[Effekt] KORG Pandora Mini

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Zunächst einmal sei gesagt, dass meine Kaufentscheidung zugunsten des Pandora Mini aufgrund der Begleitrythmen und guter Erfahrungen mit KORG und seinen Synthesizern fußte. Dank einer handvoll Reviews war ich dennoch skeptisch, als mein Paket geliefert wurde.

Verarbeitung und Haptik:
Frisch aus der Packung und die mitgelieferte Batterie eingelegt meldet sich das Gerät nach einigen Sekunden startbereit zum Dienst. Die zigarettenschachtelgroße Box ist durchweg passgenau verarbeitet und genügt den herkömmlichen Standards. Das Datenrad ist leichtgängig und rastet bei den Einstellungen ein, womit sich ein versehentliches Verstellen der Parameter vermeiden lässt. Knöpfe und Anschlüsse sind ebenso sauber angebracht. Auch wenn sämtliche Anschlüsse belegt sind kann man das Pandora Mini noch einwandfrei und aufwandslos bedienen, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Das LC-Display gibt sämtliche, relevanten Informationen klar und deutlich zu lesen. Die Hintergrundbeleuchtung ermöglicht es zudem auch in dunklen Räumen alles optimal ablesen zu können. Bei mir bietet eine eingelegte AA Zelle ungefähr 6-7 Stunden Dauerbespaßung bei ausgeschalteter Beleuchtung.

Gitarrensounds:
Mit 175 vorinstallierten Presets wird dem ambitioniertem Gitarristen alles vor die Füße geworfen, was er sich auf Anhieb wünschen könnte. Ab harte Metalbretter oder attackarme Ambientspielreien: Alles ist nur einen Dreh entfernt. Das, oftmals bemängelte, Grundrauschen kann ich leider zum Teil bestätigen. Dafür bietet KORG allerdings einen Extraparameter für ein eingebautes Noisegate an und da das Rauschen gleichbleibend ist, fällt es nicht schwer in einem brauchbaren Audioprogramm eben jenes schnell herauszufiltern. Falls man also wirklich auf die Idee kommt dieses Übungsgerät doch für eine semiprofessionelle Aufnahme verwenden zu wollen, steht dem zumindest nicht viel im Wege. Das ein Gerät dieser Preis- und Größenklasse keinen zweiten Alan Parson hervorbringt sollte aber eigentlich jedem bewusst sein. Das Einstellen der Presets am Gerät stellt sich überraschend schmerzfrei dar, wird aber auch benötigt. Für meinen persönlichen Geschmack ist fast auf allen Presets ab Werk etwas zu viel Hall.

Basssounds:
Die Tiefsaiterfraktion ist mit 25 vorinstallierten Einstellung zwar auf den ersten Blick etwas dürftig bestückt, aber bei 200 eigenen Plätzen für zusätzliche Presets kann man prassen. Dennoch bietet einen die Grundauswahl ein solides Fundament für fast alle Richtungen die das Bassspiel hergibt. Vom rockigen, leicht angezerrten Plektronsound über Slapeinstellungen bis hin zu hallstrotzenden Waberorgien die um Pinch Harmonics betteln spielt man sich hier quer durch das grollende Beet der unteren Oktaven. Grinsenderweise stellte ich fest, dass das Grundrauschen beim Bass zur Nonexistenz tendiert und auch hier wieder, falls auftreten, schnell weggemastert werden kann. Zusätzlicher Pluspunkt für die Bassisten ist die Rythmusbegleitung. Hier wird man schnell verleitet auch einmal zu Stilrichtungen zu jammen, die man sonst vielleicht gar nicht angehen würde.

Belgeitrythmen:
Ganze 100 Rythmen an der Zahl hat KORG dem Pandora Mini spendiert. Diese variieren zwischen Metronomarten, Musikrichtungen und Taktarten. Schnell schaltet man von Blues zu Rock zu Jazz zu Latin und stellt sein Wohlfühltempo, Lautstärke und Reverb in Sekundenschnelle ein. Die Drums sind allesamt klar und deutlich zu hören, wenn auch etwas hart gegated. Sollten einem die mitgelieferten Loops nicht mehr reichen steht es jedem Frei den vorhandenen AUX-Eingang zu nutzen. So kann man überall ein ganzes Arsenal an Jamtracks zur Verfügung haben.

Weitere Features:
Eine klassische Funktion wie der Tuner darf natürlich nicht fehlen. Aus jedem Modus heraus lässt sich durch drücken der Tuner-Taste das integrierte Stimmgerät aufrufen und schnell bedienen. Die Stimmanzeige ist gut gelöst und lässt zumindest für mich keine Wünsche offen. Das anpassen der Stimmung für Backingtracks über den AUX-Eingang erfreut mit überraschender Qualität und Einfachheit. Mit einem Mini-USB Kabel (nicht im Lieferumfang enthalten) lässt sich das Pandora Mini nicht nur bequem mit Strom versorgen. Man kann auch die Software nutzen die KORG auf seiner Webseite bereitstellt. Größter Vorteil hier ist definitiv die Übersicht. Alles auf einem Schirm und mit einem Klick einstellbar. Dank der Midiverbindung können Änderungen sofort über das Gerät gehört werden und machen das Zusammenschrauben eigener Presets zu einer schnellen und wirklich ergiebigen Angelegenheit. Hier wurde definitiv bis zum letzten Knopf an den User gedacht.

Fazit:
Wer nicht unbedingt ein professionelles Studioequipment sucht und lieber spielt als über Frequenzgänge zu faseln ist mit dem KORG Pandora Mini für schlappe 99,- Euro bestens bedient. Gerade für Unterwegs und zum üben mit Kopfhörer in den eigenen vier Wänden bekommt man hier einen Umfang geliefert den ich persönlich nicht erwartet hätte. Alleine die Kombinationen der Effekte und Ampeinstellungen fesseln einen stundenlang und laden zum Experimentieren ein. Auch vor einen Amp geschaltet weiß das Gerät zu überzeugen. In meinen Augen ein Pflichtkauf und absoluter Pocket Pod Killer.
 
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Was ich auffällig finde ist, daß manche Presets störend rauschen, andere jedoch nicht, und das scheint nicht direkt vom Zerrgrad abhängig zu sein. Eines meiner Lieblingspresets, Ziggy Star heisst es glaube ich, hat eine ganz gute Zerre, rauscht aber kaum, bei anderen ist es schon sehr störend. Das Noisegate hilft nur bedingt, da es ja nur in den Spielpausen wirkt. Was mich weiter ein bisschen bei dem Gerät stört, ist dass die Presets ziemlich wild zusammengefürfelt sind. Erst die Cleansounds, dann Chunch, dann Distortion, dann Synth oder eine ähnliche Systematik wäre besser gewesen.
Insgesamt jedoch ein guter Kauf (Bei mir 70€ gebraucht)
 
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Ja, dass ist mir auch aufgefallen. Aenima ist für mein Empfinden das Preset mit dem höchsten Rauschanteil. Bei diesem Einzelnen ist es wirklich so brachial, dass es nicht mehr hinnehmbar ist. Aber es gibt ja zum Glück gute Presets wie das erwähnte Ziggy Star. Das macht die Freude wieder größer. Die Gruppierung überprüfe ich morgen mal. Vielleicht kann man ja mit der Software ein wenig Ordnung rein bringen. Die Synthsounds z.B. sind zwar 5 Minuten nett aber danach ziemlich nutzlos. Oder ich bin nicht kreativ genug um sie einzusetzen. :D
 
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"Acoustic" ist imho auch völlig unbenutzbar.
 

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