Ausgang am Turnip Greens -> Return am Amp

    Persönlich nutze ich das Turnip Greens aber meist zwischen Stromgitarre und Verstärkereingang.

    Beide Effekte haben jeweils drei Regler und einen Fußschalter. Beim Booster/Overdrive lassen sich Gain, Tone und Level per Poti einstellen. Am Hallgerät lässt sich mittels eines Drehschalters zwischen den Halltypen Spring, Hall, Plate und reverse wählen. Jeweils mit einem Poti lassen sich Hallanteil und Halldauer einstellen. Alle Potis haben einen gleichmäßigen und angenehmen Widerstand. Markierte Kerben ermöglichen ein ausreichend gutes Ablesen. Hier werde ich evtl. Bei Gelegenheit noch mal nachbessern. Zusätzlich findet man noch einen Kippschalter auf der Oberseite des Turnip Greens, mit dem sich die Reihenfolge der Effekte schalten lässt. Alle Ein- und Ausgänge sind mono ausgelegt.

    Turnip Greens.jpg

    Wenn man in das Gerät hinein schaut, dann sieht man, dass sich in dem Kistchen nicht zwei vollkommen getrennte Effektgeräte ihren Dienst tun, sondern die Schaltungen des Boosters/Overdrives mit denen des Hallgeräts auf einer Platine Platz finden. An dieser sind auch alle vier Klinkenbuchsen befestigt. Persönlich stehe ich ja eher auf nicht an der Platine verbaute Buchsen. Wenn mal ein Honk eine Buchse raus tritt, dann ist in diesem Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Platine beschädigt. Sowas ist dann deutlich schwerer zu reparieren, als einfach eine neue Buchse zu verkabeln. Von außen ist das Ding wirklich robust. Damit kann man durchaus seinen Bassisten hinreichend verletzen wenn man damit nach ihm wirft. Das kräftige Klack beim Betreten der Fußschalter werden manche hassen. Mich persönlich stört das nicht.

    Turnip Greens innen.jpg

    Klang:

    Die beiden Effekte des Turnip Greens sind keine unbekannten. Hier arbeiten ein Soul Food und ein Holy Grail Max nebeneinander. Zu beiden sind reichlich Reviews und Videos zu finden. Und natürlich ist mein Urteil dazu nur eines unter vielen.

    Da ich mich abends erstmals dem Turnip Greens zuwenden konnte, waren meine ersten Schritte mit ihm am leise gespielten Yamaha THR5. Die Spring-Reverb-Simulation am THR5 ist ja schon eine wirklich gute. Aber das Holy Grail Max lässt sich natürlich deutlich individueller einstellen, zumindest solange man sich auf die physikalisch vorhandenen Regler beschränkt und wie ich auf die Bedienung des THR5 per Laptop lieber verzichtet. Der Federhall des Holy Grail Max gefällt mir hier ausgezeichnet. Nur nicht zu viel davon, aber Blend und Time auf 11 Uhr ist schon toll! Mit dem Soul Food macht es schon am THR5 richtig Spass, den Eingang ganz leicht anzublasen. Mit Vol und Drive auf jeweils 11 Uhr passt das prima.

    Nach und nach habe ich das Turnip Greens mit verschiedenen Verstärkern ausprobiert. Es kommt eigentlich mit allem zurecht. Das Turnip Greens kann mit Transen, aber so richtig geil wird es dann an der Röhre. Ich mag das Soul Food daran wirklich gerne. Und zwar so gerne direkt vor der Röhre, dass es durchaus vorkommt, dass ich den Holy Grail vor dem Soul Food nutze. Gerade wenn man das Soul Food nur als leichten Booster benutzt, kann es klanglich sehr reizvoll sein, das Holy Grail Max vor das Soul Food zu schalten. Der Sound wird transparenter. Das Signal klingt breiter für mein Empfinden.

    Auch die Hallvarianten machen wirklich Spaß! Sie sind warm, überhaupt nicht steril und schon in geringen Dosen für den Spund sehr wirkungsvoll. Das Reverse hätte ich jetzt persönlich nicht mutbestellt, aber auch das kann tatsächlich seinen Reiz haben. Es frisst ja kein Brot.

    Stichwort "Brot fressen". Das Turnip Greens kommt mit einem DC 9,6V Netzteil. Es ist aber nicht so kritisch, was die Stromquelle angeht. Es kommt auch gut mit anderen DC 9V Quellen (Akkus, fremde Netzteile...) zurecht. Es verträgt sich auch an einer Stromquelle prima mit anderen Geräten ohne zu Störgeräuschen zu neigen.

    Das eigentlich coole an dem Turnip Greens ist für mich, dass man nicht das Gefühl bekommt durch das Multieffektgerät bzw. die Pedalkette von seinem Amp getrennt zu sein. Es gelingt dem Teil, gemeinsam mit Gitte und Amp eine Einheit zu bilden, statt sich wie eine Firewall zu verhalten. Selbst kleinste Teile der Information gehen ungehindert durch. Man bleibt mit Fingern und Saiten am Amp. Ich habe damit das Gefühl wirklich Stromgitarre zu spielen und nicht Multimedia. Sehr subjektiv, ich weiß…

    Fazit:

    Nach einer Phase des aus meiner derzeitigen Perspektive übertriebenen Pedalkonsums, habe ich mich von fast allen Pedalen getrennt. Für die Stromgitarren sind genau drei Pedale übrig geblieben: Ein Bodentuner, ein Trio+ und eben dieses EHX Turnip Greens. Es ist also das einzige wirkliche Effektgerät was ich überhaupt noch nutze geworden. Gleichzeitig bringt es durch seinen Send/Return die Möglichkeit mit, sehr einfach bei Bedarf ein zusätzliches Effektgerät einzuschleifen. Das Turnip Greens macht mit unterschiedlichen Gitarrentypen und Pickups an allen meinen Verstärkern einen wirklich guten Job. Es mag Singlecoils und Humbucker gleichermaßen. Dazu will es natürlich, je nach Klangvorstellung, unterschiedlich bedient werden. Stilistisch ist mit ihm eigentlich alles möglich, was nicht nach High Gain verlangt.
     
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  2. Stratspieler

    Stratspieler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.02.17   #2
    Hm, interessant. :gruebel:

    Danke!
     
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